für einander da sein

Gestern Mittag zerbrach der Wassertank unserer Kaffeemaschine. Dank umgehender Onlinebestellung wurde mir aber zum Glück bereite heute morgen ein Ersatztank geliefert. Ein Montag ohne Kaffee wäre ein ganz mieser Start in die Woche.

Und dann passt der Tank nicht, weil nicht nur die Typenbezeichnung, sondern auch ein minifutzi kleiner Zusatzbuchstabe, drei Zeilen unter der Typenbezeichnung, ausschlaggebend ist. Was natürlich so einer Produktbeschreibung im Internet erstmal nicht zu entnehmen ist.

Aber zum Glück hab ich eine liebste Nachbarin, die mich kurzerhand für meinen guten Morgen Welt-Kaffee beherbergte. Es sind die kleinen Dinge, die eine Pia glücklich machen.

Der vermeidlich richtige Wassertank ist dann für morgen bestellt und der falsche bereits wieder auf dem Rückweg. Es bleibt erstmal spannend, ob ich mich morgen erneut bei der liebsten Nachbarin einladen muss, um überhaupt in die Gänge zu kommen.

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Titus gut getarnt in der Efeu-Hecke. Liegt in der Familie. Also der Tarn-Effekt.

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Als es heute Nachmittag an der Tür klingelte und ich eigentlich nur die kleine Gräte erwartete, standen da plötzlich zwei Kinder vor mir. Überrascht wollte ich nachfragen, warum Alexa denn auch da sein (ist jetzt nicht so ungewöhnlich, aber im Regelfall reden Steffi und ich da vorher kurz drüber), doch da plapperte das Grätenkind schon drauf los.

Eine seltsame Frau habe die beiden angesprochen und sie gefragt ob sie nicht mit ihr mitkommen wollten. Zu einem Sommerfest. Und dann habe sie so komisch gegrinst und gewunken und so getan, als würde sie die Kinder kennen. „Mama, ich glaub die Frau war behindert. Aber wir hatten trotzdem Angst. Da sind wir lieber zusammen geblieben.“

Dazu muss man wissen, dass zwischen Schule und unserem Haus ein Wohnheim für Menschen mit geistiger Behinderung liegt. Es ist also sehr gut möglich, dass es eine der Bewohnerinnen war, die ganz sicher nichts Böses wollte, aber die Mädels halt doch geängstigt hat.

Ich lobt die Mädels für ihren Entschluss zusammen zu bleiben und informierte Steffi kurz über den Verbleib ihrer Tochter. Da wir später ohnehin verabredet waren, konnte ich die Mädels auch einfach beide später mitnehmen.

Es ist beruhigend, dass unsere Mädels sich in solch einer Situation zu helfen wissen und aufeinander Acht geben. Dass man nicht mit Fremden spricht wissen Sie natürlich beide. Aber es ist dann doch etwas anderes, wenn man wirklich angesprochen wird.

Letztens hatte ich die Gräte einmal auf ihrem Heimweg angehupt, als ich gerade mit Alex vom Arzt kam. Da ist sie vor Schreck fast in Ohnmacht gefallen. Ich musste ihr dann das Versprechen geben, sie nie nie niemals wieder anzuhupen und stattdessen nur wild aus dem Autofenster zu winkend, bis sie mich erkennt. Ehrenwort, kleine Gräte.

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Den Nachmittag verbrachten wir dann vor Steffis Haus, das praktischer Weise am Ende einer Spielstraßensackgasse (so schöne Wörter gibt’s auch nur bei uns) liegt. Ich bekam endlich einen ordentlich starken Kaffee (die liebste Nachbarin war da scheinbar ein wenig bezüglich meines Blutdrucks besorgt), Sonne pur und frische Luft.

Die Jungs kamen später auch mit den Fahrrädern rüber gefahren und während der Große sich nach einiger Zeit wieder absetzte, traf Max kurzerhand auf zwei seiner Klassenkameraden, die in derselben Straße wohnen, und lieferte sich dann mit ihnen wilde Wettrennen auf dem Fahrrad.

Zwischendurch stärkten die Kinder sich mit Obstquetschies und Mini-Berliner, bevor sie sich wieder auf das jeweilige Gefährt schwangen und weiter pesten.

Dass wir leider wirklich noch keinen echten Frühling haben, wurde deutlich, sobald die Sonne verschwand und es auf einen Schlag eiskalt wurde. So richtig bibber- und zitterkalt.

Aber allein die Sonnenstrahlen, die wir heute getankt haben: unbezahlbar!

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Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Von Beruf freiberufliche Autorin und Bloggerin. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
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