Bis einer heult! • Ministry of Trash-Defence
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25. Oktober 2002 | Pia Drießen

Ministry of Trash-Defence

Ok, ich weiß, ich bin Azubi und nicht mehr. Dann muss man sich auch freuen, wenn der Chef einen kurzerhand zum "Minister of Trash-Defence" ernennt.
Mein Auftrag? Müllbeseitigung! Jeden Freitag, mit der Befugnis zur administrativen Einplanung von Supportern.
Und heute hat es mal Matthias getroffen. Völlig begeistern von dieser Aufgabe mit soviel Verantwortung zum Tragen (kleines Wortspiel *g*) zogen wir also los. Ich bewaffnet mit zwei Mülleimern, randvoll mit Plastikmüll und einer Tüte mit Altglas. Matthias ebenfalls schwer beladen mit einer riesen Kiste Altpapier.
Grummeld zogen wir in Richtung Beseitigungsbehälter, auch das "Türaufhalten" unseres "Office-President" konnte die Stimmung nicht heben.
Einige Meter gingen wir schweigend neben einander her, dann ging Matthias urplötzlich und unerwartet in die Offensive: "Es regnet!"
Danke! Danke für diese grandiose und fast nicht mehr in Worte zufassende Aussage und Feststellung… danke!
Einige wenige Meter weiter fällt mir die erste Dose aus einem dem Eimer, aber ich gehe zielstrebig weiter, denn ich habe ein Ziel und jegliche zeitliche Verzögerung, sowie behindernde stehenbleib-und-aufheb-Aktionen führen uns nicht zum gewünschten Ergebnis. Es muss schnell und leise operiert werden, nur so können wir zur Elite gehören.
Matthias bleibt kurz stehen, starrt erst die Dose an und dann mich… etwas verzögert nimmt er jedoch den Schritt wieder auf und folgt mir. Etwa 10 Meter weiter fällt mir das zweite Objekt zu Boden, doch auch diesmal lasse ich mich nicht beirren… es ist nicht mehr weit.
Matthias hingegen bleibt stehen, stellt den Pappkarton in eine Fütze und hebt die Plastikflasche auf (sehr vorbildlich, aber wir sind nicht vom Umweltamt, sondern von der "Office-Front"!).
Mit schnellen Schritten nähere ich mich den Containern… rein, rein rein mit dem Schei… weg, weg, weg mit dem Dreck.
Leicht aggressiv schlage ich auf den Pappkarton ein, der sich im engen Schlitz des Containers gegen seine (vorerst) letzte Ruhestätte wehrt, aber er hat keine Chance… ich siege!

Wir treten den Rückzug an, ebenso schnell, leise und gut koordiniert wie der Angriff. Ein feindliches Automobil nähert sich uns langsam… geblendet von unserem Erfolg reagiere ich nicht schnell genug und… *platsch*… :o(

Ich bin einfach nur noch nass!

Als wäre das nicht genug lacht der dämliche Kerl neben mir noch. Danke Matthias, herzlichen Danke… hättest Du nicht einen einfühlsamen Anfall von "Ich muss die arme Plastikflasche retten" bekommen, wären wir einige Sekunden vorher am Container gewesen und wären, bereits bevor der Feind angerückt wär, auch schon wieder weg gewesen…

Was sagt uns das alles? Ich muss mir bessere Supporter organisieren… und eine Gefahrenzulage beantragen!

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Über den Autor:
Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Von Beruf freiberufliche Autorin und Bloggerin. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
    
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