Ja, ich bin PRO #Kitastreik

Morgen streikt auch unsere Kita wieder. Da nur wenige Erzieher in der Gewerkschaft sind ist ihnen ein längerer Streik leider nicht möglich. Ich verstehe den Unmut der Eltern, die dadurch in Bedrängnis kommen, Urlaub nehmen müssen oder sich um kostspielige Ersatzbetreuung kümmern müssen. Ich verstehe aber noch viel mehr die Erzieher, die trotz hoher Qualifikation, ständigen Fort- und Weiterbildungen und stetig ansteigender Leistungsanforderung nur ein Gehalt bekommen, das vielen von uns die Tränen in die Augen treiben würde. Im negativsten Sinne, den man sich denken kann.

Die Erzieher meiner Kinder haben in den letzten Jahren so viel an und mit meinen Kindern gearbeitet. Sie haben sie in den Schlaf gestreichelt, hunderte Windeln gewechselt, Tränen getrocknet, sie kreativ und motorisch gefordert und gefördert, ihnen das Schreiben ihres Namens oder das Binden einer Schleife beigebracht. Genauso haben sie ihnen gelehrt Streit zu schlichten, Kompromisse zu finden, für sich selber und andere einzustehen, in einer Gemeinschaft zu agieren. Sie haben die kleinen Persönlichkeiten durch ihren Umgang mit jedem einzelnen Kind beeinflusst. Und ich bin in der glücklichen Lage zu sagen, dass meine drei Kinder ganz wundervolle Erzieher haben, die nicht unerheblich daran beteiligt waren und sind, dass sie zu hilfsbereiten, mitfühlenden und fröhlichen Menschen gewachsen sind.

Ich habe in den letzten Tagen viele Haarsträubende Diskussionen geführt. Was die Erzieher doch den armen Kindern mit diesem Streik antun würden, habe ich gelesen. Wie es einem immer nur um mehr Kohle gehen könnte, habe ich gehört. Sicherlich bringt dieser Streik viele Menschen in organisatorische Nöte. Inbesondere dort, wo die Kitas 2 Wochen streiken. Auf der anderen Seite wird von den Eltern, Trägern, Ländern immer mehr Einsatz und Förderung durch Erzieher gefordert. Viele junge Leute entscheiden sich gegen die Berufswahl des Erziehers, da die Vergütung grauenvoll ist und so gut wie gar keine Aussicht auf „Karriere“ besteht. Es herrscht Personalmangel an allen Ecken und Enden. Da werden Leute in Hauruck-Aktionen zu Tagesmüttern geschult, um den rechtlichen Anspruch auf eine Betreuung überhaupt irgendwie bedienen zu können. Vom Betreuungsschlüssel will ich gar nicht erst anfangen.

Und zum Schluss meckern wieder alle, dass 1 Erzieherin für 25 Kinder Verantwortung tragen muss und deshalb sowohl die Turnstunde wie auch der Ausflugstag ausfallen. DABEI SOLL DOCH JEDEN MITTWOCH AUSFLUGTAG SEIN!

Ja, da krieg ich Schaum vorm Mund. Tut mir leid.

Ich weiß, dass in unserer Gesellschaft Leistung ganz groß geschrieben wird. Vermutlich resultiert daher auch noch die Besserstellung der Lehrer gegenüber den Sozial- und Erziehungsberufen. Aber ich verstehe nicht, wie man die direkte Arbeit am Kind, die ja unweigerlich mit Förderung einher geht, einer schulischen unterordnen kann.

Argumente, wie: „Ich hab noch weniger zur Verfügung, die sollen sich mal nicht so anstellen!“ machen mich wütend. Wenn niemand mehr den Mut hat sich aus der Bequemlichkeit der „Is halt so!„-Position zu erheben und für sein Recht auf angemessene Vergütung einzutreten, dann wird sich auch nichts ändern. Für niemanden!

Darum bin ich für die Aufwertung der Sozial- und Erziehungsberufe! So. Fertig. Jetzt Schnaps!

[Unterstützen] Schreiben Sie an Ihren Gemeindevertreter eine elektronische Postkarte mit Ihrer Beschwerde!

ver.di - Soziale Berufe aufwerten
[Lesetipp] Juramama: Streik in der KiTa. Warum zahlen das eigentlich die Eltern? Ein Appell.

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68 Kommentare

  1. Kate

    Ja, da sagst Du was! Ich finde, DAS ist ein Streik, den man auf jeden Fall unterstützen sollte.

    Liebste Grüße, Kate

  2. Jungsmama

    Ich lese hier bisher seit einiger Zeit nur still mit, aber da mich das Thema Kitastreik gerade sehr bewegt, muss ich meine Meinung nun auch mal äußern.

    Vorab: ich bin für eine Aufwertung der Erziehungsberufe!

    Aber: die Kommunen sind pleite und daher gar nicht in der Lage auf eine schnelle Einigung hinzuwirken. Sie sind hierfür auf Geld von Land/Bund angewiesen. Und dieser politische Prozess wird dauern. Es soll also etwas mit einem Streik/Tarifkonflikt gelöst werden, was so nicht zu lösen ist. Zu Lasten von Eltern und Kindern. Hier soll nicht nur 2 Wochen am Stück gestreikt werden, sondern ggf. zeitlich unbegrenzt ohne Unterbrechung (2009 wurde – zwar mit Unterbrechungen – 11 Wochen gestreikt! Sollte das diesmal ähnlich lange dauern, haetten die Maxi-Kinder am Freitag ihren letzten Kitatag gehabt…). Notbetreuung gibt es für 140 von 7000 betroffenen Kindern (2%) – und de facto gar keine für die U3-Kinder. Denn die gibt man nicht mal eben in irgendeiner Kita bei irgendeiner Erzieherin ab, und selbst eine Elterselbsthilfe, die in ü3-Gruppen vielleicht funktioniert, lässt sich bei den ganz Kleinen kaum umsetzen. Da werden einige Mütter wohl ihren Job verlieren!

    Und wenn ich dann noch lese, dass in anderen Städten nur tageweise gestreikt wird, kriege ich echt zu viel. Denn das heißt, insgesamt weniger Druck und damit wo möglich längerer Konflikt von dem dann wieder vor allem die betroffen sind, die jetzt schon am meisten darunter leiden müssen…

    Also: Aufwertung ja, aber bitte über den politischen Weg, nicht einen Tarifkonflikt.

