Kindergarten. Runde 4.

Morgen ist also der erste Kindergartentag des neuen Kita-Jahres. Das letzte Jahr für den Quietschbeu. Das Vorletzte für das Löwenmaul und das letzte U3-Jahr des Meedchens. Das erste Mal überhaupt, dass wir zum Beginn des neuen Kita-Jahres keine Gruppenwechsel oder Eingewöhnungen haben. Wir müssen ledigich hingehen, unsere Sachen wieder an die Haken hängen und los geht’s. Und dennoch sind wir alle aufgeregt.

Vorneweg die Jungs, die sich schon die ganze Zeit fragen, wie wohl ihre Gruppen nun aussehen. Die komplette Einrichtung wird zu jedem neuen Jahr neu eingeräumt, neue Spielecken und andere Spiele raus geholt. Das ist so ein bisschen, wie den Kindergarten ganz neu zu entdecken.

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Der Quietschbeu ist ein bisschen in Sorge, wie wohl so die neuen Kinder in seiner Gruppe sein werden. Dass die Neuen allesamt 2 Jahre jünger sind, als er, beruhigt ihn null Komma gar nicht. Ich hoffe sehr, dass dies auch bedeutet, dass er stets fair und freundlich den „Kleinen“ gegenüber sein wird. Heute erzählte er mir, dass er noch genau weiß, wie traurig er war, als die großen Jungs ihn in seinem ersten Jahr in der Ü3-Gruppe so oft geärgert haben. Woraufhin ich entgegnete: „Ja, und vergiss das auch bitte nie!“ Da hat er genickt und gesagt: „Ja, Mama. So traurig soll keiner wegen mir sein müssen.“ Wollen wir hoffen, dass Du das wirklich nicht vergisst, mein Kind.

Zudem wird er eine neue Erzieherin bekommen. Das ist für ihn die größte Herausforderung. Neuen Menschen in seinem Alltag tritt er ohnehin schon sehr zurückhaltend entgegen. Bei Erwachsenen ist das nochmal schlimmer, als bei Kindern. Wir werden sehen. Ich denke, er hat eine beachtliche Veränderung mitgemacht. Zuhause habe ich ihn als sehr überlegt, nachdenklich und um Frieden bemüht empfunden. Eigentlich war in 8 von 10 Fällen das Löwenmaul der Provokateur. Leider lässt der Quietschbeu sich aber auch äußert einfach provozieren. Das endet oft in Tränen, Gekreische und zuletzt in Schubserei. Geschwister eben (beovr jetzt einer denkt, bei Miezens würde nur gekuschelt!).

Das Löwenmaul ist ganz schrecklich aufgeregt, da sein allerbester Freund nun endlich auch in seine Gruppe kommt. Die beiden sind ein halbe Jahr auseinander, aber da die Geburtstage so doof auseinander lagen, blieb der Löwenmaulfreund ein Jahr länger in der U3, als das Löwenmaul. Nun werden sie endlich wieder gemeinsam durch den Kindergartenalltag toben können. Ich wünsche den Beiden wirklich, dass das für sie toll wird. Ich würde beide als recht „ähnlich“ bezeichnen. In so einigen Dingen. Aber auch da werden wir sehen, wie es sich entwickelt. Ich habe aufgehört wild in die Zukunft zu orakeln. Es kommt ja dann doch meist anders, als gedacht.

Im letzten Kindergartenjahr war das Löwenmaul ein absoluter Hormoniesuchti, der sich nahezu nie stritt und wenn, dann ging es nicht von ihm aus. Das kollidiert jetzt so ein wenig mit meiner Beobachtung daheim, in den letzten 4 Wochen. Aber, wie wir ja alle wissen, sind Kinder zuhause oft gänzlich anders, als im Kindergarten. Sie probieren in sicherer und vertrauter Umgebung soziale Rollenspiele und Verhaltensweisen aus, weil sie eben genau wissen: und wenn das nach hinten los geht, ist Mama immer noch da. Und der Bruder auch. Und alles kommt wieder in Ordnung.

Das Meedchen wird nach den Ferien die wenigsten Veränderungen erfahren. Es sind nur 3 Kinder in andere Gruppen gewechselt – unter anderem halt der Löwenmaulfreund – und bisher weiß ich von 2 neuen Kindern. Außerdem kommt eine der tollen Löwenmaulerzieherinnen aus der Elternzeit zurück. Das Meedchen kennt sie noch nicht, aber ich denke, sie werden sich schnell aneinander gewöhnen. Mir selber fiel erst heute wieder auf, welchen Sprachschub das Meedchen in den vergangenen vier Wochen hingelegt hat. Sie redet in ganzen Sätzen mit uns, kann von Begebenheiten, bei denen wir nicht dabei waren, für alle nachvollziehbar erzählen und wird von Fremden verstanden. Ich bilde mir folglich nicht länger ein, dass sie deutlich spricht, nein, sie tut’s nun wohl tatsächlich! Allerdings könnte ich sie nach wie vor für ihr „Meina!“ fressen. Das ist ihre Version ihres Namens. Das darf sie gerne so beibehalten. 

