Bis einer heult! • aber mindestens
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16. Juni 2006 | Pia Drießen

aber mindestens

Als ich klein war weigerte ich mich standhaft Lebensmittel auch nur in die Hand zu nehmen, die einen Tag über ihrem Mindesthaltbarkeitsdatum waren. Und wenn ich klein sage, dann meine ich das auch. Sprich, ich konnte mit 4 Jahren schon wunderbar Haltbarkeitsdaten entschlüsseln, die Uhr hingegen habe ich erst mit 5 Jahren beherrscht. Ich bin folglich mit dem Spruch meiner Mutter aufgewachsen: „Mindestens! Kind, es heißt mindestens haltbar!“

Heute ist das ganze irgendwie anders. Wenn etwas einen Tag über dem Haltbarkeitsdatum ist, reicht ein flüchtiger Blick, um das Nahrungsutensil als essbar oder eben nicht einzustufen. Eine Woche über dem Datum wird kritischer begutachtet, zwei Wochen drüber wird intensiv begutachtet und beschnuppert. Essen kann man es meistens trotzdem noch.

Es gibt sogar Lebensmittel, die ich erst probiere, bevor ich entscheide, ob ich sie ganz verzehren möchte bzw. kann. Solang noch kein Schimmel sichtbar ist, gehe ich erstmal nicht von einem Risiko für Leib und Leben aus, denn früher aß ich auch Regenwürmer und die habe ich schließlich auch überlebt.

Was aber gar nicht, gar nicht, gar nicht geht und somit immer begutachtet und beschnuppert werden muss, sind Milchprodukte. Auch schon Wochen vor dem Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums. Wenn ich mich vor etwas wirklich ekle, dann vor saurer Milch. Menschen, die z.B. Kefir zu sich nehmen, sind mir daher von Grund auf suspekt und werden ebenfalls kritisch begutachtet und beschnuppert.

Die eiskalte, nicht saure Milch, die ich mir vor 5 Minuten in meinen heißen Kaffee geschüttet habe, hat geflockt und ist somit aus meiner Tea-Time ausgeschieden.

Die Kekse, die Pjöni vorgestern mitbrachte, sind seit April abgelaufen. Die sind aber noch ok.

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Über den Autor:
Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Von Beruf freiberufliche Autorin und Bloggerin. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
    
  1. Christian / Jun 16 2006

    … was ist mit Menschen, die bei der kleinsten Flocke in Tee oder Kaffee den selben hysterisch schreiend wegschütten, aber gut und gerne ganze Tage nur von Kefir und Buttermilch leben können?
    Also, ich könnte mir schlimmeres vorstellen, als mal beschuppert zu werden, und ich bin auch recht sicher, ich bestehe den Test, aber man will ja vorbereitet sein :wink:

  2. hans / Jun 16 2006

    ich hätte hier noch eine dose eierravioli mit haltbarkeitsdatum vom dezember 2005 – wenn sie möchten….:wink:
    grüsse aus köln

  3. Anne / Jun 16 2006

    Ich versuche auch seit geraumer Zeit, meinem Mann die Bedeutung des Mindesthaltbarkeitsdatums beizubringen und ihm klar zu machen, dass die diverse Lebensmittel noch lange darüber essbar und gut sind. Ich glaube, so langsam zeigt meien Beharrlichkeit ihre Wirkung.

    Prinzipiell kann man tatsächlich sehen oder riechen, ob etwas noch gut ist. Bei Milchprodukten und Eiern bin ich auch vorsichtiger, aber das ist glaub ich normal, weil diese Lebensmittel halt einfach schneller schlecht werden und dann auch wirklich eklig sind.

  4. marcc / Jun 16 2006

    Wir hatten im Büro mal einen unheimlich starken/bitteren Kaffee. Aber einige von uns waren da schon immer großzügig mit dem Pulver, deswegen dachte ich mir nichts dabei.

    Bis dann mal einer – doch mißtrauisch geworden – an der H-Milch roch. :kotz: Die war schlecht geworden, flockte aber nicht aus.

  5. Herr H. / Jun 16 2006

    Fräulein Pia, Sie glauben doch nicht allen Ernstes, daß Ihr Herr Pjöni auf das Mindesthaltbarkeitsdatum schauen kann, wenn er hin und wieder mit seinem A6 zur Arbeit fahren will/muß?? Benzin ist teuer!

  6. Legolas / Jun 16 2006

    Seit ich in einer Wärmestube arbeite, habe ich auch ein sehr entspanntes Verhältnis zu Mindesthaltbarkeitsdaten. Bei vielen Produkten ist das auch nur drauf, weil es gesetzlich vorgeschrieben wird. Reis, Mehl oder sonstige Trockenprodukte halten sich bei richtiger Lagerung ewig.

  7. Pia / Jun 16 2006

    Legolas: Eben drum. Alles andere wäre wieder rausgeschmissenes Geld.

  8. Andreas / Jun 16 2006

    „Die Kekse, die Pjöni gestern mitbrachte,(…)“

    Gestern? Am Feiertag? tss tss tss!
    (Okay, wann gibt es bessere Gründe für Kekse als nicht dann Feiertage, aber irgendwie lässt das auf ein Treffen am Arbeitsplatz schliessen … ;-) )

  9. Pia / Jun 16 2006

    VORgestern natürlich. Hups.

