Bis einer heult! • Jungmutterverzweiflung.
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20. Mai 2009 | Pia Drießen

Jungmutterverzweiflung.

Ich hätte die erste Regel einer bloggenden Mami befolgen sollen: beschreie nie das unkomplizierte Verhalten Deines Kindes. Es könnte sich als Ausnahme herausstellen. Oder so.

Gut, so schlimm ist es jetzt nicht, aber der an sich pflegeleichte Quietschbeu hat seit über einer Woche mit Verdauungsbeschwerden zu kämpfen, die ihm wohl doch arg schmerzen. Auch ist sein Stu.hlgang alles andere als Babyartig. Teilweise sind die Knübbelchen hart wie Glasmurmeln. Das tät mir beim Drücken auch weh! Problem bei der Sache ist, wie schon mal angesprochen, sein Stimmchen. Ein schreiendes Baby ist nicht das Problem. Geduldig wie ich bin kann ich das auch über einen langen Zeitraum ertragen. Nur leider schreit unser Baby nicht wie andere Babys, sondern wird sofort sehr laut, sehr grell und vor allem hysterisch!

Das schmerzt das Mutterherz dann schon, weil man ja will, dass es dem Nachwuchs gut geht. Wir haben also einiges ausprobiert, um den leidenden Quietschbeu schnell zu beruhigen. Dabei war das Schnell weniger das Problem, als ein andauerndes Beruhigen. Nach einigen wirklich harten Abenden und diversen Telefonaten mit großen Schwestern und Hebammen, ist das Bäuchlein des kleinen Mannes nun also zu beruhigen, in dem man seine PRE-Milch mit Fenchel-Anis-Kümmel-Tee zubereitet, zwei Spritzer Lefax hinein gibt und das Bäuchlein abends mit einem warmen Kirschkernkissen massiert. Wunderbar weiche Kügelchen sind, gleich nach einem zufriedenen Gesicht des Quietschbeus, die Belohnung.

Dafür dann heute Nacht den Fressschub eines pubertierenden Jugendlichen im Wachstum erlebt. Statt zwei Mal wollte der Herr heute Nacht vier Mal speisen. Das verkündet er ebenso laut, schrill und hysterisch, wie zuvor seine Bauchschmerzen. Wenn man damit allerdings nicht rechnet, kann einen so ein Gebrüll in Panik versetzen, wenn es einen aus dem Schlaf reißt. Ich dachte zuerst, er hätte sonst was. Auch weil er sich nicht beruhigen lies.

Wir zwei schliefen heute Nacht somit eine Etappe im Gästezimmer, weil das neben der Küche liegt und ich nicht ausreichend Fläschchen vorbereitet hatte, um sie bequem im Quietschbeuzimmer füttern zu können, ohne vorher durch die ganze Bude tapern zu müssen.

Beide Erfahrungen, Bauchschmerzen wie auch Riesenhunger, haben mich also das erste Mal in diese, bisher unter den Teppich gekehrte, Jungmutterverzweiflung getrieben. Man sitzt mit Tränen in den Augen und seinem Baby auf dem Arm im Bett/auf dem Sofa und fühlt sich wie der größte Versager auf Erden (der später friedlich schnorchelnde Quietschbeu lässt das aber alles wieder schnell vergessen).

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Über den Autor:
Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Von Beruf freiberufliche Autorin und Bloggerin. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
    
  1. Schussel / Mai 20 2009

    Ach Du. Schön, dass es dem Quietschbeu mit euren Methoden jetzt besser geht. Und ich kann euch so gut verstehen, ist es doch gerade mal 6 Wochen her, dass ich nach einem Schrei- (bei ihm) und Heul-(bei mir)-Abend in der Apotheke nach Lefax gefragt habe.. ein Wundermittelchen. Auch wenn ich sonst nicht gerade nach Medikamenten schreie.

    Alles wird gut, Du wirst sehen, Wachstumschübe gibt es nicht jeden Tag und mit kleinen Problemchen wie Bauchweh lernt man einfach immer besser umzugehen. Du machst das doch eh super, der ist ja gerade erst zwei Wochen alt, der kleine!

  2. Schussel / Mai 20 2009

    Grmpf, Stilldemenz und Schlafentzug… was ich eigentlich an erster Stelle schreiben wollte, habe ich natürlich vergessen. Also:
    uns hilft bei der Verdauung immer auch „Fahrradfahren“, also Knirpsbeine in die Handnehmen und vorsichtig damit gegen Bauch drücken. Inzwischen macht er selbst schon fast mit und es löst immer viel Luft und sonstiges.

