Bis einer heult! • Fantasie ist ihr Yoga
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18. April 2016 | Pia Drießen

Fantasie ist ihr Yoga

Heute hatte ich das halbjährliche Entwicklungsgespräch für Mimi und Max im Kindergarten. Beide sind super Kinder, jeder ein völlig eigener Charakter und Max absolut fit für die Schule. Es gibt absolut nichts zu kritisieren und Sorgen macht man sich auch in keinem Bereich. Ein rundum beruhigendes und zufriedenstellendes Gespräch.

Nach einem arbeitsreichen Vormittag verbrachten die Kinder und ich einen gemütlichen Nachmittag zuhause. Gemeinsam hörten wir eine CD, ich wurde abwechselnd von gleich 3 kleinen Ärzten behandelt, unterbrochen von Puzzeln, Legobauen und gemeinsames Vorlesen von Bildgeschichten der Brüder. Alex las den Text und Max benannte die Bilder. Die Kinder waren insgesamt eher unruhig, Mimi schleppte ein Spiel nach dem anderen an, Max lag mit den Füßen wippend auf Alex‘ Bett und Alex fragte im 30 Sekunden-Takt, wann denn endlich der Papa käme, weil:

Als ich Alex von der Schule abgeholt hatte, fragte er mich, ob er mal an meinen Computer dürfe. Er wolle eine Geschichte schreiben. Also hatte ich mein altes Netbook heraus gekramt, zu dem mir aber das Netzteil fehlte. Als der Papa dann endlich nach hause kam und zudem noch wusste, wo sich das Netzteil versteckte, war Alex außer Rand und Band.

Kurz erklärten wir ihm wie man Großbuchstaben schreibt, wie er mit den Pfeilen in der Textzeile navigieren kann und wo er Leerzeichen und die Löschentaste findet. Dann schrieb er los.

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Es wird eine Lego Ninjago Geschichte und ich freue mich jetzt schon sehr darauf, sie lesen zu dürfen. Tatsächlich schrieb ich im selben Alter meine erste Geschichte, in der Außerirdische im Phantasialand gelandet waren und Hilfe brauchten, um zurück auf ihren Planeten zu kommen. Vermutlich ist Ninjago deutlich cooler. Ich brenne immer total darauf die kreativen Ergüsse meiner Kinder aufzusaugen und kann gar nicht nachvollziehen, wenn sich Eltern für sowas nicht interessieren. Max ist zum Beispiel auch ein großer Geschichtenerzähler. Ich höre ihm dabei so gerne zu.

Während Alex so völlig versunken vor sich hin tippte, besänftigte Mimi ihren inneren Monk. Bei diesem HABA Steckspiel vergisst sie immer total die Zeit und alles um die herum scheint sich in Luft aufzulösen. Aber ein wildes Muster habe ich sie dennoch noch nie damit stecken sehen. Es ist immer alles sehr sortiert, meist nach einem bestimmten Schema. Ist das Brett voll, pflückt sie alle Steine wieder runter und beginnt ein neues geordnetes Muster zu legen. Ja, irgendwie scheint dieses Spiel für sie etwas meditatives zu haben. Denn egal wie mies ihre Laune zuvor war, beim Musterlegen taucht sie einfach völlig ab.

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Max ist da ganz anders als seine Geschwister. Der braucht keinen Input um runter zu kommen. Der setzt sich einfach irgendwohin und starrt in die Luft. 10 Minuten, halbe Stunde. Dann erzählt er mir eine neue atemberaubende, ganz oft auch sehr alberne Geschichte, die irgendwas mit fliegenden Popos und pupsenden Vögeln zu tun hat. Und jetzt wisst Ihr auch, warum wir alle immer eine Wäscheklammer in der Hosentasche haben sollten.

Manchmal wäre ich gerne meine Kinder. Einer nach dem anderen. Rumheulen und schreien, wenn mir danach ist, stundenlang Löcher in die Luft starren, wenn mir danach ist, schreiben, wenn mir danach ist, spielen, wenn mir danach ist. Die Kunst dabei ist es ja eigentlich, selber zu wissen, was man eigentlich gerade will oder braucht. Und ich glaube, da sind mir meine Kinder alle 3 oft einen Schritt voraus.

 

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Über den Autor:
Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Marketing- und Medienberaterin mit Schwerpunkt Social Media. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
    
  1. Lenja / Apr 19 2016

    Sehr cool und interessant! Ich schrieb in einem ähnlichen Alter meine erste Geschichte und das Schreiben hat mich bis Mitte 20 begleitet und sehr viel geholfen und mein Leben bereichert. :)
    Kennst du das MBTI-System mit deren verschiedenen psychologischen Einstufungen? Fand ich sehr interessant und aufschlussreich. Erklärte wieso ich einen fixen Ablauf und Wochenplan liebe und mein Mann sich damit eingeengt fühlt. Warum ich lieber alleine und still mich mit mir und Hobbys beschäftige, als dauernd mit Leuten beisammen zu sitzen – und vieles mehr.

  2. Anne / Jun 21 2016

    Hallöle 🙋
    Ich bin gerade über deinen Blog gestolpert & hängengeblieben. Was ich bis jetzt lesen konnte/ gelesen habe:
    Das hört sich alles so toll an! Auch dieweniger erfreulichen Dinge bzw. womit man nicht rechnet.
    Besonders hat mich dein Bericht/Erfahrung mit deinem Sohn begeistert/erstaunt/beflügelt. Da es uns mit unserem Großen ähnlich, wenn nicht gar genauso geht.

    Danke und ich lese hier wieder!
    LG Anne

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