Bis einer heult! • Alltagsgeschichten 2
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20. April 2016 | Pia Drießen

Alltagsgeschichten 2

Heute habe ich einer meiner größten Ekelphobien gestellt: Kleister! Zu Alex‘ Geburtstag soll es eine Lord Garmadon Pinãta geben und diese erfordert nun mal das Überwinden von Ekel. Dabei ekel ich mich nicht unbedingt vor Kleister auf der Haut, sondern generell vor dem Anrühren, der Konsistenz und überhaupt. Leider hatte ich keine Einweghandschuhe mehr im Haus, aber mit einem Pinsel und spitzen Zeigefinger ging das auch so ganz gut. Neben dem einzukleisternden Ballon habe ich auch schon einen Knochen gekleistert. Lord Garmadon trägt nämlich eben so einen als Kopfschmuck. Die komplette Pinãta und eine kleine Anleitung verblogge ich Euch, wenn sie fertig ist.

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Das Wetter war heute so herrlich, dass ich heute Vormittag zum Fotos machen sogar die Rollos teilweise schließen musste, weil es zu hell war. Muss man sich mal vorstellen. Und weil die Sonne heute nicht nur hell, sondern auch knackig warm war, ging ich am Nachmittag mit den Kindern Eisessen. Also so richtig. Nicht nur jeder ein Bällchen auf die Hand.

Max hatte ganz konkrete Wünsche: „Ich will Schoko, Vanille und Stracciatella mit Schokosauce, Sahne und Knusperstreuseln!“ Alex hingegen wollte „Erdbeer, Schokolade und Vanille. Ohne Sahne oder so. Nur das Eis.“ Als er dann später beim Eisessen ständig kicherte, erfuhr ich auch wieso: „Das ist ein Ninjago-Eis. Guck, Erdbeer ist Kai, Vanille ist Zane und Schoko ist Cole. Schade, dass die hier kein grünes oder blaues Eis haben.“ Unsere Stamm-Eisdiele ist nämlich eine mit Bio-Eis und verzichtet komplett auf künstliche Farbstoffe.

Mimi hingegen wollte unbedingt so ein Harry Potter Eis „wie Alex das letzte Mal!“ Letztendlich ist das dasselbe wie Max‘ Becher, allerdings mit nur 2 Bällchen, dafür aber mit Smarties und Waffelhörnchen.

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Ich gönnte mir einen großen Schokobecher. Unerwarteterweise aßen alle 3 Kinder ihre Eisportionen komplett auf, weshalb wir später mit glücklich verschmierten Schnuten und dicken Eisbäuchen aus der Eisdiele kugelten und noch etwas Sonne genossen. Als wir später ins Auto einsteigen wollten, stelle Max fest, dass unser Auto ja ganz schön dreckig sei. Also, das war jetzt keine theoretische Feststellung. Er wischte einfach einmal mit der kompletten Hand über das Heck, was den Dreck erst so richtig gut zur Geltung brachte.

Kurzentschlossen fuhren wir dann also noch in die neue Waschstraße in der Nachbarstadt. Der Mann hatte erzählt, dass man in dieser Waschstraße im Auto sitzen bleiben dürfe, was mir mit 3 Kindern definitiv mehr zusagt, als alle 3 in Windeseile aus- und wieder einsteigen lassen zu müssen.

An der Drive-in Kasse gab es für die Kinder Ausmalbilder und Bundstifte, dann ging es in die Waschstraße. Ich hatte alle drei so gut es ging vorbereitet und erklärt, was da nun gleich passieren würde. Alex war dennoch fürchterlich angespannt und nervös. Mehrfach überprüfte er, ob sein Fenster und die Tür auch richtig verschlossen waren. Als die ersten Düsen begannen das Auto mit Seife einzuspritzen, wurde er noch unruhiger, zappelte hin und her, sah mich immer wieder an und flüsterte „Mama? Mama?“ Dann wurde es richtig laut, die Lappen schleuderten ums Auto und trommelten aufs Dach. Ich griff nach hinten nach seiner Hand und sagte, er solle sich Augen oder Ohren zuhalten, wenn es zuviel werde. Er sah mich nur ängstlich an: „Ich will nachhause!

Ich redete ruhig weiter mit ihm, erklärte nochmal genau was gerade passiert und hielt seine Hand. Max und Mimi riefen ständig „Boah!“ und „Guck ma‘!!!!“ und waren völlig aus dem Häuschen. Scheinbar half Alex auch dies: Die Unbeschwertheit seiner Geschwister. Die letzten Lappenbürsten – „Guck mal, die sehen wie große Waschlappen aus!“ – fand er dann schon gar nicht mehr schlimm und richtig cool wurde es, als wir in den von UV-Licht beleuchteten Trockenbereich fuhren und wir die Wassertropfen so noch viel besser über die Windschutzscheibe tanzen sehen konnten, als die großen Luftpuster einsetzten.

