Hass, Brot, Abnabeln und kein Fleisch

Wie sehr ich einkaufen hasse ist dem geneigten Leser bekannt. Für alle anderen sei nochmal in aller Deutlichkeit gesagt: ich hasse einkaufen. AB-GRUND-TIEF! Zuletzt war ich in der Woche vor Weihnachten einkaufen und da habe ich unsere Vorratsregale so voll gemacht, wie es nur ging. Aber leider lichten sich die Reihen nach nun 2 Wochen doch langsam, das Brot ist endgültig aufgegessen und so kann ich dem Unausweichlichen nicht mehr länger den ignoranten Stinkefinger zeigen. Ich muss da raus. In die echte Welt, wo echte Menschen rum rennen und echte Konversation („Sechsunsachzigfuffzich.“ „Mit Karte.„) führen. Ich will das nicht.

Also habe ich mich heute einfach in die Küche gestellt und mir gesagt: „Nein Pia, heute, heute musst Du doch noch nicht da raus. Morgen vielleicht. Oder Samstag, aber heute nicht. Heute backen wir einfach Brot.“ Und dann hab ich ein Dinkel-Weizen-Haferflocken-Brot gebacken. Nein zwei. Dann hab ich vielleicht doch bis Samstag noch Schonfrist.

Und während das Brot so lustig vor sich hin buk, da erklärte mir Mimi, dass die Milch leer sei und der Mann erwähnt beim Anstellen der Spülmaschine, dass das der letzte Spülmaschinentab war und das große Kind will Äpfel, „aber die beiden, die da liegen, sind schon so weich!

Heulschluchzend breche ich also über meinem frisch gebackenem Brot zusammen und fahre einkaufen. Ich hab’s echt nicht leicht.

***

Mimi war den ganzen Tag bei ihrer Freundin. Kurz nach dem Spätstück hat sie sich angezogen, ihre verbliebenen paar Zähne geputzt, alle Hexen aus den Haaren gekämmt und ist los marschiert. Alleine. Ich gestehe dem Mann zähneknirschend, dass mir das schon noch schwer fällt, sie alleine loslaufen zu lassen. Warum? Weil sie die Kleinste ist? Die Jüngste? Die Niedlichste? Keine Ahnung. Jedenfalls ist dieses Abnabel- und Selbstständigwerdding beim Dritten nicht leichter, als beim ersten oder zweiten Kind. Sag ich jetzt mal so. Der Mann grinst: „Sie kann Kung-fu!“ Ich lache und starre dann so lange auf mein Handy, bis mir Steffi endlich schreibt, dass sie angekommen ist.

***

Bei Aldi stehe ich dann mit Mimi mal wieder vor dem Regal mit den Fleischersatzprodukten, lese Inhaltsangaben und versuche zu verstehen wie das schmecken soll. Weil, es gibt vegetarische Fischstäbchen und vegetarische Knusperstäbchen. Aussehen tut beides gleich und drin ist eigentlich auch das gleiche. Das eine gibt’s mit Dipp für 1,79 Euro und das andere ohne Dipp für 1,49 Euro. Ich entscheide mich für die Knusperstäbchen, einen Gemüsebratling und ein pflanzliches Wurstdings mit Chilli. Sie dürfen jetzt mal raten, wieso ich sowas kaufe … 3 … 2 … 1 … vorbei.

Der große Sohn hat sich bereits Anfang Dezember dazu entschlossen Vegetarier zu sein/werden. Und, es wird sie vielleicht überraschen: das hat mich jetzt gar nicht überrascht. Eigentlich war es nur eine Frage der Zeit, wenn man das große Kind so ein bisschen kennt. Ich war anfänglich noch sehr gespannt wie ernst er das Ganze nimmt oder ob es vorerst eine temporärer Versuch bleibt. Aber das Kind blieb bis jetzt hart, auch wenn schon mal ein Tränchen am Esstisch kullerte. Er mag den Geschmack von Fleisch. Sehr. Aber für ihn ist es nicht okay, dass Tiere für seinen Hunger sterben müssen. Und nein, ich diskutiere darüber nicht. Nicht mit Ihnen und nicht mit ihm. Ich lasse ihm seine Meinung und erwarte, dass er mir meine lässt. Und wenn das mein 9-jähriger Sohn kann, … Sie verstehen.

