Bis einer heult! • ohne passende Überschrift
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8. November 2005 | Pia Drießen

ohne passende Überschrift

Da vernachlässigt eine Mutter von 6 Kindern ihre Kleinen so sehr, dass eines schließlich an einem Hirnödem, in Folge einer nicht behandelten Mandelentzündung, verstirbt und weiß dazu nur zu sagen: „Ich dachte sie hat eine Erkältung.“
Wie kann so etwas sein? Auf spiegel.de können wir lesen, dass der Vater der Kinder Rettungsassistent ist. Auf SWR3 hieß es gestern, er sei Altenpfleger. Wie auch immer – erkennen müssen, dass sein Kind weitaus kränker ist, als von der Mutter angenommen, hätte er auf jeden Fall.
Weiterhin berichtete SWR3, die Mutter sei nicht einmal in der Lage gewesen, für Ihre 6 Kinder Kindergeld zu beantragen. Lediglich für 2 von ihnen ermpfing sie Kindergeld. Man hört ja immer mal wieder, dass Eltern ihre Kinder vernachlässigen und das Kindergeld für ihr eigenes „gutes Leben“ verschwenden, aber dass sie nicht einmal in der Lage sind dieses Geld zu beantragen, zeigt ja schon, wie überfordert manche Menschen sein können.
Die Mutter soll darüber hinaus die Türklinken der Kinderzimmer entfernt haben, um nachts ihre Ruhe zu haben. Sozialarbeiter, die noch von ein paar Wochen bei der Familie zu Hause waren, sahen sich nicht einmal die Kinderzimmer an!

Das bringt mein Blut wirklich fast zum sieden! Wieso darf eigentlich jeder Hinz und Kunz wehrlose Geschöpfe in die Welt setzten, während weitaus gefestigtere Paare sich Gedanken machen, ob sie einem Kind überhaupt all das bieten könnten, was sie ihm gerne bieten würden und ob jetzt oder in 2 Jahren der richtige Zeitpunkt dafür ist?

Die Eltern der nun noch 5 Zwerge sollte man jedenfalls umgehend Kastrieren und Wegsperren. Bleibt nur zu Hoffen, dass die Kinder nun in ein gesichertes und gefestigtes Umfeld kommen und die vergangenen Erlebnisse verarbeiten können.

Weiteres zum aktuellen Fall:

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Über den Autor:
Pia Drießen, 1980 in Köln geboren, verheiratet und Mutter von 3 Kindern (*2009, *2010, *2012). Von Beruf freiberufliche Autorin und Bloggerin. Bloggt seit 2002 mal lauter und mal leiser. Virtuell unterwegs auf Facebook, bei Twitter, Pinterest und auf Google+
    
  1. Mario / Nov 8 2005

    „Die Eltern der nun noch 5 Zwerge sollte man jedenfalls umgehend Kastrieren und Wegsperren. “

    Aha? Eine „Herrenklasse“ entscheidet dann also, welche der „Unterklassen“ sich Fortpflanzen darf?

    Ich versteh Dich, sehr gut sogar, wohl sogar besser als Du Dir vorstellen kannst, da ich als ehemaliger Rettungssani GENAU solch ein Einsatz hatte (Totes Baby in Sozialwohnung, dass nur auf Grund Unfähigkeit und Ignoranz der Mutter tot vor mir lag); aber mit solchen Aussagen sollte man doch sehr sparsam sein!

  2. Pia / Nov 8 2005

    Ich bitte Dich. In diesem Fall, in dem selbst die Mutter ihre Schuld zugibt, halte ich dies sehr wohl für angebracht. Wieso sollte man Menschen, die bei 6 Kindern versagt haben, erneut die Chance geben, ein Kinderleben in die Welt zu setzten?

    Meine Meinung hört sich vielleicht hart an – aber hier geht es nicht um Oberschicht vs. Unterschicht – sondern um das schlichte Versagen der Eltern auf der ganzen Linie!

