Bis einer heult! • Tuberkuwas? Information ist alles!
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10. Mai 2016 | Pia Drießen

Tuberkuwas? Information ist alles!

In den letzten 2 Wochen war hier im Dörfchen einiges los. So meldete doch die örtliche Presse am Sonntagabend vor 2 Wochen „In einer Niederkasseler Kindertagesstätte ist ein fünfjähriges Kind an Tuberkulose erkrankt„, was natürlich bei Facebook für eine Bombenstimmung, insbesondere bei allen Eltern von Kita-Kindern, sorgte. Ich war ebenfalls erschrocken und besorgt, googelte mir dann ein wenig Grundwissen über Tuberkulose an und ging ohne Bauchschmerzen zu Bett. Eine erkannte Tuberkulose ist tausend Mal besser, als eine unerkannte.

Montagmorgen brachte ich die Kinder in den Kindergarten und ahnte schon nichts gutes, als ich unsere Kita-Leitung und eine Dame vom Jugendamt im Eingangsbereich stehen sah. Jackpot! Das erkrankte Kind geht in unsere Kita. Wir wurden schnell und zügig über die Bedeutung der Erkrankung für unsere Kita und den weiteren Ablauf informiert. Außerdem erhielten wir ein Infoblatt, das über Risiken, Infektionswege und Symptome aufklärte. Ich las das Blatt noch im Auto und dachte: Gut. Es besteht keine weitere Gefahr, das Gesundheitsamt ist eingeschaltet und auf mögliche Symptome kann ich nun achten. Dann brachte ich Alex in die Schule.

Als ich vor der Schule wieder ins Auto stieg, hatte ich 4 verpasste Anrufe. Alles Anrufe von besorgten Eltern, die sich bei mir, als Elternvertreterin, informieren wollten. Ich fuhr also nochmal zur Kita und sprach erneut mit der Leitung, um die geplante Maßnahmen und deren zeitliche Abfolge genau wiedergeben zu können. Information ist alles! Information beruhigt!

Wir sollten alle einen Brief vom Gesundheitsamt erhalten, in dem wir aufgefordert werden, unsere Kinder (also alle Kita-Kinder) auf Tuberkulose testen zu lassen. Das erkrankte Kind sei in Behandlung und auch schon wieder zuhause. Aktuell bestehe keine Ansteckungsgefahr.

Es dauerte nicht lange und ein Vater eines Kita-Kindes postete bei Facebook, dass eben unsere Kita betroffen sei. Für mich ein Unding und absolut unnötig. Hätte eine ernsthafte Gefahr für irgendjemanden bestanden, so wäre die Kita sicher geschlossen worden. So schürte er mit dieser Information nur weitere Angst und Misstrauen.

So sprach mich zum Beispiel Max‘ Handballtrainerin an, dass sie Eltern bereits angesprochen hätten, ob sie ihre Kinder denn jetzt testen lassen müssten bzw. überhaupt zum Training schicken dürfte, weil Max in diesem Team Handball spielt. Es gab Unsicherheiten in Babyspielgruppen von Geschwisterkindern, wo die anderen Eltern es lieber gesehen hätten, die Mutter wäre nicht mit ihrem Kind zum Spielkreis gekommen. Oder Mütter, die beim Eltern-Kind-Turnen angesprochen wurden, ob man denn nicht besser zuhause bleiben sollte. Es hatte schon was von Hexenjagd.

Was mich in diesen Tagen aber am meisten störte: jeder fragt erstmal nach, welches Kind der Übeltäter sei. Keiner wollte wissen, wie es dem Kind geht. Viele vermuteten eines der Flüchtlingskinder sei erkrankt und hätte „die Seuche in unsere Kita geschleppt“ (O-Ton).

In mir brodelte es regelrecht und als mich die 5. Mutter fragte, wer denn das Kind sei, hab ich ziemlich schroff „Das geht niemanden was an!“ entgegnet. Ja, bei der Mutter bin ich jetzt unten durch. Egal!

Fakt ist: es ist kein Flüchtlingskind. Auch ist das Kind nicht in der Kita erkrankt, wie im  Zeitungsartikel formuliert, sondern geht einfach in unsere Kita.

