Bis einer heult! • Das war also die Nuckifee
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29. April 2012 | Pia Drießen

Das war also die Nuckifee

Nein, so einfach wie es sich zuerst abzeichnete und las war es dann doch nicht. Der Quietschbeu erwachte gegen 23 Uhr und konnte sich leider weder alleine noch mit unserer Hilfe wieder beruhigen. So schrie und weinte er eine gute ¾ Stunde, abwechselnd vom Miezmann und mir begleitet, bis er endlich in unserem Bett vor Erschöpfung einschlief, während ich ihm den Rücken kraulte.

Er schrie oder weinte allerdings nicht einmal nach dem Nucki. Ihm fiel einfach der sanften Übergang zurück in den Schlaf ohne den Gummistopfen sehr schwer. Ich hatte das erwartet. Vermutlich ist das so ein bisschen vergleichbar mit einer Rauchentwöhnung, einem kalten Entzug, den man selber gar nicht will?

Gestern Morgen war die Nacht dann um 6:30 Uhr zu Ende und der Quietschbeu wollte bitte unbedingt sofort gucken, ob die Nuckikiste jetzt weg sei und ob die Nuckifee ein Geschenk dagelassen hatte. Der Miezmann simulierte einen fixen Toilettengang, deponierte dabei den Roller an der Stelle, wo am Abend noch die Kiste gestanden hatte und wir standen alle auf.

Vom Spielzimmer aus konnte der Quietschbeu in den Garten gucken und sein Ausruf war mehr so verwundert, ungläubig, als dass er wirklich im ersten Moment davon ausging, dass wäre jetzt sein Roller und sein Geschenk von der Nuckifee.

„Ein Roller? Ein Roller! Mama!! Papa!! Ein Roller!!!

Natürlich fuhr der junge Mann den ganzen Vormittag wie ein Besessener mit dem Roller um den Esstisch, nachdem wir unseren ersten Outdoor-Test zum Bäcker und zurück bestritten hatten. Anstrengend ist das Rollerfahren, stellte der Quietschbeu fest. Ihm täten jetzt dann auch „die Beine weh“. Ach, mein kleiner Jammerlappen.

Das hinderte ihn allerdings nicht daran, am Nachmittag noch einmal mit dem Papa direkt am Rhein eine Rollertour zu machen, während die dicke Mama mit dem kleinen Bruder und dessen Sandkastenliebe auf dem Spielplatz saß.

Hier herrschte gestern eine unglaubliche Hitze. Mit so was hatte hier niemand gerechnet und am Ende vom Tag waren wie alle fertig wie das sprichwörtliche Männchen hinterm Ofen.

Am Abend fand der Quietschbeu erneut sehr leicht und schnell in den Schlaf, was ich sehr beeindruckend finde. Allerdings wurde er gegen 22:30 Uhr wach und litt wieder lange 30 Minuten verzweifelt und hysterisch, bis er in unserem Bett einschlief.  Ist er also wach und klar bei Verstand fällt ihm die Trennung vom Nucki sehr viel leichter, als wenn er schaftrunken und duselig erwacht.

Da sich allerdings von Samstagnacht auf Sonntagnacht schon eine Verbesserung zeigte, bin ich weiterhin optimistisch, dass es nicht mehr Wochen dauern wird, bis der Quietschbeu den Verlust den Nuckis überwunden hat.

Großer tapferer Junge. Nuckifrei. Rollerbesitzer. Fast 3 Jahre alt.

(mein Mutterherz weint so ein bisschen. Wer hat den so schnell so groß gemacht?)

 

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Über den Autor:
Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Von Beruf freiberufliche Autorin und Bloggerin. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
    
  1. Ulla S. / Apr 29 2012

    Hallo Mama Miez,

    ich lese seit ca. 1 Woche in deinem Blog und finde ihn bezaubernd.
    Allein schon wie ihr diese abendlich „Zubettgeh-Zeremonie“ handhabt.
    Sehr schön.
    Ich werde bestimmt einige „Tipps“ an meine Tochter 28), die allerdings noch keine Kinder hat, weitergeben.
    Apropos Nukki-Entzug:
    Mein Sohn, damals absoluter Nukkijunkie, hatte im Alter von ca. 2 Jahren
    auf dem Bett rumgeturnt, fiehl unglücklich hin und biss sich die Unterlippe durch. Die Moral von der Geschicht‘: Von jetzt auf nachher keinen Nukki mehr. Ich kann dir sagen, das war eine harte Zeit. Aber es ist glaube ich wirklich wie ein Entzug für die Kleinen.
    Genauso finde ich den Übergang von einem begeisterten Kindergartenkind
    in die Schule. Das kann auch schmerzhaft sein. All die anderen von heute auf morgen nicht mehr zu sehen.

    Viel Spaß weiterhin mit deiner kleinen Familie

    Ulla S.

  2. Luisa / Apr 29 2012

    ja das kostet jedes MamaHerz viel kraft. kann das verstehen. unsere maus hat mit ca 23 Monaten den schnulli einfach weihnachten dem weihnachtsMann gegeben. dann hat sie immer stolz erzählt wem sie ihm gegeben hat u hat nur noch an dem Abend danach gefragt aber nicht geweint. dass es sooo einfach ging hätte ich nie gedacht. sie hat ihn aber tagsüber auch kaum gehabt, nur nachts zum einschlafen u kurz vor weihnachten hat sie ihn plötzlich abends manchmal weg geschmissen im bett, da dachten wir, nutzen wir dieChance, dass der weihnachtsMann bald kommt. :-)

  3. Susanne K. / Apr 30 2012

    Liebe Mama Miez,
    ich lese jetzte seit etwa einer Woche Ihren Blog und bin total begeistert…Warum bin ich nicht schon eher drauf gestossen…?? Ich habe selber einen kleinen Mann (Mr.Spucky) der jetzt genau 2 Jahre, 3 Monate und 18 Tage alt ist…. :-) Und in vielen, ja fast allen sachen die Sie beschreiben erkenne ich mich oder besser uns alle wieder…. Und genau wie Sie beruhigt mich das etwas… Mache also doch nicht alles falsch… :-)) Als Neu-Mutti ist man wirklich immer ein bissel ein großes Fragezeichen: mach ich alles richtig..?? Wir haben bei unserem Lütten gerade die Umstellung auf „Nur-noch-nachts-mit-Nuckel“ hinter uns. Und das hat (toitoitoi) bisher gut geklappt… :-) Ihr Idee mit der Nuckelfee und dem Geschenk werd ich mir für den passenden Zeitpunkt sicher merken… Vielen Dank für Ihre schönen, lustigen, nachdenklichen und auch manchmal kritischen Berichte… Bin ein neuer Fan!!! Ihre Susanne

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