  3. christina

    Dem kann ich nur zustimmen!! Ich bin selber im sozialen beteich tätig. Dipl.Päd auf Erzieherstelle , was anderes ist nur noch schwer zu kriegen…

  4. Katrin Wittrahm

    PUNKT!
    Ein großes Danke für diese passenden Worte!
    Das geht runter wie Öl!
    Viele Grüße von einer Erzieherin

  5. Mupfel

    Ganz ehrlich? Jeder soziale Dienstleistungsberuf ist unterbezahlt für die Arbeit, die an MENSCHEN geleistet wird. Jeder Industrieberuf verdient ein vielfaches mehr – und dabei werden nur Maschinen hergestellt, Kartons gepackt und verschickt oder gar nur Köpfchen gedrückt oder eine Anlage überwacht.
    Beispiel gefällig?
    Anlagenführer bei Bosch: 3000 Euro – NETTO.
    Krankenpfleger im KH: mit viel Glück 1700 Euro Netto.
    Und jetzt das schlimme daran : es gibt Menschen, die ihre Kinder LEIDER in die KiTa oder den KiGa „abschieben“ müssen, um arbeiten gehen zu können, um paradoxerweise die KiTa bzw KiGa überhaupt bezahlen zu können!!!
    Und jetzt machen die KiTas und KiGas zu. Was bleibt einem also über als der Arbeit fern zu bleiben? Maximal 3 (drei!!!) Tage sind drin, freigestellt zu werden vom AG unter Entgeltfortzahlung – was darüber hinaus geht läuft über Freistellung und Ersatzleistung von der Krankenkasse – sprich „Haushaltshilfenstundenlohn“. Jetzt hat man als Krankenpfleger LEIDER einen zu hohen Stundenlohn und bekommt den Arbeitstag entsprechend geringer vergütet.
    Und Urlaub nehmen ist nicht – denn der Urlaub muss bereits im Vorjahr für das Folgejahr verplant werden.
    Und jetzt muss ich – Sorry – diesen Mist hier lesen. Die armen verdienen ja so wenig und so weiter. Was für Folgen ein solcher Streik für die betroffenen Menschen, deren finanzielle Lage zu bedeuten hat und auch für die Kinder, die dann in Not-KiTas gehen müssen (fremde Umgebung, fremde Kinder und dazu noch fremde Betreuer) denkt niemand.
    Ich bin nicht dafür, dass Erzieher so wenig verdienen. Denn allgemein verdienen die sozialen Berufe unterirdisch wenig für die Arbeit die geleistet wird.
    Und ja, andere verdienen noch weniger. Maulen diese Menschen rum, die andren Leuten den Dreck hinterher räumen, in versifften, fettigen und ekligen Haaren herumfingern, sich von Kunden im Supermarkt anmaulen lassen müssen wenn denen was net passt während die Wurscht abgewogen wird?
    Solche Äußerungen können nur von Menschen kommen die entweder Geld genug haben um sich Ersatzbetreuungen leisten zu können, die Kinderbetreuung durch Familie sicherstellen können oder es net nötig haben arbeiten zu müssen.
    Auf uns trifft keiner der genannten Punkte zu, bin darüber auch froh!
    In diesem Sinne….

  6. Es ist wirklich schön auch mal eine andere Meinung zu dem Thema zu lesen!

    Ich verstehe absolut die Eltern, die sich aufregen, weil sie möglicherweise viel Geld für einen KiTa-Platz bezahlen und dann doch wochenlang zu Hause bleiben müssen, wenn gestreikt wird (noch betrifft mich das alles nicht so sehr, da die Prinzessin erst Ende des Jahres in die KiTa kommt).
    Aber genauso verstehe ich die Erzieher.
    Ich bin selbst Altenpflegerin, also weiß ich sehr gut, was es bedeutet einen Job mit viel Verantwortungfür andere Menschen zu haben, der unterbesetzt und unterbezahlt ist.

    Liebe Grüße, Biene

  7. Daniela

    Inwiefern sollen jetzt aber die Erzieher den Lehrern gleichgestellt werden? Das verstehe ich jetzt nicht, denn das sind ja zwei ganz unterschiedliche Berufe. Auch wenn beide mit Kindern zu tun haben! Eine Aufwertung der Erzieherberufe – keine Frage! Aber gleichstellen kann und darf man nicht zwei völlig unterschiedliche Dinge!

  8. Mira

    Danke für deinen Artikel!!! Ganz tolle Darstellung! Ich bin grade auf dem Weg ErIeherin zu werden und das obwohl ich einen abgeschlossenen Hochschulabschluss habe. Ämter raten mir ab, obwohl überall qualifizierte Kräfte fehlen!
    Da muss sich echt gründlich was ändern!

  9. Biene

    Hallo Pia,

    ich bin prinzipiell auch dafür, dass Erzieher ihrer Leistung entsprechend bezahlt werden sollen. Andererseits bin ich auch froh, dass es mich nicht betrifft, da wir in eine kirchliche Einrichtung gehen.
    Was mich eher wütend gemacht hat, war die Aussage die bei uns in der Zeitung stand (weiß nicht genau wer die Aussage gemacht hat): „Die Eltern sollen doch aufgrund des Kita Streiks bei ihren Arbeitgebern nachfragen, ob sie unbezahlten Urlaub machen können“!!!

    Ich mein das kann doch auch nicht die Lösung sein. Ich weiß das einige Familien gerade so mit ihrem Geld über die Runden kommen. Die können sich keinen unbezahlten Urlaub leisten. Ich kann mir auch vorstellen, dass einige ihren Arbeitgeber diesbezüglich auch gar nicht trauen zu fragen.
    Deshalb tut es mir für den ein oder anderen halt auch leid, wenn die Kita so lange zu macht und sie nicht wissen, wie ihr Arbeitgeber auf diese Situation reagiert. Denn Kündigungsschutz deswegen hat man ja leider auch nicht…

  10. Birgit

    Ich bin auch auf für eine angemessene Bezahlung der Erzieher/Innen. Nur wird dieser Streik weder an der Qualität der Betreuung und vor allem nicht am Betreuungsschlüssel etwas ändern. Was mir fehlt ist eine gesellschaft-politische Debatte, was grundsätzlich am System geändert werden kann/sollte, u.a. Senkung/Abschaffung der direkten Transfer-Leistungen an die Familien (Kindergeld, Betreuungsgeld etc.), damit eine gute Bezahlung auch finanzierbar gemacht wird. Hier ist die Politik gefragt, doch wird sich da vielleicht erst etwas tun, wenn wir irgendwann mal eine Bundeskanzlerin mit Kindern haben.
    Seitdem meine Kinder in die KiTa gehen, hat sich jedes (!) Jahr der Beitrag erhöht. Mein Gehalt hingegen nicht.

  11. Danny

    Es geht ja nicht nur um das Geld alleine, sondern auch um die Anerkennung der Leistung durch die Gesellschaft.

    Die Meinung ist doch weithin immer noch: „och den ganzen Tag mit Kindern spielen, das ist doch keine richtige Arbeit“, was im übrigen auch die Leistung aller Eltern herunterspielt.

    Ich bin keine Erzieherin, ich hab nichtmal Kinder und trotzdem finde ich es unfassbar, wie diese Meinung weiter Bestand haben kann. Die Erzieher in den Kitas legen den Grundstein für die Entwicklung unserer Kinder. In anderen Ländern muss man studieren um diesen Beruf ergreifen zu können.
    Ach ich könnte mich immer weiter reinsteigern…
    Bin definitiv auch für diesen Streik, und die Pflegekräfte könnten gerne gleich mitmachen!

  12. Du hast absolut Recht. Ich werde auch immer wütender wenn ich diese unsolidarischen & egoistischen Kommentare höre und lese.
    Bei uns wird die Kita komplett bestreikt, d.h. es gibt noch nicht mal eine Notgruppe, da alle Erzieherinnen in der Gewerkschaft sind.
    Wir Eltern (natürlich fast ausschließlich die Mütter), haben uns die Betreuung aufgeteilt, so dass jede nur einen Tag Urlaub in der Woche nehmen muss. Dafür betreuen wir uns unsere Kinder (insgesamt 14 Stück) gegenseitig, jeden Tag von sieben bis 16 Uhr und ein Vater kocht jeden Tag für die Kids.
    Dadurch haben wir uns alle erstmal wirklich kennengelernt und irgendwie macht es so sogar Spaß.
    Natürlich müssen wir uns trotzdem bei der Stadt & dem Träger beschweren, sonst bringt der Streik ja nichts, aber auch das organisiseren wir gemeinsam.
    Der Streik kann also sogar für die Eltern etwas positives sein :-)

    Viele Grüße, Katharina

  13. Ich pflichte dir bei, dass Berufe am Mensch generell nicht nur schlecht bezahlt (das ist meines Erachtens gar nicht das Probelm), sondern vor allem unter miserablen Bedingungen stattfinden!!!

