Bis einer heult! • Miezhaus - Renovierungstagebuch Tag 2
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26. Februar 2015 | Pia Drießen

Miezhaus – Renovierungstagebuch Tag 2

Tag 2 der Renovierungswochen ist geschafft. Ich bin minimal frustriert, weil wir unterm Strich eben doch nicht soviel geschafft haben, wie ich mir das so schön ausgemalt hatte. Gut, wann geht schon mal alles glatt. Ist ja eher unüblich.

Der Tag begann, … wollen Sie raten? Genau. Im Baumarkt. Wandputz plus entsprechendes Werkzeug mussten her, damit wir die Wand in der Küche ausbessern und partiell neu verputzen können.

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Zum Glück hatten wir den Tipp mit dem 20% Gutschein in der aktuellen Laviva bekommen. Das sparte unserem Einkauf immerhin knapp 30 Euro. Und sehen Sie den hübschen blauen Himmel? Tja, da hatten wir heute leider nichts von.

Der Dampftapetenablöser ist ein heißes Teil, im doppelten Wortsinn. Für große Fläche und ganzen Bahnen ist er wirklich sehr hilfreich. Leider aber für kleinere Stellen und Ecken etwas überdimensioniert. Ich arbeitete dann einfach mit einer Kombination aus Spüli-Wasser aus der Spritze (so wie gestern schon) und Dampftapetenablöser. Es dauerte trotzdem noch ganze 2 Stunden, bis die rote Wand im Wohnzimmer komplett von Tapete befreit war und ich die Bohrlöcher verspachteln konnte. So hat es immerhin insgesamt 7 Stunden gedauert, die Wand nackig zu machen.

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Der Mann kam derweil in der Küche auch voran, wobei allein das Schutt aufräumen ganz schön Zeit kostete. Die Mörtelreste des Fliesenspiegels waren auch überaus hartnäckig, verloren ihren Kampf dann allerdings doch. Na ja, und so ein bisschen Putz schmiss sich leider gleich mit in den Abgrund. Aber, wie eingangs erwähnt: wir verputzen da jetzt einfach neu. Wer glaub, dass er nix mehr lernen kann, ist tot. Oder so.

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Außerdem nahm ich heute den Kampf mit der Bordüre im Meedchen-Zimmer auf. Was freute ich mich, als sich die Bordüre nach einmal ordentlich nass machen und einwirken lassen relativ leichtgängig von der Wand ziehen ließ. Doch dann die Ernüchterung: unter der darunter befindlichen Raufaser versteckte sich noch eine Bordüre, die wiederum auf eine andere Raufaser tapeziert war. Also insgesamt 4 Schichten Tapte und 2 Schichten Farbe. Die Erkenntnis, dass man für das Zimmer nun ganz sicher doppelt so lange brauchen wird, wie eingeplant, schmiss mich fast von der Leiter. Nach 4 Stunden musste für heute leider Schluss sein, da ich die Kinder abholen musste. Geschafft hatte ich bis dahin gerade mal das halbe Zimmer. Und im Quietschbeuzimmer hängt nochmal so eine Bordüre. Ich hab da jetzt einfach schon mal prophylaktisch Angst vor.

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Der Miezmann blieb noch weiter im Haus, um die Tapete in der Küche von der Wand zu kratzen, damit wir morgen verputzen können. Immerhin schien sich die relativ bereitwillig entfernen zu lassen.

Für die Kinder ist die Renoviererei einfach nur blöde. Ich bin müde und knatschig, wenn ich sie vom Kindergarten abhole und habe keine große Energie mehr, mit ihnen noch was zu unternehmen. Allein deshalb wünschte ich mir, wir hätten schon 4 Wochen später. Auf der anderen Seite fehlt uns auch die Arbeitszeit, die wir nachmittags noch hätten, wenn die Kinder nicht bespaßt werden müssten. Das macht vor allem mir ein blödes Gefühl, weil ich den Mann jetzt alleine im Haus schuften lasse. Nun gut, so ist das nun mal.

Der Quietschbeu hat nach einer saftigen Panikattacke beim Schwimmen am gestrigen Tag übrigens den Kurs ebenfalls eingestellt. Ich mache mir reichlich Sorgen um seine scheinbar übersteigerten Ängste, die wir einfach nicht  „in den Griff“ bekommen, egal wie sehr wir ihn ernst nehmen und Unterstützung anbieten. Aber das ist eine andere Baustelle.

Haben Sie einen ruhigen Abend.

