Bis einer heult! • Laterne, Laterne, Bastelspaß und Sterne!
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29. Oktober 2014 | Pia Drießen

Laterne, Laterne, Bastelspaß und Sterne!

Dieses Jahr lud die Kita unserer Kinder zum gemeinsamen Laternenbasteln mit den Ü3-Kindern ein. Für mich bedeutete dies, an zwei Tagen, jeweils mit einem der Jungs, gemeinsam die Sankt Martins Laterne fürs diesjährige Sankt Martins Fest zu basteln. Das sah so aus:

Basteln mit dem Löwenmaul

Zunächst muss man wissen, dass das Löwenmaul basteln hasst. Er malt gerne Dinge aus, Sehr akribisch und auf gar keinen Fall über den Rand. Selber malen und/oder schneiden nervt ihn. Gut, das wusste ich vorher, also ging ich sehr neugierig in den Kindergarten und sah mir an, welche Laterne wir basteln sollten. Das war zu machen. Eine vorgefertigte Form musste mit Transparentpapierfenstern versehen werden. Darauf sollten dann 2 Motive aus Pappe ausgeschnitten und ebenfalls aufgeklebt werden. Was das Löwenmaul gerne macht, ist rum matschen. Auch gerne mit Kleber. Alles andere ist doof und „kann ich nich!“ Er versuchte sich kurz daran, ein Transparentpapierfenster auszuschneiden. Die Schere knickte einmal um und lag dann auf dem Tisch, wo das Löwenmaul sie böse as böse can be anfunkelte. „Ich kann das nich!“ Ich beschäftigte ihn also damit, sich Motive auszusuchen, während ich die Fenster ausschnitt. Er durfte dann den Kleber auf den Korpus schmieren. Viel Kleber. Die hält für die Ewigkeit. Aufkleben durfte ich das Papier dann wieder selber. 

Es folgte die Motivauswahl mit ganz konkreten Vorstellungen. „Fledamaus und ein Gespens‘! Aber in freundlich!“ Ich skizzierte ein Gespenst. „Nein, das is nich freundlich. Das muss den Mund so haben. Nach oben!“ Also malte ich einen möglichst breit grinsenden Mund. Er war nicht überzeugt. Ich schnitt die Form trotzdem zu und gab ihm dann meine erste Skizze, damit er einen Mund nach seinen Vorstellungen hinein malen konnte. Das beschäftigte ihn so lange, bis das Gespenster komplett ausgeschnitten und aufgeklebt war. Dann kamen wir zur Fledermaus. Die war natürlich auch nicht freundlich genug. Weil die spitzen Zähne, die sie unbedingt haben musste, aussahen, wie hängende Mundwinkel. So hatte ich die Fledermaus zwar in einem Zug fertig skizziert, saß dann aber 15 Minuten über dem freundlichen Federmausmund, den mein Sohn sich eben vorstellte. Irgendwer brachte Kekse und ich nutzte die Gelegenheit, die Feldermaus fertig zu stellen und aufzukleben. Das Löwenmaul war zufrieden. Immerhin hatte er Kekse. 

Alles in allem liegt der Bastelanteil der Löwenmaullaterne zu 90% bei mir und zu 5% beim Löwenmaul. Die restlichen 5% spreche ich den Keksen zu, die mich das Werk ohne größeres Drama beenden ließen. Aber stolz und glücklich ist das Löwenmaul trotzdem. Puh!

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Basteln mit dem Quietschbeu

Der Quetschbeu bastelt für sein Leben gerne. Bunt, kreativ, mit Schneiden, Kleben, Falten, Löchern. Da war ich gespannt, ob er mich überhaupt zum Zug kommen lassen würden. Ich hab noch nicht richtig gesessen, da flogen mir schon diverse Farbvorstellungen und -wünsche um die Ohren. „Ich will einen schwarzen Igel. Der Körper soll blau sein! Mama, gibt es blaue Körper? Kann ich einen holen? Blau ist super!“ Die Vorschulkinder sollten einen Igel basteln, der mit vielen bunten Zacken ein echter Hingucker ist. Wir fanden einen blauen Körper (runde vorgestanzte Form) und suchten uns die bunten Pappen für die Zacken aus. Rot, Gelb, Blau, Grün, Orange. In möglichst leuchtenden Farbtönen. Ich zeichnete eine Zacke als Schablone vor und übertrug diese dann auf die Pappen. 20 Stück insgesamt. Und während der Quietschbeu mit dem Ausschneiden beschäftigt war, dabei über die blöde Schere schimpfte, die den Karton eher knickte, als schnitt, ich ihm darauf sagte, er sollte eine schärfere Schere suchen und er der Meinung war, schärfer sei gleichbedeutend mit spitzer, welche er allerdings nicht fand, übertrug ich die Igelform auf schwarzen Karton und schnitt diese aus. Dann saß ich da und schaute meinem Kind beim Ausschneiden der Zacken zu, die er mit viel Akribie zuschnitt. Multitasking ist nicht so die größte Stärke meines Kindes, weshalb er für jeden Satz das Schneiden unterbrechen musste. Und wie hier ja schon oft erwähnt redet er ununterbrochen. Aber wir waren ja nicht auf der Flucht.

Anschließend klebten wir gemeinsam die bunten Folien für den Körper in die Igelform und die Zacken an den Igelkörper. Der Quietschbeu rieb alles gründlich mit Kleber ein und ich drückte die Zacken fest. Teamwork! Die Bommelnasenspitze klebte der Quietschbeu fest und ich die Kulleraugen. Wir machten das wirklich super Hand in Hand. Ich war ganz begeistert. Da ich ja an Perfektionismus leide, ist basteln mit den Kindern manchmal etwas schwierig für mich. Das wird nicht unbedingt leichter, wenn der Sohn genauso tickt. 