    Wir haben in der Krippe einen Betreuungsschlüssel von 1:8!!! Das ist physisch, wie psychisch super anstrengend. Mein Kind ist recht aufgeweckt und selbstbewußt, sie steckt das weg, dass die Betreuungsschlüssel so gar nicht ideal ist. Aber was ist mit Kindern, die schüchtern und zurückhaltend sind, die einfach mehr Nähe und Zuspruch brauchen? Die haben es bei so einem Betreeungsschlüssel schwer.
    Ich habe für den Streik für bessere Bedingungen mehr als Verständnis, betrifft es ja auch die seelische und körperliche Gesundheit meines Kindes,

    ABER was mir immer sauer aufstößt, ist die Ungerechtigkeit, die das Streiken mit sich bringt. Der Öffentliche Dienst wird im Vergleich schon recht gut bezahlt und sie haben die Möglichkeit zu streiken, da sie gewerkschaftlich organisiert sind…aber was ist mit den vielen lieben und engagierten ErzieherInnen in privater oder freier Trägerschaft? Sie haben diese Möglichkeit nicht (oder nur sehr begrenzt) und sie werden von den Streik-Ergebnissen auch nicht profitieren…

    …also ändert sich in unserer Kita nichts und doch leisten die vielen Betreuer weiterhin so viel wie bisher. Ist dann das Credo, dass mein Kind nur in öffentlicher Hand gut betreut ist?

    Es muss einen anderen Weg geben, als Streik, einen der ein gesamtgesellschaftliches Zeichen setzt. Der z.B. auch Eltern und Arbeitgeber stärker mit ins Boot holt und in die Pflicht nimmt…Nur wie?!

    …aber man sieht ja an den Hebammen, wie schwer es Veränderungen und Lösungen herbeizuführen, wenn es keine Lobby gibt und Geld wichtiger ist, als ein Menschenleben. Und ich persönlich werde nie verstehen, warum unser wichtigstes Kapital – der Mensch im Allgemeinen und der Nachwuchs im Speziellen – von staatlicher Seite noch viel zu sehr vernachlässigt wird.

    LG Julia

  14. Garfieldine

    Über Pro oder Contra Streik habe ich keine Meinung – das liegt bei den Pateien.
    Aber mit einem Einstiegsgehalt von 2.500 EUR monatliche (Stundenlohn 14,40), liegt man nicht mehr im Niedriglohnsektor. Da kenne ich viele Jobs (mit Abitur und abgeschlossener Ausbildung) die deutlich drunter liegen.
    Ob das Gehalt gerechtfertigt ist – in die eine oder andere Richtung – das maße ich mir nicht an zu beurteilen.
    Das der Betreuungsschlüssel verbessert werden muss, das sehe ich auch so.

  15. Seifenblase

    danke pia! ich bin selbst erzieherin und kann mich nur immer wieder wundern, über die meinung einiger eltern, die bloß IHRE unannehmlichkeiten während so eines streiks sehen.
    ich bin sicher, sie würden an unserer stelle wohl lachend vom stuhl kippen, würde man ihnen den lohnzettel zeigen.

  16. Geno

    GENAU!
    Wir STREIKEN alle viel ZU WENIG!!!!
    Ich hätte ohne die Möglichkeit meine Kinder tagsüber in eine vertrauensvolle Einrichtung mit kompetenten Erziehern zu geben keine 3 Kindern bekommen. Ich würde es schlicht nicht schaffen noch einen Halbtagsjob und einen 5Personenhaushalt zu bewältigen.

  17. Bianca

    Als Erzieherin bedanke ich mich im Namen aller Kolleginnen und Kollegen.Der Blogbeitrag trifft es zu 100%….Danke♡

  18. Susi

    Hey Pia, klasse Text und wahre Worte. Von den Erziehern wird immer mehr erwartet und ja nach besserer Ausbildung wird geschrien und ist auch dringend erforderlich. Nur zahlen will es keiner. Es fehlt an allen Ecken und Enden gut Ausgebildetes Peronal im Kitabereich. Und vom Personalschlüssel ist gar nicht erst zu sprechen. Ich bin Dipl. Soz.Päd. und als Erzieherin in einer Brandenburger Kita tätig…ein Gericht hat irgendwann beschlossen das es auch für Diplomierte „nur“ Erziehergehalt gibt…
    Der Beruf muss aber mehr und mehr akademisch werden…
    So habe fertig ;-) und hoffe ein Umdenken findet endlich statt.
    Grüße Susi

  19. Heiko

    Ich finde, es sollte uns zu denken geben, das die Leute, die unser Geld betreuen mehr Gehalt von uns (als Gesellschaft) bekommen, als die Leute, die sich um unsere Kinder kümmern! Und damit meine ich alle: von der Tagesmutter bis zum Lehrer an einer allgemeinbildenden Schule!

  20. Genau so ist es.
    „Ich habe noch weniger“ ist mein Lieblings Gegen-Streik-Argument. Ach so. Ja. Das ist ja blöd. Ungemessen Dein Gehalt. Stimmt. Dann sollen die anderen auch still halten. Richtig. Also schaffen wir doch Löhne ganz ab, dann verdient keiner mehr weniger, wie wär’s? Tsssstsssss
    Ich möchte, dass der Beruf der Erzieherin beispielweise für diejenigen eine echte Alternative ist, die Grundschullehrer/in werden wollen (und können). Ich möchte nicht, dass jemand meine Kinder erzieht, der sich dafür aus Mangel an Alternativen entschieden hat. Ich möchte, dass er für Männer attraktiv wird und das knüpfe ich eng an den Verdienst. Wir haben Glück mit den Erzieherinnen in unserer KiTa, aber die Leitung stöhnt schon sehr. Sie wünscht sich eine besser Bezahlung, damit der Beruf attraktiv wird und eine echte Perspektive bietet.
    Danke für Dein Statement!

  21. Völlig deiner Meinung. Ich konnte mich nicht zurückhalten und habe gestern die Kommentare bei SPON unter dem „Faktencheck“ gelesen. Haarsträubend!!! Zum Teil noch viel schlimmer als das was du gehört hast. „Dann hätten sie halt Grundschullehramt studieren sollen, die faulen Erzieher…“ Danach brauchte ich auch einen Schnaps!

