Stromlos (Tagebuchbloggen)

Heute Vormittag war ich komplett Stromlos. Das hört sich zunächst mal total unspektakulär an, macht aber bei näherer Betrachtung ziemlich handlungsunfähig. Sofern man zuhause sitzt und nix von dem tun kann, was man tun sollte/wollte:

  • Kaffee trinken!!!
  • Wäsche waschen
  • Wäsche trocknen
  • Saugen
  • Backen
  • Telefonieren
  • Arbeiten (weil kein WLAN)

Musik hören oder Fernsehen war ja auch nicht drin. Letztendlich legte ich erst die gewaschene Wäsche von gestern zusammen und saß dann auf dem Sofa und starrte eine Weile an die Wand. Dann nahm ich mein Handy, mit dem ich so gut wie gar keinem Empfang im Haus habe, und hörte mein aktuelles Hörbuch weiter, während ich ein bisschen hier und da Dinge sortierte. Besonders blöd war am Stromfreitag, dass heute eigentlich Hauselfentag ist. Und unsere Hauselfe war schon die letzten 2 Wochen nicht da, weil die eine Woche die Kita streikte und in der anderen Woche die Geburtstagsparty vom Großen vorbereitet werden musste. Heute dann also wieder nicht, weil kein Strom. Möööp.

Als mir das gestern bewusst wurde, saugte ich noch ganz hektisch das Haus und wischte die Böden. Für beides brauch ich nämlich Strom, weil wir so einen hübschen Dampfbodenreiniger haben. Also nicht mal wischen kann ich ohne Strom! Nicht mal mit nem normalen Mopp, denn ohne Strom gibt’s hier auch kein heißes Wasser.

Irgendwann trommelte es wild gegen die Haustür. Immerhin hatte die Postbotin keine Hemmungen, sich bemerktbar zu machen, weil: ohne Strom auch keine Klingen. Die ersten Geburtstagsgeschenke für die Tochter wurden geliefert. Huuuuuuuh! Nur noch 5 mal schlafen!

Gegen 11 Uhr verließ ich dann vor lauter Langeweile das Haus, fuhr zu unserem Vermögensberater, zur OGS des Großen, zur Post und einkaufen. Als ich gegen 13:30 Uhr wieder nach Hause kam, war der Strom wieder da. Erstmal 3 Kaffee runter stürzen, das nervige Dauerpiepen des Tiefkühlers ausschalten, ne Maschine Wäsche anwerfen und die Rollos, die ich morgens wegen tiefstehender Sonne nur halb hochgefahren hatte, ganz öffnen. 

Als ich die Kinder abgeholt hatte, sind wir erstmal ne große Runde durchs Dorf gefahren und haben die Einladungen zum Meedchen-Geburtstag verteilt, weil sie – also das Meedchen – Angst hat, dass keiner kommt, wenn wir das nicht sofort und persönlich machen. Wir haben nämlich gestern ihren Geschenkkorb in der Wundertüte, einem kleinen örtlichen super schönen Spielwarenladen, bestückt und – nun ja – jetzt ist sie natürlich noch dreimal aufgeregter, ob sie die ausgesuchten Sachen auch bekommt.

Überhaupt waren die Kinder heute so Zen. Nein, falsch, ich war Zen. Also waren wir alle gemeinsam Zen. Wir futterten Brezeln mit Butter und Smarties zum Nachtisch. Ich hatte zudem eine Packung Raffaello gekauft, weil die Jungs gestern so sehr auf mein Raffaello-Eis abgefahren sind. Gut, die darf ich jetzt alleine essen, weil „die Krümel da sind voll eklig!“ und „Baaaaah, die Creme schmeckt nicht!“ Stört mich jetzt nur marginal. Gnihi.

Stattdessen habe ich dann alle angekitschten und nicht mehr so schönen Erdbeeren sortiert, von Matschstellen befreit und mit Joghurt, Milch und etwas Zucker zu einem letzten Shake püriert. Alle wieder happy.