Kleine Anekdote am Rand: Heute fand ich im Plastikmüll eine IKEA-Tüte und fragte, wer die da rein getan hätte. Ich fragte das Meedchen „Mathi, wart Du das?“ und sie antwortete entrüstet, mit den Händen in der Taille: „Mama?! Nein! Mathi nich‘ machen sowas! Papa war’s!“ Na ja, sie war es natürlich doch. Aber allein für ihre Mimik und Gestik könnte man sie einfach die ganze Zeit nur knutschen. Kleine Gesichtskasperine. Von Geburt an. Hat sich nicht verwachsen. Kind ihrer Mutter ?

So. Gepackt ist soweit auch alles. Die Beutel mit Wechselklamotten, Matschsachen, Hausschuhen, Sonnencreme und Zahnbürste hängen fertig an der Garderobe. Die Rucksäcke und CRabbelschuhe habe ich auch gewaschen und rechtzeitig trocken bekommen. Es kann also wieder los gehen. Aufregung. Vorfreue. Wooohooo.

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Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Von Beruf freiberufliche Autorin und Bloggerin. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
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3 Gedanken zu „Kindergarten. Runde 4.

  1. Das neue Kitajahr hat bei uns am Montag angefangen. Ich war ganz nonchalant und habe erstmal nichts angeschafft. Und dachte „wir brauchen erstmal nix Neues“. Hat leider nicht so ganz gestimmt. Dann wurds stressig…
    Liebe Grüße,
    Lamasus von den Drei Kleinen Lamas

  2. 20. Juli 2015 / Pia Drießen

    Los geht’s in Runde 5!
    Ferien, Kindergarten. Kindergartenjahr 2015/2016, Sommerferien, U3, Vorschulkind

    Vorneweg: Die Glücksmomente dieser Woche sammelt diesmal übrigens Frau Mümmel. Vielleicht mag schon jemand für die kommende Woche die Hand heben? Dann kann ich das auch vernünftig im Vorfeld ankündigen.
    ***
    So. Das waren nun also unsere Ferien, deren Abschluss wir heute noch mal gebührend bei McDonald’s gefeiert haben. Ja, das ist ironisch gemeint, aber die Kinder haben die ganzen Ferien über gefragt, ob wir da nochmal hingehen und so haben wir ihnen den Wunsch heute erfüllt.
    Die Kleine und der Löwenmaul sind auch schon ganz aufgeregt und voller Vorfreude auf den morgigen Kindergartentag. Der Große – nun ja – eher nicht so. Nach vielen Tränen und Gebettel haben wir seinem Wunsch also nachgegeben, nicht mehr in den Kindergarten zurück kehren zu müssen. Dafür verzichtet er sogar auf sein Abschiedsfrühstück und den Kindergartengeburtstag des kleinen Bruders. Aber sind wir mal ehrlich! Alle reden davon, dass er jetzt ein Schulkind wird, ja, quasi schon ist. Manche seiner Kindergartenfreunde fahren jetzt in die Ferien und werden in den kommenden 2 Wochen also auch nicht mehr da sein. Was soll er da noch?
    Ich habe ihm aber nochmal ganz deutlich erklärt, dass ich morgens arbeiten muss und nicht rund um die Uhr für seine Erzählungen und Spiele zur Verfügung stehe. Dass er also auch mal allein in seinem Zimmer spielen muss, damit ich Ruhe habe, um konzentriert schreiben und mit Partners telefonieren zu können. Auch habe ich einen Termin mit einem zukünftigen Partner kommende Woche bei uns zuhause. Da muss er sich definitiv irgendwie selber beschäftigen. Aber er versicherte mir, dass das gar kein Problem sei. Er würde dann schon mal ein paar Hausaufgaben und seine restlichen Vorschulhefte fertig machen. Ich bin gespannt und hab zur Not ja noch einen halben Busch getrocknete Melisse, aus dem ich mir wunderbaren Beruhigungstee kochen kann.
    Nachdem da geklärt war, hatte ich heute also nur zwei Beutel für den morgigen Tag zu packen.
    Hausschuhe
    Wechselwäsche
    Regenklamotten
    Sonnencreme
    Sonnenhüte
    Ich glaube, so wenig habe ich noch nie einpacken müssen. Keine Windeln, keine Feuchttücher, keine Schlafsäcke oder Kuscheltiere. Und dann auch alles nur für 2, statt für 3 Kinder. So richtig nach Vorbereitung, so wie im letzten Jahr, hat sich das jetzt nicht angefühlt. In den vergangenen Jahren bin ich am ersten Kitatag immer mit einer riesigen IKEA-Tüte in die Kita eingefallen. Das sah immer ein bisschen nach Einzug aus. Diese Jahr habe ich nicht mal die Rucksäcke gewaschen, dafür aber die Crocs ne Runde durch die Waschmaschine gejagt (30 Grad mit der Buntwäsche und die sind wie neu!).
    Dies ist also unser 5. Jahr in diesem Kindergarten. Das letzte für das Löwenmaul (Vorschulmäulchen, what the fuck?!) und noch 3 to go für das Meedchen. Aber erstmal können sie sich jetzt 2 Wochen akklimatisieren, bevor die Kurze dann in den Gruppe des Bruders umzieht und offiziell ein Ü3-Kind wird. Hoffentlich hat sie das mit dem Trockensein im Kindergarten bis dahin auch so gut verinnerlicht, wie es zuhause gerade läuft.

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    Über den Autor:
    Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012).
    Marketing- und Medienberaterin mit Schwerpunkt Social Media, arbeitet Nebenberuflich als Beraterin/Referentin zum Thema „Vernetzte Mütter“ und bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser.
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