Stay at home-Tagebuch Tag 44

Inzwischen muss ich mich abends schon richtig konzentrieren, um mich zu erinnern, was wir den ganzen Tag über gemacht haben. Zeugt jetzt nicht gerade von Langeweile und Nichtstun, oder?

Heute morgen bin ich auf jeden Fall aufgestanden. Davon gehe ich jetzt mal stark aus, sonst würde ich vermutlich jetzt nicht hier sitzen und das tippen können. Soweit, so gut.

Wir haben Gefrühstückt. Daran erinnere ich mich sogar aktiv, weil es Marmeladenbrötchen und Kaffee mit Haferkakao gab. Das ist gut. Ich vermute, im Anschluss habe ich mit mindestens einem Kind über die Sinnhaftigkeit von Schularbeiten diskutiert. Ich bin mir auch ziemlich sicher, welches Kind das war, aber aus Datenschutzgründen lasse ich es an dieser Stelle mal unbenannt. Der Große hat jedenfalls gut gearbeitet und wurde heute auch mit Englisch für diese Woche fertig. Der Gräte konnte ich ihren Aufgabenplan heute auch endgültig abhaken.

Anschließend hüpfte das Grätenkind nach langer zeit mal wieder fröhlich durch den Garten und spielte mit Seifenblasen. Es war so schön sie dabei zu beobachten. In den letzten Tagen hatte ich mich doch ein wenig um ihre Stimmung gesorgt.

Vielleicht sollte ich mich weiterhin sorgen, denn im Anschluss hat sie auch noch freiwillig ihr Zimmer aufgeräumt.

Gegen Mittag kam eine neuen Behelfsmaskenbestellung rein. Zum Glück kann ich inzwischen auf einen kleinen Fundus zurück greifen, aber wenn Sonderwünsche für ältere Damen eingehen (was mit Blümchen), dann mache ich natürlich auch das gerne. Passte auch wunderbar in unsere Mittagspause.

Nach Mittag gab es bei der liebsten Nachbarin den obligatorischen Distanz-Kaffee und ich richtete ihr meine alte Fitbit Versa ein, damit sie ihren sehr aktiven Alltag ein bisschen tracken kann. Auch als es wie aus Kübeln zu regnen begann, ließen wir uns nicht vertreiben und tranken stoisch unsere Kaffee unterm Carport aus. Was sein muss, muss sein.

Als ich wieder Heim kam fiel mir beim Aufschließen der Haustür die sperrangelweit geöffnete Terrassentür ein. Panisch stürze ich also in Wohnzimmer und kreische dabei etwas verzweifelt: “Die Terrassentür!” Als ich davor stehe bin ich verwirrt. “Was ist mit der Tür?” ruft der Große von oben und ich stammle etwas von Regen und offen und alles nass.

“Nee, Mama, die hab ich direkt zu gemacht, als es angefangen hat zu regnen. Das Zeug auf der Terrasse hab ich auch zusammen geräumt.” So einer ist das nämlich. Ein Mitdenker. Oh, I love him so much!

“Aber wenn du schon wieder da bist: kannst du mir jetzt die Haare schneiden?” Uff! Ich kann das wirklich nicht gut und er ist jetzt auch nicht das uneitelste Menschenkind, das ich kenne und nur Haarschneidemaschine ist für ihn auch keine Option und … ach, na gut, okay.

Es sollte nun also kein reiner Undercut mehr werden, aber was kürzer und hinten soll es nicht mehr abstehen. Ich hab mein very best gegeben. Ernsthaft! Hier nun ein Nachher-Foto von unserer heutigen Pokemon Runde.

Sieht jetzt zotteliger aus als es tatsächlich ist. Mit Gel gestylt sieht es schon irgendwie wie eine gewollte Frisur aus. Man kann ihn jedenfalls unter die Menschheit lassen (was momentan eh ja keiner will).

Wir brachten auf unserer Runde eine Behelfsmaskenbestellung weg und stöhnten über viel zu viele Taubsis, die Pokemon heute ausspuckte. Unser Weg führte uns auch an der Bank vorbei, wo ich für die Kids Kontoauszüge zog. Das haben wir die letzten 2 Monate aus bekannten Gründen nämlich vergessen.

Auf dem Rückweg überkam uns beide so hart die Lust auf Pommes, dass wir beim Türken im Ort an der Tür noch Pommes für alle orderten und wenig später mitnehmen konnten.

Der Kamp an der Arena, die wir auf dem Heimweg passieren, musste heute schnell gehen, damit wir das knusprige fettige Gold noch heiß nach Hause bekommen.

Darum ging es nach erfolgreichem Kampf und Einnahme der Arena im Laufschritt nach Hause. Die Gräte wurde bereits von unterwegs informiert, dass sie bitte den Tisch decken soll.

Nun sitze ich wieder mal rund gefuttert auf dem Sofa. Der Himmel ist lila-blau und die Kinder sind auf ihren Zimmern und gucken Netflix oder spielen Brawl Stars.

Ganz nebenbei habe ich heute Wäsche gewaschen, die Küche aufgeräumt, die Klos geputzt, mit dem großen Sohn MS Teams für seinen Schulkram auf seinem PC eingerichtet und eine Einkaufsliste geschrieben. Eine Woche ist nämlich fast schon wieder rum und wir wissen ja alle, was das heißt. Aber ich denke, bis Donnerstag kann ich das noch prima vor mir her schieben.

Ich wünsche Euch jedenfalls einen ruhigen Abend und eine erholsame Nacht. Auf die freue ich mich jetzt auch schon sehr.

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Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Von Beruf freiberufliche Autorin und Bloggerin. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
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Ein Gedanke zu „Stay at home-Tagebuch Tag 44

  1. Hallo Pia,
    bei mir sind deine täglichen Beiträge zur Gute Nachgeschichte geworden. Immer so toll und amüsant geschrieben😀Gestern Abend habe ich den Beitrag meinem Mann und unserer 11jährigen Tochter vorgelesen und zusammen darüber gelacht und uns gefreut. Vielen Dank dafür!! Tut gerade soooo gut!
    Herzliche Grüsse aus der Schweiz

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