Karneval, Kochschule & Rabenbesuch

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Morgen startet für mich die aktuelle Karnevals-Session. Für die Einen wird das ganz schön spät sein, denn immerhin beginnt das närrische Treiben eigentlich schon am 11.11. Für die Anderen bin ich vermutlich früh dran, denn der richtige Karneval ist ja eigentlich erst Ende Februar. Für die ganz Anderen ist das alles eh ohnehin ein großes Fragezeichen oder der Inbegriff des Irrsinns. Sie dürfen sich aussuchen, zu welcher Gruppe Sie zählen möchten.

Jedenfalls gehe ich morgen mit der besten Steffi auf eine Karnevalssitzung. Dafür haben wir uns ein putziges Kostüm ausgedacht und zusammen gebastelt. Zeigen tue ich Ihnen das dann, wenn es fertig und angezogen ist. Heute morgen habe ich mich jedenfalls zwischen dem ersten und zweiten Kaffee einmal zur Probe geschminkt und sah dann den Rest des Tages irgendwie komisch aus, weil ich die Fettschminke nicht aus den Augenbrauen und dem Haaransatz bekam.

Unter meiner fancy neuen Schminklampe* und auf dem Foto sah das nach dem Abschminken gar nicht so schlimm aus, aber das Erste, was das große Kind nach dem Heimkommen zu mir sagte, war: „Wieso siehst du so komisch aus? Soll das geschminkt sein?“

Ich hab dann heute das Haus nicht mehr verlassen und werde mir morgen früh gegebenenfalls das Gesicht einfach sandstrahlen.

***

Weil die Kinder keinen Griesbrei mögen, ich diesen aber abgöttisch liebe, habe ich mir heute einfach eine halbe Stunde vor ihrem Heimkommen eine Portion gekocht und diese dann unter einer dicken knusprigen Decke aus Zimt und Zucker begraben. War das gut!

Tatsächlich wollte das Mittelkind (ausgerechnet!) dann doch nochmal einen kleinen Probierversuch wagen, bei dem ihm alle – wirklich alle! – Gesichtszüge entglitten und ich ihn schon auf den Küchenfußboden erbrechen sah. Ganz tapfer schluckte er dann die teelöffelgroße Portion runter, schüttelte sich noch einmal und sagte dann mit fester und sehr angewiderter Stimme: „Nein! Einfach nur nein.“ Bleibt mehr für mich.

Auf die Frage, was sie denn dann essen wollten, erwiderte das große Kind, dass es Spiegeleier machen wolle. Das fand ich natürlich super, weil Spiegeleier ist das eine Gericht, bei dem ich auf gar keinen Fall und unter keinen Umständen helfen darf. 10 Minuten Freizeit, Baby! Allerdings mag der kleine Bruder eigentlich kein Eigelb. Umso erstaunter war ich, als er erklärte, er wolle jetzt doch noch mal Spiegelei MIT Eigelb probieren. Und das nach dem Griesbrei-Desaster 5 Minuten zuvor.

Also standen die Jungs gemeinsam in der Küche und der große Bruder erklärte dem kleinen Bruder Schritt für Schritt, wie man ein Spiegelei brät.

„Da machst du erst etwas Öl in die Pfanne.“
„Wie viel ist etwas?“
„Na, so …“
[schüttet ungefähr 50ml Öl in die Pfanne] „… viel.“

„Dann wartest du bis die Pfanne heiß ist. Das geht schneller wenn du hier oben das anmachst. “ [schaltet die Dunstabzugshaube ein.]

„Dann musste du die Eier in die Pfanne schlagen. Aber du darfst die nicht zerdrücken. Du musst sie eher so auseinander ziehen.“

Im Anschluss frittieren die Jungs etwas 5 Minuten bei nahezu Vollpower ihre Eier, bis sie unten schön knusprig sind und man sie quasi aufrecht hinstellen kann. Weil sie so stark angebacken sind, darf ich dann beim Entnehmen aus der Pfanne doch noch helfen. Dabei erklärt der Große weiter:

„Du musst immer das Plastikding nehmen, sonst geht die Pfanne* kaputt.“

Wenigstens einer, der mir zuhört! denke ich und frag mich kurz, wann wohl der Mann nach Hause kommt. Wie ich vom einen aufs andere kam? Keine Ahnung.