  22. Ich musste jetzt noch ein Weilchen darüber nachdenken, über das Einstiegsgehalt von 2.500 EUR monatlich. Woher stammt den dieser Wert? Ein Link wäre hilfreich. Ich halte den Wert für total überhöht dargestellt. Der Verdienst liegt im Osten mit Sicherheit deutlich niedriger, aber über den Verdienst dürfen die Arbeitnehmer ja nicht sprechen, daher kann ich nur mutmaßen. Ich vermute, dass selbst langjährig Angestellte, diesen Betrag am Monatsende weder brutto noch netto auf dem Konto haben. Überstunden machen unsere Erzieherinnen dankenswerterweise auch oft und ich versuche ihnen so viel Anerkennung zu geben, auch mit kleineren Präsenten, wie es nur geht. Ich lebe ja im Bundesland mit dem katastrophalsten Betreuungsschlüssel, umso mehr bewundere ich die Arbeit, die da geleistet wird.
    Unsere KiTa streikt leider nicht, es wurde vom Freien Träger untersagt, ob das rechtens ist, weiß ich nicht. Wir sind ja auch nicht wirklich mit dem Arbeitskampf sozialisiert, paradox, wo wir doch aus dem Bauern- und Arbeiterstaat stammen…
    Ich wünsche mir mehr Anerkennung für jeglichen sozialen Beruf, gerne auch mit höherer Entlohnung.
    Leider ist meine Hypothese nicht prüfbar. Würden mehr Männer diese sozialen Berufe ausüben, wer weiß, dann hätte sich vielleicht vieles schon verbessert. Ich nehme nicht viele Frauen als so selbstbewusst wahr, dass sie für soziales Arbeiten mehr fordern würden.
    Und Heiko gebe ich absolut recht. Ich finde es auch ein absolutes Missverhältnis, dass Geldverwalter oder auch die Chefs von Trägerschaften im sozialen Bereichen, verhältnismäßig mehr Geld verdienen, als diejenigen, die „am“ und mit Menschen arbeiten.
    Ich wünsche mir da eine deutliche Umverteilung.

  23. Mona

    Hier schreibt jemand von einem Einstiegsgehalt von €2.500 … wo bitte wird dieser Beruf so vergütet?! Ich bin mal meine Koffer packen…

  24. Klasse, dass du dich für die Erzieher engagierst und deine Meinung hier zur Diskussion stellst.
    Vor der Kamera unseres Regionalsenders sagte eine Erzieherin sehr treffend: Leute, denen wir unser Auto oder Geld anvertrauen verdienen mehr als die, denen wir unsere Kinder anvertrauen, obwohl Kinder das Kostbarste und Liebste sind.
    Leider glaube ich nicht an den Erfolg eines Streiks. Dadurch kommen nur die Eltern in Bedrängnis. In neue öffentlichkeitswirksame Aktionsformen & Instrumente für den Arbeitskampf würde ich eher Hoffnung setzen, z.B. Besetzungen

  25. Kerli

    Ja, Streik ist ein Grundrecht…ABER: gerade diesen Streik finde ich nicht gerechtfertigt! Die Erzieherinnen, die nach TVÖD bezahlt werden, werden meiner Ansicht nach angemessen bezahlt. Ich kenne viele Akademiker, die nach einem fünfjährigem Studium mit genausoviel starten…ja, und die haben eben studiert! Irgendwo müssen Gehaltsunterschiede begründet sein! Ich finde eher, dass man die Gehälter der Erzieherinnen in nicht öffentlichen Einrichtungen anpassen und dementsprechend anheben muss. Ferner gibt es weitaus ungerechter bezahlte wenn nicht noch wichtigere Berufe wie Krankenschwester, die mehr Geld bekommen sollten. Ich habe als Mutter zweier Streik- Kinder jedenfalls die Nase voll davon, dass Gehaltsverhandlungserpressung quasi auf unserem Rücken ausgetragen wird. Ich zahle immens fûr die Betreuung und habe nun zwei Wochen noch denÄrger, für Ersatz sorgen zu müssen…sorry, aber da hört mein Verständnis auf.

  26. Dani

    Ich bin für gewöhnlich eine stille Mitleserin, muss aber zu diesem Thema nun doch meinen „Senf“ dazu geben, da mich der Streik zur Zeit quasi „beidseitig“ betrifft- ich bin Erzieherin UND Mutter zweier Kinder im KiTa Alter.
    Ich finde es toll dass es soviele Eltern gibt, die unsern Streik unterstützen, obwohl sie dadurch ein Betreuungsproblem haben.

    Es stimmt, dass im sozialen Bereich das Gleichgewicht zwischen Leistung und Bezahlung schon lange nicht mehr stimmt.
    Und allen, die sich entrüsten, andere Berufe wie bspw. Friseure etc. würden auch nicht angemessen entlohnt, gebe ich prinzipiell Recht, ABER:
    Die Ausbildung zur Erzieherin dauert fünf Jahre!
    So lang dauert manches Studium nicht! (Wenn wir jetzt mal rein von der spezifischen Studienzeit ausgehen)
    In diese Zeit fallen nicht nur die reinen Schulstunden, in denen in der Fachschule unter anderem kindliche Entwicklung, Pädagogik und Psychologie gelehrt werden (diese Fächer werden zum Beispiel im Studium der Lehrer nur „gestreift“).
    Auch finden mehrere Praktika, darunter fast 2 Jahre reine Praxis in KiTas plus Schulblöcken statt.

    Ich will damit keine anderen Berufe “ klein machen“, ich möchte nur mal betonen, dass unsere Bezahlung in keinem Verhältnis zu unserer langen, anspruchsvollen Ausbildung und danach Arbeit, steht.
    Im Ausland ist es seit vielen Jahren (zu Recht) so, dass der Erzieherberuf dem Lehrerberuf gleichgestellt ist.

    Von anderen Dingen wie zum Beispiel den ständig wachsenden Anforderungen (Stichwort Rechtsanspruch 1jährige), dem geringen Ansehen unseres Berufes oder dem unfairen Gehaltsstufensystem will ich gar nicht anfangen- das würde hier den Rahmen sprengen.

  27. Katrin

    @ Kerli: Ist Ihnen bewusst, dass man um Erzieherin zu werden eine fünfjährige schulische Ausbildung absolvieren muss und das diese unentgeltlich ist? Und bei der Verantwortung und den körperlichen Belastungen ist dieser Beruf definitiv unterbezahlt. Was glauben Sie eigentlich was eine Erzieherin den ganzen Tag tut? Sicher gibt es auch andere unterbezahlte Berufe, ich verstehe nur nicht ganz Ihre Logik. Sollen Erzieherinnen weiterhin schlecht bezahlt werden, weil andere auch zu wenig bekommen?!? Sie haben selbst zwei Kita-Kinder; wirklich traurig, dass Sie nicht sehen können was Erzieherinnen an Ihren eigenen Kindern leisten und dies nicht wertschätzen können :-(

  28. Ava

    Ich finde den Streik auch gerechtfertigt – es geht ja nicht rein um „mehr Geld“ sondern um eine neue Arbeitsplatzbewertung die widerspiegelt, was an gestiegenen Anforderungen in den letzten Jahren auf die ErzieherInnen zugekommen ist.

    Bei der Bezahlung Gerechtigkeit herzustellen ist aber auch schwer – geht es nach Dauer der Ausbildung? Nach körperlicher oder geistiger Anstrengung? Ist es mehr, weniger oder gleich viel wert, sich täglich um kleine Kinder oder demente Senioren zu kümmern oder Grundlagenforschung zu betreiben, die vielleicht in einigen Jahrzehnten zu wichtigen Durchbrüchen und Neuentwicklungen führen kann, und die Jahre des Lernens und der Einarbeitung erfordert, während denen man in seinen 20ern entweder gar nichts oder lächerlich wenig verdient, bis man dann mit Ende 20 zum ersten Mal vollzeit vergütet wird?
    So kann sich fast jede Berufsgruppe über Ungerechtigkeiten aufregen. Aber dass ich selbst Probleme habe, heißt eben nicht dass die Probleme anderer Leute weniger wert sind! In diesem Sinne, viel Erfolg beim Streik!

