He’s blue, daba di daba du

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Vor ein paar Wochen erklärte mir das Kind – das große – dass es gerne blaue Haare hätte. „Blaue Haare?“ fragte ich etwas irritiert. „Ja, blaue Haare“, antwortete das Kind.

Natürlich wollte ich auch wissen, wie er plötzlich auf die Idee gekommen ist. Man wacht ja nicht morgens auf und denkt sich: Och, heute könnte ich mal blaue Haare haben. (Wobei, wenn ich drüber nachdenke, war das bei mir früher tatsächlich so. Nicht unbedingt mit 10, aber so mit 14/15 waren da auch einige eher unnatürliche Farbtöne, die meinen Kopf schmückten.)

Das Kind antwortete, dass er die Haare wie Rezo tragen wolle, immerhin sei der echt cool und könne so super erklären und wäre dabei noch witzig und [insert anhaltende Lobeshymne here] … ist halt so! Natürlich kannte er Rezo auch schon vor dem sagenumwobenen Zerstörungs-Video. Generation YouTube und so. Aber eben besagtes Video hat im Kind nochmal ganz viel ausgelöst (ja, wir haben zusammen die kompletten 55 Minuten gesehen) und da ist es legitim, dass man danach auch wie Rezo aussehen möchte. Oder so ähnlich. Immerhin kann der in seinen Worten Dinge erklären, die ich bisher nur wenig anschaulich und eher nicht im Gedächtnis bleibend erklärt habe.

Nun habe ich ein bisschen Erfahrung mit bunten Haaren und wusste daher sofort: ohne Blondieren wird das nix. Zwar ist das Kind blond, aber eben nicht blond genug, um ein schillerndes Königsblau hinein zu färben.

Es folgten also lange Aufklärungsgespräche über Blondierung, wie das funktioniert, was das mit den Haaren und der Kopfhaut macht und wie sich das gestaltet, wenn er das Blau irgendwann nicht mehr mag. Vermutlich habe ich in meinen Schilderungen ein wenig übertrieben und von brennender Kopfhaut und gelb-grünen Haaren gesprochen. Dem Kind war das alles egal. Blaue Haare!

Jürgen wurde informiert. Auch er fragte mich natürlich, ob wir bewusst wäre, was das heißt. Ja, Blondieren. Ja, das reizt die Kopfhaut. Ja, das sieht beim Auswaschen scheiße aus. Ja, das Haar wird angegriffen. Ja, zum Schluss kann man nur abschneiden. Die Aufklärung durch den Fachmann war jedenfalls wie gewohnt 1A mit Sternchen, auch wenn ich das im Grunde alles schon wusste.

Nun denn, das Kind handelte mit Jürgen einen Freundschaftspreis aus, da er für diese Haarveränderung selber aufkommen muss. Haarschnitt übernehme ich gerne, aber wenn die Wünsche so speziell werden, muss das Kind auch mal selber in die Tasche greifen. Zum Schluss machten wir halbe-halbe. Kann also los gehen.

Natürlich musste erstmal ein Schnitt in die Zottelmähne, damit das Deckhaar vernünftig gefärbt werden kann und die Seiten des Undercuts seine Naturhaarfarbe behalten.

Dann kam die Blondierung (Dual-Purpose Lightener von Paul Mitchell) drauf. Und ja, zum Ende der Einwirkzeit hin wurde das Kind etwas unleidlich, weil die Kopfhaut doch stärker kribbelte, als erwartet.

Nach guten 40 Minuten Einwirkzeit wurde die Blondierung dann ausgewaschen und …

… der junge Nick Carter ließ grüßen, er wolle gerne seine 90er Frisur zurück. Allerdings muss ich gestehen, dass wir alle sehr entzückt vom Kind und seinen blonden Haaren waren. Das steht ihm überraschend gut. Ein oder zwei Silberwäschen und das Blond wäre wirklich ganz wunderbar geworden. Aber da wir ja zu Blau wollten, war der leichte Gelbstich nun auch nicht schlimm.

Für das gewünschte Blau mischten wir 2 Teile BLUE und 1 Teil TEAL aus der POP XG Serie von Paul Mitchell, mit welcher wir damals auch meinen Hidden Rainbow gefärbt haben. POP XG sind Direktziehende Farben (also eine Tönung) und lassen sich somit ganz normal auswaschen. Mit dem richtigen Shampoo (mild, farbschützend, gegebenenfalls nur mit Spülung waschen) und sparsamen Haarwäschen hält die Farbe so einige Wochen. Auf der anderen Seite kann man es mit anderen Shampoos (z.B. intensiven Reinigungs-Shampoos oder Silber-Shampoos) auch relativ fix wieder auswaschen.

Zuerst war ich ja etwas besorgt, dass die Farbe doch zu dunkel werden könnte. Es sollte ja ausdrücklich ein strahlendes Rezo … äh … Königsblau werden.

Komplett eingefärbt sah das Ganze dann sogar etwas lila aus. Es blieb weiterhin sehr spannend.

Nach weiteren 40 Minuten Einwirkzeit wurde die Farbe dann mit lauwarmen Wasser und etwas Pflegespülung ausgespült. Also blau waren die Haare nun schon mal auf jeden Fall. Jürgen fragte, ob das Kind die Haare an der Luft trocknen lassen wolle, woraufhin der halbe Salon forderte, das müsse doch jetzt auch noch geföhnt werden. Immerhin wollte man nun auch das fertige Ergebnis sehen.