  3. Sebastian / Nov 8 2005

    Aber auch da gibts es einen Mittelweg. Denn ich kann zum einen deinen Argumenten sicherlich folgen und kann sie auch verstehen, aber wir haben da so ein Grundgesetz. Und das passt da irgendwie nicht zueinander… Aber wie gesagt. Einen Mittelweg gibt es. Der sollte nur begangen werden.
    Vielleicht eher so in die Richtung „Elterneignungsprüfung“. Eine Ausbildung, die werdende Eltern zwangsläufig durchlaufen müssen um eine Berechtigung zu erhalten ihre Kinder ohne weitere Hilfe aufzuziehen. Bei Nichtbestehen wird zwangsläufig ein Helfer an die Seite gestellt, der die Mutter unterstützt. So die Richtung vielleicht. Und wer solls finanzieren?

  4. Patrick / Nov 8 2005

    Ohne passenden Kommentar.

  5. pat bateman / Nov 8 2005

    find es auch immer wieder traurig zu sehen, wievielen paaren, die gerne kinder hätten und mit sicherheit auch gute eltern abgeben würden, der nachwuchswunsch versagt bleibt… und andere setzen deshalb eines nach dem anderen in die welt :nein: aber in diesem fall hat ja nicht nur die mutter versagt, sondern auch die staatlichen institutionen. außerdem wahrscheinlich noch bekannte, nachbarn etc. pp. es ist immer das gleiche.

  6. Blaui / Nov 8 2005

    Wenn ich sowas im Fernsehen sehe, dann sind das meisten schon ärmere Paare bei denen sowas passiert oder „Assoziale“. Und die Paare, die sich Kinder „leisten könnten“, sind kinderlos. So kommt es mir vor. Ich frag mich auch warum,… ein interessantes Thema muss ich dazu sagen, auch wenn ich Kindern nicht gerade wohl gesonnen bin, obwohl selbst noch fast eins bin.
    So ein Kind, oder gleich SECHS, würden mich total überfordern. Vielleicht waren die Abtreibungen zu teuer… (Kostet ne Abtreibung was? Ich habe in Erinnerung nur nicht, wenn die Mutter dabei sterben/gefährdet werden könnte…)

  7. Herr D. / Nov 8 2005

    Es ist nunmal leider so, daß in der Regel die Zahl der Kinder antiproportional zu sozialen Stellung der Eltern wächst.

    Das mag auch damit zusammenhängen, daß Paare mit höherer Bildung lieber an ihrer Karriere arbeiten, nicht zuletzt aber auch sicher daran, daß sie sich vorher darüber (viele) Gedanken machen.

    „Der Mensch ist der einzige rückkopplungsstabile hochkomplexe Servomechanismus , der von ungelernten Arbeitern in Massenproduktion hergestellt werden kann.“
    (angeblich Wernher v. Braun)

  8. Jackiex / Nov 8 2005

    Ich stimme vollkommen mit dir überein.

    Mario, also von Herrenklasse kann hier gar nicht die Rede sein.
    Selbst der gemeine (dauer) Sozialhilfeempfänger, der allgemein als „niedrigstes“ Mitglied in der Gesellschaft angesehn wird, ist in der Lage zumindest Kindergeld zu beantragen und aufpassen das sein Kind zu Essen bekommt.

    Das hat mit der „Klasse“ nix zu tun sondern zu einem seeehr hohem Prozentsatz mit der Vergangenheit der Eltern(in der Regel hatten die selber eine schwere Kindheit)
    Vermutlich kommt es in den „niedrigen Klassen“ vermehrt zu sowas.

