Bis einer heult! • Handballcamp & ungeliebte Aufgaben
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16. August 2017 | Pia Drießen

Handballcamp & ungeliebte Aufgaben

Mimi legte heute morgen, auf dem Weg zum Kindergarten, ein ganz schönes Tempo vor. „Los, Mama, beeil Dich!“ Warum sie es so eilig hatte könnte sie mir zwar nicht sagen, aber so ein lockeres Lauftraining am Morgen macht jedenfalls sehr wach.

Ich glaube, ihr fehlt das Handballtraining. Wenn man bedenkt, dass sie sonst jede Woche 3 Stunden mit einem Ball durch die Sporthalle rennt und ihr das jetzt seit inzwischen 4 Wochen fehlt, dann kommt so ein Verdacht schnell auf. Heute morgen fiel mir jedenfalls mal wieder auf, dass sie meine Fußballer-Waden geerbt hat. Ihre Muskel an den Waden sind kleine, fein definierte, Pakete, die bei jedem Schritt beachtlich arbeiten. Und ihr solltet erstmal ihre Bauchmuskeln sehen! Ich bin davon immer total fasziniert. Mein kleines Muskelmädchen.

Handball stand dafür bei den Jungs auf dem Programm. Leider ist das Handballcamp erst ab 7 Jahren. Sonst hätte ich Mimi natürlich mit angemeldet.

Waren die Jungs am ersten Tag noch von der ungewohnten Strenge der DHB-lizensierten Trainer eher eingeschüchtert, so schwärmen sie jetzt nur noch davon, was sie schon alles gelernt haben. Mimi und ich konnten heute noch eine viertel Stunde zuschauen, als wir die Jungs abholten. Ich war richtig überrascht, als wir ein Trainingsspiel mit richtig guten Spielzügen, reichlich Tempo und vor allem Regelverständnis zu sehen bekamen. Das übliche Vereinstraining der F-Jugend ist bisher sehr auf Technik und Spaß ausgelegt. Was in dem Alter ja auch völlig ausreichend ist. Dass nun im Handballcamp auch das strikte Einhalten der Regeln gefordert und erste Taktik gelernt wird, finden wir trotzdem alle ziemlich super. Die Jungs fühlen sich total wichtig und ernst genommen. Lediglich Max klagte mal wieder, dass er den Ball im Spiel nur sehr selten bekäme. Das ist und bleibt wohl erstmal der Nachteil seiner geringen Körpergröße. Die Mitspieler trauen ihm einfach nix zu. Das tut mir für Max zwar sehr leid, aber helfen kann ich ihm dabei nicht. Er muss da einfach durch und sich beweisen.

Am Nachmittag hatte ich dann eine meiner ungeliebtesten Aufgaben als Mutter zu bewältigen: Aufräumbegleitung. Ohne geht es bei Mimi nämlich gar nicht. Erstmal weigert sie sich standhaft überhaupt anzufangen und wenn man dann ein paar Konsequenzen (kein Spielbesuch, kein Fernsehen) aufgezählt hat, fängt sie zwar widerwillig an, verliert sich aber nach dem ersten aufgehobenen Spielzeug direkt wieder im Spiel. Also setze ich mich zu ihr, gebe ihr Tipps wo sie was hinräumen kann und motiviere sie einfach weiter zu machen. Das ist ganz schön anstregend. Früher endete das oft darin, dass Mimi irgend ein Spiel begann und ich entnervt aufgeräumt habe. Aber inzwischen bin ich da sehr eisern. Ich mach mir einen Kaffee, nehme mein Handy mit und sitze wie ein Schiedsrichter beim Tennis auf dem Bett und beobachte das Treiben.

Auch heute musste sie sich unbedingt nochmal ihr altes Wohlfühbuch aus der Kindergarteneingewöhnungszeit angucken. Und mir zeigen. Ein Foto von Mimi, ein Foto von Papa, ein Foto von Max … als hätte ich das Buch, das ich selber gestaltet habe, noch nie gesehen. *gnihihi*

Immerhin war sie nach einer Stunde dann fertig mit ihrem Schreibtisch und dem Fußboden. Morgen machen wir uns dann an das Bücher-/Spieleregal.

Ich habe ihr heute Abend nochmal eindringlich geraten, das Zimmer nicht wieder zu verwüsten, weil sie sonst morgen noch länger aufräumen müsse. Ob sie meinen Rat verstanden hat, sehe ich dann morgen früh, wenn ich das Licht in ihrem Zimmer anmache. Manchmal trifft mich dann fast der Schlag. Es bleibt spannend.

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Über den Autor:
Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Von Beruf freiberufliche Autorin und Bloggerin. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
    
  1. Caroline / Aug 16 2017

    Aufräumbegleitung – da musste ich mich mal kurz beömmeln. Die braucht meine 4,5 jährige auch – genau dasselbe!

  2. Dr. Green / Aug 16 2017

    Mich trifft auch manchmal der Schlag, wenn ich in die Kinderzimmer reinschaue ;)

  3. Lisa / Aug 17 2017

    Ist es nicht schön wenn so langsam der Alltag wiederkommt 🤣

    Hat euer Kinderarzt mal irgendetwas zu Max Größe gesagt ? Vllt eine Stoffwechselstörung oder einfach “ nur klein “ ?
    Wir haben das hier nämlich andersherum…die mittlere ist 2 und 94 cm groß bei 13.5 kg. Da sagte der Arzt wenn es so weitergeht müssen wir ein paar Tests machen lassen.
    Nebenbei gesagt hat diese große Größe auch Nachteile. Die Leute denken ich schiebe eine 4 jährige im Buggy spazieren…und bei den Probetagen im Kiga merkt man doch das aufgrund ihres älteren Aussehens automatisch mehr erwartet wird. Manchmal ein Elend…ob groß oder klein…

    Liebe Grüße

  4. Katharina / Aug 17 2017

    Hier hat das Mimipendant neulich von oben ganz verschreckt herunter gerufen “ Mama, ich habe alles alleine eingeräumt.“ Sie war über sich verdutzter als ich 😂
    Wünsche euch auch ganz bald so einen Moment, denn Aufräumbegleitung ist müüüüüüüühsam

  5. Anna Jakobs / Aug 17 2017

    Wenn Mimi’s Zimmer jetzt hübsch ordentlich ist, würdest du uns einen aktuellen Einblick gewähren? Der Schreibtisch stand doch mal anders ;-)

    — via facebook.com

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