Dann sitzen die Jungs mit ihren Knuspereiern am Tisch, wünschen sich einen guten Appetit und probieren ihre Kreation. Das große Kind ist überaus zufrieden mit sich und seinen Spiegeleiern. Ordentlich gewürzt hat er es im Vorfeld auch. Das Mittelkind knabbert das Eiweiß mit Crunch weg und stößt dann auf das super festgekochte Eigelb.

Eine Kaubewegung, kurzes Erstarren, das Gesichtskino geht wieder an, es folgt ein wilder Ausdruckstanz aller acht mimischen Gesichtsmuskeln und dann ein unterdrücktes Würgegeräusch. Ich reiche dem Kind schnell ein Papiertuch, in das es das Eigelb spucken kann. Immerhin hat er es probiert. Das zweite Mal schon an diesem Tag.

„Wie oft muss man nochmal etwas probieren, bis es einem schmeckt?“
„Elf mal, sagt man.“
„Dann war das jetzt das zwölfte Mal. Das probier ich nie wieder!“

***

Nach dem Essen holt das große Kind sein Klassentier aus dem Ranzen, das uns über das Wochenende besuchen darf. Das letzte Mal war Rudi der Rabe in der 2. Klasse bei uns zu Besuch. Wir freuen uns sehr.

„Mama, kann man den Rudi waschen?“
Ich untersuche das Schild am Po des Raben.
„Ja, bei 30 Grad darf man den waschen. Wieso?“
„Der stinkt so sehr.“

Stinken ist für mein Empfinden etwas übertrieben, aber er riecht eben nicht nach uns. Und fremde Gerüche kann das Kind ganz schlecht in seiner unmittelbaren Umgebung bzw. seinem Zimmer ertragen. Also muss Rudi eine Runde im Wasserkarussell fahren. Jetzt duftet Rudi wieder und – na ja – sauber ist er auch.

***

Das Mittelkind erklärt mir unterdessen, dass meine heutige Brotdosenkritzelei echt mega wäre. „Die muss auf jeden Fall ins Sammenglas“ verkündet er und holt den Zettel aus seiner Dose.

„Aber du hast ja die Aufgabe gar nicht gelöst?“
„Welche Aufgabe?“
„Na, steht doch drunter: Lass sie Freunde sein!“

Er betrachtet den Zettel, überlegt kurz und hat dann seinen Wickie-Moment: „Ich muss der Schokolade noch eine Hand malen, damit die beiden Händchen halten!“
„Genau.“

Das nächste Mal soll ich dazu schreiben, dass es eine Mitmach-Aufgabe ist. Die Idee findet er nämlich auch mega.

***

Morgen bin ich dann, wie eingangs schon erwähnt, auf einer Karnevalssitzung und abends dann entweder zu müde oder zu betrunken zum bloggen. Nur damit Sie sich nicht direkt Sorgen, wenn Sie morgen nichts von mir lesen.

Es wurde keine Werbung für genannte oder erkennbare Marken beauftragt.

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Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Von Beruf freiberufliche Autorin und Bloggerin. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
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9 Gedanken zu „Karneval, Kochschule & Rabenbesuch

  1. 1. Viel Spaß bei der Karnevalssitzung!
    2. Es so herrlich, wieder Ihren Sinn für Humor zu lesen. Gerade bei den Brotdosenkritzel(-fitzel) lieg bzw. lag ich lang vor Lachen.
    3. Ich finde die positive Einstellung Ihres Mittleren zum Essen so toll! Er lässt sich immer wieder überraschen, ob es ihm doch schmeckt und verliert nicht den Mut es wieder zu probieren.

  2. „Wenigstens einer, der mir zuhört! denke ich und frag mich kurz, wann wohl der Mann nach Hause kommt. Wie ich vom einen aufs andere kam? Keine Ahnung.“

    Made my day … Ja, Kinder hören manchmal besser zu als die Erwachsenen… 😂

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