  29. Sabine

    Gehälter in Hamburg

    Eine Erzieherin verdient als Berufsanfängerin in Vollzeit bei den Elbkindern derzeit 2.478 € monatlich. Mit zunehmender prakti-scher Berufserfahrung steigt das Gehalt automatisch auf bis zu 3.319 € monatlich an. Hinzu kommen eine Jahres-sonderzahlung, eine Leistungsorientierte Bezahlung und eine betriebliche Altersversorgung sowie 30 Tage Urlaub

  30. Ich begrüße die Aufwertung des Erzieherberufes auch! Ich verstehe auch den Streik! Aber was ich nicht verstehe ist, dass schon wieder die Leute aus dem Finanzsektor die Bösen sind! Wenn diese TVÖD bezahlt werden, dann ist es ähnlich. Und wer will kann ja gerne tauschen, der Job ist auch nicht nur lächeln und hübsch angezogen sein… Psychisch verlangt er nämlich ziemlich viel ab! Geld ist Menschen nämlich auch ziemlich wichtig und viele Menschen vergessen leider ihre gute Erziehung, wenn man mit Ihnen darüber spricht :-(! Und seit der Finanzkrise sind wir eh die Prügelknaben der Nation!

    • Stephanie

      Ich wollte Sie nicht diskriminieren, ich hatte mich ja in etwa so geäußert, was Sie zu recht kritisieren. Was ich meinte ist, dass ich die Gehälter ab gewissen Karriereetagen nicht nachvollziehen kann. Oder Vetternwirtschaft, oder Zuschanzen von Vorstandsposten nach einer Bundestagskarriere, oder Vorstandsposten nach der Kommunalpolitikkarriere und dergleichen mehr.
      Ich wünsche mir mehr soziale Verantwortung, weniger Missgunst, gemeinsame Gestaltung der Gesellschaft und mehr gegenseitige Wertschätzung. Es ist doch unsere gemeinsame Welt und unsere Gesellschaft.

  31. Julia

    Danke für diesen Artikel!
    Nur zwei Punkte von mir
    1. Streiken zu dürfen ist ein Privileg und wir sollten uns glücklich schätzen, dass wir laut unserer Verfassung das Recht haben, auf die Straße zu gehen für unsere Belange. Sollten wir viel mehr tun!
    2. Es bedarf einer großen und schwierigen gesellschaftlichen Debatte, wenn wir wirklich ändern wollen, dass nahezu alle Berufe am Menschen (Erzieher, Hebammen, Kranken- und Altwnpflege etc.) derzeit unter schlechten Bedingungen, niedriger Bezahlung und mit unglaublichen Idealismus derer, die sie ausführen; verrichtet werden!
    Vielleicht hätte man die nötige „Lautstärke“, wenn sich all diese Berufsgruppen zusammen täten zum Generalstreik…
    Liebe Grüße
    Julia

  32. Annett

    Ich lebe seit 8 Jahren in Norwegen und arbeite als Erzieherin in einem Kindergarten. Manchmal würde ich gerne zurück nach Deutschland ziehen und habe schon nach freien Stellen Ausschau gehalten. Davon gibt’s ja einige;)
    Aber mich schrecken die Arbeitsbedingungen und der wirklich geringe Lohn.
    Hier arbeitet man mit 4 Erwachsenen und 14 Kindern unter drei Jahren in einer Gruppe. Nur mal so als Beispiel…..

  33. akbwl

    Ein Gehalt von 3.000,00 nach ein paar Berufsjahren ist ein durchaus überduchschnittliches Gehalt für einen Ausbildungsberuf (wenn man von ein paar Industriebetrieben in der Metall- und Chemieindustrie absieht).
    Wenn es private Träger gibt, die weniger zahlen, müssen diese Nachbessern. Aber jetzt quasi ein Einstiegsgehalt von 2.800 Euro fordern, ist für mich nicht nachvollziehbar.
    Klassiche Ausbildungsberufe wie KFZ-Mechaniker, Bürokaufleute, Elektriker, Laboranten bei Klein- und Mittelständlern können von solchen Werten nur träumen.

  34. Nicole

    Mag sein, wenn man den Stundenlohn vernimmt, dass die Rechnung dann gar nicht sooo schlecht aussieht. Das relativiert sich – jedenfalls in unserer Kita – allerdings, wenn man bedenkt dass kaum eine Erzieherin voll arbeiten DARF. Ein großer Teil arbeitet unter 30 Stunden und hat auch keine Chance auf Erhöhung.

  35. Schön, da sind wir uns also einig! Ich bewundere die Erzieher meiner beiden Kinder auch jeden Tag, was sie leisten! Ich würde mich auch sehr freuen, wenn sich die Bedingungen in den Kitas (Betreuungsschlüssel, keine willkürlichen Teilzeitverträge der Angestellten, speziell ausgebildete Betreuer für spezielle Kinder (Flüchtlingskinder)) signifikant verbessern. Ich denke wirklich, dass es besser wäre die individuellen Transferleistungen des Staates in den Ausbau des Erzieherberufes zu leiten, damit alle Kinder einen guten Start bekommen!

  36. Mandy

    Danke! Ich habe mir einige (nicht alle!) Kommentare durchgelesen und kann teilweise nur den Kopf schütteln. Ich bin auch Erzieherin, hab viele Zusatzqualifikationen und habe gar nichts davon, denn ich werde genauso vergütet, wie die Kollegen, die keine zusätzlichen Diplome o.ä. haben. Gut, kann man nicht ändern, bin ich ja auch selber schuld, es hat mich ja keiner gezwungen, mich weiter zu bilden. Das habe ich letztlich alles den Kindern zu Liebe gemacht (nein, das ist nicht ironisch gemeint!). Ich arbeite in einer Ganztagsgrundschule in einem sozialen Brennpunkt und lade jeden gerne mal für eine Woche ein, der der Meinung ist, dass wir keinen Grund haben uns zu beschweren, da wir mehr als andere verdienen.

  37. Franzy

    Ich finde es in dieser Debatte ja absurd, dass Sie das niedrige Gehalt der Erzieher in ihrer Einrichtung bedauern und bestreiken, aber selbst für keines ihrer Kinder Gebühren zahlen. Beißt sich da die Katze nicht in den Schwanz? Und dabei sind ihre Kinder sogar bis nachmittags in der Betreuung, obwohl diese für Sie den ganzen Tag zuhause sind.

    Es ist zu einfach soetwas anzuprangern, wenn keine Konsequenz zum eigenen Nachteil ist. Sie müssen weder höhere Gebühren bezahlen, noch schränkt Sie ein Betreuungsausfall – außer in Ihrer Freizeit – ein.

    • Ich hab jetzt kurz überlegt, ob ich auf solch einen angriffigen und absurden Kommentar überhaupt eingehen soll. Aber ja, denn er entbehrt wirklich jeglicher Logik.
      Zum 1. zahlen wir aktuell keine Kita-Gebühren, weil die Stadt keine erhebt. Dank der letztes Jahr eingeführten Geschwisterregelung (1 Vorschulkind = alle Geschwister frei) war diese Kitajahr für uns frei. Diese Regelung wurde aber bereits wieder gekippt und ab kommenden Kita-Jahr zahlen auch wir wieder Kita-Gebühren, trotz Vorschulkind. Wieso mir dieses Tatsache das Recht nimmt, sich hinter unsere Erzieher zu stellen und für ihre Besserstellung aktiv zu werden, entzieht sich meinem Verständnis.
      Zum 2. arbeite ich von zuhause. Wenn die Kinder nicht betreut werden, kann auch ich nicht arbeiten, ergo nichts verdienen. Aber mit dem Vorurteil, dass nur Menschen, die einen Arbeitsweg zu ihrer Arbeitsstelle auf sich nehmen müssen, wirklich arbeiten, hab ich mich schon abgefunden.

