Bis einer heult! • Der Ü3-Kindergartenbeu
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23. Oktober 2012 | Pia Drießen

Der Ü3-Kindergartenbeu

Ich hab Ihnen noch gar nicht von meinem Elterngespräch vergangene Woche berichtet. Es war viel los bei Miezens und da ging das so ein bisschen unter. Auf Grund der Tatsache, dass wir ab Mitte November eine Wochenendfamilie sind, bat ich bei der neuen Erzieherin des Quietschbeus um ein Gespräch, damit ich sie a) über die Rahmenbedingungen und Termine informieren konnte und b) damit wir uns darüber verständigen konnten, wie wir eventuelle Veränderungen und Auffälligkeiten am ältesten Miezsohn kommunizieren würden.

Zunächst Mal freue es mich wirklich zu hören, dass der Quietschbeu in der neuen Gruppe ganz wunderbar angekommen ist. Inzwischen kann er sich schon ein Wenig gegenüber den größeren Jungs behaupten. Schwierig ist halt manchmal, dass er sehr selten vor Schmerzen oder Wut weint oder den Erwachsenen Bescheid sagt, wenn ihn jemand ärgert (aber Sie müssten ihn mal wegen einem Stück Brezel erleben, dass ich einfach so aufgegessen habe!), weshalb es den Erziehern öfters mal entgeht, dass er von älteren Kindern bedrängt wird. Ich weiß das, weil er mir das nachmittags erzählt. Die Erzieherin berichtet mir, dass der Quietschbeu sehr fröhlich, umgänglich, freundlich und redselig sei und absolut keine Probleme oder Schwierigkeiten hätte oder machen würde. Mutterherz grinst.

Dann kam ich aber nochmal auf meinen kleinen Stein im Magen: der N., von dem der Quietschbeu unter anderem schon mehrfach äußerte, er habe Angst vor ihm. Auch wachte er nachts schreiend auf: „Geh weg, N!!!“ Zuerst dachte ich, jeder Mensch bräuchte so einen Gegenpart, so eine Herausforderung im Leben. Aber dann häuften sich die Vorfälle mit N. Eigentlich täglich berichtete der Quietschbeu, der N. habe ihn geschlagen, geschubst, gebissen und/oder angespuckt. Den einen Tag hatte er dem Quietschbeu einen Holzbaustein so ins Gesicht geschlagen, dass er ein richtiges Veilchen bekam. Am nächsten Tag schlug er beim Abholen der Jungs mit einem Stock mehrfach in den Maxi Cosi, in dem das Meedchen lag. Auch hat er sogar mich in den vergangen Wochen geschlagen und angespuckt, obwohl zwischen uns keinerlei Interaktion oder Kommunikation stattfand. Einfach so, im Vorbeirennen. Der Kerl ist 4! Da bleibt mir jegliches Verständnis auf der Strecke. Sorry for hat! Ich sprach das Thema also an. In erster Linie die Angst des Quietschbeus.

Letztendlich überraschte die Erzieherin das jetzt nicht wirklich. Das N. im Moment schwierig ist, ist kein Geheimnis. Man würde verstärkt darauf achten, dass die beiden sich ein wenig aus dem Weg gehen würden. Das hört sich jetzt wenig an, aber mir reicht das schon. Andere Konflikte muss der Große einfach lernen, allein zu lösen. Und zumindest dieses Oberrüpelhafte Verhalten, wie er es die ersten Wochen nach dem Gruppenwechsel an den Tag gelegt hatte, hat er inzwischen wieder abgelegt.

Ich verließ das Gespräch mit einen guten Gefühl. Ich sehe mein Kind jeden Tag mehr aufblühen und aus sich heraus kommen. Er erzählt nachmittags viel von den anderen Kindern und weiß schon jetzt ganz genau, wen er mag und wen nicht. Seine Erzieher hat er ausnahmslos alle ins Herz geschlossen und es geht ihm in seinem vormittäglichen Umfeld sehr gut. Heute Morgen ermahnte er mich, dass ich ihn heute ja nicht früher abholen solle. Ganz neue Töne von meinem ehemaligen Kindergartenmuffel.