Aber natürlich unterstützen wir ihn wo es geht, kochen vorwiegend fleischlos oder suchen nach Alternativen. Lustigerweise schmecken mir diese Alternativprodukte alle besser, als ihm. Dieses Cordon Bleu von Rügenwalder fand ich echt okay. Der Sohn fand die Konsistenz eklig. Und ja, machen wir uns nichts vor, auch wenn der Geschmack von Fleisch-/Wurstersatzprodukten schon echt nah ans Original kommt, die Konsistenz ist immer mehr so aufgequollener Putzschwamm.

***

Das war im Grunde das Relevanteste unseres Tages. Schön, oder?

Es wurde keine Werbung für die genannten Marken beauftragt.

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Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Von Beruf freiberufliche Autorin und Bloggerin. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
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58 Gedanken zu „Hass, Brot, Abnabeln und kein Fleisch

  1. Liebe Pia, nachdem meine Familie das Brot liebt, dessen Rezept du vor einiger Zeit mal gebloggt hattest, würde mich das Rezept deines Hafer-Weizen-Dinkel-Brotes brennend interessieren. Würdest du es eventuell teilen? LG Sandra

  2. Hallo, find ich super mit dem Veggie Leben: Viele Fleischersatzprodukte schmecken hier auch nicht, aber der kompletten Familie schmecken die Grünkern-Curry und Gemüse Bratlinge aus dem Netto, die sind sehr zu empfehelen, ebenso das Veggie-Gyros von Veggie Life wird von der Fünfköpfigen Family gerne gegessen! LG

  3. Meine Tochter hat mit knapp 8, vor 2 Jahren, entschieden kein Fleisch mehr zu essen. Von einen auf den anderen Tag. Sie ist da überzeugt von. Wir essen mittlerweile auch anders, mein Sohn und ich nur noch selten aber dann ‚glückliches‘ Fleisch.
    Der einzige, der es nicht versteht ist Opa. Der fragt immer noch, wie lange sie noch muss.

    1. „Der einzige, der es nicht versteht ist Opa. Der fragt immer noch, wie lange sie noch muss.“

      Tja, der Generation fällt es scheinbar besonders schwer nachzuvollziehen, warum man auf etwas freiwillig verzichten soll, was früher nur bei Besserverdienern auf den Tisch kam.

  4. Ich wollte mit sieben Jahren kein Fleisch mehr. Allerdings hatte ich das Glück, den Geschmack nicht zu vermissen, daher fiel/fällt mir der Verzicht nicht schwer. Diese Tofu-Produkte als Ersatz gab es damals (m.W.) noch nicht, aber wenn ich heutzutage mal eins probiere, schmeckt es mir auch nicht.

    Schön, daß Ihr es mittragt – mein Vater hatte große Probleme damit und zwang mich im Restaurant immer, Schnitzel oder Fisch zu bestellen (vegetarische Gerichte gab es damals selten), weil ihm Sonderwünsche seiner Tochter peinlich waren. Und ich hab’s gegessen, bis ich würgen mußte.

    1. mein Vater hatte große Probleme damit und zwang mich im Restaurant immer, Schnitzel oder Fisch zu bestellen (vegetarische Gerichte gab es damals selten), weil ihm Sonderwünsche seiner Tochter peinlich waren. Und ich hab’s gegessen, bis ich würgen mußte.

      Das finde ich wirklich schlimm. :(

  5. Hallo liebe Pia,
    Schön, dass du wieder so regelmäßig Blogs ??
    Wir haben im letzten Februar ein Experiment gewagt und nur vegetarisch gegessen. Seitdem haben wir viele ersatzprodukte in unseren speiseplan übernommen, weil die und genauso gut oder sogar besser schmecken ?
    Ein Beispiel ist das vegetarische hack von rügenwalder oder Lidl, die gefüllten schnitzel von valess, die vegane mortadelka von rügenwalder und allem voran falafeltasche anstatt Döner.
    Freue mich sehr auf ein paar essen beispiele hier und da in Zukunft ?

