Bis einer heult! • Wie wir mal Fledermäuse streichelten.
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4. September 2016 | Pia Drießen

Wie wir mal Fledermäuse streichelten.

Vor ziemlich genau 2 Jahren waren wir mit Alex bei einer Fledermausnacht. Ein Erlebnis, das er heute noch als eines der tollsten, aufregendsten und besten überhaupt bezeichnet. Natürlich war Max daher auch schon immer ganz scharf darauf, dunkle Höhlen zu erforschen, eine Nachtwanderung zu machen und eine Fledermaus zu streicheln! Da die Veranstaltung erst um 19:30 Uhr beginnt und bis 23 Uhr geht, haben wir 2 Jahre gewartet, um mit beiden Jungs dort hin zu gehen. Selbst Alex war vor 2 Jahren noch ein wenig zu jung und sehr früh sehr müde.

Vergangenen Freitag war es dann soweit. Die Fledermausnacht für Kinder fand erneut in der Kakushöhle in Mechernich statt. Organisiert wird das ganze von NABU Euskirchen. Auf der übergeordneten NABU-Seite könnt ihr alle Batnight-Termine deutschlandweit einsehen. Wir haben uns bereits im Frühjahr dafür angemeldet, weil die begrenzten Plätze erfahrungsgemäß sehr schnell alle belegt sind.

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Ausgestattet mit Stirn- und normalen Taschenlampen machten wir uns also auf den Weg. Als wir pünktlich um 19:30 Uhr ankamen, dämmerte es bereits. Wir bezahlten unseren Teilnahmebetrag (5 Euro pro Erwachsener, 3,50 Euro für das erste Kinder, Geschwisterkinder sind kostenlos) und die Jungs suchten sich noch Postkarten, eine fluoreszierende Fledermaus  und Buttons mit der Aufschrift „Naturschutzmacher“ aus. Außerdem gab es noch Aufkleber und einen schicken Stempel auf die Hand.

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Nachdem kurz die Höhle bei Licht begangen wurde, kehrten die Kinder in die Hütte an der Straße zurück und erhielten dort einen kurzen und sehr interessanten Dia-Vortrag über die bei uns lebenden Fledermäuse. Die Jungs saßen wie angewurzelt da und hörten jedem Wort des Fledermausmannes, der sich selber „Eifel-Batman“ nennt, gespannt zu.

Anschließend ging es dann wieder in die Höhle, in der 2 große Netze gespannt waren, in denen sich die Jungtiere nach ihrer Jagd verfangen sollten. Da wir von der letzten Veranstaltung noch wussten, dass es locker 1 bis 1½ Stunden dauern kann, bis sich die erste Fledermaus blicken lässt, machten wir nach Einbruch der Dunkelheit mit den Jungs erstmal noch eine kleine Nachtwanderung rund um die Kakushöhle, was beide Jungs schon wahnsinnig spannend fanden. Sie lugten in jeden Spalt der Höhle und freuten sich wie verrückt, wenn eine Fledermaus über den Himmel zischte.

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Danach ging es zurück in die Höhle, die sie dann gemeinsam erkundeten und immer wieder von einem Ende zum anderen liefen. Ich lauschte derweil dem Eifel-Batman, der ein wenig detaillierter über die Popularität von Fledermäusen in dieser Region und diesem Jahr erzählte.

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Und dann ging, deutlich früher als beim letzten Mal, die erste Fledermaus ins Netz. Eine Mausohrfledermaus. Nachdem der Eifel-Batman sie vermessen und markiert hatte, durften wir alle die Fledermaus mal streicheln. Fledermäuse sind UNFASSBAR weich. Natürlich darf man die nur von oben und nur mit einem Finger streicheln, da Mausohrfledermäuse zum einen sehr klein sind und zum anderen natürlich auch beißen können. Mausohren sind aber nicht aggressiv, anders als die Langohrfledermaus, die Kindern wohl sogar ganze Fingerkuppen abbeißen kann und daher auch vom Fachmann nur mit Handschuhen angefasst wird. So eine ging an diesem Abend allerdings auch nicht ins Netz.