Für Max und Mimi bedeutete dieser Vorfall, dass sie sich einem Tuberkulin-Test unterziehen mussten. Der Test ist unangenehm und schmerzhaft und wird hauptsächlich bei Kindern bis 5 Jahre angewendet. Ab einem Alter von 6 Jahren wird ein Bluttest durchgeführt und ab 50 Jahren muss man zu einer Röntgenuntersuchung. Alle Tests werden in unterschiedlichen Intervallen wiederholt.

Es wurden uns 4 Ärzte bzw. Kliniken für diesen Test zur Auswahl gestellt, die Tuberkulin vorrätig hatten. Wir fuhren also zu unserem alten Kinderarzt nach Troisdorf und trafen dort im Wartezimmer 4 weitere Kinder aus unserer Kita.

Ich glaubte, dass es am schlausten sei, zuerst mit Max hinein zu gehen, da er keine Angst vor Spritzen hat und auch sonst eine ziemlich coole Sau ist. Er ließ sich die zwei Injektionen tapfer geben und brach dann weinend in meinen Armen zusammen. Er tat mir so leid und wisperte immer wieder, wie weh das getan hätte. Noch während ich ihn tröstete brachte die Sprechstundenhilfe Mimi herein. Als die ihren schluchzenden Bruder sah, rastete sie völlig aus, schrie und heulte und ließ sich von niemanden mehr anfassen. Selbst vor mir wich sie zurück und ließ sich nicht auf den Arm nehmen.

Ich beruhige Max noch ein wenig und fragte ihn dann, ob er zurück ins Wartezimmer gehen könnte. Dort solle er aber bitte den anderen Kindern nicht erzählen, was sie erwartet. Er verstand und nickte. Von einer anderen Mutter erfuhr ich später, dass er sich an das Versprechen gehalten hat.

Wir hielten Mimi zu dritt fest. Ich flüsterte ihr beruhigend ins Ohr, dass es gleich geschafft sei und sie dann ein Eis bekäme. Als der Arzt ihr einen Smilie um die Injektionsstelle malte, beruhigte sie sich bereits wieder und nahm dann auch die Versöhnungsbrezel dankbar entgegen.

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3 Tage später fuhren wir erneut zum Arzt, um das Ergebnis ablesen zu lassen. Beide Kinder haben nicht auf den Test reagiert und ihr Smilie hat keine Nase bekommen. So ein Glück.

Allerdings muss der Test in 6-8 Wochen wiederholt werden. Wie ich die Kinder zu diesem Termin bewegen soll, weiß ich beim besten Willen noch nicht.

Gestern Abend gab es dann noch einen Informationsabend des Gesundheitsamtes direkt in unserer Kita. Bei der ganzen Hysterie der vergangenen Tage unten den Eltern war ich doch erstaunt, wie viele von gerade den, die am lautesten „Feuer!“ geschrieben haben, gar nicht erst gekommen sind. Die Informationsveranstaltung empfand ich persönlich als sehr gut. Offene Fragen wie „Was ist, wenn ein Kind, dessen erster Test negativ war und der zweite Test dann doch positiv wird, mit dem Rest der Kita? Geht dann alles wieder von vorne los?“ wurden wie folgt beantwortet:

Tuberkulose ist nur ansteckend, wenn man eine offene Tuberkulose hat. Offen bedeutet, dass sich im Auswurf (schleimiger Husten) Keime befinden. Bei den wenigstens bricht die Infektion aber tatsächlich aus, sondern verkapselt sich in der Lunge zu kleinen Knötchen (Tuberkel), von denen keine Beschwerden ausgehen. Da wir nun alle vorgewarnt sind, erkennen wir die möglichen Symptome einer offenen Tuberkulose frühzeitig und können bei einem Arzt mit dem Hinweis „Kontaktperson Tuberkulose“ vorstellig werden. Grundsätzlich gelten Kinder eher selten als Überträger der Bakterien, da sie nicht kräftig genug husten, um die Keime aus der Lunge auch wirklich auszuhusten. Tuberkulose-Bakterien sind sehr lichtempfindlich und sterben daher, einmal am Licht,  schnell ab. Es ist also im Grunde schon unwahrscheinlich, dass sich in unserer Kita jemand bei dem erkrankten Kind angesteckt hat. Alle bisherigen Testergebnisse waren negativ.

