Stay at home-Tagebuch Tag 22

Na, merkt Ihr auch wie der tägliche Tagebucheintrag jeden Tag später kommt? Die Erklärung ist ganz einfach: geiles Wetter = noch länger auf den Feldern unterwegs.

Heute bin ich um 7 Uhr von meinem Wecker geweckt worden, habe mich bis 7.30 Uhr noch mal umgedreht, bin dann aufgestanden, hab die Zähne geputzt und bin zum Einkaufen gefahren. Wie so ne Profi-Mutter.

So durfte ich heute auch das allererste Mal in einer Schlange vorm Aldi stehen und auf Einlass warten. War aber unspektakulär und hat auch nur 5 Minuten gedauert. Den Bon-Knopf am Pfand-Automaten muss man auch nicht mehr drücken. Der Bon kommt einfach nach der letzten Flasche aus dem Automaten, was wiederum bedeutet, dass man sich nicht zuviel Zeit lassen oder ungeschickt anstellen sollte, wenn man nicht 25 Bons haben will. Ich hatte nur einen!

Außerdem habe ich heute das neu genähte Mund-Nase-Dings (Ihr wisst schon) getragen, bin unfassbar oft blöd angeguckt worden (dabei war ich mit Abstand nicht die Einzige) und hab eine Bekannte getroffen, die mit hoher Wahrscheinlich im Anschluss direkt WhatsApp zum Glühen gebracht hat. Aber: die Leute hielten Abstand. Endlich. Bei meinem letzten Einkauf war 1,5 bis 2 Meter für die meisten Menschen nämlich ein noch sehr dehnbarer (wohl eher stauchbarer) Begriff.

Ich konnte für die liebste Nachbarin ein Paket Klopapier erlegen und bekam auch sonst alles was ich wollte. Sogar tiefgekühlten Brokkoli, der hier sonst immer immer immer ausverkauft ist. Montagmorgen. Ich sag’s Euch.

Um 9 Uhr war ich wieder Zuhause und hab erstmal Frühstück gemacht, mit dem ich dann noch eine Stunde alleine rum saß, bis ich die Kinder endlich erfolgreich aus dem Bett gepuhlt hatte. An alle Eltern jüngerer Frühaufsteherkinder: Eure Zeit wird kommen! Und dann sitzt ihr mit dem Magen in den Kniekehlen allein am Frühstückstisch und müsst vor Hunger in Euren Kaffee weinen (oder halt alleine essen). Aber die Stille ist unbezahlbar!

Dann so Vokabeln, Deutsch, Schminki schminki, Haare föhnen, dies, das Ananas. Zeug halt, wie man es an einem ganz normalen (AHAHAHAHA » Schnappatmung » Hustenanfall » Nervenkasper » Rotz und Wasser heulend in Embryonalstellung am Boden liegen) Montag eben so macht.

Zum Mittagessen gab es heute HotDogs und HotFishis. Das eine kennt ihr alle, denke ich. Das andere ist die vegetarische Variante des großen Sohnes und funktioniert wie HotDog, nur mit vegetarischen Fischstäbchen und Remoulade. MEGA GUT!

Danach haben die Kinder und ich wieder eine halbe Stunde rum diskutiert, ob und wenn ja, wer mit auf welche Feldrunde geht. Die Gräte hatte die Schuhe an, dann waren sie wieder aus. Der Mittlere hatte die Schuhe an, dann die Haare gestylt, dann waren die Schuhe wieder aus. Zum Schluss sind der Große und ich alleine gegangen, weil zumindest wir beide uns einig waren, dass wir gehen wollen und auch wolang.

Das große Kind hat sich heute nämlich eine große Runde gewünscht und so sind wir einfach mal auf das Feld Richtung Osten, statt wie sonst Richtung Westen gegangen. Da ist zwar noch weniger zu gucken, also wirklich halt nur Feld, aber auch weniger Menschen.

Das Wetter war wirklich Bombe. 24 Grad und Sonne pur. Ich bin sogar ohne Tuch aus dem Haus gegangen und das soll was heißen.

Gut die Hälfte der Strecke haben wir auch wieder live getreamt, aber auf dem Rückweg hatte ich dann keine Lust mehr und hab mich lieber mit dem Kind unterhalten. Ich hab ja schon mehrfach erzählt, dass der wirklich tolle Dinge in seinem Kopf fabriziert.

Quelle: coronazaehler.de, 06.04.2020

Tatsächlich waren es zum Schluss 7 gelaufene Kilometer und das Kind jammerte ein bisschen über schmerzende Füße, denn – SURPRISE – seine Winterschuhe (!) sind ihm jetzt zu klein. Müssen wir jetzt wohl oder übel online shoppen. Praktischer Weiser hat das Kind aktuell genau meine Schuhgröße, weshalb ich ihm jetzt einfach 3 Monate lang alle 2 Wochen ein neues Paar Schuhe kaufen werden, die mir dann rein zufällig total gut gefallen und – hups – auch noch passen. Zwinki zwonki.

So, super Morgen, super Tag, super Abend. Super gut. Ein weiteres Highlight, das ich Euch nicht vorenthalten will: die täglichen Zaubervideos unseres Schulleiters kennt Ihr ja schon. Jetzt hat er sich noch ein paar Lehrer aus dem Kollegium unserer Grundschule organisiert und gemeinsam haben sie für die Kinder unserer Schule einen echten Oster-Klassiker vertont. Oh, I love it so much! Und die ersten Kinder haben mir auch schon ihren Gesang zugeschickt. 😍

Und jetzt bitte Alle recht laut: 🎵 STUPS, DER KLEINE OSTERHAAASE …

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Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Von Beruf freiberufliche Autorin und Bloggerin. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
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10 Gedanken zu „Stay at home-Tagebuch Tag 22

  1. Ach herrje, da lese ich hier jeden Abend mit und war nun doch irgendwie überrascht, dass wir schon bei Tag 22 sind.

    Das Wetter war wirklich ein Träumchen heut. Da ließ sich die erzwungene Auszeit regelrecht genießen.

    Gute Nacht und auf einen schönen Dienstag.

  2. Aber aber … wo ist denn der tägliche Coronazähler für die Dokumentation??? Jetzt nicht nachlassen in Woche 4, liebe Pia! 😉😘 LG Karen

  3. Hier aus New Jersey: ich lese schon lange mit. Und bedanke mich. Möchte nur sagen, dass ich euch die Daumen drücke, nur das beste wünsche, und Kopf hoch sende, you’re doing a great Job! Schön langsam, give yourself a break, and take it easy on yourself. Ich entschuldige mich für das Sprachengemisch, so sage ich es halt besser.

  4. Das mit den Schuhen habe ich genau so auch gemacht, als wir eine Größe hatten. Jetzt er so: 43. Ich trage immer noch die stylishen Schuhe, die ich “uns” bei 38 gekauft habe. Seufz.

  5. Hallo Pia,

    Ich lese schon lange mit aber heute muss ich einen Kommentar hinterlassen! Euer Schulleiter ist meeega sympathisch, ganz toll was er da abliefert in dieser Zeit! Leider hören wir von unseren Lehrern gar nichts, schicken nur alle paar Tage neue Hausaufgaben.
    Ganz liebe Grüße Katrin mit 2 Kids

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