Wenn nicht diese, dann vielleicht die nächsten

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Zwei Wochen Sommerferien durften wir schon verleben und es ist fast traurig, dass nur noch 4 Wochen vor uns liegen.

Die Kinder spielen in einem Springbrunnen und versuchen mit ihren Händen die einzelnen Fontänen nach unten zu drücken.

Sechs Wochen Sommerferien, das ist wie ganz tief durchatmen. Ausschlafen, keine Verpflichtungen, kaum Termine, tun und lassen was man will. Und dabei fahren wir in diesen Ferien nicht einmal in den Urlaub, weil der Mann im Vorfeld keinen Urlaub nehmen konnte, da berufliche Termine einfach keine frühzeitige Planung zuließen.

Und so leben wir aktuell in den Tag hinein. Die Kinder haben ihren Schlafrhythmus schnell an die Ferien angepasst. Vor 10 Uhr stehen sie selten auf, was natürlich auch zur Folge hat, dass sie selten vor 22 Uhr im Bett sind. Sie sind entspannt und genügsam. Es gibt wenig Streit und Geschrei und dafür überraschend viel Miteinander.

Wenn die Kinder morgens lange schlafen, habe ich Zeit zum arbeiten. Sobald der Erste aus dem Bett fällt decken wir den Tisch und frühstücken dementsprechend spät. Im Anschluss erledigen alle etwas Hausarbeit. Der eine räumt die Spülmaschine aus und ein, der andere saugt, einer reinigt das Waschbecken im Badezimmer, faltet Wäsche oder putzt sein Zimmer. Nach Mittag hat dann jeder Zeit für die Dinge, die er gerne tun möchte.

Das große Kind fährt fast täglich zur Scooter-Rampe am Jugendclub und kommt abends mit neuen Schrammen und Blessuren nach Hause. Das kleine Kind hat für die kommenden 2 Jahre Geburtstagsgeschenke für alle Familienmitglieder vorgebastelt. Das Mittelkind hat sein Zimmer aufgeräumt (auch für sowas bieten Sommerferien Zeit!) und freut sich über Ausflüge ins Schwimmbad oder auf die andere Rheinseite.

Bisher fiel vielleicht dreimal der Satz: „Was kann ich jetzt tun?“ und noch nicht einmal „Mir ist langweilig!“

Im Kindergarten, den das kleine Kind einen Tag besuchte, wurde ich augenzwinkernd auf die anstrengenden Ferien mit drei Kindern angesprochen. Ganz ehrlich? Ich empfinde das kein bisschen als anstrengend, sondern ganz im Gegenteil als eine entspannende Wohltat. Nicht unter Zeit- oder Termindruck zu stehen nimmt schon mal so viel Streit- und Stress-Potential raus, das man sich wirklich wieder auf das Miteinander besinnen kann.

Nun sind die Kinder auch nicht mehr so klein, dass sie ganztägig an mir kleben würden und ununterbrochen irgendwie bespaßt oder unterhalten werden müssen. Das schaffen die inzwischen auch ganz gut alleine. Wieder ein Punkt für „große Kinder sind toll!“

Natürlich werden wir diese Tage noch das Schulzeug für das neue Schuljahr fertig machen. Eigentlich hatte ich das bis zu den Ferien bereits erledigt haben wollen, aber dann bekam ich eine Falschlieferung von Schulheften und musste erneut warten. Dafür habe ich aber schon Sportschuhe*, Badmintonschläger*, den dicken Duden*, eine neue Brotdose* für den großen Sohn und diverses Verbrauchsmaterial zusammen. Fehlt noch das meditative bekleben mit Namensstickern. Sie kennen das ja schon.

Ein Alltags- oder Ferientagebuch würde sich für Sie aktuell mehr als langweilig lesen und das kann man dann auch mal als Pro und nicht als Contra werten.

Was ich mir an dieser Stelle aber nicht nehmen lassen möchte zu erwähnen: Wenn Sie ob ihrer schlecht und wenig schlafenden Kinder, permanenter Ansprache und/oder diverser Entwicklungsphasen gerade auf dem Zahnfleisch gehen und sich für mehr Struktur im Alltag Kita/Schule zurück wünschen … das ist okay. Solche Sommerferien hatte ich auch schon und nur weil es bei uns gerade so entspannt und erholsam zu geht, machen wir nichts besser oder sind grundlegend entspannter.

Ich war auch schon total von meinen Kindern genervt, deutlich gestresst und hätte mir eine Auszeit nur für mich gewünscht. Ich denke nicht, dass das verwerflich ist oder etwas über die Qualität als Eltern aussagt.

Es ist das Leben. Mal lauter und mal leiser. Mal schneller und mal langsamer. Mal gestresster und mal entspannter.

Und egal in welcher Phase Sie gerade stecken: ich wünsche Ihnen die bestmöglichen Sommerferien mit Erinnerungen an Sonnenschein und Eisessen, Kinderlachen und Schwimmbadbesuchen. Und wenn es nicht diese Sommerferien sind, dann vielleicht schon die nächsten.

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Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Von Beruf freiberufliche Autorin und Bloggerin. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
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6 Gedanken zu „Wenn nicht diese, dann vielleicht die nächsten

  1. Wir haben 8 Wochen Ferien in Luxemburg. 2 von drei ,glaubt man würden nach Schule schreien,die haben so miese Laune,der Kleine meistens on tour. Ich liebe Sommerferien, alle sind da, Termine haben wir jetzt keine mehr,in den Tag hineinleben und das Leben geniessen.

    lg,SanDra und viel Spass euch.

  2. Wir hatten in Sachsen bereits Halbzeit.
    Generell ist es hier auch grade sehr entspannt. Und ich beobachte das Gleiche: Ohne Termine und Schuldruck gibts hier plötzlich Geschwisterplüschmomente, das kenne ich sonst gar nicht.
    Abgesehen davon ist grade eh nur eins von drei Kindern da.
    Immer fein den Moment genießen ;)
    LG von TAC

  3. Ganz, geht herzlichen Dank für diesen Beitrag!!
    Meine sind noch so klein, dass es oft noch Geschrei und Gezetere gibt und man sich fragt, ob man die einzige Familie ist, die nicht super entspannt ist in den Ferien bzw. im Urlaub… 🙈🙈

    Bezüglich „Schulzeug richten“- gibt es dieses Jahr wieder einen Beitrag zum Inhalt der Ranzen usw.? Ich mochte die Beiträge schon immer gerne, aber nun habe ich selbst ein bald-Schulkind – da ist es natürlich noch interessanter… 😉
    Herzliche Grüße

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