Würgegeräusche, Besserwisser und Pfannfluencer

Wer möchte ein gekochtes Ei zum Frühstück?“ Zwei rufen: „Ich, ich, ich!“ und zwei machen Würgegeräusche. Alles wie immer. Also koche ich 5 Eier, sehr wohl wissend, dass einer der Würger dann doch ein Ei haben will und das große Kind ohnehin zwei isst. Ich hab’s echt drauf, denn es kommt genau so, wie ich es vorher gesehen habe und Mimi kräht dann nämlich doch nach einem Ei und ist tödlich beleidigt, dass ich ihr keinen Eierbecher hingestellt habe.

Mit großen Gesten erklärt sie uns, dass sie das Eigelb nicht mag, um dann das weiche Eigelb aus dem Ei zu löffeln, mit Genuss zu verschlingen und das harte Eiweiß kalt werden zu lassen. Auch wie immer.

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Die gestern liegen gebliebenen Tapeten sind  – Überraschung! – tatsächlich über Nacht weder weggelaufen, noch an die Wand geflogen. Wäre ja auch zu schön gewesen. Also schmeißen der Mann und ich uns nach dem Frühstück wieder in die Arbeitskleidung und tapezierten die Abstellkammer weiter.

Der Mann ist, ebenso wie ich, astreiner Autodidakt, guckt mir also 30 Minuten beim tapezieren zu uns weiß dann schon alles besser. Es ist so schön. Aber da ich den Mann ja schon ein Weilchen kenne – so round about 17 Jahre – amüsiert mich das nur in hohem Maße. Irgendwann sagt er zu einer nicht ganz perfekten Stoßkante: „Ich will das so nicht!“  und wenn ich den Mann in nur einem Satz beschreiben müsste, dann wäre es genau dieser.

Nicht die Tatsache, dass ihm etwas nicht gefällt und er das gerne nachbessern würde, machen ihn aus (Perfektionisten unter sich, ne?), sondern genau diese Formulierung. Er könnte ein T-Shirt mit dem Spruch tragen. Oh, wait (*notiert albernes Geschenk zu Anlass X*).

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Zum Abendessen gibt es Knuschber-Bratkartoffeln aus der gusseisernen Pfanne, die bei Instagram gerade einen echten Hype erlebt, seit die liebe Miri sie in einem Beitrag gezeigt hat. Sie nannte sich daraufhin selber Pfannfluencer und da lache ich immer noch hart drüber.
(Aber das ist nicht der einzige Grund, warum man ihr da folgen sollte. Das ist hier somit quasi eine Folgeempfehlung für eine meiner liebsten Instagram-People.)

Unsere gusseiserner Pfanne ist übrigens schon 7 Jahre alt und immer noch wie neu (also abgesehen von ordentlich Patina).

Nach den Bratkartoffeln rutschten dann auch noch diese Knusperstäbchen durch die Pfanne und fielen im Anschluss beim großen Kind mit Sang und Klang durch.

Die schmecken gar nicht! Max, du magst die bestimmt.
Wieso ich?
Die sind innen drin matschig weich, außen paniert und schmecken nach gar nix. Und du kannst sie in Ketchup ertränken.

Damit trifft er den Nagel auf den Kopf. Also, was Konsistenz und Geschmack angeht, ebenso wie die Vorlieben des kleinen Bruders: Kein Eigengeschmack, paniert und kaum Grund zu kauen. Aber auch der verzog nur angewidert das Gesicht. Somit sind die Knusperstäbchen schon mal RAUS.

