Bis einer heult! • Knüppel aus dem Sack
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3. Juli 2014 | Pia Drießen

Knüppel aus dem Sack

Mir scheint, mein größter Fehler in dieser Internetblase ist es, dass ich nicht oft genug jammere. Gefolgt davon, dass ich von Dingen erzähle, die ich ausprobiere und für gut befinde. Und natürlich, dass ich eine eigene Meinung habe, die ich hier aufschreibe.

Ich kommentiere so gut wie nie in anderen Blogs. Schon gar nicht, wenn ich nix Nettes zu sagen habe.
Ich jammere wenig, weil es einfach nicht meine Art ist. Selbst mein Mann ist überrascht, wenn ich mal sage: „Ich bin sooo fertig!“ 
Ich zeige gerne Dinge, die mir gefallen oder die mir Spaß machen. Einfach so. Weil ich denke, dass kann auch anderen gefallen oder Spaß machen.

Ich habe keinen Redaktionsplan und überlege nicht Wochen im Voraus, was ich wann bloggen könnte. Auch teile ich meine Artikel nicht mehrfach zu verschiedenen Tageszeiten, damit möglichst viele Leser darauf aufmerksam werden. Ich schreibe, wenn ich Lust dazu, etwas zu erzählen und natürlich Zeit habe. Und dann lesen Sie das. oder nicht. Ich habe kein ausgeklügeltes Social Media oder Marketing Konzept. Ich bin keine Marke.

Ich kann mich nicht daran erinnern, dass ich jemanden aktiv aufgefordert habe, irgendwas nachzumachen. Wenn das jemand trotzdem und aus freien Stücken tut und dann darüber erzählt, dann freue ich mich. Verdient oder gewonnen hab ich dadurch aber auch nix. Außer vielleicht noch mehr Missgunst von denen, die das eben nervt. 

In einem früheren Artikel habe ich schon mal geschrieben, dass ich keine Supermutti bin und mich nie für eine halten würde. Ich bin auch manchmal ungeduldig, genervt, zicke die Kinder an oder werde laut. Auch ich mache mir täglich Sorgen um Kleinigkeiten, die die Kinder betreffen und habe nicht für alles eine Lösung. Insbesondere beim Großen ist ja prinzipiell auch alles erstmal neu für mich. Wenn ich dann einen guten Weg gefunden habe, mit Situation XYZ umzugehen, dann erzähle ich davon. Es ist ein stetiger Lernprozess. Warum nicht andere daran teilhaben lassen?

Auch meine Kinder furzen nicht den ganzen Tag rosa Wölkchen mit Erdbeerduft. Echt nicht. Manchmal hauen sich der Große und der Mittlere richtig auf die Jacke. Und da greife ich so lange nicht ein, wie es eben nicht gefährlich für den ein oder anderen wird. Es sind halt Kinder. Die zappeln auch am Tisch, was ich wie die Pest hasse. Und mäkeln am Essen rum. Mindestens einer. Immer. Und die nölen auch, wenn’s ins Bett geht. Jeden Abend. 

Aber ich meine, wem erzähle ich das? Sie sind ja selber fast alle Mutter/Vater. 

Ich weiß bei Weitem nicht alles, aber ich hab schon ein bisschen was erlebt und ein paar Erfahrungen gemacht. Auch das teile ich gerne. Ich habe auch beim zweiten und dritten Kind viel anders gemacht, als beim ersten. Lernprozess und so. Ich schrieb es schon. Es kann daher niemand behaupten, ich hätte für mich Allgemeingültigkeit oder Allwissenheit gepachtet. 

Mama Miez ist ein Pseudonym. Und inzwischen scheint es so, dass Leute den Namen „Mama Miez“ wie ein rotes Tuch wahrnehmen. Das ist doch die, der alle in den Arsch kriechen, alles beklatschen und nachmachen müssen. Darum ist die doof. Weil uns das nervt. Dann muss man die beleidigen. Natürlich nicht direkt und auch nicht so öffentlich, dass deren ganze Anhänger über mich herfallen könnten. Nein. Ich such mir einfach meine kleine Filterblase, in der noch andere genervt sind und dann lästern wir ein bisschen. Dann geht es uns direkt besser. Nieder mit der Mieztussi.

Ich frage mich ernsthaft, an was es einem mangelt, wenn man sich ständig über die selben Personen aufregen muss. Selbstwertgefühl? Selbstbewusstsein? Und was bringt einem das dann?

Wenn mich wer nervt – kommt vor – dann lese ich den nicht mehr. Und schwupps, hat sich mein Problem in Luft aufgelöst.

Die häufigste Begründung über dieses „Aufregen“ ist übrigens, wenn man mal nachfragt, die eigen Meinung. Und die darf ja jeder ungefiltert und unzensiert kundtun. Freie Meinungsäußerung und so. Sie kennen das. Aber, Herrgott, hat denn niemand mehr ne vernünftige Kinderstube erfahren, in der man so ein bisschen gutes Benehmen und Anstand gelernt hat? Wenn mir zu jemandem nichts Nettes einfällt, dann bin ich einfach still. Erst Recht, wenn überhaupt kein Dialog zwischen uns bestand. Welches Ziel verfolge ich denn, wenn ich immer und immer wieder lauthals denunzieren oder mich lustig machen muss? Erniedrigung? Verletzung? Ja, das sind wahre Charakterstärken. Herzlichen Glückwunsch.

Jeder einzelne von Ihnen da draußen hat die Möglichkeit es anders und besser zu machen, als Mama Miez. Mama Miez ist eine fiktive Person basierend auf Erzählungen realer Begebenheiten. Sie geben ihr einen Charakter, eine Mimik und einen Tonfall. Das, was Sie da zeichnen, kommt aus Ihnen selber und ist nicht zwischen meinen Zeilen zu finden. Wenn Sie sich also das nächste Mal über Mama Miez auslassen, hören Sie vielleicht kurz in sich rein und lauschen Sie, was Sie jetzt gerade dazu antreibt, verbal drauf zu hauen.Vermutlich werden Sie dann erkennen, dass das auch nicht die Lösung Ihres Problem ist. Aber wenn es Ihnen danach für 5 Minuten besser geht, halt ich gerne auch noch die andere Wange hin.

Für alle andere, weniger negativ gesinnten Leser: Hinter Mama Miez steckt Pia. Das bin ich. Ein ganz normaler Mensch mit schrecklich normalen Kindern in einem ganz normalen Leben mit einem total normalen sozialen Umfeld. Sie kennen mich nicht. Und das Lesen dieses Blogs wird das leider auch nicht ändern. Aber die Menschen aus meinem realen Leben, die finden mich ganz nett. Ich denk, ich bin okay :)

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Über den Autor:
Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Marketing- und Medienberaterin mit Schwerpunkt Social Media. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
    

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