3 kleine Fresserchen

Erinnern Sie sich noch, wie ich gestern schrieb, dem mittleren Kind packe ich immer irgendwas ein, was er wieder mitbringen kann und wenn er mal den Löffel in die Kiwi gesteckt hat, ist das viel wert? Jau. Raten Sie doch mal, wem welche Brotdose gehört.

Überrascht war ich allerdings, dass Alex sein Brot nicht aufgegessen hat, was er mir aber mit fehlender Zeit erklären konnte. Generell haben die Kinder nach der Hofpause in der Schule auch immer noch eine Frühstückspause. Wer da natürlich viel quatscht, der schafft dann auch kein ganzes halbes Brot. Davon abgesehen ist Alex aber tatsächlich eher ein echtes Rohkost- und Obst-Fresserchen. Meist isst er einen riesen Berg Möhren, Gurke, Paprika, Tomaten und Kohlrabi zum Abendbrot. Also eigentlich Abendrohkost. Und ja, das fordert er vehement ein. Alex ist leider kein Kind, über das man in theatralisches Mutti-Geheul a la „Mein Kind isst sooooo schlecht!“ *mimimi* verfallen kann. Das übernimmt bei uns dafür Max, weshalb ich Alex‘ Hang zu gesundem Essen einfach mal durchgehen lasse. Kann halt nicht jeder ein Fastfood-Zucker-Weizen-Junky sein. An meinen Genen liegt’s jedenfalls nicht.

Mimi isst nach wie vor kein Brot. Ich erwarte da auch in naher Zukunft keine Veränderung. Da sie inzwischen aber so groß ist, wie ihr zwei Jahre älterer Bruder: iss, mein Kind. Oder lass es bleiben.

Max hat immerhin den Käsestick gegessen. Vielleicht hat er ihn aber auch wieder gegen ein Schokobrötchen getauscht, was häufiger vorkommt. Immerhin hat er in einer Hälfte der Kiwi rumgestochert und ich bin guter Dinge, dass davon auch wirklich etwas in meinem Kind gelandet ist. Die Frage bleibt: ist das Kind so zierlich, klein und dürr, weil es schlecht isst oder isst er so wenig, weil er einfach einen geringen Energiebedarf hat? Letzteres theoretisierte mal der Kinderarzt. Na ja, wir haben bald die U-Schlagmichtot-Untersuchung. Da gibt’s bestimmt was zum Thema zu hören.

Was aber alle Kinder – der Rohkostler, die alles-nur-kein-Brot-Mimi und der nur-Nudeln-und-Haferflocken-Typ – essen, sind süße Backwaren. Und die haben die Jungs heute wieder in der Koch & Back AG gezaubert. Da Mimi und ich ein wenig zu früh an der Schule waren, durfte Mimi auch noch mit in die AG und kreierte einen wahrhaft putzigen Amerikaner, während ich im Schulflur auf der Heizung sitzend warten durfte.

Ich sag’s Ihnen: die waren wirklich sehr lecker. Nur noch zwei Mal Koch & Back AG und die Jungs bekommen alle Rezepte aus der AG mit nach Hause. Mimi hat heute schon angekündigt, dass die nächstes Jahr auch unbedingt in die Koch & Back AG gehen will. Die Köchin der OGS, welche die AG betreut, freut sich schon darauf. Vermutlich auch auf ein Kind aus meinem Uterus, das nicht nur zweimal mit der Gabel in seinem Essen rumstochert, um dann satt zu sein. Der Große hält zwar noch die Vielfresser-Fahne hoch, aber wird ab Sommer nicht mehr in die OGS gehen. In Mimi hat er da aber eine würdige Nachfolgerin gefunden. Solange es kein Brot gibt.

 

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Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Von Beruf freiberufliche Autorin und Bloggerin. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
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14 Gedanken zu „3 kleine Fresserchen

  1. Die Amis sehen super aus! Könnten wir auch mal wieder machen hier. Wie läuft das dann ab, wenn der Große nach den Sommerferien nicht mehr in die OGS geht? Kommt er dann nach der Schule nach Hause? Ich überlege jetzt schon, wie wir das in der weiterführenden Schule löse, weil bei uns wäre an den meisten Wochentagen vor 15Uhr30 keiner zu Hause.
    LG Anni.

  2. Die sehen ja cool aus!
    Ich hab zwar nur zwei, aber auch einmal das alles-essen-und-immer-hunger Kind und das einmal-ins-Brot-gebissen. Ich bin sehr gespannt, wie der im Herbst wird. Da kommt sie in die Schule und muss folglich daheim essen. Im Kiga isst sie praktisch alles, daheim wird alles außer Brot ? verweigert.
    Wieso geht der Große bei euch dann nicht mehr in die OGS, gibt’s das nur für die jüngeren?
    Viele Grüße – auf leere Brotdosen!

  3. Wo ich deinen Blog so lese,frage ich mich ob es doch am Essverhalten liegt das Max kleiner ist als andere Kinder in dem Alter…mein Ältester (9) ist auch wesentlich kleiner als seine Mitschüler…er ist in etwas so gross wie ein angehendes Schulkind und sein Bruder der zwei Jahre jünger ist hat ihn nun auch schon überholt. Naja jedenfalls ist er auch ein sehr sehr nerviger Esser…wir waren schon zu etlichen Untersuchungen mit zig Diagnosen…die Beste war : “familiärer Kleinwuchs“ klaaaaar wo doch keiner in der Familie unter 1,70 m ist…naja wir haben das versprochene “Der wird bald nen Schuss machen“ schon vor 4 Jahren aufgegeben.

  4. Wir haben nur 1 Kind, da ist man immer in der Gefahr, bei Problemen, z.B. mit dem Essen, davon auszugehen, dass es ja an den Eltern liegen muss. Schlechtes Vorbild, falsche Ernährung in der Schwangerschaft etc. Da ist es dann immer sehr, sehr entspannend, zu lesen, wie unterschiedlich Kinder auch in der selben Familie sein können.

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