Bis einer heult! • Große Aufregung um ...
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15. August 2017 | Pia Drießen

Große Aufregung um …

Eigentlich fing der Tag super an. Ich weckte Mimi und füllte mir ihr gemeinsam ihre Brotdose. Im Moment isst sie Brot äußert ungerne, also bestücken wir die Dose mit Obst und Haferriegeln/Müsli/Joghurt. Davon wird sie ebenso satt und ich kann mir sicher sein, dass ich kein durchweichtes Brot, das nachmittags doch niemand mehr essen mag, wieder mit nach Hause bekomme.

Dann machten wir beide uns zu Fuß auf den Weg zu Kindergarten. Sie ist ja nun offiziell ein Vorschulkind und genießt diesen Umstand sehr. Man hat das Gefühl, sie ist in den letzten Tagen um einen ganzen Meter gewachsen. Auch geistig. Die Unterhaltungen sind toll. Sie macht sich so viele Gedanken um ihre Umwelt und stellt ganz wunderbare Zusammenhänge her. Ihre Gedankengänge erinnern mich sehr an Alex in diesem Alter. Ich nannte das damals seine philosophische Phase. Max war da schon immer mehr der Pragmatiker.

Wieder daheim weckte ich die Jungs. Alex war sofort wach und stand ohne Murren auf. Ich glaube, das Handballcamp, das er seit Montag besucht, bringt ihn langsam wieder in seinen alten Bio-Rhythmus. Yeah! Max hingegen begann sofort zu jammern, ihm täte der Bauch so doll weh. Da wir nicht abschätzen konnten, ob er sich nur vor dem Handballcamp drücken wollte oder ob er echte Beschwerden hat, baten wir ihn erstmal aufzustehen. Doch er konnte weder Sitzen noch Stehen. Auch da waren wir uns noch nicht sicher. Immerhin ist Max generell eher der leidende Typ und jammert schnell mal los, wenn er um eine Sache drum rum kommen möchte.

Doch sein Jammern schlug schnell in Weinen um. Er krümmte sich, baute keine Körperspannung auf und wollte auch auf gar keinen Fall etwas essen. Da die kleine Tochter von Steffi letzte Woche mit akutem Blinddarmdurchbruch ins Krankenhaus gekommen ist, habe ich natürlich direkt alle Alarmglocken schrillen hören.

Natürlich ist unser Kinderarzt im Urlaub und natürlich kam ich beim Vertretungsarzt in der Nachbarstadt erstmal ewig nicht durch. Letztendlich erreichte ich dort dann doch noch jemanden, schilderte kurz die Symptome und sollte dann sofort kommen.

Wir warfen Alex flott an der Turnhalle raus und fuhren also weiter nach Troisdorf. Max war ganz still und ließ sich wie einen nassen Sack in die Arztpraxis tragen.

Dort mussten wir auch wirklich nicht lange warten, bis wir dran kamen. Die Ärztin ließ sich nochmal kurz die Symptome schildern, schaute dann in seine Ohren und seinen Mund und tastete schließlich den Bauch ab. Max machte keinen Mucks. Hatte er vor 30 Minuten noch schreiend und heulend am Boden gekniet und sich nicht anfassen lassen, so durfte die Ärztin nun drücken und tasten, ohne dass er auch nur eine Miene verzog.

Eine Blinddarmentzündung konnte sie ausschließen, weil er die üblichen Schmerzreflexe nicht zeigte. Magen-Darm-Geräusche hatte er auch keine. Kein Fieber oder erhöhte Temperatur.

Ob er denn schon was gegessen hätte? Nein. Getrunken? Ein bisschen Wasser.

Max gab noch eine Urinprobe ab, die auch völlig unauffällig war. Diagnose: das Kind hat nix.

Ich erklärte daraufhin ganz freundlich, dass ich 3 Kinder hätte und nicht mal wegen Magen-Darm zum Arzt gehen würde. Das hätte heute morgen nach allem anderen, als nur nach Nix ausgesehen. Die Ärztin glaubte mir das, schlug Max dann aber trotzdem nur noch einen Toilettengang vor und frühstücken sollte er auch mal was.