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Mimi löst heute das Taufgeschenk ihrer besten Freundin ein, übernachtet dort und geht morgen ins Kino. Bei der Tantenfamilie hat sie dasselbe Geschenk bereits im Dezember eingelöst. Das sind mit Abstand die besten und perfektesten Geschenke, die man diesem Kind machen kann. Übernachtung und Kino. Schade, dass mindestens eine der Optionen für uns schon mal raus fällt. Wobei … probiert hab ich es noch nicht. Ob ich ihr einfach mal einen Übernachtungsgutschein für Zuhause basteln soll? *mihihihi*

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Ansonsten versuchen wir die Jungs heute vor 22 Uhr ins Bett zu bekommen. Noch 2 Mal schlafen und die Schule startet wieder durch. Die Vorfreude hält sich doch arg in Grenzen. Das war auch schon mal anders. Aber diese vorpubertären Züge der Jungs lassen mich gerade ohnehin schon von einem Zeitsprung über die Pubertät hinweg träumen. Das wird kein Spaß, Freunde! Aktuell befinde wir uns in einer Phase des schlechten Humors, die alle Grenzen des Ertragbaren sprengt. Ich hätte gerne die Pipi-Kaka-Phase zurück!

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Und weil heute der 5. ist, schiebe ich den Beitrag rüber zu Frau Brüllen, wo heute wieder #wmdedgt gesammelt wird.

 

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Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Von Beruf freiberufliche Autorin und Bloggerin. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
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26 Gedanken zu „Würgegeräusche, Besserwisser und Pfannfluencer

  1. Liebe Pia ,
    ziehen sie sich warm an, die Pubertät wird dann so richtig fein zwischen 14-18. Das war die Zeit, als meine Haare sich erstmals weiß färbten …und dabei hatten wir – Gott sei dank – nicht mal so Sachen wie Drogen oder anderers arges Zeugs dabei . Nur bellende stänkernde revoltierenden alles besser wissende , Hygiene vernachlässigende pubertäre Menschen .
    Aber sie waren dennoch auch toll und manchmal süß . Aber oft fragte ich mich , wo all das hin ist , was ich ihnen mal beibrachte .
    Nun sind sie 18 und 20 und haben zwei kleine Geschwister (3 und 4).
    Die gute Nachricht : es war nix umsonst :-) . Wenn die kleinen Geschwister sich nicht benehmen oder was anstellen , dann erklären die Großen wie der Hase läuft . Freundlich aber klar . Und es es ist, als hörte ich mich wieder . Sie zeigen Ihnen die kleinen schönen Dinge in der Natur , lesen ihnen die alten Lieblingsbucher vor und wehe, es werden nicht Hände gewaschen vorm Essen?… es ist also fast alles noch da, was sie selbst erlebt und gelernt haben ?
    Pubertät ist spannend , anstrengend aber auch toll . ?
    Liebe Grüße und Danke für Ihren Blog liebe Pia
    Sandra

  2. Wir haben grad die Pipi-Kaka-Phase bei der knapp vierjährigen Tochter, die den fünfjährigen Sohn jetzt wieder voll damit begeistert. Ich versuche mich im Ignorieren, klappt schon besser als beim ersten Mal. Ich glaube, ich wäre bereit für die nächste Stufe. Und wenn ihr rausgefunden habt, wie das mit dem Überspringen der Pupertät geht-gerne Infos, manchmal habe ich das Gefühl, es hat bei unseren Kindern bereits angefangen…

  3. Zu dem Fleischersatz noch… Bei uns wird auch oft vegetarisch gegessen, aber wir machen halt einfach selbst Bratlinge in verschiedenen Varianten. Gerade Mischungen aus Grünkern und geriebenen Karotten oder ähnliches kommt sehr gut an bei den Kindern. Oder Falafel. Ich weiß allerdings nicht, ob man das dann vielleicht einfrieren könnte und dann immer portionsweise nur für das eine Kind schnell in die Pfanne hauen kann.? Aber vielleicht wäre das ja eine Idee.

      1. Im Kochbuch „Das goldene von GU vegetarisch“ gibt es tolle Rezepte für Bratlinge und Falafel. Nicht jedes Rezept erfindet das Rad neu, aber vielleicht lohnt sich ein Blick, wenn es das in der Bücherei gibt und man es nicht direkt neu kauft.
        Sonst sind Falafel mit Kichererbsen aus der Dose, Haferflocken, Tahine (günstig beim dm), Knoblauch, Salz, Pfeffer, evtl. gemahlener Koriander und dem Wasser von den Kichererbsen Falafel in der Küchenmaschine schnell zusammengemischt. Mit der Konsistenz muss man ein bisschen experimentieren. :)
        Und von Hans im Glück gibt es auch ein Kochbuch, wo die Rezepte für fast alle Burger drin sind, wenn sie ihm gut schmecken.

