Kaiserschmarrn. Kein Wiener Original.

(Beitrag enthält *Affiliate-Links)

Jetzt hab ich vorgestern hier großspurig angekündigt, ich würde Ihnen unser erstes Gericht aus der neuen Pfanne* direkt präsentieren und dann hab ich gestern einfach mal gar nicht gebloggt. So zuverlässig bin ich also.

Aber ich denke man kann mir das verzeihen, wenn ich das Gericht heute noch nachschiebe. Die definitive häufigste Empfehlung, die ich hier und auf anderen Kanälen bekam, war Kaiserschmarrn. Das ist insofern ganz passend, da ich das zwar schon zigfach gegessen, aber noch nie selber zubereitet habe. Ich dachte halt, das wäre ein zerfetzter Pfannkuchen (was es im Grunde ja auch immer noch irgendwie ist) und das widersprach meinen ästhetischen Vorlieben. Warum was kaputt machen, was kreisrund doch so viel hübscher ist? Jetzt, wo ich mich mit Ihren Rezept-Empfehlungen auseinander gesetzt und das Ganze dann eben auch selber gemacht habe, kann ich mir das Zerfetzen relativ gut erklären. Aber dazu später.

Da in diversen Rezepten stets völlig unterschiedliche Mengenangaben/-verhältnisse und Zubereitungsarten angegeben wurden, habe ich mir daraus einfach selber ein Rezept zusammen gebaut. Das Ergebnis war perfekt und so teile ich es heute gerne.

Zutaten

(für ca. 3 Erwachsenen-Portionen)

  • 75g Rosinen
  • 200g Mehl
  • 25g Zucker
  • 4 Eier, getrennt
  • 300 ml Milch
  • 40g Butter
  • 1 Pck. Vanille Zucker (kein Vanillin-Zucker)
  • Prise Salz
  • Puderzucker
  • Apfelmus o.ä. (wir haben Apfel-Aprikose genommen)

Zubereitung

Ganz zu beginn habe ich die Rosinen mit Wasser bedeckt, damit sie die Feuchtigkeit aufnehmen und saftiger werden. In manchen Rezepten wird auch Cognac oder Rum verwendet, aber da hier ja mehr Kinder als Erwachsene mitessen, hab ich es bei Wasser belassen. Apfelsaft wäre natürlich auch noch eine Möglichkeit gewesen, den hatte ich aber nicht im Haus.

Dann müssen erstmal die Eier getrennt werden, so dass man 4 Eigelb und 4 Eiweiß hat. Das Eiweiß hab ich kalt gestellt, da ich den Grundteig bereits vormittags vorbereitet habe und das Eiweiß erst kurz vor dem Ausbacken zugefügt wird.

Das Eigelb in eine Schüssel geben und mit dem Vanille-Zucker, Zucker und einer Prise Salz mit einem Handrührgerät so lange verquirlen, bis eine cremige Konsistenz erreicht wird. Der Profi nennt das schaumigschlagen, aber sind wir ehrlich: so richtig schaumig wird das nicht.

Die Butter auf dem Herd bei geringer Hitze schmelzen (aka zerlassen).

Dann abwechselnd einen Löffel Mehl und einen Schluck Milch zum Teig hinzugeben und immer weiter rührend, so dass eine homogene Masse entsteht. Zum Schluss die zerlassene Butter gründlich einrührend und den fertigen, recht flüssigen, Teig ruhen lassen. In einem Rezept stand mindestens eine halbe Stunde. Mein Teig stand gut 1,5 Stunden gut abgedeckt bei Zimmertemperatur herum und hat auf seinen Einsatz gewartet. Kühlen würde ich ihn nicht, da sonst die Butter wieder gerinnt.

Eine halbe Stunde bevor das große Kind nach Hause kam, habe ich dann das Eiweiß mit einer weiteren Prise Salz richtig schön steif geschlagen und mit einem normalen Löffel unter den Teig gehoben, bis keine Eiweißflocken mehr erkennbar waren. Anschließend werden die abgetropften Rosinen noch untergehoben.

Dann wird die Pfanne einmal richtig erhitzt, etwas Butter darin zerlassen und die Temperatur dann wieder auf mittlere Stufe runter gedreht. Den Teig etwa 1cm hoch in die Pfanne geben und goldgelb anpacken lassen.

Hier wurde dann auch deutlich, warum man einen Kaiserschmarrn nicht kreisrund serviert. Probieren Sie ruhig mal aus, den 1cm dicken Fladen unfallfrei zu wenden. Wünsche Ihnen dabei viel Erfolg, hier hat es definitiv nicht geklappt. Nach dem Wenden habe ich den Schmarrn also mit zwei Pfannenwendern in mundgerechte Stücke zerteilt und weiter backen lassen.

Die bereits gebackene Oberseite habe ich mit einem Teelöffel Zucker bestreut und dann noch einmal Stück für Stück gewendet, damit der Zucker karamellisieren kann. Das selbe noch mal von der anderen Seite und noch einmal wenden bis der Zucker komplett karamellisiert ist.

Den fertigen Kaiserschmarrn hab ich dann in eine Auflaufform gefüllt und bei etwa 80°C Grad im Backofen warm gehalten. Das war ein Tipp aus einem Rezept und hat ganz wunderbar funktioniert.

Den restlichen Teig genauso zubereiten und zum Schluss ebenfalls in die Auflaufform füllen, bis alle Kinder im Haus sind und am Tisch sitzen.

Mit Apfel-Aprikosen-Mus und Puderzucker war der Kaiserschmarrn somit absolut perfekt. Auch wenn ein nicht näher benanntes Kind alle Rosinen wieder aus dem Schmarrn heraus gepickt hat.

Die Menge hat locker für 3 Kinder und einen Erwachsenen ausgereicht. Ich denke 3 Erwachsene wären auch davon satt geworden.

In den meisten Rezepten wir von 4 Personen ausgehend ein völlig unterschiedliches Mengenverhältnis angegeben: deutlich weniger/mehr Mehl, weniger/mehr Milch, weniger/mehr Eier, etc. Alle nehmen für sich in Anspruch ein original Wiener Kaiserschmarrn Rezept zu sein. Soweit würde ich mich im Leben nicht aus dem Fenster lehnen, aber ich kann mit Sicherheit sagen, dass dieses Mengenverhältnis hier sehr gut schmeckt und sich prima zubereiten ließ. Wir sind allerdings auch keine Wiener, ne?

Falls Sie also auch noch ein Kaiserschwarrn-Rezept suchen: probieren Sie ruhig diese hier und beschimpfen Sie mich später gerne in den Kommentaren, wenn es nicht geschmeckt hat.

***

Den Nachmittag verbrachten wir bei der liebsten Steffi, die zum gemeinschaftlichen Pizza-Dom* Essen geladen hatte. Das große Kind flippte bei der Aussicht auf Raclette-artiges Pizza Essen schon im Vorfeld vor Freude aus, wurde dann allerdings doch etwas in seiner Euphorie gebremst, als es erkannte, dass Pizzateig eben trotzdem seine Zeit braucht, um durchzugaren.

Die Mini-Pizzen waren wirklich sehr lecker und durch die Wartezeit ist man dann halt auch nach 3 Stücken pappsatt. Spaß hat es trotzdem gemacht und an dieser Stelle nochmal ein dickes Dankeschön an Steffi für die Einladung.

Der heutige Samstag steht jetzt im Zeichen von Wäschebergen, Haushaltskram und Einkaufen. Also alles wie immer.

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Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Von Beruf freiberufliche Autorin und Bloggerin. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
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