    • Mama Miez / Mai 20 2009

      Fahrrad fahren wir hier auch. Außerdem mag er es, wenn man ihn hält wie ein Mädchen, dass ins Gebüsch pullern soll (wissen Sie, was ich meine?).

      Die Habemmen sagen alle, dass Kinder, sie so dolle übertragen sind, ganz häufig unter Verdauungsproblemen leiden. Den Zusammenhang habe ich allerdings nicht so richt verstanden.

      • 1000sunny / Mai 21 2009

        Mummy 1000Sunny
        Machen Sie das doch einfach mal ohne Windel, über der Toilette, oder über einem Behälter irgendeiner Art, an dem Ihnen nicht so viel liegt :)

  3. Kathi / Mai 20 2009

    Hier hatten wir das ja auch und Bubi ist alles andere als übertragen. Von daher… Aber die ersten zwei Monate waren grausam und das Ergebnis war ein Nabelbruch, weil der Kleine wirklich nur am Drücken war und ständig einen mega geblähten Bauch hatte. Aber inzwischen ist diese Zeit schon fast wieder vergessen und selbst der Nabelbruch ist von allein verwachsen. Jippieh!

    Außer Wärme hat bei uns übrigens NIX geholfen. Lefax führte zu Verdauungsbeschwerden, Sab Simplex wurde gleich wieder ausgespuckt, der Fliegergriff wurde gehaßt und mit Gebrüll quittiert :-) Aber auch das ging vorbei! Hihi!

    Ich würde den Quitschbeu so gern mal hören. Cedric hat auch manchmal ein sehr schrillen, quitschendes Schreien drauf – aber ich komme eigentlich genau mit diesem am besten klar. Denn es hat was wütendes an sich. Schlimmer finde ich immer dieses jammernde, schmerzvolle Schreien. Da bricht mir das Herz…

    Ich denke oft an Sie!! LG Kathi

  4. Frau Ährenwort / Mai 20 2009

    So ein großer Versager können Sie dann ja nicht sein, wenn das Baby anschließend doch noch zufrieden einschläft.

    Ich erahne da gerade nur die Dinge, die da auf mich zukommen :-)

  5. lukeblogde / Mai 20 2009

    Ja, das sind alles erst Erfahrungen die man machen muss. Meiner hatte die 3 Monats Koliken vom Feinsten, das war am Anfang echt schwer, erst recht wenn nichts geholfen hat.Aber auch das geht vorbei. Luke kam von anfang an alle 2,5 Stunden und hat seine Flasche eingefordert – tag und Nacht über etwa 6 Wochen – ich sah aus wie Tot auf Urlaub, echt grausig :-)

  6. Sandra / Mai 20 2009

    Also eines werden sie gaaanz schenll Merken, liebe MamaMiez: ALLES ist nur eine Phase. Ein paar Nächte zum k… plötzlich alles wieder friedlich und die Phase ist vorbei. Und so hangelt man sich einfach durch und sagt sich immer wieder es ist nur eine Phase… Aber egal wie anstregnend es auch ist, und ich
    schwöre, meine Augenringe waren niemals dunkler als im ersten Jahr mit meiner Tochter, die Lachfältchen die uns diese kleinen Persönchen bescheren, lassen alles andere verblassen!

  7. Märzmama / Mai 20 2009

    Hier war heute auch Horrornacht angesagt *seufz* Ganz dolle Blähungen, viel Geschrei – naja, das gehört dazu, die nächste Nacht wird bestimmt wieder besser :) und mein Zwerg war auch alles andere als übertragen und quält sich trotzdem…
    Was bei meinem Zwerg gut hilft, wenn er drückt und drückt und drückt und nichts geht, sind Kümmelzäpfchen (Carum Carvi). Danach ist die Windel meist direkt voll und dem Zwerg geht’s besser!
    Die „Mädchen ins Gebüsch Pipihaltung“ hilft bei uns übrigens auch, genauso wie folgendes: Baby auf die Wickelkommode legen und dann beide Beine immer wieder angewinkelt gleichzeitig gegen den Bauch drücken, so als würde man mit dem Oberschenkeln die Luft rausdrücken – überhaupt mag der Zwerg gerne ein bisschen Druck auf den Bauch bekommen.
    Es wird ganz bestimmt bald wieder besser!