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Über den Autor:
Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Marketing- und Medienberaterin mit Schwerpunkt Social Media. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
    
  1. Elke / Feb 26 2015

    Hallo,
    als ich den Eintrag gelesen habe, war es wie eine Zeitreise in den letzten Herbst. Haben innerhalb von 8 Wochen ein ganzes Haus renoviert und das mit 3 Kindern. Es war ein sehr schwieriger Spagat. Mein Mann musste auch oft alleine auf der Baustelle schuften. Zum Glück hatten wir Freunde und Familie, die geholfen haben.
    Aber jetzt wohnen wir in unserem Häusle und (fast ;) ) alle Strapazen sind vergessen.
    Weiterhin alles gute,
    LG Elke

  2. Katrin / Feb 26 2015

    Liebe Miez,
    Ich will die keine Angst vorm Renovieren machen, aber es hört sich dich schon ganz gut an wie ihr vorwärts kommt. Nach dem Motto schlimmer geht immer, in unserem Haus waren 7!!!! Schichten Tapete und Als wir dachten alles ab zu haben, stellten wir fest das die Außenwände mit Spanplatten „gedämmt“ waren. Dahinter dann Glaswolle, feine Styroportapete und nochmals 2 Schichten Tapete. Dazu ich schwanger 9 Woche und blöderweise wurde mir vom Geruch der nassen Tapeten schlecht;-(
    Vielleicht baut es dich etwas auf, das es eben auch deutlich schlimmer hätte kommen können. Und die Arbeit loht sich;-) Es ist soooo schön nun im eigenen neu renovierten Haus zu wohnen. Liebe Grüsse und gutes durchhalten.
    Best Katrin

  3. Emma / Feb 26 2015

    Liebe Pia,

    ich erinnere mich mit Grausen an unsere Sanierungszeit, als ich in zwei Wochen Urlaub nichts anderes tat, als Tapeten abzureißen, Schicht für Schicht. Hier im Haus gibt es aus diesem Grund nicht eine einzige Tapete mehr, sondern überall nur Putz. Das will ich nie mehr machen müssen. Ich weiß noch sehr gut, wie anstrengend die Zeit des Renovierens und des Umziehens waren, und wir waren noch ohne Kinder. Daher wünsche ich euch viel Kraft. Es wird bestimmt schön werden, dafür lohnt es sich! <3

    Liebe Grüße, Emma

  4. Sarah / Feb 26 2015

    Ihr macht das schon- am Ende bist du dafür sooooo stolz auf jede Handarbeit die du selbst gemacht hast :) Ich finde es klingt bis jetzt, als ob es gut voran geht (so aus der Ferne). Aus Erfahrung kann ich dir raten: mach es dir so einfach wie möglich und lass dir helfen, wann immer es angeboten wird -egal ob Kinder hüten, essen kochen oder auf der Baustelle :)
    Alles Liebe und viel Geduld (vor allem mit dir selbst)! <3

  5. Jasmin / Feb 26 2015

    Liebe Pia. Ich fühle mich in der Zeit zurück versetzt. Wir hatten auch eine Renovierung eines Hauses in kurzer Zeit und eine rote Wand die nicht weichen wollte. Nein eigentlich war es ein ganzes Zimmer. Komplett rot :-( zweieinhalb Tage mit jeweils zwei Personen. Aber das durchhalten lohnt sich. Liebe Pia ich wünsche Ihnen noch viel Durchhaltevermögen und Kraft. Und abends Kirschsaft. Hilft gegen MuskelKater ;-)

  6. MiA / Feb 26 2015

    Huhu, wir haben das 2011 hinter uns gebracht :) Allerdings hatten wir damals nur ein Kind. Ich weiß noch, dass ich teilweise, um alles auf die Reihe zu bekommen, da ich keinen Urlaub hatte, morgens um 5 ins Haus gefahren bin, was gemacht habe, wie Tapeten oder so und dann auf die Arbeit…

    Mein Mann hat damals das Haus mehr oder weniger entkernt, weil wir neue Leitungen brauchten, und es in nur knapp 10 Wochen wieder bewohnbar gemacht. Gemeinsam mit seinem Bruder und Freunden, und ab und an anderen Helfern, die mehr oder weniger brauchbar waren :)

    Aber es hat sich sehr, sehr, sehr gelohnt und wir sind super happy mit dem Haus.

    Also durchhalten, es wird gut werden!

