Mimis großer Tag-1

(Beitrag enthält Werbung¹ und *Amazon-Affiliate-Links)

So. Da ist er also. Der erste Tag des neuen Schuljahrs. Der letzte Tag vor der Einschulung des kleinsten Kindes. Man möchte fast schreiben: die Spannung steigt, aber in Wahrheit ist das kleinste Kind so dermaßen angespannt und aufgeregt, dass da eigentlich nichts mehr folgen kann. Keine Steigerung möglich. Alle 5 Minuten bricht sie aus dem Nichts heraus in Tränen aus, heult, rennt weg, kommt wieder, will kuscheln, schiebt mich weg. Die Phase hatten wir zuletzte, da war sie so etwas wenig als ein Jahr alt. Es ist bezaubernd.

Aber ich habe Verständnis. So viel Verständnis. Könnte man Verständnis in irgendwas aufwiegen, in Federn zum Beispiel, ich wöge einen Zentner. Mindestens.

Dabei begann der Morgen ganz gut. Um 6 Uhr und ein paar Zerquetschte habe ich mich aus dem Bett gerollt und die Sonne aufgehen sehen.

Die Jungs sind heute trotz massivem Schlafmangel – auch Viert- und Drittklässler können vor dem ersten Schultag eines neues Schuljahrs sehr aufgeregt sein und erst viel zu spät einschlafen – recht flott aus den Feder zu bewegen. Bei Mimi schleiche ich recht leise ins Zimmer, stupse sie kurz an und frage, ob sie die Brüder mit in die Schule bringen möchte. Das Kind schießt wie eine Rakete aus seinem Bett. Das werte ich mal als „Ja„.

Während die Kinder frühstücken packe ich zwei Brotdosen. Die Vollkorn-Wraps sind verschimmelt, also gibt es Vollkorn-Sandwiche und Frischkäse-Puzzlebrote. Dazu Kiwi, Tomaten und Gurte. Wie immer halt. Jeder bekommt eine kleine Nachricht in die Brotdose – von wegen schöner erster Schultag und so – und ich führe die erste Diskussion mit Mimi um die richtige Schuhwahl für diesen Morgen.

Nachdem sich letzte Woche sehr überraschend herausstellte, dass Mimis Sneaker, die wir im Mai oder Juni erst gekauft haben, bereits 2 Nummern zu klein sind, habe ich ihr die Sneaker des kleinen-großen Bruders angeboten. Die passen nämlich. Aber es sind nicht ihre. Folglich trägt das Kind jetzt nur noch ihre Meindl Wanderstiefel. Aus Überzeugung. Merken Sie sich das. Ich komme da gleich nochmal drauf zurück.

Zähne geputzt, Haare gekämmt, Brotdosen und Trinkflaschen verstaut und los. Bepackt wie ein Muli laufe ich neben den Kindern her, die am ersten Schultag wie üblich sehr schwere Ranzen plus Turnbeutel in die Schule schleppen, um dann das meiste Arbeitsmaterial dort zu lassen. Ich trage zudem noch eine Eigentumskiste, zwei A3 Sammelmappen und 3 Paar Hausschuhe.

Beim Bäcker bestelle ich noch schnell 125 Brötchen für die Einschulungsfeier morgen früh. Also nicht für uns persönlich, sondern für die Elternschaft der neuen Erstklässler. Also doch auch irgendwie für uns.

Die Jungs sind an der Schule schnell abgegeben. Ich lasse einfach alles am Aufstellpunkt der jeweiligen Klasse fallen, schnapp mir Mimi und gehe wieder nach Hause.

Nach 6 Wochen ununterbrochenem Aufeinanderhocken der Jungs gönne ich ihnen diese getrennten Vormittage von ganzem Herzen. Es wird ihnen sichtlich gut tun und ja, mir auch (auch wenn ich eher Team Ferien bin und das Ausschlafen und gemütliche Frühstücken sehr vermissen werde).

Daheim probiert Mimi ihr extra für die Einschulung gekauftes Kleid an. Ein Kleid mit A-Linie, blau-weiß geringelt und mit einem großen applizierten Regenbogen darauf. Ich hatte es extra etwas größer gekauft, damit es auch noch eine Weile passt und was passiert? Das Kind stellt sich damit vor den Spiegel, betrachtet sich und stellt fest: „Das sieht aus wie ein Nachthemd.“ Und ich konnte nicht mal widersprechen.

Folglich durchwühlen wir gemeinsam Mimis Garderobe und finden so einige schöne Teile, die sie problemlos zur Einschulung tragen könnte, aber es muss ja unbedingt etwas sein, das farblich zum Ranzen passt. Sagt Mimi. Wir erinnern uns: neongelb-neonpink.