    Ich bin eigentlich gegen Eugenik. Aber in solchen klaren Fällen MUSS es eine Intanz geben die sowas entscheiden kann.:mad:

    Aber das ist leider das Problem einer freien Gesellschaft:nein:

    Aber bei solchen Fällen wünsch ich mir schon manchmal einen „Diktator“ oder einen Senat mit nahezu unbeschränkter Macht:wink:
    Und nur Leute ohne extreme pol. ausrichtug etc dürfen rein.:grin:

  9. André Gewert / Nov 8 2005

    „Selbst der gemeine (dauer) Sozialhilfeempfänger … ist in der Lage zumindest Kindergeld zu beantragen“

    Mit dieser Aussage wäre ich aber sehr vorsichtig… Habe da schon ganz „lustige“ Dinge erlebt. Es gibt leider Menschen, die nicht in der Lage sind, ihr eigenes Leben zu regeln. Da ist selbst das Beantragen von Sozialhilfe, Wohngeld oder sonstiger Zuschüsse und erst recht das Zahlen der Miete ein unlösbares Problem. Traurig, wenn dann auch noch Kinder darunter leiden müssen.

    Aber Nachwuchsverbot aufgrund von Unfähigkeit? Das ist Unsinn. Schlimm ist es, wenn Kinder überhaupt verheimlicht und versteckt werden können, wenn die Nachbarn nichts mitbekommen (wollen) und der Staat seine „Kontrollfunktion“ (Jugendamt?!) nicht wahrnehmen kann…

  10. Pia / Nov 8 2005

    Die Tatsache, dass die Türklinken zu den Kinderzimmern abmontiert wurden, sehe ich nicht mehr als schlichte Unfähigkeit, sondern bereits als mutwillige Mißhandlung. Jedem seine Meinung.

  11. Jenny / Nov 8 2005

    „Vielleicht eher so in die Richtung „Elterneignungsprüfungâ€?. Eine Ausbildung, die werdende Eltern zwangsläufig durchlaufen müssen um eine Berechtigung zu erhalten ihre Kinder ohne weitere Hilfe aufzuziehen. Bei Nichtbestehen wird zwangsläufig ein Helfer an die Seite gestellt, der die Mutter unterstützt. So die Richtung vielleicht. Und wer solls finanzieren?“

    Ich glaube nicht, dass die Eltern nicht dazu fähig sind, ihre Kinder zu versorgen, sie zu pflegen und alles was dazugehört. Ich glaube, diese Aussage, von wegen ‚Schnupfen‘, ist auch eine naive Ausrede. Diese Kinder wurden ignoriert, und es war den Eltern anscheinend einfach egal; denn sonst wäre es ihnen aufgefallen, dass das Kind schwer krank war. Sie hätten diese Türklinken nicht weggeschraubt und die Kinderzimmer nicht verwahrlosen lassen. Finde das einfach nur… abscheulich, für mich absolut nicht nachvollziehbar.

  12. Firlefonz / Nov 9 2005

    Wieviele Kinder sterben täglich in der Welt? Wenn sich nur mal jeder dabei so aufregen würde wie bei den Einzelfällen. Aber „Man sollte nie vergessen, daß die Gesellschaft lieber unterhalten als unterrichtet sein will.“
    Irgendwo habe ich mal aufgeschnappt, das es mehr Mitglieder in Tierschutzvereinen, als in Kinderschutzbünden gibt.

    @jackiex: Was den „Diktator“ angeht: Du willst das hier lesen:
    http://www.firlefonz.de/panokratie/body_gesellschaftssysteme_oder_seie.html

    Und vielleicht hätte die Frau psychische Unterstüzung bekommen müssen, aber die ist schwer zu bekommen, da sprech ich aus Erfahrung. Solange man die näheren Umstände nicht kennt macht es nicht viel Sinn zu streiten. Wer mit der Fresse noch nie im Dreck gelegen hat, sollte vorsichtig sein mit schnellen Urteilen was die „untere Schicht“ angeht.

    Das ist ein bedauerlicher Extremfall, aber dennoch: Nach Ursachen suchen ist sinnvoller als nach Schuldigen.