Sollte nun tatsächlich ein Kind in 6-8 Wochen positiv getestet werden, ohne dass es Husten oder sonstige Symptome gezeigt hat, so kann sich kein anderes Kind oder Erzieher angesteckt haben, weshalb es dann eben auch nicht zu weiteren Tests kommt.

Wie schon geschrieben wurden eigentlich alle offenen Fragen beantwortet. Eigentlich, weil natürlich doch wieder jemand wissen wollte, um welches Kind es sich handle. Als würde das noch irgendetwas an der Situation ändern. Natürlich erhielt er keine Antwort.

Ich wünsche mir für die Zukunft wirklich, dass Menschen sich immer erst informieren, bevor sie hysterisch werden. Meist verhindert nämlich das eine schon das andere. Information ist alles! Sagte ich schon, oder?

Ich hoffe sehr, dass das erkrankte Kind bald wieder in die Kita gehen darf. Es wird nämlich bereits als Spielpartner ganz schlimm vermisst <3

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Über den Autor:
Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Von Beruf freiberufliche Autorin und Bloggerin. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
    
  1. rage / Mai 10 2016

    manchmal möchte man einfach pausenlos facepalmen. oder den kopf auf eine ganz harte tischplatte schmettern. ich glaube, ich wäre im ersten augenblick auch verunsichert, würde ich mich dann aber wie jeder halbwegs vernünftige mensch es auch tun sollte, informieren. wahrscheinlich waren das eltern, die nicht impfen als eine art entwicklungshilfe am kind verstehen und jetzt doch schiss in der hose bekamen.

    facepalm. kopf -> tisch. tritt kopfschüttelnd ab.

    • Pia Drießen / Mai 10 2016

      Dem Impfzusammenhang verstehe ich nicht so recht. In Deutschland wird nicht gegen Tuberkulose geimpft.

  2. Kristin Hoffmann / Mai 11 2016

    Alles gute für das Kind. :)

    — via facebook.com

  3. Christina Buntenbach / Mai 11 2016

    Als ich das Foto auf Instagram gesehen hatte, dachte ich sofort an Tuberkulintest. Injektion in den Unterarm und ein Kreis drumherum waren bereits in meiner Ausbildung in der Kinderklinik Gang und Gäbe. Ich hielt mich aber ganz bewusst geschlossen, eben damit keine Hysterie (auch wenn nur online) ausbricht – passiert ja mal gerne ohne Hintergrundinfos.
    Man kann dem Kind nur wünschen, dass es bald alles überstanden hat und wieder in die Kita darf. Finde auch im Nachhinein gut, dass nicht gesagt worden ist welches Kind es betrifft. Gibt ja Eltern, die dann komisch reagieren, obwohl die Krankheit überstanden ist.. Sowas muss nicht sein.

    — via facebook.com

  4. Sabrina Schultz / Mai 11 2016

    Immer diese Hysterie schlimm. Hoffe dem Kind geht es bald besser und es bleibt verschont von einer Hexe jagt. Aber das ist wieder so typisch. Wird Wer krank ist derjenige Erstmal der Schuldige. Alles Gute.

    — via facebook.com

  5. Mirko Seidel / Mai 11 2016

    gut geschriebener Bericht – bin auch entsetzt, dass die Leute immer jemanden brauchen, auf den sie mit dem Finger zeigen können… Die Eltern und das betroffene Kind haben sicher selbst die größten Sorgen ausgestanden und fühlten sich eh schon sch**** –
    Beruhigend finde ich ja, dass auch der „Amtsschimmel“ doch auch da ist, wenn man ihn mal braucht…

    — via facebook.com

  6. Friederike / Mai 11 2016

    Hallo Pia,
    irgendwie scheint es fast ein Automatismus zu sein, der bei ansteckenden Krankheiten ins Rollen kommt. Kursieren bei uns im Kindergarten mal wieder Scharlach oder Läuse, kann man (in abgeschwächter Form) ähnliches sehen wie bei eurem TBC-Fall.

