Anders, als gedacht.

Und dann kam das so, wie ich‘s nicht erwartet habe. Wie immer.

Das Löwenmäulchen bockte im Auto rum, wollte auf den Arm, nein, selber laufen, den Rucksack tragen, nein, tragen lassen, rein, nein, raus, nein, rein … letztendlich sah er seine heißgeliebte Erzieherin, enterte seinen Gruppenraum und rief „Düüüs, Mama!“ Noch gerade eben so durfte ich seine Windel- und Klamottenkiste frisch befüllen, dann musste ich auch bitte, danke dann auch schon gehen.

Der Quietschbeu war ein wenig unsicherer. „Ich will frühstücken!“ Da ich nicht wusste, wie das in seiner neuen Gruppe gehandhabt wird, sagte ich ihm, dass er sich erst Mal Schuhe ausziehen und seinen Rucksack aufhängen solle und wir würden dann gemeinsam fragen, wie das mit dem Frühstücken ist.

Und die neue Erzieherin, die wir ja aus einem ganzen Jahr Kindergarten schon vom Sehen und auch Flur-Smalltalk schon kennen, nickte und bejahte, dass er natürlich jetzt schon frühstücken dürfe. Mein Kind im Freudentaumel. Sofort lief er raus, holte seine Rucksack und setzte sich an den Frühstückstisch. Als erstes fiel ihm auf, dass die Stühle ein Stück höher sind, als in der U3-Gruppe. Tja, er ist ja jetzt auch ein großer Junge.

Es gesellten sich sofort ein paar Jungs zu ihm, die schon länger in der Ü3-Gruppe sind. Ich hätte so ein bisschen heulen können, vor Rührung und Stolz. Gemeinsam packten wir sein Frühstück aus, ich bekam meinen dicken Abschiedskuss und durfte gehen.

30 Minuten hatte ich für jedes Miezkind eingeplant. Wurscht-Käse-Szenario* nennt der Miezmann das immer. Letztendlich waren es für beide zusammen ungefähr 15 Minuten.

Und wieder ein Grund diese enge und verbundene Babyzeit ganz besonders intensiv zu genießen. Sie werden so schnell groß und selbstständig und gehen ihren Weg. Allein. Seuftz.

*Der Mann bittet um den Hinweis, dass er immer Wurst-und-Käse-Szenario sagt und die Verdialektung durch mich erfolgte.

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Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Von Beruf freiberufliche Autorin und Bloggerin. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
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2 Gedanken zu „Anders, als gedacht.

  1. Ich finde es eher faszinierender, sie dabei zu beobachten, wie sie ihren eigenen Weg gehen. Wie sie auch ihre eigene, kleine Welt haben (real wie phantastisch).
    Es macht Spaß, sich in Hör- und Sehreichweite zu setzen und einfach nur zuzuschauen, wie sie einen Stapel Holzbohlen in ein Piratenschiff verwandeln oder mit ihrem Wissen versuchen, sich gegenseitig die Welt zu erklären.

    Nebenbei… die Kuscheleinheiten brauchen sie auch weiterhin. ^^
    Aber für irgendwas muss Mama ja auch da sein :D
    *flycht*

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