    • Hä? Franzy, ich hab‘ das jetzt dreimal gelesen und nicht verstanden. Wieso schränkt eine fehlende Kinderbetreuung die Eltern nur bei gebührenpflichtigen KiTas ein? Wie hängt das zusammen? Schulen sind auch gebührenfrei und 89 Schulferientage bei ca. 55 Urlaubstagen beider Eltern genauso ein Problem. Haben Sie nur „Freizeit“ wenn ihre Kinder nicht zu Hause sind?
      Ich hab die Lösung für möglichst viel Gebührenfreiheit und extraviel Rente: Keine Kinder kriegen.Prangern Sie das doch mal an, das wäre sehr hilfreich.

      Ich hab’s nochmal gelesen.
      verstehe es immernoch nicht.

  38. Die Erzieher haben meinen größten Respekt für ihre Arbeit und ich danke ihnen jeden Tag. Über angemessene Bezahlung kann ich nichts sagen,da hier über Zahlen nur spekuliert wird.
    Der Streik trifft aber nur die Falschen und sollte daher beendet werden. Ich habe zum Glück flexible Chefs,denn über zwei Wochen Streik sind nicht einfach zu stemmen. Und meine Gebühren sowie das Essensgeld bekomme ich nicht wieder. Zahle also doppelt. Wie kann man da noch solidarisch sein???

  39. Kai

    Streiken ist ok, aber man muss die Kirche auch im Dorf lassen!
    Das ist immer noch n staatliche Institution !!! Und ein Drittel des Betrages kommen von den Eltern und wie sollen die Eltern das zahlen wenn auf Grund von Fehlzeiten auf der Arbeit die Kündigung droht????
    Wenn man wie der Autor wahrscheinlich ne fünfstelliges Monatsgehalt hat oder Großeltern in der Nähe kann man das wahrscheinlich kompensieren aber was ist mit Alleinerziehenden und Eltern die auf sich alleine gestellt sind?
    Also immer die Verhältnissmäßigkeit beachten und mal nachdenken!

  40. DickerHAls

    Wenn ich das hier so durchlese frage ich mich wirklich wie weit hier manche von der Wirklichkeit entfernt sind….
    vor allem solche die Aussagen bringen wie „Seifenblase“

    Zitat:
    „danke pia! ich bin selbst Erzieherin und kann mich nur immer wieder wundern, über die Meinung einiger Eltern, die bloß IHRE Unannehmlichkeiten während so eines Streiks sehen.
    ich bin sicher, sie würden an unserer stelle wohl lachend vom Stuhl kippen, würde man ihnen den Lohnzettel zeigen….“

    Hier mal was zum nachdenken für euch und eure Engstirnigkeit!

    Ich arbeite in einer Autowerkstatt im Schnitt für 1100.- € Netto, bei ca. 180-200 Stunden pro Monat…. und Verantwortung habe ich genug denn bau ich Mist kann es sein du stirbst…. Meine Frau arbeitet in der Hausverwaltung und bringt stolze 900-1000€ Netto mit Nachhause und ist dafür täglich 10h dabei, vom Wochenendbereitschaftsdienst rede ich gar nicht erst!
    Ich bin weis Gott nicht der einzige dem es so geht, also von wegen nur einige…. und nein es gibt oft keine Gewerkschafft für Berufe in denen die meisten des Mittelstandes arbeiten und durch Ihre Steuern euch mit finanzieren.

    so nun vergleich mal Lohnzettel und fall lachend selbst vom Stuhl !!!!!!!!!!!!!!

    also komm uns nicht mit solchen blöden Sprüchen….

    weiter geht’s:
    die Kita ist nun seit 3 Wochen zu unsere beiden Kinder sind die letzten 3 Wochen immer nur hin und her gewandert (ein mal fehlende Hort Betreuung vor und nach der Schule und einmal Kita), nun sind unsere Möglichkeiten der Betreuung einfach erschöpft… und nein eine andere Betreuung ist nicht möglich… denn selbst die Omas müssen noch arbeiten!

    Aber stimmt kann ja unbezahlt zu Hause bleiben macht ja auch nichts wenn der Streik noch 2 Wochen geht…. geh ich halt mit 500€ Heim!!!!!!! Ich will dich sehen wie du da noch leben kannst! Komm mir auch nicht mit Urlaub von meinen 24 pro Jahr sind bis jetzt schon 10 für den ganzen Mist weg!!!!!!! aber egal im Sommer nicht in Urlaub ist doch auch in Ordnung von 500€ können wir uns dann eh keinen leisten!

    Die die solche Sprüche reisen sind die ersten die schreien wenn Ihr scheiss Auto nicht fertig wird (obwohl sie es zu Klump gefahren haben)… sind die ersten die meckern wenn die Hausverwaltung die Betriebskosten- Rückerstattung nicht sofort bezahlt…. werden unhöflich wenn sie Sonntags 20uhr 10 min länger warten müssen bis der Hausmeister-Notdienst angeblich wichtige Havarien behebt die nur Lappalien sind (der tropfende Wasserhahn sicher noch 12h länger hätte tropfen können!) nur paar reelle Bsp. aus den eigenen Reihen!!!! andere Familen haben sicher noch mehr zu bieten.

    Ihr seit die ersten die schreien und sich beschweren wenn ihr selbst mal warten müsst oder sonst wie auf dem Schlauch steht weil andere „…bloß IHRE Unannehmlichkeiten sehen…“ !

    Da vergesst ihr plötzlich wieder das diese Menschen vielleicht gar nicht abreiten konnten weil gestreikt wurde und es deswegen alles länger dauert !!!!!!!!

    jetzt zum Schluss nochmal:

    klar muss sich etwas ändern beispielsweise:
    – Betreuungsschlüssel = viel zu wenige Erzieher für die Kinder pro Gruppe
    – Wochenregelarbeitszeit = 30 -35H Woche?! wieso nicht 40 !!!!! da kommt auch mehr raus am Ende
    – Anpassung der Löhne Ost/West = da hängt es nicht nur da
    – Anerkennung der Berufserfahrung (Gleichstellung nach einer gewissen Zeit für gelernt und ungelernt)

    aber wie oben schon jemand erwähnt hat das muss politisch geklärt werden, es kann nicht sein das zwei sture von der Realität weit entfernte Lobbyisten-Böcke sich an einen Tisch setzen wollen/sollen und es nicht’s bei raus kommt… was im vorn herein ja schon klar ist!
    Tausende Eltern dürfen dann auch noch für dieses Theater die Deppen spielen !!!!!!!

    An alle die die hier große Sprüche klopfen, bedenkt die meisten Eltern haben nichts gegen eine Verbesserung der Arbeits- und Entlohnungszustände, aber ihr solltet euch auch mal die Mühe machen die Lage der Eltern zu verstehen und nachdenken wem ihr hier gequirlten Mist an den Kopf schmeißt !

