scheißedoof, nie und wie immer

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Nachdem das kleine Kind heute morgen gar keinen guten Start in den Tag hatte und sich von allem und jedem angegriffen fühlte, war ich ja schon sehr stolz und froh, dass ich sie wenigstens mit einem kleinen Lächeln auf ihren Lippen verabschieden konnte. Davor hat sie 45 Minuten gerumpelstilzchend, Klamotten durch die Gegend geschleudert, das Frühstück verweigert, unter großem Protest Zähne geputzt und die Füllung ihrer Brotdose für scheißedoof befunden. So viel Liebreiz und Harmonie an einem Morgen. Da kann man schon mal einen vorzeitigen Eisprung bekommen. Oder spontan menopausieren.

Zum Glück richtet ein starker heißer Kaffee und eben besagter Abschiedslächler mein lädiertes Nervenkostüm wieder auf und ich kann mich recht beschwingt an die Arbeit machen.

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Zwischendurch tue ich so Dinge, die man eben auch nur tun kann, wenn man im Homeoffice arbeitet: Waschmaschine anstellen, Spülmaschine aus-und wieder einräumen oder ein Fenster putzen.

Das mach ich übrigens nur noch so. Alle paar Tage putze ich irgendein Fenster im Haus. So ist immer irgendwo ein Fenster zu putzen, über das ich mich ärgern kann und mindestens eins sauber, über das ich mich freuen kann. Auch eine Form von Achtsamkeit. Sehn Sie, sowas lernen Sie nicht mal bei der Frau Kondo.

Jedenfalls sitzt der große Sohn beim Mittagessen am Esstisch, guckt aus dem Fenster und fragt dann allen Ernstes und tatsächlich so ein bisschen erschrocken: „Wo isn die Glasscheibe hin?“ und ich erwidere total stolz: „Die hab ich geputzt!“ und er lobt mich mit so einem stimmbrüchigen „Gründlich!“ und nickt anerkennend. (Ja, da waren jetzt ein paar viele unds drin, aber das soll so sein. Stilmittel, verstehen Sie?)

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Hausaufgaben gehen beim Mittelkind heute nur so mittel gut (Haha, Wortspiel!). Weil er in der Schule mit einem Abschreibtext nicht fertig geworden ist, muss er das zuhause erledigen und Abschreiben – meine sehr verehrten Damen und Herren – hasst dieser kurze Mensch abgrundtief. Also jammert es „Ich kann das nicht.“ oder „Ich schaff das nicht!“ oder auch „Nie! Nie werde ich fertig! NIEMALS!“ neben mir, während der große Bruder seine Hausaufgaben so runter reißt, seine Sachen wegpackt und „Ich geh in mein Zimmer“ erklärt. Wir sind in Zeile 4 von 8 und mittlerweile glaube ich, dass an dem NIE vielleicht was dran ist.

Kaum ist der große Bruder weg, besinnt sich das Mittelkind und rennt dann fehlerfrei und leichtfüllerig (hübsches Wort, oder?) erst durch die Deutsch- und dann durch seine Mathe-Hausaufgaben. Also die Hausaufgaben, die wir für heute festgelegt hatten. Wochenplan und so.

Seine Laune ist zum Schluss sogar so gut, dass er unser tägliches Rechtschreibtraining* mit Motivation durchzieht. Halleluja.

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Ich bringe zwei Kinder zum Kung Fu, fahre mit einem Kind einkaufen, hole zwei Kinder wieder vom Kung Fu ab und lasse ein drittes da, welches ich dann eine Stunde später ebenfalls wieder abhole. So ein typischer Dienstagnachmittag eben. Das ist genauso spannend, wie es sich liest.

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Zum Abendessen gibt es Müsli und Brote, wir sprechen die zurück bekommenen Tests durch und planen die restliche Woche. Der Große spielt mit dem Gedanken auch den Schul-Chor zu besuchen, wovon ich ihm aber abrate, weil er a) seine ohnehin knappe Freizeit damit noch mehr schmälert und b) der kleine Bruder auch ruhig mal was nur für sich haben darf und soll. Da er sich recht fix überzeugen lässt war das Interesse wohl ohnehin nicht so wirklich groß.

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Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Von Beruf freiberufliche Autorin und Bloggerin. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
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6 Gedanken zu „scheißedoof, nie und wie immer

  1. Hallo Pia,

    die selbst auferlegte Netzpause war für uns als Fans Ihres Blogs doch sehr laaaang, aber wohl sehr erholsam?! So herrlich frische Texte mit viel Humor sind einfach wunderbar (nicht dass wir die kritischen, tief gehenden Texte nicht auch zu schätzen wissen). Aber es wirkt als würde es Ihnen richtig gut gehen und die Fröhlichkeit wirkt einfach ansteckend.

    Gute Nacht und für morgen einen Start in den Tag, der nicht Menopause auslösend wirkt. :D

  2. Hallo Pia,
    da kann ich mich nur anschließen…
    Ich amüsiere mich auch täglich und freue mich, dass es bei Euch scheinbar lustig zugeht.
    Die MimiPhase beherrscht hier morgens auch mein kleines Mädchen. 3 x Atmen und dann geht es.
    Viele Grüße,
    Manuela

  3. Ist ja lustig….hier heißt es Flex und Flo!
    Komisch dass sogar die Namen von Bundesland zu Bundesland anders sind….
    Wir sind auch so in den Tag gestartet…
    Dafür kam sie dann aber lächelnd nach Hause….?

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