    Alles liebe,
    Ms. Ninberry

    1. Wir probieren die Ersatzprodukte jetzt nach und nach mal aus. Brauchen tun wir sie im Grunde nicht, da es ja auch viele von Haus aus vegetarische Alternativen gibt. Ich bin auch gespannt, wie sich das entwickelt.

  6. Die Produkte von Valess finde ich auch gut, da gibt es z.B. Nuggets, welche von Geschmack und Konsistenz dem „Original“ sehr nahe kommen. Bei Grillprodukten habe ich nach vielen Jahren immer noch nichts vernünftiges gefunden, weswegen als Fleischersatz bei uns immer Grillkäse/ Halloumi verwendet wird. Gerade Halloumi in Scheiben geschnitten schmeckt gut und hat eine schöne feste Konsistenz, geht auch in der Pfanne und schmeckt gut auf Burger. Das gleiche gilt für Falafel, die gehen hier eigentlich immer :) Vielleicht ist davon was für deinen Sohn dabei?

  7. Die Rügebwalder Veggie Salami ist gut. Die Mortadella auch, die ess ich aber nicht. :D Und von Veggy Friends die „Würstchen“, die sind perfekt für Hot Dogs… Bratwürstchen als Nürnberger Ersatz auch Rügenwalder, „große“ von Wheaty die Thuringer (Bioladen/Online).

    Die Aldi „Fischstäbchen“ schmecken tatsächlich fischig :D

  8. Mein großer hat sich letztes Jahr (da war er fünf) auch dazu entschieden nach einem Besuch beim Metzger. Ihm tun die Tiere zu sehr leid und er wollte kein Fleisch mehr essen. Wir haben nie darüber diskutiert und ihn in seiner Entscheidung bestärkt. Ich habe ihm auch Fleischersatz Produkte gekaufte und selbst beim Essen im goldenen M hat er sich einen Veggier Burger gekauft. Nach 3 Wochen hat er dann weinend am Tisch gesessen und hat gesagt dass er es eigentlich nicht essen will aber es ihm leider so gut schmeckt. Seitdem isst er wieder Fleisch und auch das ist ok wir haben da kein großes Thema draus gemacht sondern gesagt dass wir seinen Zwiespalt verstehen können. Ich glaube in ein paar Jahren wird er sicher auch zum Vegetarier denn dass ihm die Tiere eigentlich so leid tun sagt er fast immer und man merkt das es ihm nicht so leicht fällt. Daher wird hier überwiegend fleischlos gekocht. Also Respekt an deinen großen dass er hart bleibt obwohl die Ersatzprodukte echt fies sind.

  9. Liebe Pia,

    versuchen Sie mal Spülmaschinenpulver, ist sehr ergiebig.

    Und das fleischlose Kind einfach aussitzen, würde ich sagen. Vielleicht mal einen Landwirt aufsuchen bei dem man den Tieren beim grasen zugucken kann und der das Fleisch selbst vermarktet.

    Liebe Grüße aus dem Brandenburger Land!

  10. Guten Morgen ?,

    Ich kann sehr die Bolognese Soße von Gefro empfehlen, hier gibt es seit Jahren keine mehr mit Fleisch, selbst dem Besuchskind ist nicht aufgefallen, dass es nicht „echt“ ist, wobei man es schon merkt, wenn man drauf achtet, aber für uns eine super Alternative.

  11. Finde ich super, dass du deinen Sohn da einfach machen lässt. Meine kleine Schwester ist auch Vegetarier seit sie 10 oder 11 ist. Das einzige Ersatzprodukt was sie mag ist Veggie-Schnitzel oder in ner Burgerbude so n Bratling ansonsten lässt sie das Fleisch und Ersatzprodukte einfach weg. Sie hat sich schon mal mit einer gekochten Kartoffel in der Hand in mein Auto gesetzt und herzhaft reingebissen.. ? Sie muss halt dann mehr davon essen. Viel Erfolg deinem Großen, ich finde es toll das er bereits jetzt so reflektiert leben kann.

