Rehrücken und Ramtamtam

(Dieser Beitrag enthält *Affliate-Links)

Gestern haben Sie nichts von mir gelesen, weil ich damit beschäftigt war in Karnevalsstimmung zu kommen. Das dauerte auch nur gute 15 Minuten im Saal der Kostümsitzung, auf der Steffi und ich gestern waren. Und schwups, ist man assimiliert, klatscht, singt und tanzt mit all den anderen Kostümierten. Tatsächlich saßen wir aber auch nur 15 Minuten auf unseren Plätzen, bevor wir das Ganze für uns zu einer Stehparty umfunktioniert hatten.

Wissen Sie, falls Sie an einem hübschen Karnevalskostüm für diese oder nächste Session rum überlegen und eventuell ins Auge gefasst haben, sich als Reh oder ein anderes Rotwild zu verkleiden, bedenken Sie bitte: Man wird Ihnen die unterschiedlichsten Zubereitungsweisen von Rehrücken, Rehkeule und/oder Rehgulasch erklären. Je später der Abend und feuchtfröhlicher die Stimmung, umso detaillierter werden die Rezepterklärungen.

Vielleicht sehen Sie bald ein Foto von mir neben einem Reh-Rezept bei Chefkoch.

Ich gestehe, ich hab jetzt nicht so wirklich zugehört, weil ich mit tanzen, singen und lachen beschäftigt war. Ich wurde auch nur zweimal unangenehm angebaggert, was die beste Steffi aber schnell zu klären wusste. Die bekam wiederum von neuen Hüften und wie super dieses doch funktionieren würden (*zwinker zwinker*) vorgeschwärmt.

Das ist übrigens so eine Seite des Karnevals, die ich nicht besonders ansprechend finde. Gleich nach volltrunkenen und aggressiven Karnevalisten. Davon blieben wir gestern aber verschont.

Ansonsten kann ich noch eine kleine Anekdote zum gestrigen Abend bieten. Als nämlich eine recht bekannte Kölner Band auf der Bühne steht und dem Publikum einheizte, erkenne ich einen ehemaligen Klassenkamerad, mit dem ich die ersten 6 Jahre meiner Schullaufbahn in einer Klasse verbracht habe, auf der Bühne. Ich wusste zwar schon, dass er jetzt Teil besagter Band ist, aber ich hatte im Vorfeld halt nicht mitbekommen, dass sie am gestrigen Tag dort auftreten würden.

Nach dem Auftritt hatten wir im vollen Foyer kurz Blickkontakt, ich nicke ihm grüßend zu, er nickt zurück und dann waren sie auch schon wieder durch die Tür. Und während ich noch so überlege, ob der mich überhaupt nach all den Jahren, in denen wir uns nicht gesehen haben, wiedererkennen würde, erhalte ich über einen meiner Social Media Kanäle eine Nachricht, ob ich das da eben auf der Sitzung gewesen wäre.

Als ich ihm dann vorrechne, dass wir uns seit 20(!) Jahren nicht gesehen haben und es daher auch kein Wunder wäre, wenn er mich nicht wiedererkannt hätte, fühle ich mich schlagartig uralt.

Nach 3 Schuss (Kölsch mit Malzbier, nicht was Sie wieder denken) und einem Klopfer geht’s dann aber auch wieder.

Zuhause war ich irgendwann nach Mitternacht. Gut angeheitert, aber nicht betrunken. Wie so ne Erwachsene.

Die hübschen Reh-Haarreifen* und Blumenkränze* sind übrigens von Amazon. Da wurde ich jetzt schon mehrfach nach gefragt.

***

Der Sonntag startete entsprechend gemächlich. Irgendwann gegen 9 Uhr bin ich aufgestanden, habe mich neben den Mann aufs Sofa gesetzt und ihm von gestern erzählt. Er ist ja der geborene Antikarnevalist und kann dem ganzen Trubel rein gar nichts abgewinnen. Aber das ist okay. So brauchen wir für solche Veranstaltungen immerhin keinen Babysitter (think pink!).