Das Ende vom Lied: viel Aufregung um Nix. Wortwörtlich. Tatsächlich hatte das Kind nach Verlassen der Praxis dann auch eine wundersame Spontanheilung und konnte plötzlich wieder Reden und Springen!

Ich gebe zu, so ein bisschen angefressen war ich dann schon. Was ist, wenn er wirklich mal was ernstes hat? Ich muss das ja jetzt immer in Frage stellen. So derbe hat er mich bisher noch nie getäuscht. Aber vielleicht hatte er heute Morgen ja wirklich Bauchweh. Hunger. Geblähter Bauch. Irgendwas halt.

Letztendlich ist alles gut ausgegangen und der Herr kann morgen wieder zu Handballcamp, wo er, dank Alex‘ begeisterten Schilderungen von heute, morgen auch unbedingt hin will.

Mein Tagesplan war damit jedenfalls im Arsch, ich arbeitete mit viel zu wenig Zeit eine Deadline weg und konnte dann schon wieder die anderen beiden einsammeln. Mein Haushalt liegt immer noch im Post-Urlaubs-Chaos und schreit nach Aufmerksamkeit. Morgen dann!

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Über den Autor:
Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Von Beruf freiberufliche Autorin und Bloggerin. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
    
  1. Melanie Schaten / Aug 15 2017

    Ich kenne das von mir selbst, ich habe auch manchmal so starke Bauchschmerzen, dass ich nur noch gekrümmt im Bett liegen kann und vor Schmerzen wimmere. Meist sitzt dann irgendwo was quer und wenn sich das gelöst hat, wird es wieder besser.
    Vielleicht war es bei Max ja was Ähnliches.

    — via facebook.com

  2. Sandra / Aug 15 2017

    Hallo!
    Mein Bruder hatte diese Symptome als kleiner Junge ein paar Mal. Extrem starke Bauchschmerzen, die in der Kinderarztpraxis verschwunden waren. Es steckten eine Art Darmverschlingung dahinter, die sich durch das Holpern auf der Fahrt zum Arzt löste.
    Mein Bruder ist heute ein gestandener und gesunder Mann! Alles Gute für den kleinen Max!

  3. Mi Mi / Aug 15 2017

    Ich hatte das mal als Kind. Da saß auch was quer so dass ich nicht mehr laufen konnte meine Mutter hat mich tragen müssen das waren tatsächlich in dem Moment höllische Schmerzen.
    Bis wir im Krankenhaus waren Untersuchung und bluttest vorüber war, war bei mir wieder alles gut.
    Da saß dann tatsächlich etwas quer oder Luft im Bauch ich weiß es nicht.
    Aber ich hab das damals nicht gespielt.
    Meiner Mutter ging es wie dir die Situation im Krankenhaus war ihr dann etwas unangenehm.

    — via facebook.com

  4. Anja / Aug 15 2017

    Was für ein Schreck! Gut, dass es nichts war, aber ich verstehe Deinen Frust, durfte auch schon mehrfach ein Bauchschmerzen-Kind aus dem Kindergarten holen, dass zu Hause dann völlig gesund und fröhlich gespielt hat.
    Eine ganz andere Frage – was sind denn das für Haferriegel? Hab hier auch einen seeeehr picky Esser und „herkömmliche“ Müsliriegel sind nicht gern gesehen als Frühstück. Vielleicht ist das eine Alternative für uns?

  5. E.D. / Aug 15 2017

    Genauso war es bei meinem Sohn auch. Zuhause hat er sich gekrümmt und schrie vor Schmerzen. Im kh angekommen(es war Sonntag) lang er noch etwas auf den Stühlen und dann ging es ihm plötzlich besser. Ich wollte schon wieder fahren, aber der nette Kinderarzt erklärte mir, das es bei kleinen Jungen schon mal öfter vorkommt. Wie oben schon erwähnt sind es die Darmschlingen und damit verbundene Verstopfung. Durch die Fahrt und die Bewegung löst sich das dann. Ich hab auch erst gedacht mein Sohn hat geschauspielert aber wer mal Verstopfung hatte weiss wie weh das tut. LG