  12. Hej. Da ich auch vegetarisch koche (ich bin Pescetarier, so heißt das jawohl ? und Mann und Kinder essen halt so mit), hab ich auch schon einiges an Ersatzprodukten durch, aber nur wenige kamen ein zweites Mal auf den Tisch. Jetzt mache ich quasi nur noch Gerichte, die von Anfang an vegetarisch sind und wo man keinen Ersatz benötigt. Fahr ich viel besser mit, aber das liegt natürlich v.a. daran, daß es für die anderen 3 Esser auch ok ist. (Die haben für’s Brot aber immer auch Aufschnitt da, wenn wir grillen oder Burger machen, macht der Mann für sich und die Kinder die Fleischvariante und wenn wir woanders essen, gibt es auch oft Fleisch und dann halt für mich „nur“ Beilagen ?)
    Pendelt sich mit der Zeit sicher gut ein.
    Und großen Respekt, daß Euer Großer das so durchzieht!! ?
    Viel Erfolg Euch allen beim Reinfuchsen ?

  13. Hallo,
    was wirklich super als Fleischersatz geht, sind z.B. Bolognese Sauce, Lasagne oder Chili sin Carne mit Soja flocken. Die sollte man gut in Brühe oder anderer Flüssigkeit ziehen lassen und dann wie hack verarbeiten. Durch die Sauce von den Gerichten schmeckt man kaum einen Unterschied und die Konsistenz ist sehr ähnlich zu Hackfleisch.
    Liebe Grüße

  14. Ich hasse auch einkaufen, aber die Woche vor Weihnachten? Das ist doch jetzt 2 Wochen her. Wie macht ihr das mit frischen Obst und Gemüse? Frische Milch? Ich muss wohl oder übel mindestens 1x pro Woche einen Einkauf machen :-( Gerade jetzt in den Ferien, wo wir alle zu Hause sind und mehr konsumieren, ist sogar das knapp.

    1. Obst und Gemüse halten sich richtig gelagert auch 2 Wochen. Wobei ich auch immer Brokkoli und Co. in der Tiefkühltruhe auf Lager habe. Aber Äpfel, Gurke, Kiwis oder Honigmelone halten sich auch so lange. Bananen habe ich zur Hälfte noch grün gekauft. Passte hervorragend.

      1. Dann muss ich mich über die Lagerung schlau machen. Bei uns halten sie nicht so lange :-( Die meisten meiner Bekannten wundern sich sogar, dass ich nur 1x die Woche den Einkauf mache.

  15. Oh, den Einkaufshass kann ich soo gut nachvollziehen. Die meiste Zeit erledigt deshalb der Mann die Einkäufe. Auch bei der Konsistenz der Ersatzprodukte stimme ich dir zu.
    Sehr gelacht und gehachzt habe ich vei „Sie kann Kung Fu“ – mit alle Gefühlsfacetten die in diesem kleinen Abschnitt zu erahnen sind.

  16. Hm, also irgendwie überrascht mich das bei ihm auch nicht… Hatte ich mir schon mal gedacht, dass ich mir kaum vorstellen kann dass er nicht mal Vegetarier wird. Aber ich bin doch überrascht, dass es so früh ist. Ich finde das sehr bewundernswert, und würde ihm gern herzlich ein „alle Achtung, Glückwunsch!“ ausrichten.

    Ich kenne das Lied mit dem Ersatzprodukten ebenfalls, mir sind die meisten ein Graus. Das Hack von Rügenwälder ist gut, und am allerbesten was die Konsistenz betrifft ist das „Steak“ von Aldi, das die bekloppterweise nur im Sommer im Sortiment haben. Das hat viel Biss und ich mache damit am Liebsten Geschnetzeltes.. ich kann euch das nur empfehlen, mal zu probieren wenn es wieder so weit ist. Was ich LIEBE sind so Kürbisbaststerne, die es hier im Füllhorn gibt, und die ich viel lieber als Hackbällchen verwende. Die Marke weiß ich gerade aber nicht… Und schließlich hat Wheaty einen Salamiaufschnitt der auch etwas fester und recht herzhaft gewürzt ist.
    Ich wünsche dem großen Tierfreund gute Nerven. Es braucht teils Jahre um die Produkte zu finden, die man wirklich gut findet, aber ich denke, er ist ein Kerl der dafür genug Ausdauer mitbringt. Viel Glück und alles Gute auf dem Weg, und ein ?? für dich, dass du (ihr) ihn da so wundervoll unterstützt!