  41. Unmut

    Man spannt keine Kinder vor einen Karren um an seiner Jobsituation etwas zu ändern. Das trifft die falschen und nur die Kinder. Dafür kann man nur Verständnis haben wenn man nicht betroffen ist und nicht sieht wie sein Kind weint.
    Wenn Arbeitnehmervertreter zu solchen Mittel greifen sind diese unfähig und sollten sofort gefeuert werden.

  42. Mutti

    Ich habe grosseAchtung vor der Leistung der Erzieherinnen. Aber ich verstehe den streik nur bedingt. Auf dem Papier haben sie einen guten Verdienst, der mein Einstiegsgehalt in der Marketingbranche übersteigt. Allerdings bekoome die wenigsten erzieherinnen diesen! Nicht richtig eingruppiert, nur halbtags oder Stunden-Verträge (10 h pro woche als kinderlose junge Frau?) von denen man nicht leben kann.

    Aber: es macht einen unterschied ob ich für das geld 3 oder 8 Krippenkinder betreue!!!! Und daher finde ich den streik sehr einseitig. Ich wollte für zweihundert Euro nicht fünf kinder mehr betreuen wollen. Bzw. 100 € die man monatlich mehr hat. Da wird nicht an einem Gesamtkonzept gearbeitet, sondern nur übers gehalt verhandelt. Und das finde ich peinlich!

  43. Babsi

    Ich finde es erstaunlich, wieviele Menschen doch dank dem Kita-Streik plötzlich zu Gehaltsprofis für Erzieher werden!
    Fakt ist, dass das tarifliche Einstiegsgehat wirklich bei ca. 2500 Euro brutto liegt, nur hier kommt die krux:
    In der Praxis bekommt die so gut wie niemand, denn da wird das Anerkennungsjahr nicht als erstes Berufsjahr anerkannt und hops sind es schon mal ca. 200 Euro im Monat weniger.
    Noch lustiger wird es, wenn Gemeinden und Träger eine Staatl. anerkannte Erzieherin suchen und mit Bezahlung nach Tarif werben und am Ende zahlen sie nach Tarif S3 oder S4, also das Gehalt einer Sozialassistentin oder Kinderpflegerin, was nochmals viel geringer ist.
    Da kommt dann die Erzieherin, mit in den meisten Fällen 4-5 Jähriger Ausbildung auf ein Gehalt von 1700 Brutto in Vollzeit, falls sie denn das Glück hat irgendwo eine Vollzeitstelle zu ergattern, denn Teilzeit ist für die Träger viel geschickter.
    So nun arbeitet eine Erzieherin nun schon über 10 Jahre beim gleichen Träger, sammelt Berufserfahrung und macht einige Fortbildungen, aber leider verliert ihr Mann den Job und sie müssen umziehen und sie tritt eine neue Stelle an…
    …und nun wird es erst richtig lustig: Unsere Erzieherin leidet nämlich ganz plötzlich an Amnesie und hat keinerlei Berufserfahrung und Fortbildungen mehr und sie bekommt plötzlich wieder das Gehalt einer Berufsanfängerin.

    Bei allem Respekt für Eltern, deren Lage bei einem langen Streik sehr schwierig wird, aber DAS sollen wir uns alles gefallen lassen?

    Warum wird immer wieder gesagt Erzieher verdienen genug? Sie verdienen ja mehr wie Frisösen, Arzthelferinnnen etc.!
    Ich schätze meine Frisösin ohne sie sähe ich aus wie eine Vogelscheuche, wäre sie nicht da, könnte ich mein Haar nur geflochten tragen, aber zur Not wäre das ok. Nur wäre es auch ok, wenn die Frösisin oder ein Maurergeselle zur Not ihre Kinder betreuen und sie nach den aktuellen Bildungsplänen bilden sollen, was sie nicht können?
    Bei allem Respekt, Frisöre und andere Berufe haben andere Vorraussetzungen, andere Ausbildungsdauern, und vor allem ein Lehrlingsgehalt. Eine Erzieherin muss nach der mittleren Reife ersteinmal 2 Jahre zur Kinderpflegerin oder Sozialassistentin ausgebildet werden, erst dann darf sie überhaupt den Kurs zur Erzieherin besuchen, welcher nochmals insgesamt 3 Jahre dauert (2 Jahre Schule plus 1 praktisches Jahr mit Schulbetreuung und Prüfungen), somit hat sie eine Ausbildungsdauer von 5 Jahre, eine Verkürzung gibt es nur mit Abitur und das auch nicht überall.

  44. Der Streik an den Kindertagesstätten endet. Doch eine Einigung gibt es noch nicht. Nach vier Wochen Streik gehen die ErzieherInnen ab Montag vorerst wieder normal zur Arbeit: Zur großen Erleichterung der Eltern. Trotz überwiegendem Verständnis für die Anliegen der ErzieherInnen fühlten sich viele in den letzten Wochen überfordert. Und obwohl unsere Kita nicht unmittelbar vom Streik betroffen war, kann ich den Ärger gut nachvollziehen.
     
     
    Ein greifbares Gegenüber fehlt.
    Das soll nicht bedeuten, dass ich kein Verständnis für das Anliegen der Erzieher habe. Im Gegenteil. Unbestritten sind die Anforderungen an den Beruf der Erzieherin oder des Erziehers ausgesprochen hoch: die hohe Verantwortung bei der Aufsicht einer kaum zu bändigen Meute, gleichzeitig soll es ja auch pädagogisch wertvoll zugehen. Die Gehälter sind sicherlich nicht zu hoch und der Leistung in den wenigsten Fällen angemessen.
     
    In zahlreichen Kundgebungen und Demonstrationen haben die Erzieherinnen ihrem Frust in den vergangenen Wochen Luft gemacht und eine höhere Eingruppierung der bundesweit rund 240.000 Erzieher und Sozialarbeiter gefordert. Die Arbeitgeber, die Kommunen also, halten das dagegen für unbezahlbar. Jetzt sind die Tarifverhandlungen gescheitert: Nach vier Wochen Streik gehen die ErzieherInnen ab Montag aber wieder vorerst normal zur Arbeit. Beide Seiten einigten sich nach stundenlangen, zähen Gesprächen auf eine Schlichtung.
     
    Aber: Nicht die Arbeitgeber waren die Leidtragenden diese Streiks. In Wirklichkeit waren und sind es die Eltern, die irgendwie versuchen müssen, mit der Situation klarzukommen. Für manche von Ihnen gar eine existenzbedrohende Situation. Eine Zwillings-Mutter aus Dortmund plante gar, eine Sammel-Klage gegen Ver.di zu organisieren. Fast stündlich erschienen neue Meldungen, die von dem wachsenden Frust der Eltern berichteten.
    Was denken die Eltern-Blogger? Ein Stimmungsbild.
    Ein guter Grund, dachte ich mir, einmal zu schauen, wie die Situation von anderen Eltern-Bloggern diskutiert wird. Mein erster Eindruck ist, dass das Verständnis für die Anliegen der Erzieher auch bei vielen anderen Eltern vorherrscht: So schreibt z.B. Friederike von untermsofa.de:
     
    „Je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr wächst mein Respekt vor ihrer täglichen Arbeit, und ich bin ihnen unfassbar dankbar für die vier Kinderaugen, die mich nach vollendetem Tagewerk beim Abholen aus der Kita stets glücklich anstrahlen.“
     