    Aber eigentlich wollte ich dazu gar nichts schreiben sondern habe vll. einen kleinen Tipp, wie du deinen beiden Mäusen die erneuten Spritzen ein bisschen schmerzärmer bzw. sogar schmerzfrei machen kannst: Kennst du EMLA Pflaster?
    Das sind lokal betäubende Pflaster. Sie wurden bei unserem Jüngsten im Krankenhaus verwendet als er am Auge operiert wurde damit ihm das Legen der Venenzugänge an den Händchen nicht weh tut.
    Ich habe sie nach Rücksprache dann auch bei der Auffrischungsimpfung für unseren Ältesten verwendet und er hat von der Spritze NICHTS gemerkt. Er hatte Angst, hat aber beim Pieksen nicht mal mehr gezuckt.
    Vielleicht wäre das ja für euch auch eine Möglichkeit.
    Liebe Grüße und toi toi toi

  7. Julia Zell / Mai 11 2016
  8. Andrea / Mai 11 2016

    Ach du Schreck! Die Presse kann manchmal so furchtbar sein! Hier gab es letztest Jahr einen Vorfall, da war anhand der Presseinfos sofort klar, um wenn es sich handelte. Manchmal gibt es unnötig viele Infos in der Zeitung/Facebook.
    Und was denken die Leute sich eigentlich? Tuberkulose ist doch kein Spaß, das Kind hat doch nicht „hier“ geschrieen!
    Ich wünsche gute Besserung für das betroffene Kind. Und Max und Mimi viel Mut für den zweiten Test.
    Was ich nicht verstehe ist: sonst wird doch auch immer alles gegoogelt? Warum warst du scheinbar die einzige und die anderen brechen in Panik aus?

  9. Kathrin Kemper / Mai 11 2016
  10. Sahra Kiani / Mai 11 2016

    Zum Glück kann Tuberkulose meist gut behandelt werden und ich wünsche dem Kind baldige Genesung. Wir waren offenbar mal auf einer Party, auf der eine Frau (wie 5 Monate später heraus kam) Tuberkulose hatte. Daher kann ich die Aufregung total nachvollziehen. Zum Glück musste unser Kleiner sich nicht dem Test unterziehen. Übrigens hatte die Frau sich auf einer Fernreise angesteckt. Vermutlich sind auch Fernreisen bei den Sündenbock-Suchern bald ein Grund für Ausgrenzung und Misstrauen. Ich verstehe einfach nicht, warum sich manche Leute besser fühlen, wenn sie „Schuldige“ finden. Leider gehen auch die Medien nicht immer verantwortungsvoll mit Informationen um. Und wenn doch, wird ihnen Vertuschung vorgeworfen.

    — via facebook.com

  11. Stephanie Scourse / Mai 11 2016

    Das wenig empathische verhalten ist grausam. Gute besserung an das arme mäuschen.

    — via facebook.com

  12. Romy Reißmann / Mai 11 2016

    Alles Liebe für das erkrankte Kind und gute Besserung und Danke für den tollen aufklärenden Artikel, in meiner Familie gibt es auch mehrere, die eine geschlossene Tuberkulose in sich tragen, und als diese Diagnose erstmals im Raum stand, war das natürlich schon sehr seltsam, aber umso mehr man sich damit beschäftigt, umso mehr verliert es an Schrecken. Und diese lieben Menschen werden von uns trotzdem geherzt und geknuddelt, sehr wohl auch von meinen Kindern… ♡

    — via facebook.com

  13. Anja K. / Mai 11 2016

    Bei uns in der Kita war es vor einigen Wochen genauso. Allerdings handelte es sich da um einen Krätzefall. Panik pur! Zum Glück bin ich nicht bei Facebook. Alleine Whatsapp und Kita live haben mir völlig gereicht. Schlimm!

    Natürlich hat sich niemand angesteckt und das Ding ist gegessen (und. vergessen). ;-)

    Liebe Grüße
    Anja

  14. Mimi / Mai 11 2016

    Alles Gute dem kranken Kind!
    Zauberpflaster aka Emla als Creme oder Pflaster können beim nächsten Tuberkulintest helfen, weil sie die Haut lokal betäuben und der Test so schmerzlos ist. Man erhält Emla in der Apotheke und es wird vor dem Test aufgeklebt und einwirken gelassen.

  15. Gaby / Mai 11 2016

    Das ist aber ein wirklich richtig guter und informativer Beitrag. Ich bin mir ja sicher, dass ich gegen Tuberkulose geimpft bin und habe ein bisschen recherchiert. Im Internet steht „bis 1998 wurde in Deutschland gegen Tuberkulose geimpft“. Ich hatte auch nicht im Kopf, dass es das nicht mehr gibt. Kinder werden ja in den ersten Jahren so häufig geimpft und gegen so viele unterschiedliche Dinge, da kann man schon mal den Überblick verlieren. Ich bin übrigens auch noch gegen Pocken geimpft und habe bis heute diese Impfnarbe davon, die früher jedes Kind irgendwo hatte. Wir haben die immer verglichen beim Schwimmunterricht.