  17. Wir mögen die Valess Schnitzel vom Rewe sehr. Alles andere ist mehr oder weniger gruselig. Bis auf das ein oder andere Rügenwalder Produkt.
    Liebe Grüße Eva

  18. Hallo!
    Vielleicht auch noch ein Tipp als Fleischersatz: Quorn ist bei meinem Fleisch-liebenden Partner unheimlich gut angekommen. Sein Kommentar war: „Wenn ich nicht wüsste, dass es kein Fleisch ist…“ Vor allem die Hack-Variante ist toll. Allerdings auch etwas teurer.
    Ich finde es übrigens toll, dass ihr den Sohn da unterstützt!
    Viele Grüße!

  19. Same here. Ist schon hart, wenn sich ein Kind jahrelang ausschließlich von Salamibroten und Fischstäbchen ernährt hat. Und alle Gemüsesorten außer Gurken und Mais als „feindlich“ bezeichnet. Besonders das vegetarische Weihnachtsessen. Meine Arbeitskollegen nannten es „hirschfreie Weihnachten“, weil ich tagelang überlegt habe, wie ich „das geiche wie immer nur ohne Fleisch“ hinkriegen soll. Was soll ich sagen: ging super. Ich war total glücklich, ich ess nicht so gerne Fleisch und hab zwanzig Jahre überwiegend vegetarisch gelebt. Wir mochten die Beilagen eh immer lieber, gabs halt noch ein paar mehr statt Fleisch. Fleischersatzprodukte sind mir allerdings hochgradig suspekt. Wir haben zum Glück eine Getreidemühle, mit der man z.B. Grünkern in kürzester Zeit schroten kann. Einfach mit Gemüsebrühe aufkochen, gar ziehen lassen, mit gehackten Zwiebeln und Ei sind dann so schnell Bratlinge draus gemacht, wie man sonst für Frikadellen braucht. Im Urlaub hab ich im Antiquariat ein witziges Buch entdeckt, das hieß so was wie „Hilfe, mein Kind ist Vegetarier“, und featured Rezepte, die man so kochen kann, dass man sie problemlos in zwei Varianten auf den Tisch bringen kann :-)

  20. Meine Große hat vor 3Jahren das Veggie-Leben ausprobiert , nachdem sie in der Schule eine Doku über Wiesenhof schauen musste. Durchgehalten hat sie 3 Monate. Vor allem, weil es sowieso wenig gibt, was sie gerne mag. Sie hasst Kartoffeln in jeglicher Form und die meisten Gemüsesorten auch.
    Die Kleine ist jetzt 14, seit einem halben Jahr Vegetarier und sehr konsequent (keine Gummibärchen wegen der Gelatine, Kalamitäten geht auch nicht, deshalb gibt es jetzt Mamba Kaubonbons). Während sie vorher viele Gemüsearten nicht mal probieren mochte, lässt sie sich jetzt auf Experimente ein und hat sich mit vielem angefreundet. Die Veggie-Fischstabchen mag sie sehr, auch die Nuggets mit süß-sauer Dip. Ich hab auch schon verschiedene Hack-Varianten ausprobiert, aber bisher mit keiner eine ansprechende Bolognese hinbekommen.
    Am Anfang war der Einkauf ziemlich mühselig, mittlerweile geht‘s.