  8. Jana / Mai 20 2009

    Ich kann dich beruhigen, diese Blähbauch-Bauchschmerz-Schreiphase ist bei 95% aller Babys auf die ersten 3 Monate beschränkt. Bei uns war das wirklich zum Anfang des 4. Monats vorbei. Die Schreiattacken kamen jeden Abend von 20 bis 24 Uhr Uhr. Wir konnten den Wecker danach stellen. Das waren schlimme Stunden, aber sie gingen vorrüber…

  9. amidelanuit / Mai 20 2009

    das werden nicht die einzigen nächte gewesen sein, in denen herr quietschbeu seltsame dinge treibt. und es werden nicht die letzten gewesen sein, wo du heulst und denkst „HÖ!?“. aber! (und das ist jetzt ganz wichtig!) du wirst routine bekommen! du wirst wissen, was vorzubereiten ist, was zu ändern ist, was so bleiben kann, was er braucht, was du brauchst. und dann flutscht es. das ist einfach beim ersten kind so – trial and error:) du bist eine großartige mutter! ehrlisch ma:)

  10. josili / Mai 20 2009

    Wie ami schon sagte, das wird noch öfter vorkommen, wegen Bauchweh, Zahnweh, Fieberschüben, Ohrenschmerzen, Liebeskummer… Aber dann bist Du vorbereitet ;-) Die Bauchwehphase jedenfalls ist in ein paar Wochen wieder vorbei, versprochen. Wir habens gerade hinter uns ;-)

  11. Frau Kathy / Mai 20 2009

    mit nichten, kein versagen. das sind einfach nur deine grenzen, die bei uns allen irgendwann erreicht werden. lass dich trösten.
    solche momente kommen immer mal wieder hoch, je nach eigener verfassung.
    die situationen ändern sich nur permanent. ida wird bald drei und ich kann mich noch sehr gut an den letzten heulkrampf erinnern (erst wenige wochen her) der mich schwer an deinen erinnert. es geht vorbei, und glaub mir, es ist manchmal wirklich nur der moment, einen tag später fragt man sich, wieso man da überhaupt geweint hat.

  12. 1000sunny / Mai 21 2009

    Mummy 1000Sunny
    Zum Quietschen:
    Papa 1000Sunny konnte früher überhaupt kein Babygeschrei ertragen, deswegen hat er sich Schallschutz-Kopfhörer aufgesetzt. So konnte er ruhig bleiben und auf das Kind eingehen, ohne in diesen Stress zu geraten, den man zwangsläufig als Elter bekommt, wenn sich das Baby nicht beruhigen lässt und man nicht drauf kommt, was das Problem ist.

  13. hostmam / Mai 21 2009

    Auch von mir ein : es ist nur eine Phase – aber speziell beim Töchterchen (meiner Ältesten) haben auch ich eine ganze Reihe von durchgestressten Nächten gebrauchten, bis ich auf das „Müttergold“ (Le.fax) gekommen bin. Dann war es deutlich besser. Als sie älter wurde, hat sie dann prompt des nächtens Wachstumsschübe mit reichlichst Wachstumsschmerzen bekommen. Auch nicht lustig. Ist aber wohl von Kind zu Kind verschieden (zumindest bei meinen Dreien)

    Was die Stimme angeht: das ist der Sinn der Veranstaltung. Das es den Eltern SO durch Mark und Bein geht, dass ein Ignorieren komplett unmöglich ist. Noch heute sorgt ein Baby mit sehr ähnlicher Stimmlage bei mir für Herzklopfen und dem kurzen Gefühl jetzt sofort etwas tun zu müssen.
    Also Nerven bewahren und die innere Checkliste (Windel, Hunger, Schmerzen aller Art, schlecht geträumt, Langeweile) halbwegs gelassen abarbeiten.

    Und nochmal – ES IST NUR EINE PHASE!!!!!!

  14. Tatti / Mai 21 2009

    Ich schüttel die kleinen Beinchen(also jetzt nicht wüst sondern einfach nur ein wenig) oder leg Ihn seitlich ganz Dicht an mich und tätschel den Popo.
    Durch das gerüttele lockern sich bei uns immer die doofen Pupsis und oft ist es dann so,das wenn ich Ihn hochebe gleich ein kleines Feuerwerk losgeht.
    Ich wünsche Ihnen viel Erfolg!!
    Es wird alles besser…glauben sie mir…Ich habe auch gedacht das es nie ein Ende nimmt,aber es wird tatsächlich besser.
    Alles Gute!!

Trackbacks und Pingbacks

  1. phasen….nichts als phasen. « Ami
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