    Die Panik entsteht ja, wie andere schreiben, auch schon bei Scharlach. Oder bei Läusen. Oder bei Keuchhusten. „Wer ist es denn?“ Das finde ich blöd, aber nachvollziehbar. Zum einen ist das Neugier, zum anderen aber auch die Sorge, es könnte ein Spielkamerad, Banknachbar etc. des eigenen Kindes sein, das dadurch diese Krankheit oder eben die Läuse schneller bekommt.

    Ja, das hat was von Hexenjagd. Und darum finde ich es auch gut, wenn die Schule diese Information nicht weiter gibt.

    Aber dass Tuberkulose als eine in Deutschland kaum noch verbreitete Krankheit Menschen Angst macht und sie überreagieren lässt, kann ich nachvollziehen. Wenn man weiß, wie panisch manche Menschen auf schon auf Erkältungsbazillen reagieren (meine Kollegen im Büro baten mich unlängst, mit einem Schnupfen zu Hause zu bleiben) oder wie Leute vor jedem Toilettenbesuch das Klo desinfizieren (täglich hier auf der Arbeit, Klo wird von etwa zehn Menschen genutzt), dann muss Tuberkulose der Super-GAU sein.

    Insofern finde ich Deinen ausführlichen und sachlichen Text extrem hilfreich und hoffe, dass ich mich in einer ähnlichen Situation als Elternsprecherin sofort darauf besinne und ggf. noch mal nachlese.

  16. Simone Rafael / Mai 11 2016

    Wichtiger Beitrag, danke!

    — via facebook.com

  17. Anna / Mai 11 2016

    Oh mann was für ein Schreck.
    Ein bisschen verstehe ich schon die Hysterie. Es ist in den Köpfen noch drin, das Tbc eine sehr ernste Krankheit ist. Aber man hört nicgt mehr oft von Tuberkulose erkrankten und hat kein echtes Wissen darüber. Das macht Angst.
    Was ich dann nicht verstehe, warum so wenige zu der Infoveranstaltung gehen….

    Bei Tbc schrillen auch meine Alarmglocken. Meine Schwester ist an einer tuberkulösen Meningitis verstorben als sie 2,5 Jahre war. Die tbc ist nicht ausgebrochen, hat aber eben die Meningitis verursacht.

  18. Tina Lorenz / Mai 11 2016
  19. Jessica Bastian / Mai 11 2016

    Bei uns wird schon ein Megahype gemacht, wenn Läuse in der Kita auftauchen. An Tuberkulose möchte ich nicht denken. Ich hatte als Kind „geschlossene“ Tuberkulose und lange mit den Nachwirkungen zu tun. Manchmal merke ich es auch heute noch. Aber früh erkannt ist es gut zu behandeln.

    — via facebook.com

  20. Lis / Mai 11 2016

    Ich muss ja ehrlich zugeben, dass ich bei angeschlagenen Krankheiten im Kindergarten auch gerne nachfrage, wen es erwischt hat. Nicht aus Panik oder Hexenjagd, sondern weil ich daran festmache, wie genau ich auf Symptome achte. Allerdings herrscht bei uns da in der Elternschaft generell eine entspannte Stimmung und es wird keiner wegen einer Krankheit verurteilt oder ausgegrenzt.

    Dem kranken Kind jedenfalls gute Besserung und keine Nasenmänner für die anderen!

  21. Mädelsmama / Mai 11 2016

    Ich finde es eigentlich ganz normal, dass andere Eltern fragen, um welches Kind es sich handelt. Die Frage drängt sich doch förmlich mit als erstes auf.
    Anscheinend verfügst du ja über diese Information und hast dadurch leicht reden….
    Andere Eltern deswegen so anzugehen, dafür habe ich wirklich wenig Verständnis und es erscheint mir recht anmaßend und überheblich. Jeder macht sich halt Sorgen und versucht, so viele Informationen wie möglich darüber zu bekommen, das ist doch nur legitim?!

