Freunde, Löcher & Monster

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War das ein gutes Wochenende? Das war ein gutes Wochenende!

Gestern, also Samstag, verkündete das große Kind recht früh, dass er gerne Übernachtungsbesuch empfangen würde. Mit großen Augen und diesem Hundeblick, den Kinder immer dann auspacken, wenn es wirklich – also WIRKLICH – wichtig ist. Und so wurde ein Verabredungsbeschluss für den Nachmittag getroffen.

Als ich gerade in der Küche rum wurschtelte erhielt ich eine Nachricht vom Mann, aus welcher sich folgender Dialog ergab:

Also nicht, dass der Eindruck entstehen könnte, dass ich mir dieses ganze Drama um Mütze/Schal ausdenken würde. Aber tatsächlich war es Max‘ Mütze, die er am Tag zuvor, bei unserem Frisörbesuch, dort vergessen hatte. Wäre der Mann nicht so aufmerksam gewesen, hätten wir es vermutlich erst Montagmorgen bemerkt

Die Tippfehler sind übrigens nicht der frühen Tagezeit, sondern meiner Unachtsamkeit beim Tippen geschuldet. Der Mann versteht mich zum Glück ja trotzdem.

***

Bis zum Eintreffen der Freundin des Großen hatte ich noch genug im Haushalt zu tun, wühlte mich durch den Kleiderschrank des Mittleren und stellte ein bisschen schockiert und ein bisschen genervt fest, dass dieses Kind nicht eine einzige Hose ohne Loch besitzt. NICHT EINE!

Folglich entschied ich, dass wir wohl oder übel eine der für mich unbeliebtesten Fahrten überhaupt machen müssen: die zu H&M in die Nachbarstadt. Da dieses Kind ja nun recht klein ist für sein Alter, sondern auch sehr sehr dünn, passen ihm aktuell nur die super skinny Jeans vom Klamottenschweden.

Und da ich Einkaufen ja bekanntlich hasse (ich weiß, ich wiederhole mich) musste der Mittlere mich dorthin begleiten.

Ich sag es mal so: ich weiß genau, warum ich Einkaufen so scheiße finde. Zuerst finde ich nicht das was ich suche. Dann gibt es das nur in mega hässlich („Ich zieh doch nix mit Paw Petrol an! Ich bin doch kein Baby!“ „Dann musst du langsam mal ein bisschen wachsen. Dann gibt’s auch Unterwäsche ohne Motive.“) oder nicht in der benötigten Größe. Dann watschelt man zur nächsten Abteilung, um für den großen Sohn auch noch Unterwäsche und Socken einzupacken und dann in die Mädchen-Abteilung, um dort ebenfalls Unterwäsche („Nur die mit Bein, sonst ziehe ich sie nicht an!“) und Socken mitzunehmen. Immerhin können wir die benötigten Jeans im Vorbeigehen vom Ständer ziehen. Gibt’s in drei Farben, also nehmen wir genau drei.

Die Arme werden immer länger und an jedem Finger schneidet mir eins der Unterwäschepakete in die Haut. Ich bin so eine Memme und echt nicht fürs Einkaufen gemacht.

Auf dem Weg zur Kasse fällt mir ein, dass Mimi für ihren Karnevalsauftritt noch eine schwarze Leggins und ein schwarzes Langarmshirt benötigt. Leggins gibt’s nur mit Naht auf dem Schienbein (WARUM?), von der ich genau weiß, dass Mimi sie nie und nimmer anziehen würde. Ein schwarzes Langarmshirt ohne alles gibt es wiederum nur im Doppelpack mit einem weißen Shirt, das Mimi ebenfalls nicht anziehen wird, weil „Weiß mag ich nicht!“

An der Kasse soll ich dann die H&M App vorzeigen, die ich erst aktualisieren muss, mich dann nicht einloggen kann und überhaupt ist mir inzwischen echt warm und ich will nur noch nach Hause. Memme, sagte ich ja schon.

Immerhin schenkt mir die freundliche H&M Mitarbeiterin zum Schluss noch eine große Papiertüte, weil ich natürlich auch noch die Tragetasche im Auto vergessen hatte. Buhuhu.

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Da ich inzwischen ein Stresslevel habe, das kaum mehr zu toppen ist, entschließen wir uns kurzerhand auch noch den Wocheneinkauf dran zu hängen.

Während ich Obst und Gemüse in den Wagen lade, fragt mich Max alle 2 Minuten, ob wir jetzt fertig wären. Ich möchte mich gerne augenblicklich heulend kopfüber in eine Tiefkühltruhe stürzen und da zu einem Shrimp zusammen rollen.

Aber keine Sorge! Alles Jammern hat irgendwann ein Ende und ich hatte alle Unannehmlichkeiten dieses Wochenendes erfolgreich abgehakt.

Außerdem konnte ich endlich meine Schulden bei Mimi begleichen.

***

Wir essen zum Abend selbstgemachte Pizza und lachen am Tisch viel. Alex‘ Freundin ist ein Goldstück und einfach ein bezauberndes Wesen, das von innen strahlt. Ganz nebenbei ist Alex in ihrer Gegenwart so ausgeglichen, wie man ihn sonst selten erlebt. Es ist fantastisch!