Et voilà. Das Kind trägt nun wunderbar strahlendes blaues Haupthaar. Hier in der Sonne aufgenommen und – ich schwöre – nicht nachbearbeitet. Die Haare sind wirklich und in echt so strahlend blau. Das Kind ist mega happy. Sehen Sie?

Da das Kind zum Glück sehr dickes und kaum fettendes Haar hat, können wir mit den Haarwäschen erstmal sehr sparsam sein und kämmen die Haare im Moment nur morgens und abends gründlich aus. Mal sehen wie lange wir bis zum ersten Nachfärben brauchen werden.

Die bisherigen Reaktionen waren überwiegend positiv. Ein paar Mädels aus seiner Klasse finden es hässlich, aber da steht er drüber. Nun hat er sich auch noch die farblich passenden Sneaker* dazu gekauft und sucht nach weiteren Oberteilen in passender Farbe. Stilfindung habe ich noch nie so durchdacht und abgestimmt erlebt, wie bei diesem Kind.

Sie dürfen nun unangemessen empört sein, oder sich mit dem Kind über seine königsblauen Haare freuen. It’s your choice.

Heute kommt übrigens der Schulfotograf und ich freu mich schon jetzt darauf, diese Serie um das neuen Foto zu erweitern *mihihih*

Wichtiger Hinweis: Haarfärbemittel können schwere allergische Reaktionen hervorrufen. Ein Friseur, der Eurem Kind (unter 16 Jahren) ohne vorherige intensive Aufklärung über mögliche Folgen, allergische Reaktionen und Nebenwirkungen und ohne Eure schriftlicher Einverständnis, die Haare färbt, ist nicht vertrauenswürdig und kann zudem bei allergischen Reaktionen haftbar gemacht werden. Es gibt jedoch kein Gesetz, dass das Haarefärben von Kindern unter 16 Jahren perse verbietet.

Es wurde keine Werbung für erkennbare oder genannte Marken beauftragt!

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Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Von Beruf freiberufliche Autorin und Bloggerin. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
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16 Gedanken zu „He’s blue, daba di daba du

  1. Ui, sieht klasse aus.
    Unsere Große meinte vor einiger Zeit auch, sie wolle Haare färben. Auf meine Frage nach der Farbe musste sie erst überlegen und meinte dann „Blau vielleicht?“ Da vorher blondiert werden müsste und blau + gelb grün werden könnte, war der Wunsch dann doch nicht mehr so stark. Ihre Haare sind länger, im Falle des Abschneidens wäre sie ihre Mähne los. Deshalb wurde es dann doch nur „Spitzen schneiden“. Puh.
    Wenn sie es unbedingt will, dürfte sie, aber so lange sie unentschlossen ist und ein solcher Wunsch eher aus einer Laune heraus kommt, werde ich kein Einverständnis geben.
    LG von TAC

  2. …und -zack- habe ich die Stimme meiner Mama im Ohr: „Nur weil das alle / der / die / $werauchimmer so machen, musst DU das nicht auch tun“, gefolgt von Sätzen über Rheinbrücken, Fenstern und Sprungvorhaben.
    *gnihihi*

    Das Foto würde doch prima in die Serie passen, nur dass die blaue Farbe dieses Mal auf dem Kopf und nicht in der Oberbekleidung zu finden ist ;-)

  3. :-) Schön, verständnisvolle Eltern zu haben. Wir haben das früher selber gemacht und ich erinnere mich gut, wie wir tagelang warten mussten, bis klar war, welche Eltern tatsächlich an welchem Nachmittag garantiert nicht zu Hause sind, weil: dauert ja länger im Bad. Ärger gab es trotzdem, und ich verstehe bis heute nicht warum. Wir wurden violett, aber waren auch schon in der 8. Klasse. Ist auf jeden Fall sehr hübsch geworden.

  4. Ich finde er sieht super cool aus und das aller beste finde ich deine Handhabung mit der Sache. Gerade das er sich daran finanziell beteiligt hat…Mega!

  5. Oh je, den gleich Wunsch äußerte mein Sohn (10) auch. Hatte dann noch blaues Spray von Karneval zum auswaschen da… die Haare färben lassen fällt mir echt schwer. Bisher habe ich mich geweigert… wie cool, dass du darüber stehst!

  6. Ich feier dein Kind. Es sieht mega cool aus 👍🏻.
    Icg wollte auch immer blaue Haare, aber blondieren ist bei mir keine gute Idee und somit kann ich es nicht umsetzen

  7. Hallo Pia,

    ich bin kein Fan von zu frühem Haarefärben, ABER bei euch wirkt das alles sehr aufgeklärt und informiert und ich muss sagen, mir gefallen schon die blonden Haare richtig gut, aber das Blau ist einfach nur Granate.

    Achja und danke für den Ohrwurm *augenroll*

  8. Hi, ich finde es total mutig, dass er sich das getraut hat! Aber besonders toll finde ich, dass die haarfarbe genau zu seiner augenfarbe passt, das sieht man auf dem letzten Bild so toll :) Lg Julia

  9. Hey. Das ist Mal mit Abstand das coolste blau das ich gesehen habe. :D.
    Sieht total cool aus, und ich.bin neidisch, dass ich zu sehr Hasenfuß bin mir die Haare färben zu lassen. Respekt und Hut ab für den Grossartigen Mode-Sinn

    Gruß.
    W.

  10. Top!
    Ich hatte alles: von weissblond mit dunklem Ansatz (90er lassen grüssen…) bis schwarz und ne ganze Farbpalette dazwischen ;-)
    Heute Naturstrassenköterblond mit grauen Highlights… öhöööm… (das Alter und diverse Allergien sind Schuld)
    Macht weiter so!
    Sandra

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