:D vs. :'(

Heute gab es an unserer Schule die Halbjahreszeugnisse. Der Große war dementsprechend schon gestern Abend total durch und fürchterlich aufgeregt. Minütlich schwankte er zwischen „Ich will nicht in die Schule!“ und „Ich freu mich so auf morgen.“ Wobei sich Letzteres dann wohl eher auf den Geburtstag seiner Freundin bezog.

Tatsächlich war ich aber nicht weniger aufgeregt. Für das große Kind hängt halt auch was an diesem Zeugnis, mit dem wir noch in dieser Woche zu seiner Wunschschule müssen, um den Vertrag zu unterschreiben. Im Grunde war mir klar, dass es nicht schlecht sein würde, aber ach … man ist dann halt doch aufgeregt.

Umso mehr freuten wir uns, dass das Zeugnis nicht nur gut, sondern auch besser als das Letzte ist. Und das hat der große Sohn sich wirklich verdient und erarbeitet. Während ihm in der gesamten 3. Klasse so ein wenig die Motivation und das Ziel zu fehlen schien, hat er dieses erste Halbjahr in der 4. Klasse richtig Gas gegeben.

Die Tatsache, dass wir ihn in diesem Schuljahr aus der OGS genommen haben, wird da sicher auch eine Rolle gespielt haben. Er lernt zuhause einfach deutlich besser, schneller und – nun ja – auch motivierter. Unter anderem ist das auch ein Grund, warum wir uns für seine Wunschschule entschieden haben. Der Unterricht endet dort jeden Tag um 13.15 Uhr, gegen 14 Uhr ist er dann zuhause und kann hier in Ruhe seine Hausaufgaben machen

Nicht so glücklich ist hingegen der Mittlere mit seinem Zeugnis, was mir für ihn wirklich weh tut. Er hadert ohnehin schon immer sehr mit sich und dann steht er nun auch noch im Schatten des großen Bruders. So eine Kacke, ey!

Aber das zeigt mir auch, dass der Entschluss ihn aus der OGS zu nehmen keinen Tag zu früh kam. Ich versicherte ihm heute immer wieder, dass er sich keine Sorgen machen muss, dass alles gut ist und dass wir ihn unterstützen wo wir können. Im weiß, dass er ein cleverer Kerl ist, der sich leider allzuoft selber im Weg steht und genau daran werden wir jetzt arbeiten. Mehr Selbstbewusstsein. Vor und während der Tests und Lernzielkontrollen. Was die Mitarbeit im Unterricht angeht kann er nur selber aktiver werden. Da habe ich keinen Einfluss drauf und ich denke, das hat er heute auch verstanden.

Sein Zeugnis ist wirklich nicht schlecht, nur eben nicht so gut wie das seines Bruders und leider auch nicht mehr ganz so gut, wie das letzte.

Mir macht das nichts. Ich war eine grauenhafte Grundschülerin, hatte in jedem Fach Förderunterricht und deutlich schlechtere Noten als der Mittlere jetzt. Und ich habe trotzdem ein ziemliches gutes Abitur gemacht. Aber das erkläre mal einem Drittklässler. Mir bricht das echt das Herz ihn heute so traurig sehen zu müssen.

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Für beide Jungs gab es direkt nach der Zeugnisausgabe erstmal ein fettes Belohnungs-Sushi, denn das haben sich beide mehr als verdient.

Und tatsächlich hellte sich auch die Stimmung des Mittleren mit jedem Lachs Maki ein bisschen mehr auf. Mein Herz.

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Am Nachmittag war der große auf den 10. Geburtstag seiner Freundin eingeladen. Kommenden Samstag gehen sie alle gemeinsam ins Kino, aber da der Geburtstag heute ist, gab es schon mal eine Runde Kuchen und Spielen für ihre Freunde.

Der Geburtstagskuchen war auch wirklich DER HAMMER. Falls Sie Pferde-närrische Kinder haben: feel inspired!

Leider ist Mimi ja so gar kein Pferdemädchen, aber von dem Kuchen war selbst sie hin und weg.

