Bis einer heult! • Am Freitag ist Mülltag.
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21. April 2006 | Pia Drießen

Am Freitag ist Mülltag.

Das ist seit meinem ersten Tag in dieser Agentur so und daher auch seit Pjönis erstem Tag. Müllentsorgung ist Sache das Azubis. War auch schon immer so.

Habe ich nun einen guten Tag, was heute wiederum der Fall ist, dann helfe ich dem Pjöni gern bei der Müllentsorgung und zerre den riesigen Plastikmüllsack hinter mir her, während er eine Tonne aus Metall voll Papiermüll vor sich her schleppt und oben drauf noch einen von diesen schicken Metallpapierkörben von IKEA, ebenfalls voll gestopft mit Altpapier.

Ich hab meinen riesigen Plastiksack recht schnell verstaut. Ein paar gezielte Boxhiebe und die Sau war drin. Einmal um die Hecke gebogen, dort stehen dann die Papiercontainer, gucke ich, ob Pjöni auch so fix war. Der steht jedoch nur vor dem Container und starrt ihn an. „Voll!“, denk ich im ersten Moment. Dann sehe ich, dass der schicke Metallpapierkorb weg ist und kombiniere ratzfatz A und B. Ja, ich breche in schallenden Gelächter aus und Pjöni schaut mich ein wenig gequält an.

Ich zeige mit dem nackten Finger auf ihn und bekomm Pipi in den Augen, vor lauter lachen. „Ja, dann hol ihn doch einfach wieder raus …“ Pjönis Gesicht sagt mir, dass das nicht geht. Laut Murphys Law muss dieser Container gerade frisch geleert worden sein, denke ich mir und ein kurzer Blick ins Innere bestätigt mir diese Vermutung. Ratzeputz leer … nur ein schicker, aber einsamer Metallpapierkorb von IKEA.

„Und MacGyver? Was nun?“, frag ich meinen Pjöni, immer noch sichtlich erheitert. „Also wenn Du ein Kaugummi hättest, dann könnte ich …“ Ich winke ab und schlage vor, zur Agentur zurück zu gehen, um dort einen geeigneten Gegenstand zu holen, mit dem wir unseren schicken Metallpapierkorb von IKEA wieder befreien können. Auf dem Rückweg werfe ich noch fix einen Blick auf den Container und überlege aus welchem Winkel ich wohl die besten Fotos über die Rettungsaktion schießen kann.

Als er die DigiCam in meiner Hand wahrnimmt und mein abgehetztes „Ich komm mit.“ hört, ahnt er schon nicht gutes, das kann ich ihm ansehen.

Pjöni und der Mülleimer 01

… ein schicker, aber einsamer Metallpapierkorb von IKEA …

Pjöni und der Mülleimer 02

… Pjöni mit Besenstiel in Aktion. Der Meister braucht Ruhe …

Pjöni und der Mülleimer 03

… erwischt. Erste Kontaktaufnahme …

Pjöni und der Mülleimer 04

… er wehrt sich noch, aber Pjöni ist Herr der Lage …

Pjöni und der Mülleimer 05

… aufgespießt. Das Spiel ist aus. Pjöni siegt …

Pjöni und der Mülleimer 06

… ein fester Griff, damit ist der Flüchtling gefasst und in Gewahrsam …

Pjöni und der Mülleimer 07

… Pjöni sichtlich erschöpft aber glücklich. Ein hartes Stück Arbeit, dass sich gelohnt hat …

Pjöni und der Mülleimer 08

… und so reitet unser Held in den Sonnenuntergang …
… und so geht unser Held zurück an seine Arbeit …

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Über den Autor:
Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Von Beruf freiberufliche Autorin und Bloggerin. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
    
  1. Pjöni / Apr 21 2006

    Das hast du ja in deinen Blog gestellt! :eek:
    Das ist alles eine LÜGE!!! :mad:
    Du hast den Mülleimer absichtlich da rein geworfen, um deinen armen Azubi zu quälen. :flenn:
    Das hast du alles inszeniert, weil du mal wieder nichts zu bloggen hattest! :notfunny:
    Dein Verhalten macht mich krank. :kotz:
    Ich verklage dich! :box:
    Das ist eine ganz ganz dolle Schädigung meiner Person. :cry:
    Hmmm, Verklagen ist immer so anstrengend… :schnarch:
    Aber die Rache wird kommen! :razz:
    Und es macht mich verrückt, dass ich nicht weiß, wie ich die restlichen Smileys unterbringen soll. :baeh:

    :roll:

  2. spoonman / Apr 21 2006

    Wow, Respekt. Schöne Fotostory! :grin:

    Hätte gar nicht gedacht, dass man so ’nen Papierkorb da einfach so reinfallen lassen kann. Gibt’s in Köln nicht die Container mit diesen Gummilippen, die derlei Missgeschicke normalerweise verhindern?

  3. Pia / Apr 21 2006

    Pjöni: Heulsuse :baeh:

  4. Anne / Apr 21 2006

    Warum passiert hier nie sowas? Menno! Aber dann hätte ich auch keine Kamera dabei, um das für die Nachwelt festzuhalten.

  5. Tobias / Apr 21 2006

    Pjöni tröste dich so sind die Frauen halt :-)

    Schlimmer sind nur Leute wie meiner einer die verdammt nochmal vergessen haben gestern abend die Papiertonne an den Straßenrand zu stellen und nun noch weitere 4 Wochen warten müssen bis das dingen endlich vom großen LKW entlehrt wird… *Grummel*

  6. SyrelSnyr / Apr 21 2006

    Tobias: Dafür gibt es doch dann leere Papiertonnen vom Nachbarn… :pfeif:

  7. Jojo / Apr 21 2006

    Pia , der Azubischreck ! :ja:

  8. Holger Ehrlich / Apr 21 2006

    Das Leben ist eben doch gerecht! Es ärgert die Azubis immer und überall! :razz:

  9. Adel / Apr 21 2006

    Ach verdammt… was wird dann auf mich als Landschafts- und Gartenbauazubi auf mich zukommen? ;)

    Aber erfahrung mit dem Fischen von Gegenständen habe ich ja zum Glück schon.
    Habe eine Radkappe aus nem Fluus/Graben gefischt, da meine Liebste wieder überall hingeguckt hat, nur nicht auf die Straße, sodass Ingo (ihr Auto :grin:) den Boradstein geknutscht hat…

  10. Ich glaube mit einer Chefin (oder Vorgesetzten) wie der Frau Pia würde mir die Ausbildung zum Papierschieber (sprich: Bürokaufmann) sogar noch mehr Spaß machen ;) So geflachst wird bei uns eher selten, wenn überhaupt.

  11. erik / Apr 23 2006

    Tja, so etwas passiert öfter als man denkt. Ich persönlich habe zB vor kürzlich erst eine ähnliche Glanztat verbracht, es handelte sich allerdings nur um eine Handvoll Papier und den dienstlichen Schlüsselbund, die gemeinsam den Weg in einen fast leeren und zudem ziemlich versifften grünen Papiercontainer fanden. Und das natürlich mitten in der Innenstadt, der Container stand an exponierter Stelle und ich dachte daß so etwas doch tatsächlich nur mir passieren könnte (scheint aber nicht der Fall zu sein).

    Ein beherztes abtauchen in den Container, verbunden mit einer Neigung desselbigen löste das Problem recht schnell und auch einigermaßen unauffällig sowie schmutzfreien Klamotten.

    So etwas kommt in den besten Familien vor, um mal einen alten „streetwise“-Spruch mal wieder aufleben zu lassen.

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