Das Anschaungsobjekt des Igels hatte 18 Zacken. 9 auf jeder Seite. Das machte mich von der ersten Sekunde an kribbelig, weshalb ich auch 20 Zacken aufgemalt hatte. Beim aufkleben platzierten wir die Zacken dann allerdings so, dass die 2 zusätzlichen Zacken keinen Platz mehr fanden. Der Quietschbeu betrachtete seine Laterne, legte den Kopf schief  und stellte fest: „Sehr schön. Aber da fehlt ein Zacken. Das sind nur 9! Das ist nicht gerade!“ Gnaaaaa! Leider war der letzte Zacken nicht mehr unfallfrei abzulösen, weshalb wir auf das Ankleben der übrigen 2 Zacken verzichten mussten. Unterm Strich  tat es uns beiden ganz gut, mal über unseren Symmetriewahn hinweg gehen zu müssen. Schlafen werden wir beide deshalb nicht schlechter. Die Bastelleistung bei dieser Laterne lag zu 70% beim Quietschbeu und 30% bei mir.

Beim anschließenden Zusammenfügen der einzelnen Komponenten mit der Heißklebepistole verbrannte ich mir erst sämtliche Finger und klebte mir final Mittelfinger und Daumen zusammen. Ich bin eben keine Bastelmutti. Echt nicht. Da backe ich lieber 5-stöckige Kuchen. 

Aber! Die Laterne ist optisch der Hit! So ein schönes Modell. Der Quietschbeu ist jedenfalls stolz wie Bolle und auch ich bin absolut begeistert von der schönen Motividee und der tollen Wirkung durch die bunten Zacken.

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Am Ende dieser Tage bleibt die Erkenntnis, dass ich zwei völlig unterschiedliche Basteltypenkinder habe: Den Anti-Bastler und den Hyper-Bastler.

Wir haben es dennoch geschafft gemeinsam zwei völlig unterschiedliche, aber im Ergebnis wirklich schöne Laternen zu basteln. Halleluja!

 

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Über den Autor:
Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Marketing- und Medienberaterin mit Schwerpunkt Social Media. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
    
  1. peacylein / Okt 30 2014

    Ganz tolle Laternen! Habe gerade selber mit meinem fast 3-jährigen gebastelt – kein Vergleich… (Neid).
    Mal ne Frage off-topic: Unter dem aktuellen Text erscheint immer: „Ähnliche Artikel“ und darunter „Beiträge“, meist zwei ebenfalls ähnliche Artikel mit einem dunklen Kreis, in dem das Datum steht. Das Datum ist aber immer das des aktuellen Posts, zumindest bei mir, und das macht ja keinen Sinn, oder? Vielleicht liegt das daran, dass ich auf dem Handy lese?
    VG Andrea

  2. Sarah / Okt 30 2014

    Hihi ich würde eher einen Bastelkurs für 3-jährige geben als einen Kuchen backen wenn ich die Wahl habe. Ich liiiiiebe Kuchenverkäufe für Elternbeiratsanliegen *Ironieoff*
    Wunderschöne Laternen habt ihr gebastelt. Besonders der Igel hat es mir angetan- sehr schöne Farben!

  3. Doro / Okt 30 2014

    Schöne Laternen! Und die unterschiedlichen Basteltypen kommen mir sehr bekannt vor. Die Sache mit dem mütterlichen Perfektionismus auch … :-D

    LG Doro

  4. Susanne / Okt 30 2014

    Sehr sehr tolle Igellaterne…Die würde meinem Bastelhasser sicher auch gefallen… Aber ob ich die alleine schaffe… :-) Bin nämlich leider auch keine Bastelmuddi… Ist die bunte Folie zusammengeklebt oder schon so fertig gewesen?

  5. Anne / Okt 30 2014

    Sehr schön, alle beide Laternen. Eben jede auf ihre Art.

  6. Danny / Okt 30 2014

    Hallo Pia,

    na das sind doch mal tolle herbstliche Bastelarbeiten geworden. Die verschiedenen Charaktere vom Löwenmaul und Quetschbeu. Womit werdet Ihr die Laternen beleuchten?

    Eine Heissklebepistole kann schmerzhaft sein, aber am Ende zählt wohl das Resultat und die gemeinsame Zeit. Sind die Finger wieder auseinander? :)

    Das mit der Symmetrie ist interessant, da es mich auch persönlich betrifft. Es ist wohl eine gute Idee mal zu fragen, ob ich im Kindesalter schon so verfahren bin.

    Viele Spass und Grüsse

    Danny

  7. Hanna / Nov 2 2014

    Das sind schöne Laternen geworden!

    Bei uns ist das im Kindergarten so, dass die Erzieherinnen mit den Kindern die Laternen basteln, da haben Mama und Papa nichts mit zu tun. Jetzt ist es mir noch egal, weil Noah das eh nicht nicht kann. Aber irgendwann, da wird mir bestimmt ganz anders. Vor allem, weil alle die gleiche Laterne basteln und es hier im Dorf ganz komisch ankommt, wenn man mit einer anderen Laterne – die man dann vielleicht zusammen zuhause gebastelt hat – zum Martinsumzug geht. Total doof! Vielleicht ändert sich ja hier im Dorf aber auch noch was…

    Und: Bei den Schultüten sieht es genauso aus :(

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