    Liebe Grüße

  7. Monika / Feb 26 2015

    Pia, Liebes,

    5 Wochen Renovierungszeit ist sportlich. Als Paar. 5 Wochen Renovierung mit 3 Kindern ist – öhm – sehr sportlich? Was ich Dir mitgeben möchte ist: macht was möglich ist. Aber nehmt Euch auch Auszeiten, die braucht es. Und man kann sehr wohl in ein noch nicht perfektes Haus einziehen. Und das dann nach und nach perfektionieren.

    Zum (in anderem thread) behandelten Thema Küche: alte Küche (sofern eigen) mitnehmen oder billigste gebrauchte Küche über ebay kaufen. Echt. Und Zeit lassen die Richtige, Einzige zu finden. Weil die bleibt dann 20 Jahre (also die Schränke, die Geräte leider nicht).

    Ich freu mich auf weiteren Renovierungs-Kontent :-)

  8. Frau Rhodan / Feb 27 2015

    Ich sende eine Extra Portion Kraft.

    Renovieren ist sch…ön und gut.
    Renovieren mit Kleinkindern ist sch…on etwas schwierig!

    Es dauert länger, es kostet mehr, vor allem auch Nerven. aber…das geht allen so.

    Nur Mut und Geduld, es wird ein ganz tolles Zuhause werden.<3

    Bis dahin… Perfektionismus ist eh out.

  9. Svenja / Feb 27 2015

    Irgendwie gleichen sich die Renovierungserlebnisse ja doch alle. Abhängig vom Umfang der Arbeiten. Auch wir hatten Höhen und Tiefen beim Ablauf. Zumindest für mein Empfinden. Zwischenzeitlich lag so viel Schutt im Haus, dass ich mich gefragt habe, wie ich das jemals aus allen Ritzen bekommen soll. Irgendwie geht es dann doch alles. Wenn auch manchmal anders als im Vorfeld gedacht. Und da kann ich meinen Vorschreiberinnen nur Recht geben, es vergeht kein Tag an dem ich mich nicht wieder über unser Ergebnis freue. Also, immer das Ziel fest im Blick behalten. Und dem Mann den Rücken frei halten, ist auch ein wichtiger Beitrag zum Ziel. Vielleicht kommen ja jetzt ein paar schöne Tage, um den Garten von den Kindern testen zu lassen und Du schaffst nebenbei ein bisschen was. P.S. Wer nicht nur Putz möchte- Fliestapeten lassen sich später gut lösen

  10. Lamasus / Feb 27 2015

    Hallo,

    die Baustelle sieht doch schon mal gut aus. Mit Kind umbauen (bei mir damals nur eins) ist doppelt anstrengend. Ich wünsche ganz viel Kraft.
    Eben habe ich noch gegrinst als ich den neuen Post hier gelesen habe, denn bei uns ist auch grade die Renovierflut wieder ausgebrochen und wir sind fleißig am Werkeln und am Planen und Aussuchen
    http://eifelschaf.no-ip.org/wordpress/2015/02/27/neuer-inhalt-auf-dem-blog-und-neuigkeiten-aus-demwohnturm/
    Wenn man erstmal drin wohnt, macht es auch Spaß. einzelne Räume schön zu machen; mit dem Druck dahinter, aus einem anderen Haus raus zu müssen, ist es nicht so spaßig.

    Liebe Grüße,
    Lamasus

  11. AnJo / Feb 27 2015

    Liebe Frau Miez, das Renovierungstagebuch ist toll, danke dafür und viel Kraft Euch! Kurz zum Q: ich habe einen ähnlich gelagerten „Fall“ hier und will Dir sagen, dass es die Zeit bringen wird. Versuch Dich nicht zu sehr zu sorgen, das wird. Mein K1(11) klettert bis heute nur auf bestimmte Sachen, meidet Menschenmengen und schwamm erst ihn der 3. Klasse in der Schule irgendwie mit (trotz Seepferdchenkurs als Vorschulkind). Manche Kinder wachsen eben einfach, andere kämpfen um jeden cm <3

  12. Seifenblase / Feb 27 2015

    oh gott tapete abkratzen, ich hab ein deja-vu.
    wir hatten auch so wände, bei denen sich hinter ner fiesen tapete unterlegt von pappe und dick styropor – überraschung – noch ne schicht tapete mit pappe und styropor versteckt hatte und dahinter….na sie ahnen es schon.
    das ende dieser geschichte war, dass wir unsere raumplanung nochmal umstrukturiert und diese wand letztlich ganz entfernt haben.. :)

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