Zeitverbringdinge: Knüpfscheibe

Gestern Abend habe ich für die Jungs, kurz vorm Schlafengehen, schnell Knüpfscheiben gebastelt, weil Max fragte, wann wir mal wieder Bänder knüpfen. Da die Jungs seit gestern Ferien haben und durchaus ein bisschen Zeitverbringdinge gebrauchen können, war der Zeitpunkt perfekt. Insbesondere Max kann sich stundenlang mit Knüpfen oder Weben beschäftigen.

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Viele von Euch werden das Knüpfen mit einem Knüpfstern bzw. einer Knüpfscheibe noch von früher kennen. In meiner Kindheit habe ich kilometerlange Bänder geknüpft. Ein super Zeitvertreib für Autofahrten oder um Wartezeit beim Arzt oder Restaurant zu überbrücken oder als Nebenbeibeschäftigung beim Hören einer CD.

Bei Instragem habe ich heutet ein Foto der Jungs gepostet, wie sie mit ihren Knüpfscheiben zusammen sitzen.


Dort kam dann auch die Frage auf, wie das ginge. Also habe ich Euch kurzerhand eine kleine Anleitung fotografiert und ein kurzes Video dazu aufgenommen.

Was Ihr braucht:

  • Wolle in verschiedenen Farben (z.B. Bastel-Stickgarn)
  • stabile Pappe (alte Verpackung oder Karton)
  • eine Schere
  • optional: einen Drucker und Kleber
Klick für Download der Vorlage als .pdf

Die Scheiben sind ratzfatz aus Pappe selber gebastelt. Wer es besonders einfach haben möchte, der druckt sich die Vorlage aus, klebt sie auf ein Stück stabile Pappe und schneidet zuerst die Scheibe aus und dann die 8 Markierungen keilförmig ein. Außerdem müsst Ihr ein Loch in die Mitte der Scheibe stechen.

Dann schneidet Ihr 7 ca. 1m lange Wollfäden zu. Desto mehr Farben ihr benutzt, umso bunter wird das Band natürlich. Die Bänder steckt ihr dann durch das Loch in der Mitte und verknotet die Enden auf der Rückseite der Scheibe. Anschließend werden die Bänder auf der Oberseite der Scheibe in die Einkerbungen gefädelt. Eine Kerbe bleibt dabei natürlich frei.

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Los geht’s:

Zählt von der freien Kerbe aus 3 Fäden entgegen des Uhrzeigersinns ab und fädelt dann diesen dritten Faden in die freie Kerbe. Dann dreht ihr die Scheibe wieder mit der Kerbe zu euch und es wird erneut von der freien Kerbe aus gezählt und gefädelt.

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Wer ein bisschen Übung hat, der kann auch beidhändig knüpfen. Dann muss die Scheibe nicht so oft und viel gedreht werden und es geht etwas schneller von der Hand. Im Video zeige ich das nach der Erklärung der normalen Knüpfbewegung. Für meine Jungs ist es aber noch einfacher, die Scheibe in der Hand zu drehen, um nicht durcheinander zu kommen.

Was man mit den fertigen Kordeln machen kann? Als Armband tragen, als Lesezeichen verwenden, irgendwas damit zubinden … was man eben so mit Kordeln macht.

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Mimi knüpft nun übrigens auch ihr erstes Band, zwar ab und an mit kleinen Fehlerchen, aber überwiegend selbstständig.

Viel Spaß beim Kordel knüpfen ;)

 

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Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Von Beruf freiberufliche Autorin und Bloggerin. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
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33 Gedanken zu „Zeitverbringdinge: Knüpfscheibe

  1. Das habe ich noch nie gesehen. Aber im Prinzip ist das doch wie eine Strickliesel, oder täusche ich mich da? Es ist schon so lange her. ;) Mein ganzes Zeug ist leider in der Seefracht, sonst würde ich das jetzt direkt mal machen!

  2. Sehr cool, hat etwas gedauert bis ich das Kerbenfadeneinfädelprinzip gerafft hab aber nun klappts. In meiner Vorstellung. Aber: die Fäden in der Mitte von der Rückseite aus nach vorne ziehen? Und wie kommt unten dann das geknüpfte Band zustande? Ich weiß, wenn ich was frag dann sorgt das oft für hochgezogene Augenbrauen, nur ich muss es meinem autistischem Sohn genauestens erklären können und wenn ichs selbst nicht 100% verstehe ist das von Anfang an zum scheitern verurteilt ;)

    1. Der Knoten liegt auf der Rückseite der Scheibe. Gefädelt wird nur auf der Vorderseite. Das Band kommt auf der Rückseite heraus. Ab und an einfach am Knoten auf der Rückseite vorsichtig ziehen und schon hast du eine stetig wachsende Kordel.

  3. Wir haben früher irgendwas geknüpft indem wir die Fäden in eine Schublade geklemmt haben. Keine Ahnung was genau das war. Ich muß unbedingt mal meine Schwestern fragen, vielleicht erinnert sich eine. ….schön solch eine Beschäftigung. Lg

    1. Ich überlege auch gerade, wir haben definitiv auch die runden gemacht mit mehr fäden als 4 ich meine 5 oder auch 7 kp mehr. Ich muss das gleich mal ausprobieren. wir haben das immer mit sicherheitsnadel am knie befestigt, also der hose XD
      und sind dann so auch in den unterricht *g*

  4. Endlich hab ich es auch mal kapiert! Hatte schonmal so eine Scheibe als Extra in irgendeinem Heftchen und hab die Erklärung einfach nicht verstanden. Wird gleich morgen ausprobiert. Das macht meinen Mädels bestimmt Spaß.

  5. Da wird man alt wie ne Kuh und lernt immmer noch dazu :-) ich kannte das überhaupt nicht! Vielleicht kann ich meinen „Ich bastel nicht gern weil mir Feinmotorik nicht liegt“ Sohnemann morgen mal überreden. Danke für den Tipp

  6. Vielen Dank fuer die Anleitung. Wir haben frueher Kissenplatten hergestellt. Auf einem Rahmen, der ringsum mit Naegeln bestueckt wurde. Dann wurden Faeden hin und her gezogen, um die Naegel. Bis eine dicke Schicht entstand.
    Zum Schluss wurden die oberen Teile abgeschnitten und man hatte ein tolles Kissen. Ich weiss aber nicht mehr, wie es get.
    Vielleicht weisst du es?
    LG

  7. Liebe Pia, das ist ein super Zeitverbringdings. Mein Sohn 4,5 und ich sind begeistert… und haben über eine Stunde damit zugebracht erst die Scheiben zu basteln, und dann zu knüpfen. So toll!!! Und jedes mal beim Kordel-Rausziehen wuchs der Stolz über das schon geschaffte Stück.
    Danke fürs Teilen :)!
    Liebe Grüße Sandra

  8. Ich glaube bei meiner Maus (3,5J) muss ich da noch warten. Wollte die Woche mit ihr Bommeln machen (Faden nur um eine Scheibe wickeln) aber nach dem 2. mal durchziehen, hatte sie schon keine Lust mehr. Allerdings findet sie das Ergebnis ganz toll.

  9. Liebe Pia, „Zeitverbringsdings“, jaja – macht süchtig ;-). Ich wollte gestern Abend eigentlich nur mal eben ausprobieren, ob ich Ihre Erklärung richtig verstanden habe und ob es funktioniert und habe dann statt zu Bügeln geflochten und geflochten und … Aber OK – es funktioniert!! Gute Sache – werde ich bei Gelegenheit mal als Bastelei für den Kindergottesdienst vorschlagen – LG Dagmar

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