  21. Ihr macht das toll. Ich war als Kind selbst sehr mekelig und mochte weder Fleisch noch Wurst. Meist habe ich dann nur die Beilagen gegessen oder gern nur Kartoffeln mit Butter. Meine Familie hat darin nie ein Problem gesehen. Schwieriger war es im Kindergarten, wo man mich tatsächlich gezwungen hat, bestimmte Gerichte zu probieren bzw. eine Portion zu essen. Dies hat dazu geführt dass ich bestimmte Gerichte bis heute nicht anrühre und schon der Geruch für Übelkeit sorgt. Zum Glück gehören diese Erziehungsmethoden der Vergangenheit an und mittlerweile gibt es überall alternative vegetarische Gerichte.

  22. Wir hatten eine Freiland-Pacht-Sau von einem Biohof, die ein tolles Leben hatte. Von ihr haben wir noch immer vorzügliches Fleisch im Tiefkühler. Die Kinder haben sie besucht und gefüttert und sich überzeugen können, dass es ihr „saugut“ geht. Auf Fleischersatzstoffe verzichten wir. Ich kann sie nicht unterschummeln. Selbst, wenn ich davon überzeugt bin, dass es etwas tolles ist (Amidori zum ‚Beispiel: https://www.amidori.com/de) – die Familie schmeckt es raus und meckert. Dann lieber gleich fleischlos. Wenn ich mir vorstelle, was alles mit den Ausgangsstoffen gemacht wird, damit Konsistenz und Geschmack einigermaßen hinhauen, ist das wahrscheinlich auch die gesündere Alternative. ;-)

  23. Gemüse Bratlinge sind auch immer super. Kann man sehr gut selber machen mit Walnuss und Kichererbsen. Den jungen Mann aber besser nicht die Dosen-Kirchererbsen riechen lassen, das schmeckt – im unverarbeiteten Masse- wie Hundefutter.
    Ansonsten bei Hans im Glück gibt’s weitere Bratlinge, zur Inspiration. Falafel wurde auch schon mal genannt.

  24. Auch hier sitzt ein 7jähriger Vegetarier (seit 2 Jahren) mit am Tisch zwischen allen Salamie- und Schnitzelessenden Familienmitgliedern. Passt sehr gut auch ohne die genannten Ersatzprodukte von soundso.
    Er lässt einfach das Fleisch weg und isst dafür mehr Gemüse, Kartoffeln, Käse oder Quark mit Leinöl. Beim Grillen lieber Knusperbrot mit Kräuterbutter, Hot Dog mit allem PiPaPo ohne die Wurst, Käsechips statt Salamiebrezel, Pizza Margherita statt Hamburger, Eintöpfe und Suppen ohne Fleisch, Käseschnitzel oder gebackenem Camembert statt Lasagne.
    Selbst beim Fleischer unseres Vertrauens gibt es ab und an vegetarische Burger aus Feta, Spinat und Ei, der echt lecker ist. Alles handgemacht ohne merkwürdige Inhaltsstoffe und völlig überwürzt… Es gibt zahlreiche Möglichkeiten lecker durch den Tag zu kommen.

    Alles Liebe und Chapeau für diese Entscheidung!

    1. Wie ich schon mal schrieb: wir testen uns so durch, suchen aber nicht nach Alternativen, sondern eher mal so Ergänzung. Grundsätzlich wird das Kind sicher auch von Gemüse, Nudeln, Reis und Co. satt.

  25. Das Kind einfach gewähren zu lassen und sich auf einen Vegetarier einzustellen ist gar nicht so selbstverständlich. Ich finde es super, dass ihr das macht.
    Wir haben hier ein carnivores Kind in einem ansonsten vegetarischen Haushalt und ich wünschte, ich könnte das so unterstützen. Für mich ist der Gang zum Metzger jedes mal eine große Überwindung.

  26. Liebe Pia,

    habe gestern ein Brot nach deinem Rezept gebacken. Muss sagen: Geht leider gar nicht! Selbst unser Brotmuffel hat so viel gegessen, dass heute morgen schon alles weg war. Demnächst muss ich also immer ZWEI Brote nach deinem Rezept backen. Danke fürs Teilen, kommt hier jetzt öfter auf den Tisch.
    LG, Rosa

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