Die Miezbeus beim Frisör

Der Quietschbeu und das Löwenmäulchen waren heute nötiger Weise mal wieder beim Frisör. Wir lieben unseren Haus und Hof-Frisör, weil er eine Engelsgeduld und tausend gute Tricks kennt, wie man unseren Zappelmännern die Haare schneidet, ohne dass es aussieht, als seien sie in eine Heckenschere gefallen.

Das Löwenmäulchen, zum Beispiel, hampelt die ganze Zeit auf dem Drehstuhl herum, steht auf, setzt sich wieder hin, wirft eine Bürste, beißt in den Kamm, haut dem Frisör auf die Nase und lacht, lacht, lacht. Nach 10 Minuten hat er dennoch eine Frisur.

Der Quietschbeu bleibt inzwischen ganz vorbildlich sitzen, darf aber die ganze Zeit über mit der Wassersprühflasche herumhantieren und um sich spritzen. Ich bin fürchterlich stolz auf den großen Sohn und lobe ihn anerkennenden, dass er das sehr gut macht, worauf der Frisör nur erwidert, wir haben ihn vorher ja mit Bonbon und Keksen als Belohnung geködert.

Tatsächlich rennt er auch sofort und ohne Umwege zum Bonbon-Glas, nachdem der Frisör ihn vom Stuhl gehoben hat (und packt sich die Hosentaschen voll).

Wir quatschen und lachen alle noch ein bisschen, während ich das im ganzen Salon verteilte Spielzeug wieder aufsammle und verräume. Derweil schäkert der Frisör mit dem Löwenmäulchen herum, dass ständig in diesen buschigen Pinsel zum enthaaren beißen will.

Dann klopft er das Löwenmäulchen ab und stellt es vor sich auf den Boden.

Äh … das Löwenmäulchen steht da also so rum und wir Eltern verharren in Regungslosigkeit. Der Miezmann flüstert grinsend „Nicht.Be.We.Gen!“ Das Löwenmäulchen setzt sich nämlich normalerweise sofort wieder auf den Po, wenn wir ihn mal hinstellen wollen. Er ist echt ein fauler kleiner Kerl, was das betrifft.

Der Frisör guckt uns also ein wenig belustigt an, geht dann ums Löwenmäulchen herum kniet sich einen Meter vor ihn und sagt: „Komm mal her!“

Und das Löwenmäulchen marschiert los, einfach so, bis es beim Frisör angekommen ist.

Und ich? Ich muss ganz viel Kniepern und weggucken und Seufzen und überhaupt. Der kleine große Herr Löwenmaul. Erste Schritte beim Frisör. Na, wenn der mal nicht nach der Mama kommt!

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Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Von Beruf freiberufliche Autorin und Bloggerin. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
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16 Gedanken zu „Die Miezbeus beim Frisör

  1. Ach ich lese so gerne hier. Wegen Geschichten wie diesen und der vorherigen. Und überhaupt.

    Musste jetzt einfach mal gesagt werden.
    Alles Gute für Sie und Ihre Jungs und den Miezmann.

  2. Das Löwenmäulchen läuft??? Einfach so???? Wahnsinn … find ich klasse!!

    Go Löwenmäulchen Go!!!! Fangen spielen und wilde Jagden durch den Garten. Mama und Papa abhängen und der Welt zeigen wo es lang geht!!

    (?)

  3. Oh wie schön *schnief*

    Bei uns waren die ersten Schritte gar nicht so bewusst.
    Sie machte irgendwann mal einen, dann zwei. Und plötzlich lief sie halt.
    Keine besonderen „ersten Schritte“ wie man das aus der Werbung kennt. *seufz*

    Schön, dass es bei Euch so war .

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