Bis einer heult! • Schmackofatz-Edition: Kourabiedes & Rote Inge
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21. Dezember 2014 | Pia Drießen

Schmackofatz-Edition: Kourabiedes & Rote Inge

Letzte Woche buk der Quietschbeu im Kindergarten mit seiner Erzieherin griechisches Weihnachtsgebäck. Das war an demselben Tag, als er auch die Ritterburg mit nach Hause brachte. In der Ritterburg fand ich einen Zettel mit Mengenangaben und auf Nachfrage erfuhr ich, dass der Quietschbeu von den gebackenen Plätzchen so begeistert war, dass er seiner Erzieherin aufgetragen hatte, seiner Mama das Rezept zuzustecken. So ist mein Kind. Total uneigennützig, der Gute. Aber was soll ich sagen, diese Plätzchen namens Kourabiedes sind einfach der Hammer. Ich durfte dann im Kindergarten eine Geschmacksprobe nehmen, damit ich auch genau weiß, wie sie zuhause schmecken müssen. Und heute löste ich mein Versprechen ein und buk mit den Kindern 2 Bleche Kourabiedes.

Meine Google-Recherchen ergaben übrigens, dass es ein türkische Pendant namens Kurabiye gibt. Die Zutaten, die mir aufgeschrieben wurden, unterscheiden sich aber stark von all den Rezepten, die ich online fand. Und weil dieses Gebäck wirklich unglaublich lecker ist, quasi auf der Zunge zerfällt und dabei eine großartige Mandelnote hat, möchte ich dieses Rezept gerne mit Ihnen teilen.

Vorne weg: Kourabiedes sind eher trockene Plätzchen, die aus einem mürben Teig geformt werden. Mit zuviel Druck zerfallen sie, daher sollte man bei der Zubereitung etwas Vorsicht walten lassen. Wer keine Mandeln und/oder Marzipan mag, für den sind Kourabiedes eher nichts. Es ist zwar kein Marzipan enthalten, aber die Mandeln verleihen zusammen mit dem Puderzucker eine starke Marzipan-ähnliche Note.

Zutaten (für ca. 40 Stück)

  • 700g Mehl
  • 400g Butter
  • 100g gehakte Mandeln
  • 50g gemahlene Mandeln
  • 75g Puderzucker
  • ½ Pck. Backpulver
  • 1 Eigelb
  • Bitter Mandel Aroma

Zubereitung

Die Butter bei Zimmertemperatur weich werden lassen. Die trockenen Zutaten (Mehl, Mandeln, Puderzucker, Backpulver) miteinander vermengen. Anschießend die Butter und das Eigelb in das Trockegemisch einknete, bis eine einigermaßen homogene Masse entstanden ist. Zum Schluss das Bitter Mandel Aroma einträufeln und den Teig noch einmal von Hand durchwalken. Der fertige Teig ist recht krümelig und erinnert stark an einen Mürbeteig. Wenn man ihn ordentlich knetet und drückt entsteht ein glatter Teig, der aber leicht auseinander bröseln kann. Am besten den fertigen Teig 30 Minuten kalt stellen.

Weiterverarbeitung

Den Backofen auf 200 Grad vorheizen. Aus dem Teig eine etwa Tischtennisballgroße Menge entnehmen und gut in den Händen kneten, bis er sich zu einem Ball formen lässt. Natürlich könnt Ihr die Bälle auch etwas kleiner machen, dann bekommt ihr aber ganz sicher deutlich mehr als 40 Stück heraus. Den Ball dann vorsichtig zwischen den Handballen etwas platt drücken und auf ein Backblech mit Backpapier geben.

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Wenn das Backblech voll ist wandern die Kourabiedes in den Ofen. Wenn möglich schaltet Ihr jetzt auf Umluft und reduziert die Temperatur auf 180 Grad. Wenn Ihr kein Umluft habt, dann bleibt bei Ober-Unterhitze und 200 Grad. Das Gebäck bleibt jetzt etwa 10 Minuten im Ofen und sieht anschließend so aus:

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Die Kourabiedes noch heiß in Puderzucker wenden, bis sie rundum damit bedeckt sind und dann auf einem Küchenrost auskühlen lassen. Et voilà! Da sind sie, die kleinen leckeren Scheißerlein:

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***

Einen habe ich noch für Euch. Am Freitag hatten wir unsere familiäre Weihnachtsfeier, zu der alle Geschwister nebst Anhang und Vater zusammen kamen. Zu diesem Anlass hatte ich das Dessert zu stellen.