    • Pia Drießen / Mai 11 2016

      Ich sehe nicht, welche Form der Information man daraus ziehen kann? Wir haben ein offenes Kita-Konzept. Alle Kinder dürfen in alle Bereiche des Kindergartens. Somit sind alle gleichermaßen gefährdet. Außer der Befriedigung der eigenen Neugier sehe ich hier wirklich gar keinen Informationsgewinn.

      • Lis / Mai 13 2016

        Naja, ich finde schon, zumindest bei Krankheiten, die zB durch Tröpfcheninfektion übertragen werden, dass es was bringt zu wissen, ob das betreffende Kind gern mit meinem zusammen spielt oder sie beim Essen nebeneinander sitzen etc. Dann wäre ich bei den ersten Symptomen einfach gleich beim Kinderarzt. Wenn das dagegen ein Kind ist, das mit meinem so gut wie keinen Kontakt hat, weil vorzugsweise in der Puppenküche ist, während meines keinen Fuß dort reinsetzt, dann geh ich vielleicht eher von einer normalen Erkältung aus und beobachte erstmal weiter.

        Wenn dann natürlich gerade die halbe Gruppe wegen Bindehautentzündung fehlt, dann ist es mir auch gleich, wer krank ist, dann haben es meine sicher auch demnächst und ich geh schon mal Tropfen bunkern.

    • Matthias / Mai 12 2016

      Dass sich die Frage aufdrängt möchte ich gar nicht bestreiten. Das ist ähnlich wie bei gewissen Vorurteilen, die ich auch habe und mich davon nicht freimachen kann.
      Aber nachdem sich eine Frage aufdrängt oder ein Vorurteil in einem bemerkbar macht, darf man ja gerne nochmal darüber nachdenken, bevor man das Vorurteil äußert oder sich aufdrängende Frage laut äußert.
      In diesem Fall sollte man sich die Frage stellen, was sich durch die Information ändern würde.
      Könntest du dein Kind besser schützen, wenn du wüsstest, welches Kind erkrankt ist?
      Nur weil sich eine Frage aufdrängt, bedeutet dass auf jeden Fall nicht, dass sie auch gestellt werden muss. Da kann man ruhig nochmal ein paar Minuten drüber nachdenken.

  22. Dani / Mai 12 2016

    Ich sehe auch keinen Vorteil darin zu wissen, wer das erkrankte Kind ist.
    Testen lassen müsste ich meine Kinder ggf. doch sowieso. Unabhängig davon, ob meine Kinder „normalerweise“ mit diesem Kind spielen. Ich kann ja nie ausschliessen, ob sie nicht gerade in den letzten Tagen doch mal mit dem betroffenen Kind gespielt, geredet oder einen Becher geteilt haben…
    Letztlich ist es wie mit Läusen in der Kita, wenn sie auftreten muss ich meine Kinder untersuchen, egal wer sie „eingeschleppt“ hat.
    Ehrlich gesagt finde ich es dem Kind und seinen Eltern gegenüber diskriminierend und übergriffig überhaupt zu fragen um wen es geht. Und dann noch der Verdacht, dass es ein Flüchtlingskind sein „muss“…

  23. Christine / Mai 12 2016

    Ich musste mich mal für einen Gesundheitstest auf Tbc testen lassen. Das war damals aber nur ein „Stempel“. Tat nicht weh. Wenn ich Antikörper gehabt hätte wäre das wohl rot geworden.

  24. Mi / Mai 12 2016

    Wie schon jemand geschrieben hat: Emlagel, bzw. Emlapflaster! Gibt es frei verkäuflich in der Apotheke und betäubt lokal. Haben wir im Krankenhaus kennen gelernt. Würde nie wieder eine Blutabnahme…bei den Kleinen ohne machen, es erspart Schmerz, Angst und mir als Mutter jede Menge inneren Stress!

  25. Mädelsmama / Mai 12 2016

    Wenn ich es richtig verstehe, wussten manche Leute ja (z.b. du), welches Kind erkrankt ist. Das ist es, was ich nicht verstehe. Andere Eltern anzupampen, weil sie etwas wissen möchten, was andere schon längst wissen. Wieso glaubst du, dass dir die Information zusteht und anderen nicht?? Und vielleicht sollte man den Eltern auch nicht gleich ausschließlich die Befriedigung der eigenen Neugier unterstellen, sondern eventuell auch Interesse und Mitgefühl? Ich kann da wirklich nichts schlechtes dran finden zu fragen, welches Kind betroffen ist.