Mimi wählte dann ein grau-meliertes H&M Kleid mit gelben und pinken Äpfeln darauf aus. Je nach Wetterlage trägt sie das dann mit einer Leggins oder eben ohne. Das entscheiden wir morgen. Nur eins ist Mimi jetzt schon absolut klar: auf jeden Fall trägt sie die Meindls.

Und während ich so zwischen „Wie sieht das denn aus?“ und „Das ist so typisch Mimi, dass es schon wieder cool ist“ schwanke, fällt mir dann auch noch auf, dass eine Jacke auch nicht verkehrt wäre. Immerhin soll es regnen und um die 13°C werden. Vermutlich hat das Kind aber in seinen regenfesten Jacken auch überall Hochwasserärmel. Muhahaha. Das wird ein Einschulungsfoto für jeden runden Geburtstag. Bei Instagram schlug jemand vor, ich solle das schriftlich festhalten und von Mimi unterzeichnen lassen. Also, dass es IHRE Kleiderwahl war, nicht meine. Dann kann sie sich in x Jahren jedenfalls nicht beschweren.

Letztendlich werde ich Ihnen dann morgen berichten wie es ausging und was das Kind final trug. Es bleibt spannend.

Fertig – also fix und fertig gepackt – ist jedenfalls Mimis Schultüte. Da war es Mimi besonders wichtig, dass sie nicht zu verspielt und überladen ist. Also das Design. Sie ist da – ganz die Mama – ein sehr puristischer Typ, der gerne klare Linien und Formen hat. Ein kleiner Monk halt. Ich bin daher ganz froh, dass sie mich bei der Gestaltung der Schultüte tatkräftig unterstützt hat. Nachher hätte ich noch einen Stern an die falsche Stelle geklebt. Sowas kann zu Schnappatmung führen. Ich kenne mich da aus.

Drinnen sind:

Als ich heute das Foto gemacht habe, wurde ich kurz nochmal richtig wehmütig. Kind Nummer 3 in der Schule … verrückt, wie schnell die Zeit doch vergeht.

Wir sind jedenfalls gut vorbereitet. Für morgen wünscht sich Mimi einen Apfelriemchenkuchen. Die Familie kommt am Sonntag zu Besuch. Es wird also morgen ein ganz entspannter Tag im kleinen Kreis und für Sonntag backen wir dann auch einen Einschulungskuchen.

Da das große Kind dieses Schuljahr nicht mehr in die OGS geht, war er gegen Mittag schon wieder zuhause und ich musste nun das erste Mal seit sehr langer Zeit für die Mittagsverpflegung sorgen. Zum Glück ist er das isst einfach alles Kind. Heute sollte es aber nur ein Stramm Max sein und weil Mimi ja auch zuhause war, gab es für sie ein Spiegelei mit Krakenwürstchen.

Für morgen wünscht sich Mimi Spaghetti. Ohne Alles. Und weil das ihre Einschulung und ihr Wunschessen ist, sollen wir auch alle Spaghetti ohne Alles essen. Das wird ein Festmahl!

Bleiben Sie also dran, wenn Sie erfahren wollen, wie das Kind zu seiner Einschulung aussah und was wir dann zur Feier des Tages aßen. Es beibt spannend. Selbst für uns.

¹Die Flik Flak Uhr und das Du schaffst das-Armband haben wir von den Herstellern kostenfrei zur Verfügung gestellt bekommen.

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Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Von Beruf freiberufliche Autorin und Bloggerin. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
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8 Gedanken zu „Mimis großer Tag-1

  1. Liebe Pia,
    mich würde interessieren, wie groß die Schultüten von der Höhe her sind/ waren? Also von der Spitze bis zum Rand, ohne den Filz oben…
    Danke!
    LG Bianca

  2. Ich glaube in meiner Kleinen steckt auch ganz schön viel Mimi. Spaghetti gehen hier auch nur ganz nackt oder mit Maggi (Brrrr). Einen ganz tollen ersten Schultag wünsche ich!!?

  3. So ein Perfektionisten Kind habe ich auch. Ein Riesen Anfall, wenn da ein Bildchen nicht ganz an dem Punkt ist wie vorgestellt. Wahnsinn!!!
    Mal sehen also, wie das bei uns nächstes Jahr abläuft.
    Finde es aber gut, dass der Inhalt der Schultüte recht überschaubar ist. Ist der Rest mit irgendwas ausgestopft?
    Hier wird ja teilweise extrem übertrieben, was den Inhalt angeht.
    Und jedes Besucherin bekommt nochmal eine kleinere Schultüte mit Geschenken … finde ich Quatsch. Gabs zu meiner Zeit auch nicht. Wir hatten lediglich jeder eine mini Zuckerhüte zur Einschulung des geschwisterchens. Glaub da war aber nur süßes drin.

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