Bis einer heult! • groß & neugierig & klein & vorsichtig
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2. Februar 2017 | Pia Drießen

groß & neugierig & klein & vorsichtig

Seit 2 Wochen laufen Mimi und ich morgens zum Kindergarten. Seitdem die Jungs selbständig ihren Schulweg meistern, bin ich nicht mehr unter Zeitdruck und kann mit der oft trödelnden Mimi wunderbar bis zum Kindergarten spazieren. Ziemlich genau 1 Kilometer beträgt eine einfache Strecke. Ausreichend Weg also, um viel – sehr viel – mit mir zu diskutieren und Fragen über Fragen zu stellen.

„Wieso darf ich nicht an der Straßenseite gehen? Ich bin schon groß und vorsichtig und kein kleines Baby mehr.“ – „Weil es auch andere Straßenteilnehmer gibt und die können Fehler machen. Mal eben während der Fahrt aufs Handy geguckt und zack, auf den Randstein gekommen. An der Hausseite geht man einfach sicherer.“

„Wieso darf ich an der Straße nicht laufen?“ – „Wer läuft kann auch schneller stolper und wer stolpert kann auf die Straße fallen.“

„Wieso ist es heute viel heller als gestern? Sind wir so spät?“ – „Nein, es wird jetzt jeden morgen etwas früher hell, weil bald wieder Frühling ist (Das mit der Erdumlaufbahn erklärt man vermutlich anhand von Anschauungsmaterial besser).“

„Wieso ist die Straßenlaterne gerade ausgegangen?“ – „Vermutlich wird sie durch eine Zeitsteuerung, wie bei unseren Rollos, gesteuert.“ 

„Warum darf ich nicht alleine zum Kindergarten gehen?“ – Weil Du mir dafür noch zu klein bist. Außerdem ist es nicht erlaubt (wieso, warum, Versicherung, Trallala, muss sie ja noch nicht wissen).“

„Schlafen noch alle Menschen, da wo die Rollos unten sind?“ – „Nein, manche wollen einfach nicht, dass man ihnen in die Wohnung gucken kann. Oder sie sitzen noch im Schlafanzug am Esstisch. Oder die haben ihre Zeitschaltuhr noch nicht umgestellt.“

„Wieso schneit es bei uns nie?“ – „Das weiß ich leider auch nicht.“

„Darf ich alleine zum Kindergarten gehen, wenn ich 5 bin?“ – „Nein.“

„Du bist so gemein! Ich kann das alleine! Ich bin schon groß!“ – „Ja, nein, ja, aber eben noch ein Kindergartenkind.“

Dann stapft sie wütend 2 Meter vor, verschränkt die Arme vor der Brust und redet kein Wort mehr mit einem. Bis zum ersten Zebra-Streifen. Sie schaut links, sie schaut rechts und wieder links. Aber sie geht nicht los. „Was ist los? Wieso gehst Du nicht?

Ihre Unterlippe schiebt sich nach vorne und ihre kleine Hand in meine. „Vielleicht bin ich doch noch nicht so groß„, sagt sie mit kugelrunden Augen im Flüsterton. „Das ist schon okay.

Also gehen wir Hand in Hand den Rest des Weges, nur um morgen wieder die selbe Diskussion zu führen und die selben Fragen zu erörtern. Diese Mimi ist schon eine ganz spezielle <3 Man kann sie nur lieben.

 

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Über den Autor:
Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Marketing- und Medienberaterin mit Schwerpunkt Social Media. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
    
  1. herr von sinnen / Feb 2 2017

    gleichzeitig laufen und dabei trödeln – das schafft man auch nur nördlich des weißwurstäquators ^^

  2. Scarlet Schmalor / Feb 2 2017

    Mimi 😍😍😍

    — via facebook.com

  3. Kommt mir sehr bekannt vor 👍😍

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  4. Nicole Klink / Feb 2 2017

    Wie süß😍. Kann man sich da als Mama ein Schmunzeln verkneifen? Ich finde Mimis Art echt Zucker!

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  5. Marta / Feb 2 2017

    Ach <3 Ich bin ein bisschen fremdverliebt in deine Kleine!

  6. Biene / Feb 3 2017

    Wie süß. Ich glaube, wenn wir zur Kita laufen würden, hätten wir am End ezusätzlich noch gefühlt 300 Steine und 20 Stöcker, die alle ganz ganz lebensnotwenig mit in die Kita genommen werden müssen!!!
    Heute z.b. sitzt ein kleines Kuscheltier bei mir auf dem Kindersitz und sollte mit auf Arbeit fahren, damit ich nicht so alleine bin ;-)

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