Bis einer heult! • Fledermausohren.
Skip to content
20. November 2015 | Pia Drießen

Fledermausohren.

Heute war ich mit Alex den ganzen Vormittag in der Uniklinik Bonn, da ein Blick auf Polypen, Mandeln, Nebenhöhlen und Gehörgänge geworfen werden sollte. Warum könnt Ihr hier nachlesen.

Nach sehr langer Wartezeit, trotz Termin, kamen wir endlich dran und wurden von einer sehr netten HNO-Ärztin in Empfang genommen. Alex machte die Untersuchungen soweit gut mit, nur als sie ihm Luft durch die Nasenlöcher pusten wollte, weigerte er sich. Seine Trommelfelle sehen schlimm aus. Da war ich schon sehr beunruhigt. Die Mandeln sind stark vergrößert. Die Polypen werden bei der noch ausstehenden Kehlkopfuntersuchung begutachtet, die auf Grund seiner chronischen Heiserkeit (also doch nicht nur ne raue Stimme) erfolgen soll. Dafür muss er aber in eine leichte Narkose gelegt werden.

Es folgten einige Hörtest, bei denen verschiedene Tonfrequenzen, Schallfluss und noch irgendwas anderes getestet wurden. Das Ergebnis war sowohl für mich wie auch für die Ärztin überaus überraschend. Alex hört wie eine Fledermaus! Also das ist natürlich übertrieben, aber sein Hörvermögen könnte nicht besser sein. Er liegt mit beiden Ohren knapp unter dem Idealwert, den laut Ärztin ohnehin niemand erreicht. Was wiederum zu der Frage führte: Warum spricht er dann so laut? Warum fragt er so häufig nach, was man gesagt hat.

Also wurden wir weiter in die Pädaudiologie geschickt, wo ich einen Termin zur Stimmbanduntersuchung wegen „Stimmstörung“ und einen zur Testung auf eine Auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung ausmachte. Letzteres könnte für die Tatsache sprechen, dass er sehr Geräuschempfindlich ist, dennoch sehr laut spricht und CDs oder Fernseher im sehr laut stellt, obwohl er ja astrein hört.

Die HNO-Ärztin sagte heute allerdings schon, dass eine Stimmband-OP eher unwahrscheinlich ist, aber eine logopädische Behandlung sinnvoll ist, das für Alex das Sprechen sehr anstrengend ist, auch wenn er selber das so nicht wahrnimmt. Dafür wird aber natürlich erst die Stimmbanduntersuchung abgewartet.

Bis Januar haben wir nun noch etwas Zeit. Ich bin gespannt, was wir dann erfahren.

Print Friendly
Über den Autor:
Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Von Beruf freiberufliche Autorin und Bloggerin. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
    
  1. Monika / Nov 20 2015

    Das klingt aber schon etwas beruhigend, würde ich sagen. Es wird sich alles weisen, und soweit man das aus dem obigen Post schließen kann, sollten etwaige vorhandene Schäden jedenfalls temporär und behebbar sein. Ich freue mich für Alex, besonders, da ich selber meine Stimme so dringend brauche und weiß, welche Unsicherheit mit Problemen einhergehen kann. Alles Gute weiterhin!

  2. Alexandra / Nov 21 2015

    Hey, das klingt doch alles sehr gut!

    Und wo sind jetzt die Unkenrufer, die beim letzten Mal wieder nur die Rabenmutter gesehen haben? Dass Sie das nicht bemerken konnten????? Ist doch wieder alles halb so wild ;-)

    Toi toi toi für die nächste Untersuchung!

    Herzliche Grüße
    Alexandra

  3. Katharina / Nov 22 2015

    Ich lese ab und zu Ihren Blog und mir brennt eine Frage auf der Zunge: Haben Sie sich mal Gedanken darüber gemacht, ob es so im Sinne Ihrer Kinder ist, insbesondere Ihres großen Sohnes, dass sämtliche Auffälligkeiten sowie die gesamte Krankheitsgeschichte so im Internet ausgebreitet werden? Da wird penibel versucht, der Name zu verändern, aber alles andere darf ins World Wide Web und dort für immer (!) bleiben. Ist dies nicht Teil des Persönlichkeitsrechts Ihres Kindes?? nur mal so ein Denkanstoß…

    • Pia Drießen / Nov 22 2015

      Ich blogge seit 2002. Man kann mir also durchaus zumuten auch darüber bereits ausschweifend nachgedacht zu haben.
      Es schadet wohl keinem Kind, wenn man über Kinderkrankheiten spricht. Eher klärt es andere Eltern auf.

  4. Dana / Nov 22 2015

    Hallo Pia, vielen Dank für den interessanten Post auch den vorigen fand ich schon gut, da mein Neffe auch einige der Symptome aufweist von denen du geschrieben hast.
    Nur eine Sache hat mich gestört, dass du erwähnen musstest, dass ihr trotz Termin warten musstet. Ich würde mich wirklich freuen wenn endlich mal bedacht wird, dass die meisten Patienten, die in Kliniken behandelt werden von niedergelassenen Ärzten überwiesen werden, weil diese nicht mehr weiterkommen und somit die ein oder andere Untersuchung etwas zeitintensiver sein kann und zum anderen liegt das Hauptaugenmerk einer Klinik auf die operative Tätigkeit und auch da kann man oft nicht genau berechnen wie lange eine OP dauern wird. Sorry für das Rumgejammer aber ich würde mir manchmal wünschen, dass das ein bisschen mehr berücksichtigt wird…

  5. Katharina / Nov 22 2015

    Kritik einzustecken, ist nicht immer leicht. Na, hoffentlich sehen Ihre Kinder das auch so, wenn sie mal groß genug sind, das Ausmaß zu begreifen-falls nicht, haben sie halt einfach Pech gehabt.

  6. Joanna / Nov 23 2015

    Hallo Pia. Ich war vor ein paar Tagen auf dem Treff „Sprachentwicklung bei Kindern“ und weil meine 6 Jährige Tochter Hörprobleme hat, seit einem Jahr Wasser hinter dem Trommelfell, dann gebe ich weiter was ich gehört habe. Das Treffen hat eine Logopädin geführt.
    1. Während dem Hörtest das Kind soll nicht auf dem Schoss der Eltern sitzen und die Eltern auch nicht sehen. Es ist nachgewiesen das der Erwachsene unbewusst mit Körpersprache die richtige Antwort zeigt und so erfährt man nicht , das das Kind tatsächlich Hörprobleme hat.
    2. Schlecht hörendes Kind hat oft Probleme mit Gleichgewicht. Es heißt, das Gehirn beschäftigt sich weniger mit anderen Aufgaben, wie Konzentration oder Urin festhalten (was bei meiner Tochter vorkamm ).
    L.G.

Leave a Comment