Un‘ wenn dat Trömmelsche jeht …

Zu einer Zeit in der mein Tageshighlight mein Schnuller und die Nuckelflasche waren begab es sich, dass ich meinem ersten Karnevalszug beiwohnen sollte. Kostümiert war ich zu diesen Zeitpunkt noch nicht, bis auf den obligatorischen roten Punkt auf der Nasenspritze. Bequem positioniert in meinem Baggy ging es dann mit Mama, Papa, Schwester und Bruder auf in die Kölner Innenstadt den Rosenmontagszug gucken. Als man mittel im Getümmel stand fiel mir ein, dass man ja bei solch eine Krach wunderbar Hunger haben könnte und forderte daher lautstark meine Flasche. Zum Schreck aller wurde aber der lebenswichtige und von mir heißbegehrte Sauger zu Hause vergessen. Das Geschrei war natürlich groß und man berichtet noch heute, dass ich mit meinem Stimmchen das närrische Volk weit in der Lautstärke übertroffe haben soll. Das Blatt wendete sich zum Guten, als d’r Zooch aufmaschierte und die erste Pauke an uns vorbei zog. Zu diesem Zeitpunkt war mein Hunger und der Frust über den vergessenen Sauger vergessen und ich starrte nur noch fasziniert hinter der lauten Pauke her. Sobald diese an mir vorbei war meckerte ich sofort wieder los … aber die nächste folgte bald.

Seit dem Tag wurde mir, als einziger, echter Kölner in der Familie, ein starker Hang zum Karneval nachgesagt … und weil mir meine Mutter die Geschichte dieses Jahr wieder erzählen wird, wenn ich ihr sage, dass ich keine Lust auf Karneval habe, werd ich es dieses Jahr einfach mal nicht sagen und feiern … irgendwie haben Mütter ja dann doch immer recht.

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