Zeitreise: vielleicht Kacken?

Ein weiterer Text aus meinem alten privaten Blog, aus dem Jahr 2011, kurz vor dem 1. Geburtstag des Löwenmauls. EHEC ging gerade im Lande um. Es ist ein typischer Pia-Text, wie ich sie früher oft schrieb und der Ihnen meine rotzige, alberne Seite ein bisschen näher bringt, die hier oft viel zu kurz kommt. Die Pia, das ist nämlich ne ganz schrecklich alberne. Möhöhöhö.

***

20140917_zeitreise03vielleicht Kacken?

Original veröffentlicht am 10.06.2011

Die Kinder schlafen und ich kann endlich mal in Ruhe auf der Toilette sitzen und Blogs lesen oder selber ein bisschen was schreiben. So ein Zeitfenster ist begrenzt, weshalb Multi Tasking unabdingbar ist! (Ich zog mehrfach in Erwägung mir noch eine Tasse Kaffee neben dem Pot zu stellen, ließ dies aber aus hygienischen Aspekten doch sein).

Jedenfalls sitze ich da, entspanne so vor mich hin, lese … als es klingelt. Ich tue ratzfatz die Dinge, die man so tut, wenn man auf der Toilette sitzt und vorhat, die Haustür zu öffnen.

Zeitsprung. Ich öffne die Tür.

Der freundliche Postbote überreicht mir ein Päckchen. Wunderbar, die UV-Schutzklamöttchen für die Beebies. Wir planen Urlaub am Strand, wissen Sie? Er sagt, er wollte schon wieder gehen und ich sage, dass ich gerade ein bisschen verhindert war [verlegenes Grinsen].

Nachdem ich die Tür geschlossen habe gehe ich wieder auf die Toilette. Ich war ja dabei, mich zu entspannen. Kaum sitze ich wieder höre ich es erneut vor der Tür rumoren. Es klingelt.

Während des oben bereits angesprochenen Zeitsprungs kann ich folgendes Gespräch mithören:
„Wo issen die hin? Hat Dir doch gerade noch die Tür aufgemacht?“
„Keine Ahnung, sagte was von verhindert.“
„Ja, wie? Is doch gerade mal 30 Sekunden her?“
„Was weiß ich. Vielleicht isse Kacken?“

Ich reiße beherzt die Tür auf, so dass die zwei (wundersame Vermehrung?) Postboten zusammen zucken. Ich gucke ein bisschen böse und grabsche nach dem Ding zum Unterschreiben, das mir die zweite Postbotin entgegen hält, entwende es ihr („Ich kann sonst nicht schreiben!“), wende es hin und her bis es gut in der Hand liegt und mache einen langen Strich mit Schläufchen am Ende (ist meine Elektrounterschreibdingsstandardunterschrift). Dann reiche ich es mit beiden Händen zurück, ziehe einmal die Nase hoch, sage „Durchfall, wissen Sie? Geht ja jetzt um!“ und mache die Tür zu.

Schade um das Gesicht der Beiden, das ich leider durch die geschlossene Tür nicht mehr sehen konnte. Sie sprachen jedenfalls in Hörweite  nicht mehr miteinander. *mihihi*

(Die zweite Lieferung waren übrigens zwei Familien-Klobrillen. Auch so eine tolle Erfindung, die man erst wahrnimmt, wenn man Kinder hat!)

***

Situationskomik ist ja immer schlecht in Worte zu fassen, aber … *gnihihihhi*

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Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Von Beruf freiberufliche Autorin und Bloggerin. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
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14 Gedanken zu „Zeitreise: vielleicht Kacken?

  1. ein text wie dieser ist der grund, weshalb ich den daily me-blog und den mamamiez-blog lange, wirklich lange, eher zwei verschiedenen autorinnen zugeordnet habe… ich mag aber den schreibstil beider autorinnen *gg*

  2. Das ist genau so ein Text wie ichs oefter von dir lesen moechte! Nicht immer verteidigen gegen andere dir unbekannte Personen, das hast du gar nicht noetig. Du und deine Geschichten und deine Familie ist klasse!

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