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Als ich im Anschluss das Auto aussaugte grinste Alex mich an: „Weißt Du, Mama. Ich finde es schon gut, dass Du mit uns zusammen durch die Waschanlage gefahren bist. Jetzt weiß ich, dass ich gar keine Angst haben muss. Das nächste Mal komme ich wieder mit!“ Das ist für Alex eine ziemlich großartige Sache. Sich Ängsten zu stellen und sie zu überwinden zeigt ihm immer wieder, dass es sich lohnen kann auch mal mutiger zu sein, als man sich in Wahrheit fühlt.

Ein toller Sonnentag und wie der Wetterbericht und verheißt soll es morgen noch wärmer werden. Yeah! Ein Sommer-Teaser!

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Über den Autor:
Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Marketing- und Medienberaterin mit Schwerpunkt Social Media. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
    
  1. Lorelai / Apr 20 2016

    Ich träum‘ seit Tagen von leckerem Eiscafé, muss ich unbedingt demnächst mal irgendwo erwischen! ;)

    Diese Geschichte erinnert mich an unser erstes mal in der Waschstrasse… die Maus war noch in der Babyschale – sie kümmerte das nicht. Der Grosse war da wohl knapp 3 Jahre alt und er bekam extrem Angst… das war echt schlimm weil man ja nicht einfach abbrechen kann. Es war aber auch ungemein laut und bedrohlich und wir Eltern fassten uns an die Nase, denn wir hätten ahnen können, dass unser sensibler Junge ängstlich reagieren würde… danach beschlossen wir, nie wieder mit ihm in die Waschstrasse zu fahren obwohl ich glaube, dass er es heute packen würde…

  2. Matilda / Apr 20 2016

    Wenn du von Alex erzählst bekomme ich so oft (eigentlich immer) das Bedürfnis ich müsste im mal einen ganzen langen Brief schreiben. Vor allem in deinen Posts zur Freundschaft. Vieles erinnert mich so sehr an meine Schulzeit und mich selber. Der Brief würde wohl sehr lang werden.
    Alex ist ein ganz toller Junge mit den allerbesten Geschwistern und den besten Eltern die Ihm passieren konnten.
    Ich finde es übrigens toll das Ihr auch den Alltag unter der Woche so zellerbriet und dann auch mal ein Eis essen geht.

  3. Anke / Apr 20 2016

    Oh, schön vom ganz normalen Alltag zu lesen, ich habe im Moment leider keinen – 4 Wochen Schulung in Vollzeit für neuen Job, Kind wird von der Oma von der Schule geholt und von mir abends eingesammelt. Zeit für Essen und kurz sprechen und schon ist Schicht…. :-( Naja, noch 2 Wochen und ich habe auch wieder Alltag.

    Ich muss ganz ehrlich sagen, ich kann Alex verstehen, ich hasse Waschanlagen bis heute. Wenn, fahre ich zu nur zu einer, bei der ich draussen warten kann. Wobei wir meist von Hand waschen. Nach der letzten Aktion weiß ich auch wieso – unser 6 Monate altes Auto ist auf der Beifahrerseite von vorn bis hinten zerkratzt und Waschanlage nimmt sich nix davon ab. Bin gespannt, läuft jetzt über Anwalt, Schaden von knapp 4000 Euro.

    Naja, ich wünsche weitere schöne Tage, soll ja ab nächster Woche wieder richtig kalt werden. Bin gespannt, so fast Ende April könnte es ruhig anders sein.

    LG
    Anke

  4. Nina Schulz / Apr 21 2016

    Welche Waschanlage ist das denn? ;-) hört sich gut an. Wir wohnen ja quasi um die Ecke.

    — via facebook.com

  5. Pia Drießen / Apr 21 2016

    Die neue DICO im Troisdorf.

    — via facebook.com

  6. Caro / Apr 21 2016

    Daumen hoch für Deine Pinata! Den Geburtstagsgästen wird das bestimmt unglaublich viel Spass machen.

  7. Andrea / Apr 21 2016

    Erfahren wir noch den Hintergrund, warum einer deiner Sprösslinge am Meer traurig war? : )

    • Pia Drießen / Apr 21 2016

      Da du die Frage ausgerechnet unter diesem Beitrag stellst, vermutest du vermutlich schon richtig. 😉

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