Bis einer heult! • Tagebuchbloggen 07/2014
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6. Juli 2014 | Pia Drießen

Tagebuchbloggen 07/2014

Um 9 Uhr von Kindern und Mann mit Frühstück geweckt worden. Kein Streit, kein Gejammer, keine fliegenden Nahrungsmittel am Tisch. Harmoniesternchen für alle.

Anschließend Aufbruch zum Großhändler, um die benötigten Angebote abzugrasen. Außerdem wollte das Löwenmaul noch sein Geburtstagsgeld in Spielzeug umsetzen. Es wird freiwillig Zähne geputzt uns sich angezogen. Das Meedchen heult nur kurz, als wir ihr eröffnen, sie könne nicht mit dem Wutsch zu Metro fahren. 4,5 weitere Harmoniesternchen.

Entspannte Kinder beim Großhändler. Zielstrebiges Ansteuern der Spielzeugabteilung. Das Löwenmaul und der Quietschbeu streunen durch die Gänge zwischen Playmobil, Lego und Spielzeugautos. Der Quietschbeu hat 7 Euro aus seiner Spardose genommen. Das Löwenmaul hat 25 Euro dabei. Lehrstunde über den Wert von Geld. Das Löwenmaul sucht sich eine KlikCarz-Bahn aus, der Quietschbeu ein kleines Lego-Set unter Kreditnahme von 2 mal Taschengeld. Währenddessen krallt das Meedchen sich schluchzend und „Büdde. BÜDDE!“ rufend an eine Barbie. Ich versuche zu besänftigen. Erkläre, dass sie das jetzt nicht bekommt und sich nur eine Kleinigkeit aussuchen darf. Jau. „Dooooch! DOOOOCH! Puppe miiiiid!“ Tränen. Mein Durchsetzungsvermögen bröckelt in großen Brocken. Ich greife ins Regal neben den Barbies und nehme eine Chelsea heraus. Das Meedchen schluchzt, nimmt die Puppe und presst sie an sich. „Meine? Mid?“ Ich nicke und das kleine verweinte Gesicht strahlt. 

Weiter geht es zu den Lebensmittel und Waschmittel-Angeboten. Die Kinder beginnen zu quengeln, weil sie natürlich sofort ihre Spielsachen auspacken und bespielen wollen. Der Quietschbeu sendet wie ein Wasserfall. Das Löwenmaul steht stumm neben dem Einkaufswagen und scheint im Stehen einschlafen zu wollen. Das Meedchen ruft ständig „Helfe! Meina helfe!“ und droht mit erneuten Krokodilstränen, wenn sie nicht sofort irgendwas aufs Kassenband legen darf.

Wir verlassen den Großhandel. Das Meedchen schläft im Auto ein. Das Löwenmaul hält tapfer durch und sitzend anschließend 10 Minuten völlig regungslos neben seinem neu erworbenen, noch verpackten, Spielzeug im Wohnzimmer und warten geduldig darauf, dass der Papa es mit ihm aufbaut. Das Meedchen wechselt vom Autositz ins Bett. Der Quietschbeu hat sich irgendwie vom Auto an den Esstisch gebeamt und ist schon mit dem halben Lego-Aufbau fertig, als der Miezmann den Einkauf fertig ins Haus getragen hat.

Harmonisches Heimkommen nach anstregendem Einkauf. Erneutes Harmoniesternchen für jeden.

Das Löwenmaul und der Quietschbeu spielen 3 Stunden in friedlicher Eintracht mit Lego und der KlikCarz-Bahn. Abwechselnd. Gemeinsam. Ich schnarche auf dem Sofa. Bleiernde Müdigkeit und fehlender Kreislauf seit Mittwoch. Wird schon.

Der Miezmann weckt mich mit einem verschwitzten und gut launigen Meedchen im Arm. Wir müssen noch einkaufen. Wocheneinkauf.

Alle Pferde werden wieder gesattelt. Ich berge eine komplette Klopapierrolle aus dem Flachspüler, während im Flur Schuhe angezogen werden. Diesmal unter leichtem Protest. Ziehe 3 Harmoniesternchen wieder ab.

Wasser, Obst, Gemüse, Brot für eine Woche. 65Euroundeinbisschen. Es gibt das 3 x diese Wochen Backgemüse.

Die Kinder gehen um 19:30 Uhr ins Bett. Ein bisschen Protest hier, ein wenig Gejammer da. Das Meedchen versucht sich hinter der transparenten Gardine zu verstecken, nachdem sie dem Löwenmaul nach dem Pipimachen abwischen wollte, der sich aber weigerte. Der Heliumballon muss unbedingt mit ins Löwenmaul-Bett. Damit er nicht wegfliegt, binden wir ihn an einem Playmobil-Fahrrad fest. Der Quietschbeu will lieber Benjamin Blümchen als Polizist hören. Das Löwenmaul lieber Wickie. Also wechseln die CDs die Player. Küsschen, Drücker, „Gute Nacht!“, Licht aus, Tür zu.

Im Nachbargarten feiern die Besuchssöhne der Nachbarin eine Wiedersehensparty mit Freunden. Musiktechnisch ist alles dabei. Auch Scooter. Wir danken unseren Schalldichten Fenstern, wobei frische Luft auch nicht schlecht wäre.

Wir gucken Morning Glory und schwitzen auf dem Sofa rum. Und dann gehen wir ins Bett. Jetzt.

Unser Tag. Heut so. Da gibt es die der Anderen.

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Über den Autor:
Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Marketing- und Medienberaterin mit Schwerpunkt Social Media. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+