  6. Stefanie / Aug 16 2017

    Bei meiner nichte war es letztes jahr ähnlich. Sie ist in max‘ alter. Da sagte der arzt es wäre ein eingeklemmter nerv im brustwirbel der durch die autofahrt gelockert wurde. Ich denke mal da ihr ja viel u gut kommuniziert wirst du sicher rausfinden ob u was da los war. Liebe Grüße

  7. Steffi H. / Aug 16 2017

    Klingt nach meinem Sohn. Wie oft ich von Kiga / Schule schon wegen Bauchschmerzen angerufen wurde, kann ich nicht zählen. Der Arzt hat noch nie einen Grund gefunden. Unsere “Diagnose“: Leeren Magen mit leichter Unterzuckerung. Passiert oft in Wachstumsphasen und/oder viel Sport. Traubenzucker hilft da prima, kann mitgenommen werden und seitdem musste ich den Sohn nicht mehr abholen😆

  8. Lamasus / Aug 16 2017

    Hallo,

    das hätte ich geschrieben haben können. Minilama hat diese Phase auch – und schon was länger. Schlimmes Bauchweh, massive Schmerzen, medizinisch keine Diagnose.
    Hier hab ich den Anfang der Phase notiert
    https://blog.kleinelamas.de/2016/03/23/papa-ich-war-krank-minilama-beim-kinderarzt/

    Das ist schon fast 1,5 Jahre her – und das Thema haben wir immernoch akut. Mit Abholen aus der Kita und Spontanheilung im Flur, nahezu angebrochener Familienurlaub wegen Verdacht auf Blinddarm und dann Klettern auf eine Riesenrutsche.
    Mittlerweile denke ich, es sind vielleicht Wachstumsschmerzen.
    Doofe Sache
    ich drücke die Daumen, dass es nicht wiederkommt bei euch.

    LG
    Lamasus

  9. Jana Schubert-Rakowski / Aug 16 2017

    Das war aber kein schöner Start in den Tag. Wir hatten das hier auch schon. Unser Sohn konnte nicht stehen und Laufen vor Schmerzen. Auch bei der Ärztin, die uns dann ins Krankenhaus schickte, weil sie die Ursache nicht fand. Im Krankenhaus untersuchten sie unser Kind, drückten auf dem Bauch rum. Und plötzlich war alles wieder gut. 😏 zu Hause tat dann alles wieder weh 😱 mann, waren wir sauer! Im Endeffekt ist er wohl „nur“ gewachsen.

    — via facebook.com

  10. Doro / Aug 16 2017

    Oh, das kenne ich! Mein Sohn, der eigentlich nicht wehleidig ist und mit 10 auch ein „gestandener“ junger Mann ;-), hatte das letzten Sommer, und auch noch am anderen Ende der Stadt mit dem Hort im Schwimmbad. Und natürlich an nem Mittwoch, wo nachmittags alle Kinderärzte geschlossen haben. Ich bin in die Notaufnahme gefahren, er konnte sich kaum durch die Tür schleppen, musste mehrmals stehenbleiben, war kalkweiß, schweißgebadet, ihm wurde schlecht vor Schmerz. Jeder konnte das sehen. Dann die Untersuchung in der Kinderamulanz, drücken, tasten, Beine anziehen, alles ging plötzlich. Und danach wars gut, als wär nix gewesen. Es ließ sich nichts feststellen, da kommt man sich als Mutter schon etwas blöd vor … Genaues wissen wir nicht, aber die Theorie ist, dass sich im Inneren irgendetwas eingeklemmt hatte, das sich dann durch das vorsichtige Bewegen der Beine bei der Untersuchung gelöst hat. Tja, langweilig wirds mit Kindern jedenfalls nicht. Und letztendlich geht man lieber mal unnötig zum Arzt, als dass der dann wirklich eine gefährliche Ursache findet.
    Hoffen wir für unsere beiden Jungs, dass das ein einmaliges Intermezzo bleibt …
    LG Doro

  11. Christina / Aug 17 2017

    Ich selbst war dieses Jahr schon mit ähnlicher Symptomatik in der Notaufnahme (das erste Mal in meinem Leben). Diagnose : quersitzender Pups…. Der dann bereits zum Zeitpunkt des Eintreffens fort deutlich besser war und bei Entlassung kaum noch zwickte. Hätte ich vorher auch nie gedacht, das so weh tun kann.

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