Rippen, Ohnezahn & Samstag

Da ich gestern ja nicht Tagebuch gebloggt habe, hole ich das heute in Auszügen nach. Der Tag lief nämlich so gänzlich anders, als geplant.

Während der Mann und ich noch ein paar Bahnen tapezierten, damit die Abstellkammer nun auch endlich fertig wird und befüllt werden kann (endlich Privatsphäre für den Staubsauger!), klingelte mein Handy.

Das große Kind sei beim Tanzen umgekippt und klage über Atemnot. Folglich fuhr ich noch mit Kleister an den Händen zur Schule, wo ich mein Kind leichenblass und rasselnd wie Darth Vader vorfand. Die ersten 10 Minuten war ich wirklich hin und her gerissen. Beim Kinderarzt ging keiner mehr dran. Beim Dorfarzt nehmen sie Kinder erst ab 13 Jahren. Das Kind saß derweil im Auto und atmete möglichst flach durch die Nase ein und den Mund wieder aus. So, wie ich es ihm erklärt hatte. Große Kinder sind toll.

Da nun kein Arzt kurzfristig verfügbar war, fuhren wir erstmal nach Hause, wo wir den Sohn möglichst flach auf dem Sofa lagerten. Nach und nach stellte sich eine Besserung ein und wir fanden heraus, dass er wohl während der Tanzproben mehrmals den Wurm auf dem Turnhallenboden gemacht hat und sich dabei womöglich die Rippen geprellt hat. Der Brustkorb schmerzte zwar weiterhin, aber er bekam wieder normal Luft und so ersparten wir ihm den Nachmittag beim Arzt, gegen den er sich bereits bei der bloßen Erwähnung vehement wehrte.

Eine Rippenprellung ist echt fies. Ich hatte im selben Alter mal eine, nachdem ich von einer nassen Eisenlokomotive abgerutscht und mit dem Brustkorb aufgeschlagen war. Die Atmennot vergeht echt schnell, aber der Druckschmerz der Rippen bleibt wirklich lange.

Als der Mittlere nach Hause kam, war er ganz aufgeregt, weil er in der Schule bereits von den Klassenkameraden des Großen erfahren hatte, dass etwas passiert sei.

Nachdem er sich überzeugt hatte, dass der große Bruder noch an einem Stück und auf dem Wege der Besserung war, kümmerte er sich rührend um Alex, brachte ihm Tee und schmierte ihm einen Buttertoast.

Es beruhigt mich ja immer ungemeint, dass die Kinder in der Not zusammen halten und sich umeinander sorgen. So hatten wir gestern einen ganzen Tag(!) keinen Streit und ausschließlich harmonischen Geschwisterplüsch. So ein bisschen spooky war das allerdings schon.

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Am Nachmittag lösten der Mittlere und ich den Kinogutschein ein, den er bereits zum 8. Geburtstag geschenkt bekommen hatte und schauten Drachen zähmen leicht gemacht 3. So ein toller Film. Keine Sorge. Ich werde Sie nicht spoilern, aber so ein toller Film. Wir haben lauthals gelacht und auch geheult. Die Story ist gut und die Bilder sind gigantisch. Ich kann die Begeisterung der Kinder für diese Storyline absolut nachvollziehen und stelle tatsächlich etwas wehmütigt fest: einen 4. Teil wird es vermutlich nicht geben. Aber das wäre dann jetzt doch ein Spoiler.

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Heute war hingegen langweiligster Haushaltstag. Achtsamkeits-Fenster putzen, Wäsche wasche, trocknen, falten und verräumen, Wocheneinkauf und das übliche Aufräumen. Laaangweilig.

Der Große verabschiedete sich am Nachmitag zu seiner Freundin, die ihre Freunde heute anlässlich ihres Geburtstags ins Kino einlädt. Danach wird er dort auch übernachten und somit erst morgen Mittag wieder in heimischen Gefilden aufschlagen.

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Zum Einkaufen begleiteten mich heute der Mittlere und die Kleine freiwillig. FREIWILLIG! Sie wollten nämlich unbedingt selber noch eine Kleinigkeit für Tante Mimi, die wir morgen besuchen, kaufen. Was genau darf ich hier natürlich nicht verraten. Soll ja eine Überraschung sein!

Bei der Gelegenheit durfte dann auch das Sandwichkind das erste Mal am Bankautomat etwas von seinem Konto abheben.

Nach dem Einkaufen schleppte Mimi die mitgebrachten Orangen rüber zur liebsten Nachbarin und spielte mit ihr ein paar Partien Mensch ärger dich nicht und Uno. Kurz bevor es dunkel wurde gesellte sie sich dann wieder zu uns.

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Nun sitzen wir auf dem Sofa und schauen Fernsehen. Nebenbei betreibe ich etwas Skincare, was die restlichen Familienmiglieder zu einem zunächst anhaltenden Lachflash und dann zu ziemlich steilen Theorien, ob ich wohl eher ein Alien oder eine Mutant sei, führte. Ich hab die auch alle lieb. Echt jetzt.

Dem großen Kind ging es heute übrigens wieder wirklich gut. Er hat keine Blutergüsse und spürt nur beim tiefen Luftholen noch eine Ziehen in den Rippen.

Es wurde keine Werbung für erkennbare oder genannte Marken beauftragt.

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Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Von Beruf freiberufliche Autorin und Bloggerin. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
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4 Gedanken zu „Rippen, Ohnezahn & Samstag

  1. Guten Abend :)

    Schön, dass es glimpflich ablief und das große Kind wohlauf ist.

    Was mich zum Kommentieren anregt ist dieses mega Selfie mit Tuschmaske!

    You made my day! Sie sind ganz großartig!
    Vielen Dank für das Teilen.

    Ich lese hier schon von Anfang an mit, bin aber eher still ;)

    Alles Liebe ?

  2. Die Maske???! Und dann der Blick dazu…ich kann nicht mehr. Es erinnert mich an eine Episode aus meiner Teeniezeit, als ich noch zu Hause gewohnt habe. Setzte mich mit grüner Schlamm-Maske neben meinen Vater, welcher eine Sendung im Fernseher schaute, aufs Sofa. Nach einiger Zeit schaute er zu mir rüber, wollte etwas sagen und erstarrte mitten im
    Satz zur Salzsäule…sein Gesichtsausdruck…unbezahlbar und unvegesslich!

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