Er schmunzelt über meine Erzählung und fühlt sich unterm Strich dann wieder bestätigt, dass Karneval eine Erfindung des Teufels ist. Ich lieb den wirklich wie verrückt.

***

Gegen Mittag brachte ein Freund von Max das Brot vorbei, das Max bei ihm gestern gebacken hatte. Erzählte ich schon mal, dass der Mittlere nicht so das Spielzeugkind ist? Ja? Na dann. So bäckt er halt dann mit seinem Freund ein Brot, wohlgemerkt aber erst, nachdem sie mit den Trick-Scootern in der Halfpipe waren.

Das Brot vertilgten wir dann in wenigen Minuten ohne Alles. Es war wirklich super lecker und selbst Max, der eigentlich kein Brot außer Toastbrot isst, war von seinen Backkünsten sehr angetan.

***

Nachdem der Mann das große Kind von der Übernachtung bei seiner Freundin abgeholt hatte, schauten wir gemeinsam Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer*, während das kleinste Kind sich in sein Zimmer zurück zog und dort einschlief. Da hatte wohl jemand ein wenig Schlaf nachzuholen. Wollen wir hoffen, dass sie heute Abend trotzdem einigermaßen rechtzeitig in den Schlaf findet.

Der Film war jedenfalls ganz wunderbar und ich freu mich, dass diese Geschichte meiner Kindheit in so tolle Bilder gepackt worden ist.

***

Zum Abendessen gab es die selbstgebauten Burger, die es eigentlich gestern schon hätte geben sollen, die dann aber wegen meiner und der Abwesenheit des großen Kindes auf heute verschoben wurden.

So sitze ich nun sehr gut gesättigt und immer noch ein bisschen katerich auf dem Sofa und hoffe, dass die Kinder gleich ohne großes Tamtam ins Bett gehen werden. Weil: Ramtamtam hatte ich gestern schon genug und so eine große Partynudel bin ich dann halt auch nicht.

Es wurde keine Werbung für genannte oder erkennbare Marken beauftragt.

Print Friendly, PDF & Email
Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Von Beruf freiberufliche Autorin und Bloggerin. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
Beitrag erstellt 4444

8 Gedanken zu „Rehrücken und Ramtamtam

  1. Hallo Pia,
    per Zufall auf Ihrem Blog gelandet muss ich Ihnen nur kurz als feedback schreiben, dass ich seit über einer Stunde die Lachtränen nicht mehr aus dem Gesicht bekomme. Einfach herrlich, so erfrischend und originell Ihr Schreibstil. Man lebt förmlich mit und kann sich viele Sitautionen direkt bildhaft vorstellen. Ich werde mich die Tage begeistert durchs Archiv wühlen und freue mich jetzt schon auf weitere Anekdoten, Gedanken und Geschichten aus Ihrem Alltag. Vielen Dank für diese unterhaltsame Bereicherung am PC.
    Herzliche Grüße, Natalia König

  2. Liebe Pia,
    soeben habe ich mein Kostüm für dieses Jahr entdeckt und bin völlig Schockverliebt… Ich das Reh – das wird der absolute Knaller!!! Ich wickel mir heut noch ein Bommel-Schwänzchen und klicker mich durch Amazon, nur das „wie bekomme ich bitte dieses tolle Make-up hin“ Problem bleibt offen… Gibt es da bei Gelegenheit noch einen Beitrag von Ihnen? Bin was das betrifft, sooooo gar nicht kreativ! Liebe Grüße von mir – Linda

    1. Ich habe braune und weiße Fettschminke von dm genommen und mit einem Make-Up-Schwamm aufgetupft. Der Rest ist mit normaler Alltagsschminke umgesetzt. Bisschen Bronzer, Kajal (weiß, schwarz und braun von dm Hausmarke) und Wimperntusche.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ich akzeptiere

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Beginne damit, deinen Suchbegriff oben einzugeben und drücke Enter für die Suche. Drücke ESC, um abzubrechen.

Zurück nach oben