 

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Über den Autor:
Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Von Beruf freiberufliche Autorin und Bloggerin. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
    
  1. Tine / Okt 23 2012

    Es freut mich sehr, zu hören dass es dem Quietschbeu so gut geht mit dem Kindergarten. <3

    Aber zu N. fällt mir nur ein: Hat das Kind eigentlich Eltern oder wächst der im Wald bei Wölfen auf?! Sorry for that.

  2. Nad / Okt 23 2012

    Das bei diesen Worten dein Mutterherz höher schlägt ist verständlich. Freut mich für euch, dass sich der kleine, große Mann so gut macht.

    Zu N. fällt mir hingegen nichts ein. Das sich Kinder mal in den Haaren hängen mag schon sein aber dieses Verhalten auch fremden Personen gegenüber ist schon extrem.

  3. Suse / Okt 24 2012

    Leider gibt’s immer und überall einen N. Und leider werden meistend die Ns dann später Bürgermeister. Oder so ähnlich.

  4. Advent / Okt 24 2012

    Schön, wenn sich Kinder in ihrer Gruppe und mit ihren Bezugspersonen wohl fühlen!

    So einen N. mit anderem Namen hatten wir mal bei einer Veranstaltung mit vielen Kindern und vielen Erwachsenen. Noch keine vier, aber sowas von gewieft und hinterf… Er hat die Lage gescannt und ihm unbekannte kleinere Kinder umgeworfen sowie Erwachsene im Vorbeigehen geschubst und gekniffen. Bei seiner ersten Kneif-Runde im Restaurant war ich überrumpelt, auf dem Rückweg habe ich ihn beim Kneifversuch festgehalten, ihm tief in die Augen geschaut und festgestellt, dass ich sein Verhalten nicht dulde. Weder bei mir noch bei meinem Nachwuchs. Seine Mutter hat anderen Kneifopfern geraten zurückzukneifen. Damit er merkt, dass es weh tut. *kopfschüttel*

    Am nächsten Tag hat er mich geschubst. Drei große Schritte hinterher, gepackt, in die Augen geschaut, Klartext geredet. Seine Entschuldigung: er habe mich nicht erkannt.
    Sein Vater stand daneben. Hatte den Vorgang gesehen, aber nicht eingegriffen. Als ich fertig war kam ein: „Das tat gut. Hoffentlich hilft das.“

    Es gibt tatsächlich Eltern, die fremd erziehen lassen. Und wer traut sich das heute noch?

  5. Tanja / Okt 25 2012

    Das klingt ja alles sehr schön soweit, liebe Frau Miez! ?
    Und das mit dem N.: Ich hoffe das lässt sich auch in den Griff bekommen, wäre ja sehr unschön, wenn der QB drunter leiden muss…
    Zur Erziehung dieses Kindes muss ja nichts weiter gesagt werden… :-/

  6. rage / Okt 26 2012

    sorry for that, aber ich muss es loswerden: ich finde es unter jedem hund, wie erwachsene menschen über einen vierjährigen!!!! urteilen! was soll das? was wissen wir über die umstände? was gehen sie uns an?

    natürlich ist es nicht ok, wenn ein kind unter einem anderen leidet, bis er nachts aufwacht, aber das einzige, was man tun kann, ist, das eigene ki d zu stärken. sorry, ich habe keine toleranz für ihr bashing.

    ich wiederhole, was ich auch schon sagte: seien sie froh, dass ihr kind offenbar im moment nicht das ak ist. glauben sie mir: es kann innert tagen wechseln. und das, obwohl wir alle die perfekten eltern sind.

    • Mama Miez / Okt 26 2012

      Den Vorwurf des Bashings weise ich hier ganz klar von mir! Und natürlich ist niemand davor gefeit ein (temporäres) AK zu haben. Darum hege ich dennoch eine Antipathie gegen N., die ich aber weder das Kind, noch meines spüren lasse.
      Die Eltern sind übrigens sehr freundlich und ich denke nicht, dass N. zum AK erzogen wird/wurde. Ich denke da liegt viel mehr im Argen (und bin aus diesem Grund immer freundlich und geduldig mit N. Auch ohne ihn zu mögen.)

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