Mat(s)chsack

Gestern nähte ich aus meinen zwei vorhandenen IKEA Stoffen (einmal weiß mit bunten Punkten und einmal dunkles Petrol) einen Matchsack. Wir haben so einen kleinen Matchsack aus Jersey, den ich mal Secondhand zusammen mit einem Shirt und Schühchen aus demselben Stoff erstand und in dem ich immer die wichtigsten Baby-Utensilien mit mir führe. Eine Stoffwindel, 2 Windeln, kleines Päckchen Feuchttücher, 2 parfümierte Müllbeutel, ein Lätzchen, einen Ersatzschnuller und wenn nötig heißes Wasser, eine Portion Milchpulver und eine Nuckelflasche mit Fencheltee. Den Matchsack transportiere ich dann in meiner So.Oder.So oder bei größeren Touren auch in einem Körbchen und spare mir so die Wickeltasche. Er hat also die perfekte Größe, nicht zu groß und nicht zu kleine, ist aber eben nicht außergewöhnlich hübsch. Also wollte ich einen neuen Matchsack nähen.

Der Matchsack gelang mir wirklich gut und ich war stolz wie Oskar, dass ich das mit dem Nähen so schnell wieder auf der Kette hatte. Schnitt super, Nähte toll, alles schön. Ich war wirklich zufrieden.

Dann hatte ich die wahnwitzige Idee, direkt einen Wendesack daraus machen zu können. Folglich nähte ich heute die andere Seite des Matchsacks, diesmal umgekehrt. Der Boden aus dem gepunkteten Stoff und die Wände aus dem petrolfarbenen Stoff. Dieser Sack gelang mir noch besser, als der schon gelungene Sack von gestern (ich muss mich hier einfach überschwänglich loben. Ich war echt stolz!). Dann nähte ich beide Säcke zusammen und ließ einen Tunnel für eine Korden stehen, damit der Matchsack danach auch artgerecht verschlossen werden könnte.

Was soll ich sagen: der Tunnelzug war zu eng. Ich bin fast wahnsinnig geworden, als die Sicherheitsnadel erst gar nicht in den Tunnel wollte und nach viel Fummelei dann stecken blieb. Schließlich ging sie sogar auf und verhakte sich so unglücklich, dass ich in die Atomangriffsicheren Nähte mit viel Gewalt ein ein Zentimeter langes Loch bohren musste, um die Nadel wieder herauszufischen.

Ich versuchte es anschließend mit einem Essstäbchen, Einem Bleistift und einer Stopfnadel. Alles ohne Erfolg. Schließlich schnitt ich den Tunnelzug einfach ab, vernähte den Sack erneut und zog erst die Kordel ein, bevor ich den Tunnelzug final abnähte. Beim Vernähen des Tunnels nähte ich dann sehr professionell die Kordel fest. Und genau an diesem Punkt hatte ich die Schnauze nur noch voll!

Der Prototyp ist also ein astreines Versuchsobjekt gewesen, an dem und durch das ich eine Menge gelernt habe. Ich weiß nun, wie ich was beim nächsten Sack anders machen muss, damit er wirklich perfekt wird. Und ich habe den festen Willen noch einen und danach ganz viele Säcke zu nähen. Gestern habe ich nämlich eine Großbestellung an gemusterten und unifarbenen Baumwollstoffen aufgegeben und gleich werde ich noch eine Sanetta-Jersey-Interlock-Bestellung hinterher schicken. Jawoll!

Und weil ich so viel Zeit und Liebe in den verkackten Matchsack (quasi ein Matschsack) gesteckt habe, will ich Ihnen wenigsten zeigen, was übrig blieb …

Mat(s)chsack (klick macht groß)
Mat(s)chsack (klick macht groß)

Der Sack ist – wenn Unfallfrei vernäht – ca. 30 Zentimeter hoch und hat einen runden Boden von 25cm Durchmesser. Geschlossen wird er mit einer Kordel im Tunnelzug. Auf Grund seiner geringen Größe hat er keinen extra Tragegriff (man kann ihn ganz gut an der Kordel tragen. Bei einem gelungenen Sack wäre es natürlich keine Paketkordel!). Eventuell werde ich aber noch einen dran nähen.

Und man kann ihn von beiden Seiten gleichermaßen nutzen. Das war ja der ganze Kniff an der Sache ;)

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Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Von Beruf freiberufliche Autorin und Bloggerin. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
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19 Gedanken zu „Mat(s)chsack

  1. Oh dann habe ich auch gerade einen Mat(s)chsack genäht, auch mit Schwachpunkt Kordel ;-) Nur viiiieeel grösser…
    Sieht aber sehr schick aus mit den Punkten und so, wirklich!

  2. Sehr nett, auch „vergeigterweise“! Und die Nähte sind wirklich toll. Wenn Sie in die Matchsackproduktion einsteigen, würde ich sehr gerne einen vorbestellen :)

    1. Ein Schnittmuster habe ich nicht, aber Maßangaben (reichen ja vielleicht aus).

      Der Boden hat 25 cm Durchmesser. Die Wände ergeben in der Gesamtlänge 82 cm (habe den Sack mal aus 3, mal aus 2 Seitenteilen genäht. Aus einem ginge sicher auch. Dann sind es wie geschrieben 82 cm), Hoch ist die Wand 32 (alle Maße sind inklusive Saumzugabe).

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