    Allerdings, auch das ist ja eher unumstritten, sind die Kassen der Kommunen ziemlich leer. Die meisten Eltern folgen trotzdem den Erziehern in ihren Forderungen zu 100%. So schreibt smart mama in ihrem Blog:
     
    „Verständnis haben wir, na klar. Wir wollen alle, dass sich die Arbeitsbedingungen der Erzieher endlich verbessern und der Beruf aufgewertet wird. Erzieher führen keine minderwertigen Tätigkeiten aus. Erzieher sind Manager.“
     
    Und Validom ergänzt:
     
    „Obwohl wir also vom Streik betroffen sind, stehe ich voll hinter den Zielen des Streiks. Dass “Arbeit mit Menschen” weniger gut bezahlt wird als “Arbeit mit Gütern” habe ich noch nie verstanden. Und wie sich eine Erzieherin in München mit diesem Gehalt selbst Kinder leisten können soll, kann ich mir kaum vorstellen.“
     
    Und Pia von daily-pia.de hält gar ein flammendes Plädoyer für die Belange der Erzieher:
     
    „Ich habe in den letzten Tagen viele haarsträubende Diskussionen geführt. Was die Erzieher doch den armen Kindern mit diesem Streik antun würden, habe ich gelesen. Wie es einem immer nur um mehr Kohle gehen könnte, habe ich gehört. (…) Argumente, wie: “Ich hab noch weniger zur Verfügung, die sollen sich mal nicht so anstellen!” machen mich wütend. Wenn niemand mehr den Mut hat, sich aus der Bequemlichkeit der “Is halt so!“-Position zu erheben und für sein Recht auf angemessene Vergütung einzutreten, dann wird sich auch nichts ändern. Für niemanden! Darum bin ich für die Aufwertung der Sozial- und Erziehungsberufe!“
     
    Dennoch, die Hauptlast des Streiks tragen die betroffenen Eltern, für die es immer mehr zur Herausforderung wird, ihre Kinder zu versorgen. Entsprechend lassen sich auch immer mehr genervte Stimmen finden: Wieder Validom:
     
    „Das ist so schreiend ungerecht, dass ich hier was tun will! Man stelle sich vor, die Bahn oder die Lufthansa streikt mal wieder und die schon bezahlten Tickets würden bei Reiseverzicht nicht erstattet. Genauso verhält sich das gerade beim KiTa-Streik!“
     
    Und der Ärger richtet sich gegen die Kommunen. Andrea von munichs-working-mom.com dazu:
     
    „Die Eltern kriegen ihre Kinder nicht betreut und schimpfen jetzt auf die Erzieher.  Aber sie denken zu kurz, denn das ist die falsche Adresse. Vertragspartner ist die Kita bzw. die Stadt, Gemeinde, Kommune. Wenn man jemandem aufs Dach steigen sollte, dann bitte denen. Die sollen eine Erzieherin mal halb so gut bezahlen wie einen ungelernten Bandarbeiter bei VW. Offenbar hat glänzendes Metall eine höhere Priorität.“
     
    Und Nicole von kleinerdrei.org fragt sich, warum sie überhaupt weiter Gebühren bezahlen sollte:
     
    „Das große Problem mit Kitastreiks, anders als bei, um mal ein völlig aus der Luft gegriffenes Beispiel zu nehmen, Bahnstreiks, ist, dass der Druck, den der Streik machen soll, nicht bei den Arbeitgeber_innen landet, sondern bei den Eltern, und damit verpufft. Irgendjemand muss sich um die Kinder kümmern, wenn die Kita zu ist, und das sind nicht die Arbeitgeber_innen, sondern die Eltern. In der Regel die, let’s be real, schlechter verdienenden oder alleinerziehenden Mütter. Keine Fernsehberichte mit O-Tönen von Streikbetroffenen am Bahnhof im Kinderzimmer, niemand, der_die über die schlimmen Folgen für die Wirtschaft wehklagt. Stattdessen werden die Kitagebühren an die Stadt weiterbezahlt, während die Kommunen den Lohn der Streikenden einsparen.“
     
    Aber auch die Erzieher und Erzieherinnen beginnen, Gegenwind zu spüren. So schreibt Frau Rella von 2kindchaos.com in einem offenen Brief an die Erzieher:
     
    „Und du hast recht: Dein Streik tut richtig weh – bloß nicht denen, denen er weh tun sollte. Nicht an der Stelle, wo er etwas bewirken könnte. … In erster Linie trifft dein Streik deine Schützlinge, die Kinder, die du betreust – die aus ihrem Rhythmus geworfen werden, die sich vielleicht mit dem langweiligen zu-Hause-Bleiben schwer tun oder, schlimmer noch, die es genießen und schließlich, wenn dein Streik beendet ist, mühsam neu eingewöhnt werden müssen.“
     
    Und spricht dann noch einen weiteren Aspekt an:
     
    „Einen weiteren Verlierer gibt es: meinen Arbeitgeber. Der zieht bei gleicher Qualifikation nämlich männliche Mitbewerber vor, er sagt, dass Frauen mit kleinen Kindern unzuverlässiger seien, nicht gut eingeplant werden können. Ich kann ihm nicht einmal verübeln, dass er so denkt – mein Arbeitgeber sieht die Arbeit, die ich nicht erledige, weil ich entweder schlagartig gar nicht anwesend bin oder aber ein kreischendes Kleinkind am Hosenbein unterm Schreibtisch hängen habe, das Büroklammern in Mehrfachsteckdosen stopft, sich mit einem Edding tätowiert und die stylischen Glaswände mit einem Mund voll Banane anniest. Und im Nacken sitzt mir die Tatsache, dass mein eigener Vertrag ein Zeitvertrag ist, ich um jede Verlängerung bange und ich die verlorene Zeit irgendwie aufarbeiten muss…“.
    Arbeitgeber können unterstützen.
    Genau so, wie es Frau Rella in ihrem offenen Brief schreibt, sollte es eben nicht sein: Und viele Personal-Abteilungen sind sich der Situation durchaus bewusst. Sie müssen aber auch wissen, dass die Eltern Hilfe benötigen. In Vorbereitung auf den Streik haben sich beispielsweise viele Unternehmen proaktiv an uns gewendet, um Backup-Kinderbetreuung zur Unterstützung Ihrer Mitarbeiter anzufordern. Denn die Überbrückung der Kinderbetreuungslücke ist eine klare Win-Win-Situation für beide Seiten. Irgendwann wird schließlich auch der Jahresurlaub knapp und die Sommerferien kommen erst noch…
     
    Wenn der Arbeitgeber keine Backup-Lösung anbieten kann, könnte es Sinn machen, die Personalabteilung nach anderen Eltern, die die gleiche Herausforderung haben, zu fragen, damit man nach einer gemeinsamen Lösung suchen kann.
     
    Wie geht es Euch mit dem Streik? Seid Ihr betroffen? Habt Ihr Verständnis für die Erzieherinnen und Erzieher? Bekommt Ihr Unterstützung durch Euren Arbeitgeber?
     
     

    Über Julia:
    Julia arbeitet seit 2012 in der Unternehmenskommunikation von Betreut.de. Nach ihrem Publizistik-Studium zog es die Frankfurterin nach Berlin. Nach verschiedenen Jobs im Bereich Film-PR verabschiedete sie sich 2009 in die Elternzeit. Heute betreut sie statt Filmen ihren fünfjährigen Sohn und nimmt sich in ihrer Freizeit immer wieder vor, mehr Sport zu treiben.

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