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Insgesamt 4 Fledermäuse konnten wir an diesem Abend bestaunen und streicheln. Die Jungs waren beide absolut geflasht und euphorisch. So ein tolles Erlebnis!

Um 22 Uhr erklärte Max dann aber, dass er total müde sei und nun gehen wollte. Beide Jungs schliefen dann auch auf der Heimfahrt im Auto ein, was sonst so gut wie nie passiert.

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Ich kann jedem nur empfehlen mal so eine Batnight zu besuchen. Ein großartiges Erlebnis für Groß und Klein, von dem unsere Jungs noch sehr lange erzählen werden. Und wer kann schon von sich behaupten, er habe eine Fledermaus gestreichelt? EBEN!

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Über den Autor:
Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Marketing- und Medienberaterin mit Schwerpunkt Social Media. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
    
  1. Jenny / Sep 4 2016

    wow, das finde selbst ich spannend. Dsnke für den tollen Tipp.

    LG

  2. Karoettchen / Sep 4 2016

    Ich finde Fledermäuse ja auch so schön.
    Allerdings nur so lange sich nicht eine wieder in unser Schlafzimmer verirrt und mir durch das Gesicht fliegt.
    Wir haben der Fledermaus schlussendlich das Zimmer für eine Nacht überlassen und sind ins Gästezimmer ausgewandert 😂

  3. Susan Dahlke / Sep 4 2016

    Fand bei uns hier auf NABU Gut Sunder auch statt.Leider konnte mein Mann nicht. Nächstes Jahr dann hoffentlich.

    — via facebook.com

  4. Das wäre auch was für meine kleine Maus😍 Sie liebt Fledermäuse 😊😊Wir beobachten die Fledermäuse in unseren garten gerne😍👍

    — via facebook.com

  5. Sarah Schneider / Sep 4 2016

    Hört sich gut an!

    — via facebook.com

  6. Regina Hader / Sep 5 2016
  7. Christine / Sep 5 2016

    Fledermäuse sind toll! :-) Wobei ich beim Anfassen trotz Seltenheit zu großen Respekt vor Fledermaustollwut hätte…

  8. Nadine / Sep 6 2016

    Das klingt toll. Danke für den Tipp!

  9. Silke / Sep 7 2016

    Fledermäuse sind mein Beruf- ich erforsche als Wissenschaftlerin ihre Lautäusserungen und bin deswegen immer wieder erfreut darüber, wenn Aktionen wie bsw. diese im Rahmen der Bat Night stattfinden, die die kleinen Flattermänner und ihre Besonderheiten ins Rampenlicht rücken! Allerdings bin ich gleichzeitig erstaunt darüber, wie leichtfertig bei solchen Veranstaltungen Kinder dazu annimiert werden, die Tiere ohne Handschuhe anzufassen – aus den schon oben kommentierten Risiko der Fledermaustollwut. Zwar ist die Fledermaustollwut in eurer Gegend wahrscheinlich sehr selten (es gibt in D ein Nord-Süd Gefälle) und agile Tiere leiden zudem sehr wahrscheinlich nicht an einer Tollwutinfektion, aber es geht in meinen Augen um die Message: Kinder sollte man beibringen, dass generell wildlebende Fledermäuse NUR mit Handschuhen angefasst werden sollten (ausser, man hat wie bei Fledermausschützern und -Forschern üblich eine Tollwutimpfung). Ansonsten denke ich, dass als take-home-message hängen bleiben könnte, dass man eben Fledermäuse streicheln darf. Und dann möglicherweise tollwutkranke, auf dem Boden liegende Tiere OHNE Handschuh zur Rettung unbedacht aufgehoben werden – und es so zum zwar fast schmerzlosen Biss, aber mit tödlichen Folgen kommen kann :-(

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