      2. Ja, ich mache die selbst, das Rezept habe ich aber auch einfach von Pinterest. Wichtig ist nur, daß man getrocknete Kichererbsen verwendet, die dann 12 Stunden einweichen müssen. Ansonsten sind auch alle Rezepte recht ähnlich.

          1. Ja, das haben wir selbst beim ersten Mal verkehrt gemacht und das Resultat war, daß uns die Bällchen im Öl dann zerfallen sind. Weil sie halt schon vorgegart sind. Beim 2. Versuch mit den getrockneten hat es dann super funktioniert.

  4. Zu Kindern in der Pubertät hier der ultimative Tipp für Sie: Nicht alles ernst nehmen und niemals den Humor verlieren.
    Nordische Grüße von Iris

  5. Hallo Pia, bitte kläre die vegetarische Ernährung deines Sohnes mit eurem Arzt ab, nicht jeder kommt damit zurecht und gerade bei Kindern sollte man vorsichtig sein. Und wenn er gerne Eier isst, solltet ihr schonmal über ein Hühnergehege im Garten nachdenken. Nur so könnt ihr sicher sein dass die Hühner glücklich sind. Prinzipiell würde ich aber von vegetarischen Fleisch-Ersatz-Produkten abraten, lies dir mal die Liste der Zusatzstoffe durch.

    1. Ich schreibe es gerne nochmal, falls Du es nicht gelesen hattest: Wir probieren diese Ersatzprodukte nicht aus, um sie als Ersatz für Fleisch zu nutzen, sondern um einfach mal eine Zugabe für das Kind zu haben, wenn es hier mal so Sachen wie Fischstäbchen oder Nuggets gibt, die ja eher auch nicht zu den gesundesten Genussmitteln zählen.

    2. Lieber Thomas,
      bitte gehen Sie doch nicht davon aus, dass wir als Blogpublikum alles über Pias Familie und den Inhalt oder Nichtinhalt ihrer potentiellen ärztlichen Beratungsgespräche etc. wüssten. Wobei einiges ja auch durch grobe Textrecherche grob selbstbeantwortbar ist. So von Autodidaktin zu Profi geschrieben. Liebe Pia, danke für’s Schreiben! Ich lese hier gern mit. (Nur diese voyeuristische Anspruchshaltung nervt un peu, lieber Thomas).
      Augenzwinkernde Grüße!

      1. Neenee, habe mich vielleicht etwas unglücklich ausgedrückt. Ich wollte die Dinge nur mal erwähnt haben – weniger für Pia – eher für die Mitleser. Sollte sich jemand angegriffen fühlen, bitte ich um Entschuldigung. Eine voyeuristische Anspruchshaltung habe ich m.E. nicht, lese hier auch sehr gern mit und kommentiere sehr selten. Zwinkernde Grüße zurück, aber dass ich von Pia plötzlich gesiezt werde hat mich doch schwer getroffen (immer noch zwinkernd)

  6. Wir haben die Fischstäbchen durch Iglo Gemüsestäbchen ersetzt. Aus genau diesem Grund (die Zugabe, oder wenn es mal richtig schnell gehen muss). Das Kind findet die lecker und ich muss sagen, sie sind ganz akzeptabel für ein TK-Produkt.

  7. Hallo,
    ich bin selbst dabei, meinen Fleischkonsum zu reduzieren, aber habe bisher auch nur eine Sorte Ersatzprodukt gefunden, die gut ist: Quorn. Das Hackfleisch davon ist okay, aber das Geschnetzelte ist zB in Fajitas richtig lecker, wenn man es gut würzt. Es gibt auch eine Art Rostbratwürstchen davon, hab ich aber noch nicht probiert.
    Gibt es hier im Süden bei Edeka und Rewe.
    Liebe Grüße, besonders auch an Ihren großen Sohn,
    Julie

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