Vor rund einem Jahr hatte ich von einer Freundin zum ersten Mal dieses grandios leckere Dessert gegessen, dessen Zutaten (Sahne, Himbeeren, Baiser) mir gut in Erinnerung geblieben waren. Tatsächlich hat das Dessert den hübschen Namen „Rote Inge“ und schmeckt einfach grandios. Die „Rote Inge“ geht so:

Zutaten

  • 4 Becher Sahne
  • Sahnesteif
  • 2 Tüten Baiser (Schaumgebäck) à 100 Gramm
  • 750g tiefgefroene Himbeeren

Zubereitung

Die Baisers mit einer Teigrolle oder sonst etwas in kleine Brösel schlagen. Super zum Aggressionsabbau. Anschließend die 4 Becher Sahne mit Sahnesteif und etwas Vanillezucker steif schlagen. Dann wird nur noch angerichtet. Die Baiserbrösel in 3 gleichgroße Portionen aufteilen und eine der Portionen in eine große Glasschüssel geben. Darauf die Hälfte der gefrorenen Himbeeren verteilen und darauf wiederum die hälfte der steifgeschlagenen Sahne. Dann folgt die zweite Portion Baiser, der Rest der Himbeeren und der Rest der Sahne oben drauf. Das ganze wird dann mit der dritten Portion Baiser bestreut. Sein Aussehen gibt dem Desser mancherorts auch den Namen „Schneegestöber“. Das Ganze sollte dann noch mindestens 4 Stunden im Kühlschrank stehen, damit es schön durchziehen kann.

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Sieht und hört sich eher unspektakulär an, schmeckt aber oberhammergeil! Echt wahr! Selbst die größten Baisergegner lieben dieses Dessert. Fragen Sie mich, ich mag nämlich eigentlich auch kein Baiser.

So, nun genug der schmackofatzigen Zucker- und Fettbomben. Die Feiertage können kommen! Abnehmen können wir ja nächstes Jahr wieder …

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Über den Autor:
Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Marketing- und Medienberaterin mit Schwerpunkt Social Media. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
    
  1. Birte / Dez 21 2014

    Toll sind auch noch ein paar Schokostreusel oben drauf und mitten drin…bei uns nennen wir diese leckere schmatzofatz eiderstedter Traum, weil wir den sahneanteil mit eiderstedter Traum verringern…Hmmm echt lecker und immer der Hauptgewinn!

  2. Katrin / Dez 21 2014

    Hier bei uns nennt sich das o.g. Rezept schlicht und einfach passend: Himbeertraum;-)
    Beste Grüsse Katrin

  3. Kathrin / Dez 22 2014

    Bei uns ist der Großteil aus Quark mit geschlagener Sahne – auch sehr lecker und zumindest vom Gefühl nicht ganz so üppig;)
    LG
    Kathrin

  4. Britta / Dez 22 2014

    Das heißt bei uns Heringssalat, weil es untergerührt so aussieht. Es kommt auch Vanilleeis mit rein.

  5. Ute / Dez 23 2014

    Wir nehmen Schmand und steifgeschlagene Sahne halb/halb, auch unglaublich lecker. Ist übrigens in Wahrheit ein englisches Rezept (Wer sagt denn da, dass Engländer nicht kochen können?) und heißt Eton Mess (http://en.wikipedia.org/wiki/Eton_mess).

  6. Sonja / Jan 8 2015

    Saudumme Anfängerfrage :-) ist Baiser und Meringen dasselbe??
    Mag nämlich beides nicht, aber die Inge muss ich glaub ich mal machen!!

    • Pia Drießen / Jan 8 2015

      Ich kenne Meringer nicht, aber Google sagt, das sei das gleiche.

      • Sonja / Jan 10 2015

        Danke! ist vielleicht ne regionale Sache, wie das Zeug heißt!?

        • Sonja / Jan 11 2015

          wurscht wie es heißt, schmeckt jedenfalls auch ner Baiser-Hasserin mit Meringen unglaublich gut (Selbstversuch 10.1.15) :-)

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