Ratz-fatz-Sonntag

Die Kinder haben schon wieder die Fernbedienung für nahezu alle Wohnzimmerlampen weggezaubert. Kann man die irgendwo für son Kleinkind-Zauber-Camp anmelden? Vielleicht lernen sie dort die weggezauberten Dinge auch wieder – hex hex – herzuzaubern. Solange sitze ich also im Dunkeln, hab mir son Mädchenfilm angemacht und trinke Chai Latte.

Der Tag war gut und dabei habe ich vor den Sonntag – denen ohne Mann – immer etwas Angst. Die Jungs schliefen wieder gemeinsam in einem Bett. Wir haben uns jetzt darauf geeinigt, dass sie das am Wochenende gerne tun dürfen, unter der Woche aber jeder in seinem Bett schläft. Es war 6:30 Uhr als beide wach wurden, weil der Quietschbeu aufs Klo musste. Danach flüsterte der Große durch den Schlafzimmertürspalt: „Maaamaaa? Wir gehn schonma‘ runter. Du kannst ja noch was schlafen!“ Boaaah.

Sie standen dann um 8:30 Uhr wieder im Schlafzimmer, weil sie Hunger hatten. Das Meedchen und ich pellten uns aus der Bettdecke und alle vier machten wir uns im Badezimmer fertig. Nein, wir haben kein Hallenbad, aber ein Doppelwaschbecken und eine Toilette, was schon Mal 3 Miezens beschäftigt, während Nummer 4 aufm Badezimmerteppich sitzt und versucht sich anzuziehen (möchte anmerken, dass ich nicht Nummer 4 bin. Meistens).

Dann war da ein ausgiebiges Frühstück, Playmobil, Bücher, Rollenspiele (Sankt Martin, Robin Hood und Peter Pan). Für mich standen außerdem 3 Maschinen Wäsche auf dem Programm. Irgendwie flogen die Stunden heute nur so dahin. Wir schauten die Sendung mit der Maus und ich brachte danach das Meedchen ins Bett.

Wir essen am Wochenende nach dem Mittagsschlaf des Meedchen warm. Also so gegen 15:30 Uhr. Zur Mittagszeit gibt es einen Obstteller und ein paar Butterkekse. Hat sich irgendwie so eingebürgert, weil es für mich natürlich viel einfacher ist, in der Mittagsschlafzeit des Meedchen zu kochen.

Heute gab’s eine ziemlich grandiose Thunfischsauce an Nudeln. Nachdem der Quietschbeu ca 50 Mal „Ich mag keinen Thunfisch!“ gesagt hatte und das Löwenmaul den Teller gar nicht erst ansehen wollte, inhalierten sie dann den ganzen Topfinhalt. Immerhin 500g Nudeln und 250ml Sauce. Schlurps.

Dass es dem Meedchen schmeckte stand außer Frage. Isst sie normaler alles, wirklich alles mit einer Gabel (also z.B. auch Brot), stopfte sie die Nudeln heute einfach mit vollen Fäusten in die Schnute. Bekomme ich wieder ein Fleißaufkleberchen ins Muttiheftchen.

Der Nachmittag stand dann wieder im Zeichen von noch mehr Playmobil, noch mehr Rollenspielen und einem 30 Minuten-Sofa-Nickerchen. Hups. War nicht geplant. Geweckt wurde ich durchs Meedchen, die vor mir stand und mich ankrähte, weil sie nicht an de Taschentücher kam, aber zwei große Rotz-Torpedos aus der Nase hängen hatte. Hechtbagger zur Taschentuchbox. Mein Sontagssport (die Kinder sind mein Fitnessprogramm. Echt jetzt.)

Noch ein fixes Abendbrot, ein halbes Stündchen Fernsehen und ab in die Betten. Zuvor haben die Kinder freiwillig (*blinkblinkblink*) das Wohnzimmer von all ihrem Spielzeug befreit und aufgeräumt. Der Quietschbeu ist sehr pedantisch, was das angeht, das Löwenmaul hingegen eher sehr sehr faul und großes prokrastinations Talent und das Meedchen gerade in dieser herzallerliebsten „alles aufräumen wollen“-Phase. Letztere stopft tatsächlich alles was sie findet in irgendwelche Ritzen und Spalten. Jüngst fand ich ihren ganz persönlichen Mülleimer: einen Ordner, den sie durch das Lock im Rücken befüllte. Unter anderem mit Rotzfahnen, Babybell-Schalen, und und und.

Mein Feierabend war also ruhig und gemütlich. Der Meedchenfilm ist inzwischen aus und der Chai Latte lange leer. Draußen regnet es in Strömen und morgen ist wieder Montag. 

