Von kleinen Weltverbesserern

Nachdem der DHL-Mann und ich son klassisches Missverständnisding hatten, durfte ich Vorgestern höchst selber und persönlich die 10 vollgepackten Umzugskisten in die nächste Postfiliale fahren und schleppen. Da stand ich _so_ kurz davor, sowas wie „warum muss eigentlich ich mich immer zu solchen Aktionen anstiften lassen?“ zu denken. Hab ich aber nicht. Stattdessen pure Erleichterung, als die Sendungen endlich alle on the road waren.

Doch damit ist ja noch lang nicht Schluss:

sandalenimschnee_orderVorgestern kamen erneut 11, gestern nochmal 10 Pakete für Sandalen im Schnee an. Somit sind wir jetzt bei insgesamt 57 erhaltenen Spendenkartons. Da heute die zweite und letzte Sendung für Sandalen im Schnee fertig gemacht wird, wir noch etwas von den Portospenden übrig hatten und einige von Euch nochmal was oben drauf gepackt haben, konnte ich gestern noch eine Spielzeugbestellung absetzen, die heute ankommen und heute Abend mit den restlichen Spenden verpackt wird. Knapp 120 Euro Spenden waren noch im Topf. Wir haben ein bisschen was dazu getan und konnten so 

  • 4 x Springseile
  • 5 x Softbälle
  • 5 x Babypuppen
  • 40 x Spielzeugautos
  • 160 x Bausteine
  • 550 x Steckblumen

im Gesamtwert von ca. 150 Euro bestellen.

Herzlichen Dank an Alle, die auch diese Sachspende möglich gemacht haben.

Morgen geht dann die zweite Ladung auf die Reise nach Afghanistan. Dann endet dieses Projekt hier in Deutschland und nimmt 5.000 Kilometer entfernt von uns seinen Lauf. Es ist unglaublich. Und Ihr ahnt nicht, wie sehr den Quietschbeu Eure Bereitschaft, seine Idee zu unterstützen, erfreut hat. Jeden Tag zählte er zuerst die neuen Kartons, prüfte nach, ob auch alle Umzugskisten richtig verklebt waren und verteidigte lose Spielzeugspenden gegen Übergriffe der Geschwister: „Das ist für die Kinder in Afghanistan. Tu‘ das wieder da rein!“

Und ich möchte Euch noch aus einer ganz anderen Sicht heraus danken:
Der Quietschbeu hatte vor gerade mal 11 Tagen, am Frühstückstisch, eine Idee: Er wollte seine zu klein gewordenen Schuhe an Kinder in Afghanistan, die selbst im Schnee oft nur Sandalen tragen, schicken. Er wollte ein bisschen helfen. 2, vielleicht 3 Kindern. Eure Bereitschaft diese Idee zu unterstützen war so überwältigend, dass wir nun weit über 100 Kindern helfen können. Ihr alle habt meinem Sohn gezeigt, dass man Dinge, die man sich vornimmt, zu denen man anfänglich nur eine kleine Idee hat, auch wirklich umsetzen und realisieren kann; dass man helfen kann, wenn man will. Und dass mit ein wenig Einsatz und Gepolter aus einer kleinen Idee auch etwas Großes wachsen kann.

„Weltverbesserer“ ist kein Schimpfwort, sondern etwas, was ganz klein in einem drinnen anfangen kann. Sonntagmorgens. Am Frühstückstisch.

Ich danke Euch! Von Herzen!

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Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Von Beruf freiberufliche Autorin und Bloggerin. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
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22 Gedanken zu „Von kleinen Weltverbesserern

  1. Ich find die Aktion wirklich toll und hoffe ihr könnt damit viele Kinderaugen zum Strahlen bringen. Gibt es denn einen Übergabebericht (Also wenn es denn soweit ist) von deinem Mann oder der Organisation dort?

  2. Auch ich hab Tränen in den Augen. Danke, dass du das alles auf dich genommen hast. Wir haben 1 Paket gepackt, du hast gesichtet, sortiert, bist zur Post gefahren, hast Spielsachen bestellt und wirst neue Kisten packen. Ich danke DIR. Und dem Quietschbeu natürlich. <3

  3. Für alle, die vielleicht zu spät dran sind für das tolle und spontane Projekt würde ich gerne ein paar Tipps da lassen, wie man auch darüber hinaus mit Sachspenden die Welt verbessern kann.. denn die meisten von uns haben doch irgendwo Sachen rumliegen, die eigentlich zu schade sind, um einzustauben oder aus der Mode zu kommen.
    Und zwar werden für Flüchtlinge oft Kleider gebraucht! Einfach mal vor Ort nachfragen, ob das eine Option ist. Die Familien in den Flüchtlingsunterkünften müssen von extrem wenig Geld leben und gut erhaltene Kleidung wird eigentlich immer gebraucht.
    Ansonsten sind Kinderschutzbund oder soziale Kleiderläden eine gute Option.
    Und wenn doch was in den Container soll, zumindest auf „Fairwertung“-Siegel achten. http://www.fairwertung.de/info/was/waehlen/index.html

  4. Hallo,
    ich konnte jetzt gar nicht beitragen :-( Wir waren alle 4 krank zu Hause und ich habe die Aktion komplett vergessen. Heute Abend überweise ich aber etwas Geld. Kannst du als verspätete Spende für die Spielsachen betrachten.

    Vielleicht organisiere ich selber mal so was.

    LG und Danke, dass du dir die Mühe gemacht hast. Kein Wunder, dass du so stolz auf dem QB bist!!

  5. Wow, da sieht man wirklich, dass eine kleine Idee Großes bewirken kann. Können wir uns Alle eine Scheibe von abschneiden. Die meisten Dinge bleiben ja immer ungetan, weil wir schon im Ansatz denken „Hat ja eh keinen Sinn, bringt doch eh nichts, usw.“ Tolles Beispiel, dass es doch klappt. Und 100 Kinder in Afghanistan können sich jetzt auch noch darüber freuen :-)

    Viele Grüße

  6. RESPEKT! Dass du das in deinem ohnehin vollgepackten Alltag noch zusätzlich gestemmt hast! Dein Sohn ist bestimmt stolz auf seine Mama <3
    Mit Recht!

  7. Liebe Miez,

    toll hat der ihr Sohn das gemacht! Und es ist toll, dass Sie ihn dabei unterstützt haben und Sie soviel Hilfe in Form von Paketen und Man-Power bekommen haben.
    Die Welt lebt von kleinen Dingen- auch wenn dieses kleine Ding ja schon größer wurde als erwartet.
    Und da hat die Miezfamilie doch auch direkt einen positiven Aspekt im HSP sein entwickelt!
    Das ist doch auch eine wunderbare Geschichte in der Familienbiografie.
    Davon zehrt man als Familie doch auch sein Leben lang- das man sich auf einander verlassen kann, sich unterstützt, Wünsche respektiert- und sie haben das hier ja sogar noch über den Suppentellerrand hinaus geschafft.
    Sehr sehr schön.

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