    • Pia Drießen / Mai 16 2016

      Ich hab mir die Info nicht besorgt. Sie wurde mir zugetragen, was auch mit meiner Funktion in dieser Kita zusammen hängt. Einen öffentlichen Pranger werde ich weiterhin jederzeit ablehnen.

  26. Christiane / Mai 15 2016

    Ich empfinde diesen Post auch als gut und lobenswert. Welches Kind erkrankt ist, hat keinen Informationswert. Ich glaube, in fast jeder Gruppe von Menschen gibt es diese Hexenjagden, Mobbing, Aussenseiter werden gesucht oder gemacht – leider! Übrigens musste ich schon mit 40 zum Röntgen, wusste dann aber auch direkt danach, dass ich gesund bin.

  27. Beatrice / Mai 15 2016

    Ach herrje.

    Diese Aufregung immer. Ich kann verstehen, dass man sich sorgt, wenn ansteckende Krankheiten kursieren. Ich denke aber auch immer: Besser es ist bekannt, als dass es unbewusst verbreitet wird. Man informiert sich dann und weiß, wie du schon sagst, auf was man achten muss.
    Und einen Schuldigen suchen ist auch so bescheuert. Meine Kinder hatten zum Beispiel alle drei den Keuchhusten. Sie hatten ihn von geimpften Verwandten, die einen untypischen Keuchhusten hatten. Wir wiederum haben 2 geimpfte Kinder angesteckt. Die Frau vom Gesundheitsamt sagte ganz trocken, es gäbe immer wieder Impfversager. Also man ist nie 100% sicher.
    Ich für meinen Teil habe es im Kindergarten einfach ganz offen kommuniziert. Ich hatte keine Lust auf das Versteckspiel, wenn jemand fragt oder dass es gar hinter meinem Rücken verbreitet wird. Ich wollte mitreden. Ich habe auch sofort die Informiert, die Kontakt mit meinen Kindern hatten und Säuglinge zu hause hatten.
    Zu unserem Keuchhusten-„Drama“ habe ich einen Beitrag auf meinem Blog verfasst. Falls es jemanden interessiert. http://beatrice-confuss.de/2016/01/26/pertussis-keuchhusten/

    Dann hoffe ich mal, dass alle anderen negativ bleiben beim Test und das kranke Kind sich schnell erholt! Und das keiner den Eltern irgendeine Schuld einredet. Die werden sich genug Sorgen machen und haben es bestimmt nicht provoziert!

    Und dass die schlimmsten Unken-Rufer am Ende nicht zu solchen Info-Veranstaltungen kommen ist doch auch typisch. Das erlebt man immer wieder. Die braucht man dann aber auch nicht mehr ernst zu nehmen.

    LG

  28. Frederike Ziesche / Mai 19 2016
  29. Fabiana / Jul 22 2016

    Liebe Pia,

    wir sind gerade auf Ihren Blog gestoßen, da wir heute Nachricht vom Gesundheitsamt erhielten, dass wir (Vater, Mutter, Kind (bald 4)) näheren Kontakt zu einer an offener TBC erkrankten Person hatten. Puh. Am Montag geht es zum Test, der vermutlich beim Sohn wie bei Ihren Kindern ablaufen wird. Was man uns bei Nachfrage sagte, war, dass der Kleine präventiv unabhängig vom Testergebnis (!) über drei Monate antibiotisch behandelt werden müsse. Also auch, wenn der erste Test von Zweien negativ ausfällt. Das scheint in Ihrem Fall ja anders gehandhabt worden zu sein. Ist das vielleicht von Gesundheitsamt zu Gesundheitsamt unterschiedlich? Natürlich werden wir Folge leisten, wenn es unserem Sohn und natürlich auch allen anderen in seinem Umfeld hilft bzw. sie schützt, aber ein wenig Bauchschmerzen haben wir schon wegen einer Therapie ohne ’nachgewiesene‘ Erkrankung.

    Beste Grüße,
    F.

    • Pia Drießen / Jul 23 2016

      Das Gesundheitsamt erklärte uns, dass Kinder unter 3 Jahren wohl präventiv Antibiotikum bekommen würden. Das war bei unseren Kindern ja nicht der Fall.

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