Bis einer heult! • #nonmentionpro
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24. März 2013 | Pia Drießen

#nonmentionpro

Jetzt kommt was mit Twitter. Wen das also eigentlich gar nicht interessiert, der kann hier aufhören zu lesen. Für alle anderen, die Twitter nicht kennen/verstehen/nutzen, sich aber dennoch dafür interessieren, was ich hier erzähle, denen erkläre ich kurz die nötigen Grundlagen. Alle anderen aktiven Twitternutzer dürfen die Erklärbär-Passagen gerne im Schnelldurchlauf überfliegen.

Bei Twitter gibt es sogenannte Mentions. Das sind Nachrichten, die sich an eine bestimmte Person richten, was man wiederum an dem @ vor dem Namen des Empfängers erkennt.

@MamaMiez Du bist schon son bisschen verrückt, oder?

Daraus abgeleitet spricht man in Twitterkreisen von sogenannten non-Mentions. Das sind dann Nachrichten, die an eine bestimmte Person gerichtet sind, die aber das @NAME nicht enthalten und somit an jeden x-beliebigen Twitterer gerichtet seien könnten.

Du bist schon son bisschen verrückt, oder?

Es gibt Twitterer, die haben einen Hang zu solchen Tweets. non-Mentions sind in der Regel immer diskreditierende, kritisierende, angreifende, beleidigende oder sonst wie negativ besetzte Tweets. Der Absender zieht beim Einsatz einer non-Mention vor, niemanden persönlich anzusprechen, auch wenn er jemanden bestimmtes meint. Über die Gründe kann man nur spekulieren: Angst vor Gegenwind, Schüchternheit, Feigheit, whatever. Unterm Strich ist eine non-Mention mit dem Lästern über eine dritte Person, die zwar anwesend ist, aber nicht namentlich genannt wird, vergleichbar.

Non-Mentions haben einen ganz gruseligen Nebeneffekt: in der Regel fühlen sich meist die falschen Leute angesprochen. Davon mal abgesehen, dass sich gleich mehrere – theoretisch ja jeder auf den die Rahmenbedingungen passen – angesprochen fühlen kann.

Ein praktisches Beispiel ohne Bezug zu realen Personen (gibt auch nicht meine Meinung wieder):

Manche Leute bestätigen meine Vorurteile gegenüber Rothaarigen mit jedem Tweet, den sie absenden.

Es wird eine bestimmte Rothaarige Person gemeint. Angesprochen fühlt sich vermutlich nahezu jeder Rothaarige, der diesen Tweet gelesen hat. Sie verstehen das Dilemma?

Jedenfalls bin ich kein großer Fan solcher Tweets. Es kommt eher selten vor, dass ich sie nutze und dann meist auch nur, um gezielt zu provozieren. Ja, sowas macht die Miez auch mal. Aber selten. Tatsächlich habe ich Menschen, die zu non-Mentions greifen, wie andere zu Kaffee, rigoros entfolgt. Ich ertrage Lästerei schon im realen Leben nur schwer, da brauche ich dieses Hintenrum nicht auch noch online.

Als ich heute unter der Dusche stand und mich wieder mal über eine non-Mention, die ich kurz zuvor gelesen hatte, ärgerte (nein, ICH fühlte mich nicht angesprochen), hatte ich so eine Idee. Ganz im Sinne des Glücksprinzips könnte man dieses schreckliche non-Mention -Phänomen ja auch umkehren und einfach mal eine FREUNDLICHE, POSITIVE, ERMUTIGENDE, LOBENDE, LIEBEVOLLE Nachricht an einen bestimmten Menschen als non-Mention – also ohne bestimmten Empfänger – senden. Neben dem tatsächlichen Empfänger würden sich vielleicht noch viele andere angesprochen fühlen und sich ein bisschen darüber freuen. Dies könnte auch ein Weg sein, einem Menschen ein Kompliment zu machen, bei dem man sich vielleicht so direkt nicht traut. Gibt es ja sicher auch.

Ich werde daher die ganze kommende Woche immer wieder positive non-Mentions in meine Timelime streuen. Ich werde immer eine bestimmte Person meiner Timeline meinen, sie aber nicht als Empfänger angeben. Spannend, oder? Diese Tweets werde ich mit dem Hashtag #nonmentionpro kennzeichnen, damit Ihr sie problemlos als solche erkennt.

20130324_nonmenpro01

Original-Tweet hier.

20130324_nonmenpro02

Original-Tweet hier.

Und ich lade alle Twitterer herzlich dazu ein, das in der kommende Woche ebenso zu handhaben und mitzumachen. Schreibt kleine Komplimente, aufmunternde Worte und herzliche Wünsche ohne den Empfänger anzugeben und verseht den Tweet mit einem #nonmentionpro

Gemeinsam können wir so bestimmt viele kleine Lächeln in die Gesichter hinter dem Bildschirm / dem Smartphone zaubern.

Wenn Ihr mitmacht, tragt doch kurz die URL zu Eurem Twitter-Account in die folgende Linkliste ein:

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Über den Autor:
Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Marketing- und Medienberaterin mit Schwerpunkt Social Media. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
    
  1. Nike / Mrz 24 2013

    Ähäm, ich hoffe, das mit dem link hat funktioniert? Hab’s vom Handy versucht :)

  2. Sommerelfe / Mrz 24 2013

    Find ich voll gut deine Aktion. :-)
    Und ich habe auch eine Ahnung, an wen die beiden ersten Tweets gerichtet sein können. ;-)

  3. nickel / Mrz 25 2013

    Ich finde diese Aktion super!
    Selbst bin ich kein Twitterer, auch wenn ich gerne mal dort stöbere. Mir reicht ja FB und ich wüsste gar nicht, was ich noch bei Twitter reinschreiben sollte, was bei FB nicht schon steht. ^^

  4. Ramona / Mrz 25 2013

    Ah, jetzt versteh ich das erstmal. Stand bei Twitter auf dem Schlauch. Danke fürs Erklärbären.

  5. Marie / Mrz 25 2013

    toll …. einfach nur toll :-) ein schöner Start in die Woche, dank deiner Tweets … ich fühle mich sowas von angesprochen!

  6. Marc / Mrz 26 2013

    Das ist eine sxhöne Idee, die das soziale Netzwerk twitter tatsächlich etwas sozialer machen kann – also, wenigstens für uns, deine Follower :-)

  7. Melanie / Apr 13 2013

    wirklich schöne idee. aber ich glaube, menschen funktionieren eher so, dass sie negatives annehmen und komplimente eben nicht persönlich nehmen. das heißt, ich fühle mich vielleicht von negativen non-mentions (mit)gemeint, aber bei komplimenten denk ich eher: nee, die meint gar nicht mich?!?

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