Nachdem die Kinder ins Bett verfrachtet waren, habe ich dann noch schnell Wohnzimmer- und Küchenfenster geputzt. Da wir hier bewusst auf Gardienen verzichten und unser Wohn- & Esszimmer wirklich Lichtdurchflutet ist, sieht man auf den großen Glasfronten natürlich jeden fettigen Finger. Und bei drei Kindern macht das direkt 30 fettige Finger plus 3 Nasen plus 3 Münder. Und die werden täglich auf alle möglichen glatten Oberflächen gepresst. Ich hab mir daher angewöhnt die Fenster alle paar Tage zumindest von innen zu putzen. Für das ganze Haus, innen und außen plus Rahmen, gönne ich mir dann einmal im Quartal einen Fensterputzer. So ist das übrigens auch mit den Böden. Die Hauselfe putzt mit Reinigungsmittel und Wischmop einmal die Woche. Ich wische alle 2 Tage mit dem Dampbodenreiniger durch. Ist wie saugen. Geht ratzfatz.

Aber ich will sie mal nicht mit meiner eigenen Hauselfigkeit langweilen.

Jetzt blubbern jedenfalls gerade Pellkartoffeln auf dem Herd, die ich gleich mit einem ganzen Topf Sahnehering verschlingen werde. Dazu gucke ich Sing meinen Song. So.

Tagebuch Ende.

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Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Von Beruf freiberufliche Autorin und Bloggerin. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
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25 Gedanken zu „Stromlos (Tagebuchbloggen)

  1. Was mir einfällt, wenn kein Strom fließt und die Akkus der mobilen Geräte zur Neige gehen:
    – Glasreiniger + Küchentuch Damit lässt sich nicht nur Glas reinigen.
    – WC putzen
    – Staub wischen
    – Aufräumarbeiten
    – Gemüse schneiden
    – lesen
    Schönen Abend, mit Strom

  2. Stromlos sein ist wirklich mies!

    Wir hatten das auch letztens und ich weiß nicht wie oft ich mit irgendwas anfangen wollte, nur um dann zu merken: Mist, dafür brauch ich ja auch Strom!

    Liebe Grüße, Biene

  3. Irgendwie erschreckend, dass Sie sich ohne Strom komplett langweilen. Das sollte vielleicht einmal zum Nach- und Umdenken anregen!
    Viele Grüße von Mona.

  4. Für die großen Fenster nehme ich immer den Kärcher Fenstersauger (Akku^^), geht schnell und einfach.
    Wegen den Fettfingern haben wir jetzt an die Balkontür eine Folie (Sichtschutz in matt) bis 1m Höhe geklebt, da sieht man keinen Sabbermubd oder Fingerchen…

    Wir haben auch einen Dampfreiniger für die Böden, aber wenn mal eine kleine Fläche zu wischen ist, habe ich immer einen normalen Wischer da.
    Auch wenn mal was umkippt oder ausläuft…

    Ansonsten kann man noch (unelektrisch) Staub wischen^^

  5. Hallo Pia, das kann ich so nachfühlen, denn man nimmt es sich vor und hat es damit ja gedanklich schon fast erledigt. Und der ungeplante Kaffee-Entzug wäre für mich auch das Schlimmste gewesen ;-)
    Ich staune immer, was du an einem Tag alles so schaffst…wann geht denn die Kinderschar ins Bett?

  6. also Pia „nach-und umdenken“, künftig Strombenötigendes vermeiden, um für solche Situationen gerüstet zu sein…tztztz

    Da fällt mir die Story ein, als ich mich ewig auf meinen Urlaubs-Shoppingtag mit Freundin freute und nicht zum vereinbarten Treffpunkt pünktlich konnte, weil Strom abgestellt und somit ging das elektrische Garagentor nicht auf hihihi
    (und der Ankündigungszettel in Mikrogröße lag 1,5 Wochen unbeachtet auf dem Boden des Briefkastens)

  7. ….wär schönes Wetter gewesen hättest du dich sicher in den Garten gesetzt! Aber das war ja nu nich!

    Und ich finde auch immer das ist ja wie Stromdiät! Wenn man Diät macht denkt man nur an Essen-wenn man Stromdiät-Tag hat fallen einem nur Sachen mit Strom ein!

  8. Sahnehering? Der von Aldi? Einfach genial!! Ich mag echt nur wenig Fisch, aber ein so ne Dose mit frischen Pellkartoffeln vom Bauern sind der Hammer :D
    Wollte ich nur mal so einwerfen ;)

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