Bis einer heult! • Immer gut für eine Überraschung
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16. November 2016 | Pia Drießen

Immer gut für eine Überraschung

Heute ist etwas ganz komisches passiert. Nein, komisch war es eigentlich nicht. Eher überraschend. Als ich Alex gegen Mittag von der Schule abholte, weil er noch einen Arzttermin hatte, verkündete er mir, dass er wieder zum Handball-Training gehen wolle.

Bereits letzte Woche hatte er Max‘ Handballtrainerin gefragt, ob er denn vielleicht noch mal kommen und mittrainieren dürfte.

Ich fragte ihn, ob er sich denn wirklich sicher wäre, immerhin hat er das Handballspielen ja aus guten Gründen aufgegeben. Zum einen war ihm das Anbieten und der Wettstreit im Spiel unangenehm, zum anderen der häufige Körperkontakt mit Mitspielern. Er konnte das sehr klar formulieren und ich hab das so akzeptiert. Sport soll ja ein Ausgleich sein und Spaß machen.

Umso größer war heute also meine Überraschung, als er mir mit absoluter Bestimmtheit verkündete, er wolle es wirklich noch einmal probieren. Nun gut.

So holte ich dann seine Handballtasche aus dem Schrank, packte die Trainingsklamotten ein und fuhr beide Jungs zum Training.

Als ich sie eine Stunde später wieder abholen kam, konnten Mimi und ich noch eine Weile zugucken. Alex machte das wirklich richtig gut. Natürlich merkt man, dass er etwas mehr als ein Jahr pausiert hat. Sein Umgang mit dem Ball ist nicht so sicher, wie zum Beispiel der seines Bruders. Aber er war sehr motiviert und konzentriert bei der Sache und hatte dabei nach eigener Aussage sehr viel Spaß.

Am Ende des Trainings erklärte er mir und seiner Trainerin, dass er sehr gerne wieder regelmäßig kommen würde. Also probieren wir das noch mal aus. Gemeinsam mit Max wird er nun wieder dienstags und mittwochs zum Training gehen.

Ich freue mich so. Es ist ein überraschender Schritt, der ihn und uns wieder ein kleines Stück nach vorne bringt.

Wie schrieb eine Leserin heute auf Facebook so absolut treffend:

Manchmal muss ein Kind eine Weile wieder in sich hineinwachsen.

Für den Lacher des Tages sorgten die Jungs dann gleich auch noch. Als sich beide im Anschluss an das Training wieder umgezogen hatten – Max war noch dabei sich die Schuhe anzuziehen – fragte Alex mich ganz verwundert: „Mama, kann es sein, dass ich Max‘ Hose an habe?

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Notiz an mich: Wenn die Jungs das nächste Mal zu Training gehen, sollte ich tunlichst darauf achten, dass sie nicht die gleiche Hose, nur in unterschiedlicher Größe, tragen.

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Über den Autor:
Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Marketing- und Medienberaterin mit Schwerpunkt Social Media. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
    
  1. Eva-Maria Treichel / Nov 16 2016

    Immer, wenn wir uns in einer Sackgasse sehen, schon irgendwie resignieren, passiert etwas, womit wir nie gerechnet hätten. Aber wirklich nur dann, nicht, wenn wir denken „ach jetzt bin ich in einer Sackgasse, jetzt kommt sicher bald die Kehrtwende, aber ich darf das natürlich nicht denken! “ – es ist das wirkliche Loslassen.

    — via facebook.com

  2. JuttaB / Nov 16 2016

    Irgendwas ist immer. Und wenn es ist, das sie sich nur mal kurz um die Nutzung eines Kinderrollers streiten. Deswegen gefällt mir auch der Spruch so gut, wo eine Frau nach ihrem Beruf gefragt wird, und sie antwortet: Ich manage eine kleines Familienunternehmen

  3. Ann-Ann / Nov 17 2016

    Ist doch super, wenn er es nochmal probieren möchte.
    Und wer weiß, vielleicht hilft ihm das dabei mit dem Problem aus deinem vorherigen Post besser zurechtzukommen!?
    Ich drücke euch die Daumen und wünsche euch weiterhin viel Kraft. 🍀
    Ihr seid eine bewundernswerte und tolle Familie.
    Liebe Grüße

  4. Tina / Nov 17 2016

    In sich hineinwachsen, das ist eine wirklich schöne Formulierung! Toll, dass er wieder Spaß daran hat. 😊

    — via twitter.com

  5. Kati / Nov 17 2016

    Ich finde mich bzw. meine Jungs in Deinem letzten Absatz wieder – uns passiert es praktisch jeden Tag, dass sie ihre Kleidung vertauschen, meist zieht der Kleine die Sachen des Größeren an (1 Kleidergröße Unterschied). Manchmal merken wir es gar nicht, manchmal sieht man es, dann wird gewechselt.

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