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Die Kinder schauen abends alle gemeinsam Drachen zähmen leicht gemacht*, da wir kommende Woche ja in den dritten Teil gehen werden und so alle Erinnerungen nochmal aufgefrischt werden müssen. Gut, Max hört seit 2 Wochen jeden Abend das Hörspiel zum 2. Film* und kann ihn inzwischen komplett mitsprechen. Mehr Vorbereitung geht nicht.

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Der Mann bereitete heute den Frühstücktisch vor, während die Kinder beim Bäcker Brötchen holten.

Nachdem wir ausgiebig und wieder mit viel Lachen gefrühstückt hatten, gingen die Kinder spielen, der Mann bastelte an seinem kleinen Retro-Projekt und ich kümmerte mich mal wieder ausgiebig um meine Facebook-Gruppe, die inzwischen aus alles Nähten platzt und mich viele – sehr viele – Nerven kostet. Ursprünglich habe ich die Gruppe mal für den Austausch von (hochsensiblen) Eltern mit hochsensiblen Kinder gegründet. Mit knapp 6.000 Mitgliedern ist sie inzwischen so voll, dass sich auch einige sehr merkwürdige Ansichten dorthin verirrt haben. Ich kann wirklich gut mit anderen Meinungen und Ansichten, aber wenn man gefühlt nur noch von Indigokindern, Kindern des Lichts und homöopathischen Behandlungen liest, möchte man nur noch den Delete-Button drücken. Bis Ende der Woche werde ich mich daher entscheiden, ob die Gruppe weiter besteht (dann mit deutlichen Veränderungen) oder ob ich sie einfach dicht mache.

***

Zu Weihnachten hatte der Mittlere ja dieses Monster Nähset* geschenkt bekommen und seitdem bettelte Mimi darum, auch eins der Monster nähren zu dürfen. Heute war dann endlich der Tag der Tage und Max gab genervt nach.

Also saß Mimi den halben Tag im Wohnzimmer am Tisch und nähte an ihrem Monster. Neben dem normalen Gradstich beherrscht sie jetzt auch den Blanket Stitch (wie heißt der auf Deutsch?) perfekt.

Morgen müssen wir das Monster nur noch füllen und zunähen. Mimi ist ganz aufgeregt und will unbedingt weitere Monster nähen. Ich überlege daher, ihr das Set einfach auch zu kaufen.

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Ansonsten war das Wochenende herrlich unaufgeregt und einfach harmonisch. Schrecklich, wenn man Sonntagabend so gänzlich entspannt auf dem Sofa sitzen kann.

Aber hey, neue Woche, neue Termine, neue spannende Dinge die uns erwarten. Bleiben Sie dran.

Es wurde keine Werbung für genannte oder erkennbare Marken beauftragt.

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Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Von Beruf freiberufliche Autorin und Bloggerin. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
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26 Gedanken zu „Freunde, Löcher & Monster

  1. Der heisst Matratzenstich ;) Also denke ich jetzt mal…? Ich würde gerne in die Gruppe kommen sofern sie weiter existiert… unser Wochenende war auch harmonisch, die Sterne stehen wohl gut ;)

  2. Made my evening. „Zu einem Shrimp zusammenrollen“…..ich garantiere ein fettes Lächeln, wenn ich morgen Shrimps kassiere. Oder einräume :))))

  3. Hallo Pia, wie handhabt ihr das mit dem Damenbesuch über Nacht. ScSchaust du öfters ddass keiner auf eine dumme Idee kommt ooder iist das bisher wirklich nur Spielfreudin?
    unser Großer (12) hat auch eine Freundin , übernachten war ich bisher eher unsicher

    1. Bei den beiden mache ich mir noch keine Gedanken. Ein Küsschen auf die Wange war bisher das höchste der Gefühle und da war Alex schon mehr als verlegen. Wie das wäre, wenn beide 12 wären, kann ich Dir nicht beantworten.

  4. Ich musste gerade tatsächlich googlen, was denn ein „Indigokind“ sei. Scheint, als hätte ich nichts verpasst.
    Bei Bedarf könnte ich da noch einen Arzt nennen, der Heileurythmie anbietet. Funktioniert vermutlich genau so gut wie Globuli, aber Placeboeffekt und so.

  5. Das mit den Hosen kommt mir sehr bekannt vor. Sohnemann hat irgendwie auch mehr Hosen mit Loch als ohne. Und er ist ebenfalls sehr schmal, vor allem die Cord-Hosen von H&M passen ihm gut. Bekommen aber auch besonders schnell Löcher… Tja, man kann nicht alles haben.
    Tippfehler produziere ich übrigens gerne die Gleichen. Solche Nachrichten muss man halt mit Fantasie lesen ;)
    LG von TAC

  6. „Blanket stitch
    Beschreibung
    Aus dem Englischen übersetzt-Der Deckenstich ist ein Stich, der zur Verstärkung der Kante von dickem Material verwendet wird. „aus Go*gle
    Beste Grüße
    Loku

  7. Hallöchen…
    Es ist der Knopfloch- oder Schlingenstich.
    Der Matratzenstich ist es nicht, da dieser beim Zusammenziehen unsichtbar wird.
    Viel Spaß beim Handarbeiten :)
    Liebe Grüße, Stefanie aus dem Schwarzwald ???

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