Seit vorletzter Nacht überwache ich übrigens mit einer App meinen Schlafrhythmus, weil ihr alle so erstaunt darüber ward, dass mir nur 5 Stunden Schlaf reichen. Tatsächlich zeichnet sich bereits nach 2 Nächten der Trend ab, dass ich einfach in dieser sehr kurzen Zeit überwiegend (80-90%) tief und feste Schlafe, was mir offenbar dann ebenso ausreicht, wie anderen 7 -8 Stunden, von denen sie die Hälfte in einer Leichtschlafphase verbringen. Ich werde das weiter beobachten.

So dann. Gehabt Euch wohl und eine gute Nacht.

Küsschen,
Eure Miez

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Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Von Beruf freiberufliche Autorin und Bloggerin. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
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11 Gedanken zu „Ratz-fatz-Sonntag

  1. Klingt nach einem ziemlich perfekten Sonntag. Irgendwie so. :)
    Was ist das denn für eine App? Nicht, dass ich irgendeinen Grund hätte, mein Schlafverhalten überprüfen zu wollen, aber ich bin einfach neugierig, wie so eine App wohl funktioniert. :)

  2. Liebe Mama Miez,
    würden Sie so nett sein und demnächst mal kurz erzählen wie Sie ihre Thunfischsauce zubereiten. Ich liebe Thunfisch, esse diesen aber meistens im Salat oder auf der Pizza. :D deswegen würde mich die Sauce mal interessieren.

  3. Das klingt nach einem beschaulichen Sonntag. Meine Schlaf-App ist Sleep Meister (what a name!). Sie zeigt so durchschnittlich 80% Schlafqualität an. Ich fühle mich heute wie 40%.

  4. hallo miez ….wieder super toll geschrieben…ich ziehe den hut vor dir …wie toll du das immer meisters …und wegen den 5stunden schlaf ….die habe ich auch …ich würde mich über eine rezept blog beitrag freuen mit der thunfischsosse….weil bis jetzt alles was ich von dir nach gekocht habe hier ist ein hit und wieder sehr gerne gegessen und wie liebe die sachen sehr…..bitte mache weiter so…lg anni

  5. Ich möchte aus gegebenem Anlass das wunderschöne Wort „Rotz-Torpedo“ klauen und verwenden. Es passt gut zu dem fröhlichen „Mamaaa, Pepe hat eine Ssnotternase!“, das ich jetzt dauernd höre. ;)

  6. Ich komme auch mit wenig Schlaf aus – ich denke tatsächlich, dass das Typsache ist und manche Menschen das einfach auch am Wochenende etwas kompensieren, wenn man nicht mehr um 5 Uhr raus muss (insofern die Kinder mitschlafen, hehe…).
    Klingt nach einem gelungenem Sonntag :)

    Liebe Grüße

    Halitha

  7. Deine Kinder sind echt erstaunlich! Du kannst sie 2(!) alleine unten spielen lassen ohne, dass sie a) die Wohnung verwüsten, b) ausbüxen oder c) sich gegenseitig die Köpfe einschlagen, fernder d) nach 10 Minuten wieder hoch kommen und sagen „Mamaaa, stehst Du jetzt bitte auf, wir haben Hunger/Durst/wollen was vorgelesen bekommen/bauen“ etc. *ungläubig die Stirn runzel* Warum dürfen’s denn nicht zusammn im Bett schlafen? Aus eben diesem Grund, dass sie dann beide früh wach sind? Die Kids (2&4) meiner Kollegin schlafen beide zusammen in einem grossen Bett, ich finde das sowas von süss! Das mit dem Schlaf ist einleuchtend. Schätze, dass, würde ich nicht nachts 5-6x geweckt, sicherlich auch teils aus dem Tiefschlaf, käme ich sicher auch mit weniger aus… wobei ich eigentlich immer an die 8h schlief…

    1. Das meiste ist Vertrauen, da ist wenig Erstaunliches dran. Sie haben sich gegenseitig, also keinen Grund nach 10 Minuten vor meinem Bett zu stehen. Sie sind 4 und 3, da muss man nicht mehr ständig daneben stehen. Wenn sie Durst haben, nehmen sie sich Wasser. Für den ersten Hunger nehmen sie sich auch mal ne Banane.
      Die Türen sind abgeschlossen, wohin sollen sie ausbüxen? Und dass sie ihre Spielzeugkisten ins Wohnzimmer kippen: so what? Kinder halt.

      Sie schlafen unter der Woche nicht in einem Bett, weil sie gemeinsam weniger gut und erholsam schlafen. Und ihre Energie brauchen sie unter der Woche. Und die Beiden haben bis vor wenigen Monaten in einem gemeinsamen Bett geschlafen. Bis der Quietschbeu den Wunsch äußerte, ein eigenes Zimmer haben zu wollen. Ich berichtete ausführlich darüber.

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