„Ich bin auch erst 3!“

Der Alltag geht weiter, schrieb ich gestern. Mit Kindern unausweichlich und um ehrlich zu sein auch sehr toll und sehr beruhigend. Darum mied ich heute so gut es ging sämtliche Medien und hatte einen Sonntag, wie man ihn mit Kindern halt hat. Mit Frühstück, Spielen, Baden, die Sendung mit der Maus gucken, Essen, noch mehr spielen, wieder Essen … irgendwo dazwischen hat der Mann endlich die, von ihm selber gebaute, Werkbank für die Jungs in seinem Werkkeller untergebracht. Fertig ist sie schon seit zwei Wochen, aber heute bekam sie dann endlich ihren festen Platz und noch eine Rückwand für Werkzeug.

Die Jungs waren völlig aus dem Häuschen, sammelten ihr bereits gekauft und geschenktes Werkzeug zusammen und richteten sich ihre Werkbank ein. Danach war es sehr still im Haus. Denn obwohl sie an ihrer Werkbank bohrten und hämmerte, so hörte man im Wohnzimmer davon doch nichts, was schon mal bedeutet, dass der Nachbar auch nichts zu meckern hat.

Mal in bewegten Bildern betrachten? Bitte schön (Video! Draufklicken für Bewegtbild)

HEIMWERKERLIEBE 😍😍😍

Ein von Pia Drießen (@dailypia) gepostetes Video am

Zum Mittag gab es heute Kasseler, Sauerkraut und Kartoffelbrei. Das Sauerkraut hatte ich extra in Apfelsaft gekocht und mit einem Schuss Honig gesüßt, damit die Kinder es auch essen. Aber Pustekuchen. Stattdessen schaufelten sie sich alle Kartoffelbreiberge in die Backen und zumindest Alex und Mimi aßen auch etwas vom Kasseler. Doof für den Mann und mich, die wir lieber Weinsauerkraut essen und nun einen ganzen Topf Apfelsauerkraut für 2 hatten. Für das nächste Mal weiß ich Bescheid!

Am Abend fragte Mimi dann, ob ich die Kastanien, die ich extra gekauft hatte, nun zubereiten könnte. Ich schob sie also in den Backofen und ungeduldig tingelten die Kinder alle drei immer wieder am Backofen vorbei, bis dieser endlich piepste.

Wisst Ihr, was das Schönste am Kastanienessen mit meinen Kindern ist? Ihre angeekelten Gesichter nach dem ersten Bissen, die darauf folgende Assoziation von Max, dass die Kastanien wie kleine Mäusegehirne aussehen und die daraus resultierende Tatsache, dass ich alle Kastanien alleine essen durfte. Hurra!

Während die Kinder ihre Brote mümmelten, spielten wir Ich sehe was, was Du nicht siehst! Als Mimi dran war, sagte sie wie immer: „Ich sehe nicht, was Du siehst und das ist blau!“ Woraufhin Max in schallendes Gelächter ausbrach und rief: „Das heißt: ich sehe was, was Du nicht siehst!“ Mimi zog die Augenbrauen zusammen, schaute ihn böse an und entgegnete wortwörtlich:

„Ich bin halt noch nicht so gut in Sprache. Ich bin auch erst 3!“ wofür ich sie wiederum erstmal mit offenem Mund angaffte und dann nur ein nachdrückliches „Ganz genau!“ hinter her schob.

Mimi ist echt die Beste! Das sagte sie nämlich zu eben dem Bruder, der gerne solche Sätze wie „Mama? Milch!“ von sich gibt oder in den Raum kommt und mir ein „Hunger!“ vor die Füße wirft. Ich mein, ich weiß, dass er sprachlich wirklich fit ist, aber er ist eben auch faul. Mit so einer kleinen coolen Schwester sollte er sich das vielleicht noch mal genau überlegen. In zwei Jahren zieht sie ihn sprachlich bestimmt aus. Haha, darauf freu ich mich jetzt schon sehr!

Alltag. Ein sehr schöner.

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Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Von Beruf freiberufliche Autorin und Bloggerin. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
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6 Gedanken zu „„Ich bin auch erst 3!“

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