Während die Kinder spielten, durfte Mimi sich durch die alten Klamotten von Alex‘ Freundin wühlen und aussuchen, was sie davon gerne haben wollte. Darunter waren auch ein Paar Sneaker mit LED-Sohle und ein Paar Stoffschuhe mit Schnürsenkel.

Nun weigert sich Mimi aber vehement das Schleifebinden zu lernen. Egal wie oft ich ihr das schon zeigen wollte, sie schüttelt mit dem Kopf, dreht sich um und geht. Als ich sie also darauf hinweise, dass sie die schönen Schuhe nur tragen könne, wenn sie eine Schleife binden kann, wurde das kleine Mimi-Gesicht ganz schön lang.

Das konnte eine von Alex‘ Klassenkameradinnen scheinbar nicht mit ansehen, schnappte sich kurzerhand Mimi und die Schuhe und erklärte: „Ich zeig dir jetzt mal wie das geht.“

Und siehe da: 5 Minuten später kann die kleine Gräte eine Schleife binden und ist nun stolze Besitzerin dieser grauen Stoffschuhe mit den tollen pinken Schnürsenkeln.

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Die beiden kleinen Kinder zogen heute noch ein paar Bahnen in der Badewanne, während ich das Abendessen zubereitete: Salat mit Lachs aus dem Backofen für den Mann und mich und bunte Rohkostteller mit Frischkäsedipp für die Kinder.

Hat definitiv besser geschmeckt, als es auf dem Foto aussieht, stelle ich gerade fest.

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Das war so ein Tag, der gefühlstechnisch nicht widersprüchlicher sein kann. Diese unbändige Freude mit dem Großen, dass er nun das offizielle Go für seine Wunschschule hat versus die Traurigkeit des Mittleren, über sein eingentlich gar nicht schlechtes Zeugnis.

Muttiherz weiß gerade gar nicht, ob es lieber zu Eye of the Tiger tanzen oder sich zu Nothing compares to you heulend in seiner Bettdecke einwickeln soll.

Es wurde keine Werbung für genannte oder erkennbare Marken beauftragt.

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Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Von Beruf freiberufliche Autorin und Bloggerin. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
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7 Gedanken zu „:D vs. :'(

  1. Ich kann sehr gut nachvollziehen, was du zu den Zeugnissen der Kinder sagst. Wir haben hier ein Nummer 1 als absoluter Überflieger, der die Grundschule mit einem reinen 1er Zeugnis beendete und dessen „schlechteste“ Zeugnis bis jetzt (9.Klasse) ein Durchschnitt von 1,3 hatte (1,0 in den Hauptfächer)
    Und dann kommt Nr 2: ein ganz normaler, guter Schüler. Sein Zeugnis wird (gibt erst am Freitag) eine gute Mischung aus wenige 1er, viele 2 en und sehr wenige 3 en bestehen. Die 3en an seine „nicht vorhandene“ Mitarbeit geschuldet. Es ist schwer ihn davon zu überzeugen, dass er ein guter Schüler ist :-(

    Er hat da echt Pech mit dem großen Bruder (der aber niemals mit seinem Zeugnis angeben würde)

  2. Hi, ich finde deine Aussage zur OGS echt bemerkenswert. Ich bin Grundschullehrerin und Mama und finde die Hausaufgaben Situation für alle (Schüler und Betreuer/Lehrer) sehr anstrengend und nicht mit dem zu vergleichen, was man Zuhause für eine Atmosphäre schaffen kann. Das ist leider so. Mir ist klar, dass es nicht viele Familien finanziell/aus beruflichen Gründen schaffen, ihre Kinder schon mittags zuhause zu betreuen. Trotzdem, wer es irgendwie einrichten kann, der sollte es seinem Kind ermöglichen, zumindest im Grundschulalter!
    Liebe Grüße Julia

    1. Ja, diese Erfahrung teile ich so. Die Kleine wird mindestens bis Ende 2. Klasse in der OGS bleiben. Da mache ich es auch ein wenig davon abhängig, wie gut sie zurecht kommt. Bisher fällt ihr alles sehr leicht. Aber spätestens zur 4. Klasse, wenn es hier auch vom Lerninhalt anzieht, werde ich sie aus der OGS nehmen.

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