  13. Kathinchen / Nov 9 2005

    Nach Ursachen suchen? Der „normale“ Mensch weint schon mindestens innerlich, wenn man seinen Hamster im Garten vergräbt. Was muss passieren, damit man derart abstumpft? :nein:

  14. Tina / Nov 9 2005

    Dazu faellt mir nichts mehr ein… Was muss passieren, damit man so weit ist, dass man seinem eigenen Kind beim sterben zusieht?

  15. Firlefonz / Nov 10 2005

    @Kathinchen und Tina:

    Interessante Fragen. Habt ihr sie einmal zu Ende gedacht? Zu was für einem Ergebnis seid ihr gekommen?

  16. cstim / Nov 10 2005

    So tragisch jeder einzelne dieser in letzter Zeit bekannt gewordenen Kinder-Todesfälle ist, so verfehlt ist dann auch so ein „Draufhauen“-Kommentar wie der Eintrag von Pia. Das ist dann eben leider doch auch nur Stammtisch-Niveau. Der Umgang damit geht auch anders, z.B. zu dem Gerichtsverfahren gegen Marlies S. über die arme verhungerte Jessica hier: http://www.zeit.de/2005/41/Jessica_41 Zitat: „Und Marlies S.? Hat sie sich für das Böse entschieden? Und ist bloß ein Beispiel dafür, dass menschliche Not für das Böse anfällig macht? Dass Böses auch ein Defizit am Guten ist und jeder nur geben kann, was er empfangen hat?“

    Besser wär das, auch bei der eigenen Trauer und Betroffenheit noch zweimal nachzudenken, wen man da verurteilen will und in welchem Tonfall.

  17. Pia / Nov 10 2005

    Stammtisch-Niveau? So so :smile:

  18. Tina / Nov 10 2005

    @Firlefonz: Nun, ich habe es versucht, aber leider kann ich wirklich nicht nachvollziehen wie man es so weit kommen lassen kann mit sich selbst. Das geht ueber meinen Horizont hinaus.

  19. Firlefonz / Nov 10 2005

    @Tina: Eben. Darum sollte man vorsichtig sein mit vorschnellem Urteilen. Das gilt bei Nachrichten aller Art. Weil urteilen geht meist schneller als sich mit den Dingen auseinanderzusetzen :wink:

  20. Firlefonz / Nov 25 2005

    Hartz – IV: Mutter und Baby ohne Krankenversicherungsschutz

    Bonn. Das Erwerbslosen Forum Deutschland hat der ARGE Bonn eine Auszeichnung für besonders negative Benachteiligungen von Arbeitslosen verliehen. Beispielhaft sei die zögerliche Bearbeitung von Anträgen, die in einem Fall dazu geführt hätten, dass eine junge Mutter nach 4 Monaten Nichtbearbeitung mit ihrem 13monatigen Kind ohne Krankenversicherungsschutz da stände. Weiterhin wurden die fragwürdige Vergabe von Ein-Euro-Jobbern an die Stadtwerke Bonn, die Umzugsaufforderungen, und der neu eingesetzte sog. „Bedarfsermittlungsdienst“ scharf verurteilt. Damit wurde nun zum dritten Mal in Deutschland eine Behörde ausgezeichnet, die willkürlich mit den Rechten von Hartz-IV Empfängern umgeht.
    „Wir halten es inzwischen für nicht mehr hinnehmbar, welche Ignoranz und Missachtung der Würde der Hartz-IV Empfänger von Seiten der Arge an den Tag gelegt werden. Deshalb haben wir uns entschlossen, der Bonner Behörde die Auszeichnung jetzt zu überreichen“, sagte Martin Behrsing, Sprecher des Erwerbslosen Forum Deutschland. Dabei kritisierte er u.a. die zunehmenden Umzugsaufforderungen, die in Bonn auf Grund des nicht zur Verfügung stehenden – nach Meinung der ARGE – angemessenen Mietpreises überhaupt nicht realisierbar seien und dass diese Menschen sich außerhalb von Bonn billigeren Wohnraum suchen könnten. „So kann man natürlich auch eine Stadt >>Arbeitslosengeld-II-Frei

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