  10. Pjöni / Jun 16 2006

    Für mich ist der nächste Arbeitstag auch immer „Morgen“. Selbst wenn dazwischen 3 Wochen Urlaub sind …

  11. Herr H. / Jun 16 2006

    Ach ja, stimmt. Der Chef liest ja auch mit. :pfeif:

    :grin:

  12. glyxkind / Jun 16 2006

    Sie sprechen mir aus der Seele Frau Pia. Ich kann an Milch und ähnliches auch nur ran wenn sie vor meinen eigenen Augen geöffnet worden sind. Und warme Milch geht schonmal gar nicht.

  13. fräulein anna / Jun 16 2006

    wie war das noch mit den frikadellen und dem nudelsalat?! :grin:

  14. Sven / Jun 16 2006

    Manchmal liegts auch nur an der Säure im Getränk, in das die Milch dann kommt. Da kann die Milch manchmal gar nichts dafür…

  15. Pia / Jun 16 2006

    Anna: Also DEN hätte ich auch nicht mehr gegessen :D

  16. Herr G / Jun 16 2006

    Klasse geschrieben Frau Pia, nix ist ekliger als flockende Milch im Kaffee :kotz:

  17. buried in oblivion / Jun 17 2006

    Viel bedenklicher finde ich, dass Pjöni Ihnen vorgestern Kekse mitgebracht hat, die seit April abgelaufen waren… das zeugt von Wertschätzung. ;-)

  18. Görg / Jun 17 2006

    Da muss ich Sven (14) beipflichten, Milch kann direkt aus dem Euter gekrochen sein und trotzdem schon in manchen Kaffees ausflocken. Das liegt oftmals auch einfach nur am Getränk. Daher würde ich empfehlen, die Milch einfach mal so zu probieren und wenn sie noch gut ist, den geflockten Kaffee trotzdem zu trinken :)

  19. schoko-bella / Jun 17 2006

    ich seh das ganz genauso. kefirtrinkendes volk ist mir unheimlich :nein:

  20. Aline / Jun 17 2006

    Ich bin ein bißchen MHD-geschädigt. Denn bei den Lebensmittel im (Kühl-)schrank meiner Mutter muss man sich beim MHD 30.07 fragen, welches Jahr gemeint ist. Ehrlich, was drüber ist, fliegt weg.

  21. chris / Jun 18 2006

    Die sache mit der milch kenne ich nur zu gut…seitdem ich mir vor ein paar jahren an einem warmen tag ein schönes großes glas kalte (schlechte) milch eingeschenkt hatte…und natürlich so gierig sein musste und erstmal einen großen zug genommen hatte, beschnüffel ich auch ständig die milch..ekelhaft..aber ich trinke dennoch min 1l am tag..solche erlebnisse prägen..irgendwie…*g*

    Einen wunderschönen warmen sonntag noch!

  22. Christoph H. / Jun 18 2006

    Das Haltbarkeitsdatum ist bei mir auch ein wunder Punkt. Besonders achte ich bei Joghurt darauf. Grund für meine Zweifel bei jedem Joghurt-ähnlichen Produkt, das mehr als 24 Stunden abgelaufen ist, kommt von einem Erlebnis aus meiner Kindheit. Zu Hause stand nie etwas im Kühlschrank, was aufgelaufen war, weil es entweder schon weggeschmissen oder gegessen war. Anders war das bei meiner Oma, die das Haltbarkeitsdatum wenig interessierte. Als kleiner Junge holte ich mir einen Zott-Joghurt aus der Küche, zog wie immer den Deckel ab und leckte in sofort ab. In diesem Moment verspürte meine Zunge den wohl eckligsten Geschmack ihres bis dahin verbrachten Lebens: Sauer, runzelig, trocken … Ein Blick auf den Deckel zeigte mir, dass das Haltbarkeitsdatum schon gute drei Woche vorbei war. Seitdem bin ich übervorsichtig.

  23. Duennbrettbohrer / Jun 19 2006

    Ich habe gestern Abend einen leckeres Tonic Water zubereitet, welches schon ewig bei mir im Schrank stand. Nach einem Schluck meinte meine Freundin, es würde komisch schmecken und fragte mich ob es vielleicht abgelaufen sei. Ich wusste bis zu dem Zeitpunkt nichtmal das Tonic Water ablaufen kann. Ein Blick auf die Flasche zeigte dann „MHD: 23.11.03“. Nunja, das habe ich dann doch mal locker flockig entsorgt. :grin:

  24. marcc / Jun 19 2006

    „flockig entsorgt“ – Alles klar.

    Das erinnert mich an einen Tüte Apfelsaft, bei der ich mich wunderte, warum der Saft so fadenähnlich herauskam. Nun, unten im Gefäß hatte sich ein Schleimpilz breit gemacht. Und der wollte dann auch raus, konnte nur nicht so schnell.

  25. Carsten / Jun 19 2006

    Kefir ist auch nicht viel anders als Joghurt… Nur aus irgendeinem Grunde hier in Lettland beliebt wie nix. Hier trinken alle immer und überall Kefir. Und garnieren jegliche Nahrungsmittel mit saurer Sahne.

    Sehr suspekt das Ganze, aber so ein Kefir mit Salz und Pfeffer ist durchaus lecker… Nur nicht zu oft;)

  26. pepi / Apr 21 2008

    KANN MIR JEMAND DENN SAGEN WIE LANGE MAN ÜBER DEN HALTBARKEITSDATUM ESSEN DARF????
    JEDER SAGT JA ETWAS ANDERES…

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